Thermoskanne Terratec Hotpot 1200 im Test

Terratec verspricht mit dem HotPot 1200 eine Thermoskanne, welche durch einen eingebauten Thermogenerator Strom für mobile Geräte erzeugt. Wir haben das Produkt getestet und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Einleitung, Konzept & Funktion als Thermoskanne

Mit der Bahn zur Arbeit, die Zeit nutzen, um mit dem Smartphone ein paar E-Mails zu checken oder entspannt ein wenig zu lesen, doch dann, Akku leer! Macht nichts, man hat einen externen Akkupack dabei und kann diesen zum Laden verwenden. Doch wie üblich, auch dieser ist leer, da man vergessen hat, ihn nach seinem letzten Noteinsatz wieder aufzuladen …

Die Firma Terratec hat für diesen Fall einen „Problemlöser“ entwickelt, den Thermoskanne Terratec Hotpot 1200 mit eingebautem Akku und Thermogenerator. Der Hersteller wirbt: „Generiert aus heißer Flüssigkeit Strom“ und weiter „Um den integrierten Akku (1200 mAh) komplett zu laden muss man die Thermoskanne ca. 8-10 mal mit heißem Wasser füllen.“

Die Idee klingt gut: Nimmt man jeden Tag ein Heißgetränk mit, hat man immer Energie dabei, sollte das Smartphone mal leer sein. Auch im Outdoorbereich steht Wärmeenergie oft ausreichend zur Verfügung (Feuer, Kocher, etc.). Elektrische Energie aber ist oft nur begrenzt vorhanden. Der Hotpot 1200 könnte also auch unterwegs in Outdoorsituationen zur mobilen Energieversorgung dienen.

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Thermogeneratoren (TEGs)

Wir haben auf pocketnavigation.de bereits eine ganze Reihe von Produkten vorgestellt, welche aus Wärme direkt Strom erzeugen:

Powerpot
PowerPot V
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M3004
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M3009
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Campstove

Alle diese Geräte machen sich den Seebeck-Effekt zunutze, welcher erstmals 1821 von Thomas Johann Seebeck beschrieben wurde. Er erkannte, dass der Elektronenfluss zwischen zwei Metallen unterschiedlicher Temperatur eine elektrische Spannung erzeugt. Die freien Elektronen bewegen sich auf der heißen Seite schneller und streben einen Ausgleich mit der kalten Seite an.

Raumsonden mit Zielen tief im Sonnensystem verwenden häufig Radioisotopenbatterien, um eine von Solarenergie unabhängige Energieversorgung zu gewährleisten. Diese TEGs verwenden die Wärmeenergie aus dem radioaktiven Zerfall von z.B. Plutoniumoxid mit langen Halbwertszeiten und stellen damit eine gleichmäßige und zuverlässige Energiequelle dar.

Der Wirkungsgrad von TEGs (Thermoelektrische Generatoren) ist selbst bei High-Tech-Anwendungen sehr gering und liegt nur bei 3 bis 8 Prozent. Im Klartext bedeutet das: Über 90 Prozent der Energie geht verloren und nur ein sehr kleiner Teil wird in elektrische Energie umgewandelt.

Video Terratec HotPot 1200

Konzept des HotPot 1200

Zunächst ist der Terratec HotPot 1200 eine Thermoskanne mit ca. 350 ml Inhalt. Im Boden der Thermoskanne befindet sich ein eingebauter 1200 mA starker Lithium-Lionen-Akku, welcher als Powerbank bzw. externer Akku verwendet werden kann. Zum anderen befindet sich im Boden ein Thermogenerator, welcher den eingebauten Akku aus der Wärme der Flüssigkeit laden soll. Über eine USB-Buchse wird der interne Akku geladen und entladen. Der Hersteller legt dazu ein spezielles USB-USB-Kabel bei. Ebenfalls im Lieferumfang befindet sich eine USB-LED-Lampe, welche direkt in den HotPot 1200 gesteckt werden kann.

terratec_hotpot_1200_deckel

Eine gute Thermoskanne soll verhindern, dass Wärme von innen nach außen verloren geht. Um über einen Thermogenerator Strom zu erzeugen, muss ein Wärmefluss von heiß nach kalt über das Thermoelement stattfinden. Aus diesem Grund ist der untere Teil des HotPot 1200 kaum isoliert und gibt kräftig Wärme ab. An dieser Stelle wird deutlich, dass das Design einer Thermoskanne sich nicht mit dem eines Thermogenerators verträgt und sich die beiden Konzepte in extremer Weise gegenseitig ausschließen. Entweder man hat eine gute Thermoskanne und wenig Wärme wird abgegeben oder aber man hat einen guten Thermogenerator mit maximalem Wärmetransport von heiß nach kalt. Der Wärmefluss wird bei vielen TEG-Produkten wie z.B. dem Biolite Campstove durch aktive Kühlung (Lüfter) der kalten Seite noch weiter verstärkt.

Verarbeitung

Leider ist die Verarbeitung des Gerätes HotPot 1200 teilweise sehr schlecht. Folgende Mängel haben wir an unseren drei Testgeräten festgestellt:

  • Die USB-Anschlüsse sind bei allen Geräten nicht ganz passend in das Gehäuse eingelassen.
  • Die Taster sind bei allen Geräten nur schwer zu bedienen, weil sie zu tief im Gerät eingelassen sind. Man benötigt Fingernägel oder einen Gegenstand, um die Taster zum Einschalten zu nutzen.
  • Bei zwei von drei Geräten lässt sich die Gummiverschlusskappe für den USB-Anschluss nicht oder nur sehr unzuverlässig auf die Öffnung drücken. Insgesamt kann die Abdeckung sich leicht lösen und verloren gehen.
  • Bei zwei von drei Geräten ist der Boden nicht eben und die Kannen stehen dadurch kippelig auf geraden Oberflächen.
  • Bei einem Gerät sind die USB-Buchse und der Taster locker und deshalb noch schwieriger zu nutzen.
  • Bei einem Gerät sitzt das Oberteil mit der Thermoskanne leicht schief auf dem Unterteil mit Akku.

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Thermoskanne

Um den Widerspruch in den Anforderungen zwischen TEG und Thermoskanne zu lösen, hat man sich beim HotPot 1200 für einen Mittelweg entschieden. Es wird etwas Wärme durch den unteren Teil der Thermoskanne gelassen. Leider führt dieser Wärmeverlust bereits dazu, dass der HotPot 1200 im Vergleich zu normalen Thermoskannen sehr schnell an Wärme verliert, wie dieser Vergleich mit einer Emsa Senator 0,35 L zeigt:

temperaturverlauf

Bedauerlicherweise ist der Verschlussdeckel des HotPot 1200 nicht als Trinkbecher ausgelegt, so dass man für die Getränke noch einen zusätzlichen Trinkbehälter mitnehmen muss! Der HotPot wiegt stolze 540 Gramm und ist damit deutlich schwerer als vergleichbare Thermoskannen.

Für längere Touren bei kälteren Temperaturen ist der Terratec HotPot 1200 alles andere als „Hot“ und kann mit normalen preiswerten Thermoskannen nicht mithalten. Als Thermoskanne ist der HotPot 1200 folglich nur sehr eingeschränkt nutzbar!

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1 Kommentar zu “Thermoskanne Terratec Hotpot 1200 im Test

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