Garmin Zumo 350LM im Test

Das Garmin zum 350LM ist ein spezielle auf die Anforderungen von Motorradfahrern abgestimmtes Navigationssystem. Wir haben uns den robusten Lotsen genauer angeschaut …

Einleitung

Die US-Firma Garmin gilt als Pionier auf dem Gebiet wasserdichter GPS-Empfänger. Zunächst auf den Marine-Sektor fokussiert, wurden ab 1993 die recht klobigen (GPS 75), aber schnell kleiner werdenden und leicht in der Hand zu haltenden Empfänger auch interessant für Motorradfahrer. Ein Navi sollte auf dem Motorrad ja auch einem stärkeren, dazu auch noch längerem Regen standhalten ohne abzusaufen. Mit der Norm IPX7 (30 min wasserdicht in 1 m Tiefe) für die „Outdoor“-Navis genügen die Garmin-Geräte diesen Anforderungen. Und die Größe spielt natürlich auch eine Rolle, weil man ja nicht beliebig viel Platz am Lenker hat. Andererseits sollen die Geräte natürlich auch nicht so klein sein, dass man sie aus der Sitzposition heraus nicht mehr ablesen kann.

Die ersten Geräte boten neben der Positionsermittlung nicht viel mehr als die Speicherung von Wegpunkten, die dazu noch zu Routen verknüpft werden konnten; von integrierten Karten konnte man nur träumen. Die Wegpunkte geschickt immer kurz hinter einen Abbiegung gesetzt, kam man damals einem Routing aber schon einigermaßen nahe. Allerdings musste dafür ein nicht unerheblicher Aufwand getrieben werden, weil wirklich jede Abzweigung mit einem Wegpunkt versehen werden musste. Mit der Einführung digitaler, routingfähiger Vektorkarten und entsprechenden Routing-Algorithmen war es bald danach auch möglich, mit geringem Aufwand Routen mit automatischen Abbiegeanweisungen zu erstellen. Der Garmin Street Pilot 2610 war wohl eines der meistgenutzten Navis auf Motorrädern und wurde auch von BMW als Motorrad-Navi adaptiert. Die Preise, die Garmin dafür damals aufrief, waren allerdings gesalzen und nur Enthusiasten und gut Betuchte wollten bzw. konnten sich dieses Navi leisten.

zumo350_Garmin

Das änderte sich, als Garmin mit dem zumo 550 ein Navi auf dem Markt brachte, das vom Bedienkonzept her (Touchscreen, wenig Tasten) den Motorradfahrern mehr entgegenkam, ließ es sich doch mit Handschuhen wesentlich leichter bedienen. 2009 folgte dann der zumo 660 dem 550er nach, bot aber im wesentlichen nur einen breiteren Bildschirm, die Funktionalität blieb im wesentlichen dieselbe und mit mehrfach korrigierter Firmware lief der zumo 660 dann auch irgendwann einigermaßen stabil. Gemeinsam waren dem zumo 550 und dem zumo 660, dass zum Lieferumfang auch eine stabile Motorradhalterung sowie eine Autohalterung, jeweils inklusive Stromversorgung gehörten.

Seit der Vorstellung des zumo 660 sind mittlerweile 3 Jahre vergangen, Zeit also für eine Neuentwicklung. Dies umso mehr, als die bisherigen Geräte im Gegensatz zu anderen Motorrad-Navis zwar auch noch bei hellen Tageslicht ablesbar waren, wie ein Vergleichstest in der Zeitschrift MO (Ausgabe Oktober 2010) zeigte, bei direkter Sonneneinstrahlung dann aber leider doch nichts mehr zu erkennen war. Outdoor-Navis ohne Touchscreen hatten da schon sog. transflektive Displays, die auch ohne Hintergrundbeleuchtung das vorhandene Licht nutzten und ein Ablesen auch bei hellstem Sonnenschein möglich machten.

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2 Kommentare zu “Garmin Zumo 350LM im Test

  1. Ich besitze ein Garmin Oregon 600T und ein Garmin Zumo 595. Beide Geräte mit transflektivem Display. Das zuerst beschaffte Oregon verfügt über ein kristalklares, hartes und leicht spiegelndes Deckglas. Die Ablesbarkeit ist aber trotz leicht spiegelnder Oberfläche auch bei starkem Lichteinfall hervorragend. Ich war begeistert. Das danach gekaufte Zumo 595 verfügt über ein sich weicher anfühlendes und ein wenig wie Butterbrotpapier wirkendes Deckglas. Die Reflektionen von Störlicht sind wesentlich stärker und machen das Kartenbild häufig unlesbar. Ich würde dieses, ansonsten sehr gute Gerät, wegen des Displays nicht mehr kaufen. Der Vorteil eines transflektiven Displays ist für mich unbestritten, kann aber nach meinen Erfahrungen durch ein falsches Deckglas ins Gegenteil verkehrt werden.

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