Preiswerte GPS-Uhren im Test

Einleitung und Hardware

GPS-Empfang

Ein guter GPS-Empfang ist bei GPS-Uhren wichtig, um eine möglichst genaue Berechnung der zurückgelegten Strecke zu ermöglichen. Dabei ist nicht nur die reine Empfindlichkeit entscheidend, sondern vor allem die Verarbeitung des GPS-Signals und die richtige Glättung bzw. Filterung von Ausreißern. Der hier gezeigte Track zeigt deutliche Unterschiede:

Garmin etrex 10    Garmin Forerunner 10    KENDAU SG-110    NavGear GW-145 

Mit Abstand am besten sind die Tracks der beiden Garmin Geräte zu bewerten. Auch wenn die Forerunner 10 sehr wenige Trackpunkte aufzeichnet und damit recht eckige Tracks erzeugt, so liegen die Spuren gut auf den Wegen und haben am wenigsten Abweichung pro Runde.

Etwas runder, aber nahezu genauso präzise, liegen die Trackpunkte beim Garmin eTrex 10, was für seinen guten Empfang bekannt ist. Der GPS-Empfang der preiswerten Garmin GPS-Uhr muss sich also nicht vor gestandenen Outdoor-Geräten verstecken und kann als sehr gut bezeichnet werden.
Die NavGear GW-145 erzeugt gut geglättete Tracks mit hoher Trackpunktdichte. Leider weicht der Track, besonders im Wald, deutlich von der Strecke ab. Die Streuung über mehrere Runden ist erheblich. Die Abweichungen liegen weit über der normalen GPS-Genauigkeit von 5-10 Metern.

Die KENDAU SG-110 erzeugt sehr unruhige Tracks, die nicht geglättet werden. Erhöht man das Intervall der Trackaufzeichnung, werden die Tracks ruhiger, jedoch nicht genauer. In der Summe sind die Abweichungen von der Strecke etwas geringer als bei der NavGear GW-145, erstaunlich ist aber die Schwäche bei besten Empfangsbedingungen auf dem offenen Feld. Das Fehlen einer automatischen Glättung muss nicht immer von Nachteil sein, so erkennt man im Track der KENDAU SG-110 teilweise mehr Details, z.B. die kurze Stillstandphase am Beginn.

 

Startzeit

AGPSKaum etwas ist nerviger, als mit Sportklamotten auf der Straße zu stehen und auf seine GPS-Uhr warten zu müssen. Die Startzeit der GPS-Uhren liegt in der Regel unter einer Minute, schwankt jedoch je nach GPS-Empfang. Etwas schneller (zumindest beim Kaltstart) ist die NavGear GW-145, wenn am PC die AGPS-Daten an die Uhr übertragen wurden. AGPS (Assisted GPS) ist eine Technik, bei der Bahnparameter und Fehlerkorrekturen der GPS-Satelliten initial nicht über den GPS-Empfänger im Gerät selbst, sondern über ein andere Übertragungstechnik – in diesem Fall dem Internet am PC – geladen werden. Somit kennt die GPS-Uhr bereits wichtige Daten über den GPS-Empfang und kann schneller eine Position berechnen. Die Nutzung von AGPS setzt natürlich voraus, dass die GPS-Uhr regelmäßig mit dem PC verbunden ist, denn die Daten haben nur eine begrenzte Gültigkeit. In der Praxis überträgt das PC-Tool der NavGear GW-145 die AGPS-Daten automatisch beim Auswerten der Trainings und es ist daher nicht sehr umständlich. Der Nutzen sollte aber auch nicht überbewertet werden.

 

Summe der zurückgelegten Strecke

Besonders wichtig für Läufer ist die Ermittlung der zurückgelegten Entfernung. Beim gezeigten Track wurden folgende Entfernungen ermittelt:

Karte vermessen4.34 km                               
Garmin eTrex 104.35 km
NavGear GW-1454.28 km
Garmin Forerunner 104.26 km
KENDAU SG-1104.66 km

Mit Ausnahme der KENDAU SG-110 zeigen alle Geräte eine hohe Genauigkeit. Die KENDAU SG-110 weicht deutlich ab und neigt dazu, die zurückgelegte Entfernung zu weit zu berechnen. Ändert man das Trackaufzeichnungsintervall, ändert sich nichts Wesentliches an diesem Problem. Die KENDAU SG-110 zeigte auch in weiteren Tests im Schnitt 5 – 10 Prozent zu viel zurückgelegte Strecke an.

 

Verhalten im Stand

Vor allem bei schlechten Empfangsbedingungen neigen sowohl die NavGear GW-145 als auch die KENDAU SG-110 dazu, im Stand die zurückgelegte Entfernung weiter aufzusummieren. So kann sich schon innerhalb einer kurzen Pause von wenigen Minuten und bei schlechtem Empfang ein halber Kilometer aufsummieren.

GPS-Uhr schlechter Empfang

Auch die Garmin Uhr hat das gleiche Problem, allerdings weniger ausgeprägt. Bei Garmin lässt sich zudem die Funktion „AutoPause“ aktivieren, hier versucht die Uhr eine Pause zu erkennen und stoppt in dieser Zeit die Aufzeichnung. Damit lässt sich das Problem der Aufsummierung in Pausen erfolgreich umgehen, allerdings stoppt dann auch die Zeitmessung. Optimal wäre es, wenn die Zeit im Stand und die Zeit in Bewegung erfasst würde, wie man dies bei vielen Outdoorgeräten kennt.

Bei der KENDAU SG-110 ist die „AutoPause“ immer aktiv, und wird vom Bewegungssensor gesteuert. Bewegt sich die Uhr nur minimal, wie es am Arm nie zu vermeiden ist, wird die Aufzeichnung allerdings wieder fortgesetzt. Möchte man also verhindern, dass in einer Pause die Strecke durch schlechten Empfang aufsummiert wird, muss man die Uhr zwangsläufig vom Arm nehmen.

 

Tracks

Alle drei GPS-Uhren können Tracks aufzeichnen. Die Qualität der Trackaufzeichnung wird von vielen Faktoren bestimmt, darunter auch dem Intervall zwischen den Trackpunkten. Das Intervall legt fest, wie oft ein Trackpunkt gespeichert wird und somit wie fein der Track die zurückgelegte Strecke abbilden soll. Gleichzeitig kann über das Intervall der Speicherverbrauch einer Trackaufzeichnung beeinflusst werden.

Die Garmin Forerunner 10 nimmt dem Nutzer die Entscheidung ab und setzt automatisch den Trackpunkt, in Abhängigkeit von Geschwindigkeit, Richtung, Zeit und zurückgelegter Strecke. Beim Wandern und Joggen wird im Schnitt alle 5-10 Sekunden ein Trackpunkt aufgezeichnet, was relativ grobe Tracks erzeugt.

Bei der NavGear und KENDAU lässt sich das Intervall einstellen, zwischen einer Sekunden und 10 Minuten bei NavGear bzw. 60 Minuten bei KENDAU.

 

Werbung

Akkulaufzeit

Da Platz und Gewicht an einer Armbanduhr ein beschränkender Faktor sind, ist auch die Akkulaufzeit der GPS-Uhren kritisch. Umso mehr hat uns gefreut, dass sowohl die NavGear GW-145 und auch die KENDAU SG-110 im Trainungsmodus mit GPS-Aufzeichnung über 20 Stunden erreichten. Enttäuschend schneidet hier die Garmin Forerunner 10 ab, schlappe 4,5 Stunden waren in unserem Test möglich, nicht ausreichend für eine Tagestour. Allerdings erklärt diese schlechte Akkulaufzeit auch, warum die Hintergrundbeleuchtung nicht dauerhaft eingeschaltet werden kann.

 

Testergebnis GPS-Empfang und Akkulaufzeit

 
NavGear
GW-145

Garmin
Forerunner 10

KENDAU
SG-110
Akkulaufzeit Trainungsmodus*24 Stunden
(8 mit Pulsmessung)
4,5 Stunden


22,5 Stunden

Akkulaufzeit Uhrmodus6-7 Wochen
4-5 Wochen
5-6 Wochen
GPS-Startzeit
(kalt)
30-40 Sekunden
mit AGPS
50-60 Sekunden

50-60 Sekunden

Trackqualität
Verhalten bei sch-
lechtem Empfang
mittlere Summierung
starke Ausreißer
Summierung,
mittlere Ausreißer
starke Summierung,
starke Ausreißer
Genauigkeit Entfernung
Summe

2,5

2,6

3,1

*Normaler GPS-Empfang, Trackaufzeichnung 3 Sek. (bzw. automatisch bei Garmin Forerunner 10), Displaybeleuchtung aus, Trainingsmodus, Temperatur 10 °C

Seiten: 1 2 3 4 5 6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.