Garmin Fenix im Test

Performance und Routing

Navigation

Obwohl die Kartenansicht ein wesentliches Feature ist, welches die Fenix von anderen GPS-Uhren unterscheidet, bleibt doch der Kompass letztlich das maßgebliche Instrument zur Navigation. Weder an Kreuzungen noch im offenen Gelände lässt sich aus der bloßen Kartenansicht präzise herauslesen, wo es nun weitergeht. Folgt das Routing allerdings einem mehr oder weniger präzisen Track, weist der Richtungskompass selbst an engen Weggabelungen zumeist zuverlässig den richtigen Weg. Lieferte uns die Kompassrose unterwegs keine eindeutige Information zur weiteren Streckenführung, kam die Karte zum Einsatz: Nahe herangezoomt lassen sich hier – wie bereits gesagt: ein zuverlässiger Track vorausgesetzt – Richtungsänderungen („Mehr nach links oder mehr nach rechts?“) punktuell gut entscheiden.

Geocache-Eintrag Entfernungsanzeige für Geocache

Während Garmin im Fenix-Handbuch in Sachen Geocaches lediglich auf das hauseigene, leider etwas schmal bestückte Angebot Opencaching.com hinweist, wurde während des Tests vor allem auf das mit deutlich mehr Suchobjekten ausgestattete Portal von Geocaching.com zurückgegriffen, dies klappte abgesehen von einem gleich näher beschriebenen Detail problemlos. Während Opencaching.com alle zum Cache gehörenden Informationen auf das Mobilgerät überträgt, bleiben bei Geocaching.com Beschreibung und Kurzhinweis Premium-Kunden vorbehalten, was aber keine wirkliche Hürde darstellt.

Vorsicht ist angebracht beim Aufrufen der Log-Einträge zu einem Cache: Längere Eintragslisten können bei Opencaching.com mitunter beträchtliche Zeit zum Laden benötigen. Bei Nutzung der (von Garmin offiziell nicht freigegebenen) Geocaching.com-Einträge führte der Zugriff auf die Logeinträge zuverlässig zum Systemabsturz, der sich nur durch längeres Drücken der Licht/Reset-Taste (oben links) beheben ließ!

Als am einfachsten erweist es sich, Geocaches über die Website der beiden genannten Anbieter direkt in den Gerätespeicher herunterzuladen. Geocaches werden auf der Fenix im GPX-Format abgelegt und lassen sich bei PC-Verbindung über ein geeignetes Programm wie z.B. Basemap direkt verwalten. Wie bereits an anderer Stelle thematisiert, sollte man angesichts begrenzter Systemressourcen den Aufbau großer Geocache-Bestände auf der Fenix vermeiden.

Die Annäherung an Geocaches mittels Kompass und Entfernungsmesser klappte bei den getesteten Caches zuverlässig, die Signalgenauigkeit überrascht bei der geringen Baugröße.

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Bedienung

Die Uhr verfügt über fünf Schalter: rechts oben und rechts unten finden sich die beiden Richtungstasten. Links oben der Lichtschalter, links unten der Zurück-Button. Und über den dicken orangen Taster auf der linken Mittelseite steuert man durch das Menü und löst Aktionen aus. Nach wenigen Minuten hat man dieses Prinzip auch ohne Handbuch verstanden und danach lässt sich die Fenix grundsätzlich intuitiv bedienen.

Die Bedienbarkeit des Geräts mit den Fingern erweist sich dank großzügiger Dimensionierung des Gehäuses und der Schalter als vollkommen problemlos. Wer schon einmal an einer Digitaluhr die Stoppuhr genutzt hat, wird keinerlei Schwierigkeiten haben. Und da zudem die verschiedenen Bedienoptionen über unterschiedliche Schalter genutzt werden, bleiben die beim Umgang mit einem Touchscreen vorkommenden Fehleingaben erspart.

Fenix Menübaum, FW 2.70

Fenix Menübaum drei Seiten, deutsch, FW 2.70 (PDF, Update für Version 3.1 folgt)

Das Menü der Fenix umfasst viele Funktionen und ist dementsprechend tief gestaffelt, es braucht etwas Beschäftigung mit dem Gerät bis man sich hier souverän zurechtfindet. Dass man bereits einmal ein anderes Garmin-Gerät in der Hand gehalten hat, ist dabei durchaus von Vorteil. Doch nicht alle Angebote werden immer und sofort gebraucht und die gängigsten Funktionen und Informationen liegen zumeist nahe oder an der Oberfläche: So lässt sich die GPS-Aufzeichnung z.B. aus der Uhr-Ansicht durch zweimaliges kurzes Drücken des orangen Schalters starten bzw. wieder stoppen. Einfacher geht es kaum.

Sobald man mit den zahlreichen Menüoptionen der Fenix vertraut geworden ist, verdient die Feinjustierung der Anzeige über die Profile und Datenseiten nähere Beachtung. Auf diese Weise lassen sich die softwareseitig vorhandenen üppigen Ausgabemöglichkeiten des Geräts an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

  Doch auch wenn die Garmin-Ingenieure sich Mühe bei der Ausgestaltung der Menübedienung gegeben haben, bleiben manche Tätigkeiten nervig. Das Scrollen durch lange Optionslisten macht auf dem Display häufig ebenso wenig Spaß wie die Eingabe von langen (Orts-)Namen als Zielen. Hier stößt die geringe Baugröße zweifellos an ihre Grenzen. Gut zu wissen ist deshalb, dass Garmin mit der PC-Software BaseCamp für seine Geräte eine komfortable Oberfläche zur Verwaltung von Geocaches, Wegpunkten, Routen und Tracks zur Verfügung stellt.

Städteliste: Auswahloptionen für Suche Städteliste: Ansicht nächstgelegene Einträge Städteliste: Eingabe Stadtname

Über BaseCamp können die genannten Objekte nicht nur vom PC auf die Fenix gespielt werden, sondern es ist auch der direkte Zugriff auf den Gerätespeicher der GPS-Uhr möglich. Über Garmin Adventures stellt der Hersteller zudem eine Community zum Austausch von Tracks und Routen zur Verfügung, die unterschiedliche Kriterien erfüllen.

Zwei Tracklinien aus dem Fenix-Speicher in BaseCamp
Hin- und Rückweg beim Geocaching als blaue Tracklinien in BaseCamp. Die nervöse Streckenführung unten rechts ist nicht das Ergebnis von Ausreißern bei den GPS-Signalen, sondern Folge unterwegs auf der Straße ausreißender Kleinkinder…

Über das Zusammenspiel mit den bereits erwähnten externen Sensoren (z.B. für Puls, Trittfrequenz, Geschwindigkeit) können im Rahmen dieses Testberichts keine Aussagen gemacht werden, da diese nicht zum Lieferumfang der Fenix gehören, sondern optionale Erweiterungen darstellen. Laut Betriebsanleitung scheinen sie sich aber ohne zusätzlichen Konfigurationsaufwand nutzbar zu sein.

Diesen Eindruck bestätigen die Erfahrungen eines Redaktionsmitglieds nach Veröffentlichung des Tests: Die Kopplung mit den externen Sensoren (Herzfrequenzmesser und Tempe wurden getestet) funktioniere sehr gut und sei auch beständig, das lasse sich den Datenaufzeichnungen entnehmen. Was besonders gefiel, ist die Anzeige, ob die Fenix vorher „gepairte“ (d.h. bereits gekoppelte) Sensoren gefunden habe oder nicht. Auch das neue „Pairen“ funktioniere schnell und problemlos. Beim optionalen Temperatursensor Tempe von Garmin brauche es nach dem Koppeln ein paar Sekunden, bis man die Temperatur angezeigt bekomme. Die Reichweite beim Tempe betrage etwa 2-3 m.

Sprachausgabe

Hier ist nicht viel zu sagen, die Fenix gibt wie andere Uhren bei bestimmten Gelegenheiten (z.B. Alarm, Wecker) piepsende Geräusche von sich. Der Nutzer kann diese Alarme zum Beispiel bei Annährung an einen Routenpunkt oder Abweichung von der Route frei konfigurieren.

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