Garmin GPSMAP 66s & GPSMAP 66st vorgestellt

Mit dem GPSMAP 66s bzw. GPSMAP 66st bringt Garmin eine neue Version seiner besonders robusten GPSMAP-Serie auf den Markt. Garmin möchte mit dem Gerät die Brücke zwischen robuster und klassischer Tastenbedienung sowie zeitgemäßen Funktionen sowie Konnektivität schlagen.

Mit dem GPSMAP 66s / 66st stellt Garmin den Nachfolger des GPSMap 64 vor, einem Outdoor-Navi für professionelle Ansprüche und besonders extremen Umgebungen. Das GPSMap 64st wurde von uns im Oudoor-Navi-Vergleichstest ausführlich getestet und konnte vor allem in Bezug auf die Bedienbarkeit unter harten Outdoor-Bedingungen sowie beim GPS-Empfang punkten.  Das neue GPSMAP 66 ist nach MIL-STD-810G Standard zertifiziert und soll damit noch widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen wie Nässe, Staub oder Erschütterungen sein. Neu gegenüber dem Vorgänger ist auch eine Taschenlampen-Funktion mit SOS-Licht.

Bedienung

Das Grundkonzept des neuen GPSMAP 66s/st folgt seinem Vorgänger und verzichtet auf ein Touchscreen und setzt ganz auf robuste Tastenbedienung. Damit ist eine Bedienbarkeit auch bei starkem Regen, mit dicken Handschuhen und sogar ohne Blick auf das Display gewährleistet.

Display

Das Display des GPSMap 66 ist mit 3 Zoll und 240 x 400 Pixel nun deutlich größer und hat eine bessere Auflösung und soll dennoch wie das Vorgängerdisplay hervorragend im Sonnenlicht ablesbar sein. Dennoch ist das Gewicht mit 230 Gramm sowie die Abmessungen (6.2 x 16.3 x 3.5 cm) gegenüber dem GPSMap 64 nahezu unverändert geblieben.

Garmin Produktvideo

Energieversorgung

Die Energieversorgung wird über 2 x AA Batterien bzw. Akkus sichergestellt, was eine maximale Flexibilität mit sich bringt. Mehr zum Thema AA-Akku in unserem AA-Akku/Batterie-Vergleichstest. Die Laufzeit mit Garmin NiMH-Akkupack beträgt laut Datenblatt 16 Stunden im GPS-Dauerbetrieb. Allerdings liegt dem Gerät kein Akkupack bei, der Nutzer muss sich dieses als als Zubehör kaufen oder verwendet direkt eigene AA-Akkus bzw. Batterien.

Positionsbestimmung

Die Positionsbestimmung erfolgt wie schon beim GPSMAP 64 über eine von außen gut sichtbare Helix-Antenne, welche gegenüber einer Patchantenne unempfindlicher gegenüber der Ausrichtung zum Himmel ist. Erstmals in einem Garmin Outdoor-Navi werden neben den amerikanischen GPS-Satelliten, den russischen GLONASS-Satelliten auch die neuen europäischen Galileo-Satelliten zur Berechnung der Position verwendet. Ob diese Verbesserung in der Praxis spürbar ist wird unser ausführlicher Test zum GPSMAP 66st zeigen, wir sind sehr gespannt.

Notruf per inReachMini

Interessant: die GPSMAP66-Modelle können über das Garmin inReach Mini Notrufe absetzen. Somit kombiniert man die Navigationsfähigkeit der GPSMap66-Geräte mit der zwei Wege-Kommunikation des inReach mini, denn über dessen Iridium-System können Textnachrichten versendet und auch empfangen werden.

Sensoren

Bei den weiteren Sensoren wie Kompass, Barometer und Höhenmesser gibt es gegenüber dem Vorgänger keine wesentlichen Änderungen. Der interne Speicher ist von 8 auf 16 GB erweitert worden und kann durch eine MicoSD-Karte erweitert werden.

Verbindung

Einen großen Schritt macht das GPSMAP 66 beim Thema Connectivity und Connected-Features. Neben Bluetooth, ANT+ kann das GPSMap 66 nun auch per WLAN kommunizieren. Damit steht dem GPSMap 66 die neue kostenlose Garmin Explore™ Website & App zur Verfügung.

Statt BaseCamp nun Garmin Explore

Garmin Explore App

Als Basissoftware für PC/Mac und neuerdings auch Smartphone wird statt BaseCamp nun “Garmin Explore” angeführt. Die neue Software soll ebenfalls das “Planen, Verwalten und Teilen von Wegpunkten, Touren und Routen” beherrschen. Ebenso soll das Übertragen von Karten “auf das Smartphone…auch offline” möglich sein. Wir sind gespannt, wann Garmin diese neue Software sowie die “ExploreApp” vorstellt und einführt. Ob die neuen GPSMap 66-Geräte auch mit BaseCamp zusammenarbeiten, ist unklar.

Natürlich ist das GPSMap 66s/st auch mit Garmin Connect IQ kompatibel und stellt so die individuelle Erweiterbarkeit sicher. Über Connect IQ können speziellen Apps beispielsweise Touren aus dem Wikiloc- oder komoot-Portal herunterladen oder Wetterdaten empfangen. Ein Live-Wetter-Radar soll vor einem plötzlichen Wetterumschwung warnen. Zusätzlich zeigt das Gerät Wind-und Temperaturkarten an.

Zwei Versionen

Das GPSMAP 66 gibt es als 66s und 66st Version. Der einzige Unterschied liegt im vorinstallierten Kartenmaterial. Das 66st hat gegenüber dem 66s eine TopoActive Europa (OSM) vorinstalliert. Sie ist routingfähig und beherrscht die typischen Garmin-Funktionen wie Active Routing (Streckenberechnung für verschiedene Aktivsportarten) oder RoundTrip-Routing (Rundkursberechnung). Andere Karten wie Garmins BirdsEye-Rasterkarten können hinzugeladen werden.

GPSMAP 66s und 66st sollen im vierten Quartal 2018 ausgeliefert werden, der UVP beträgt 399,99 € (GPSMAP66s) bzw. 449,99 Euro (GPSMAP66st)

Weitere technische Details

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Funktionen und Unterschiede zum Vorgänger aufgeführt:

Autor: Thomas Froitzheim und Tobias Bischof

 

20 Kommentare zu “Garmin GPSMAP 66s & GPSMAP 66st vorgestellt

  1. Frage, werden alle Satellitensystem gleichzeitig verwendet?
    Weil beim derzeit kleinsten Fahrradnavi von Garmin, dem “Edge 130” wird mit drei Satellitensystem geworben, aber es lassen sich nur “GPS und GLONASS” oder “GPS und GALILEO” gleichzeitig nutzen

      1. Hallo Tobias,

        verstehe ich das richtig dass der Artikel damit in erster Linie auf den Angaben des Herstellers basiert? (z.B. die Akkulaufzeit)

        Die realen Daten weichen bei vielen Geräten ja dann doch auch gerne mal vom Datenblatt ab…

      2. ja richtig, das ist noch kein Testbericht. Der Testbericht kommt in ein paar Wochen wenn wir das Gerät ausgiebig getestet haben…

  2. Die sollen mal lieber ein neues inReach mit dem Design und den Features des gpsmap 66 rausbringen, dann brauch die Leute nicht 2 Geräte mitschleppen.

    Die Wetterinformationen serienmäßig wären auch was für die Fenix 5+ Serie.

    Satelliten Systeme werden, wie auch schon bei anderen Garmin Geräten, wie folgt verwendet:

    GPS (only)
    oder
    GPS+Glonass
    oder
    GPS+Galileo

    Die Explore App könnte ganz nett werden…

  3. Hallo,

    ich beantworte meine Frage mal selber.
    Laut http://static.garmin.com/pumac/GPSMAP_66s_st_OM_DE.pdf auf Seite 13:
    GPS, GPS + GLONASS (russisches Satellitensystem), GPS + GALILEO (europäisches Satellitensystem) oder Demomodus (GPS aus) fest.
    Ich kann nicht sagen, ob alle drei Systeme einen Mehrwert hätten, finde es wirkt in de “Werbung” nur so als ob er alle gleichzeitig verwenden würde.
    Wenn ich das Handbuch richtig lesen, hat er nur einen USB-Anschluss als externe Verbindung und Verbindungen WLAN, Bluetooth und ANT+)

  4. Der möglicherweise wegrationalisierte externe Antennenanschluss wäre für mich evtl. ein Nichtkaufgrund. Muss man echt abwarten wie GPS, GLONASS und Galileo kombiniert werden können. Ich teste das momentan mit einem u-blox Chipsatz: wenn die Verbindung mit Galileo derzeit wegen zu wenig Satelliten schwervherzustellen ist, wenn es dann mal klappt, scheint mir eine Ehe zwischen GPS und Galileo im Hinblick auf Positionsgenauigkeit doch sehr interessant zu werden. Unter diesen Gesichtspunkten könnte man auf den externen Antennenanschluss verzichten.
    Bei meinem jetzigen 64st liegt die angezeigte Position immer 3 m neben der tatsächlichen Position. Das lässt sich nur durch eine externe Antenne in Griff bekommen. Wäre das beim 66st auch der Fall, wäre der Wegfall des externen Antennenanschlusses ein Nachteil.

  5. Was mich jetzt interessiert:

    hat das Teil das “ClimbPro” Feature der Fenix5plus Serie? Also detaillierte Anzeige von Steigungen als im normalen Höhenprofil?

    Hat das Teil auch eine vorinstallierte DEM Map, wie bei der Fenix5plus Serie, und kann das Höhenprofil somit auch an Hand der DEM kalibriert werden?

  6. da sich gegenüber der fenix5x nicht soo viel geändert hat, werden wir wohl keinen größeren Test bringen. Es wird aber bald ein Test kommen, der dann auch die fenix5+ Serie als Vergleich heranzieht.

    1. Ihr könnt ja mal nen speziellen Blick auf die Features legen, die die 5x nicht hat (aber das habt ihr sicherlich sowieso gemacht):
      a) 1. Musik allgemein 2./Deezer
      b) Garmin pay
      c) PulseOX
      d) climbPro
      e) Höhenkalibrierung an Hand DEM Daten

      Interessant wäre sicherlich auch noch, Einstellungen GPS+Galileo gegenüber Gps only: bringt das (deutlich was?/Akkuverbrauch in dem Modus).

  7. Moin Moin,
    Frage: kann das 66iger mit Basecamp kommunizieren? Ich möchte weiterhin mit diesem Programm meine Touren planen.

    Gruß und Danke

    Greta

  8. ja, mit Basecamp kann das GPSmap 66s kommunizieren, habe es seit ein paar Tagen. Für den direkten Datenaustausch mit Komoot gibt es aber noch keine App – leider – die vermisse ich sehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.