Kickstarter Kampagne Magnic Microlights präsentiert kontaktlose Fahrradbeleuchtung

Eine der teuersten Kickstarter-Kampagnen entwickelt einen Dynamo, der das Rad berührungslos, kabellos und batterielos mit Licht versorgt …

Angesichts der kalten Jahreszeit, in der es morgens später hell und abends früher dunkel wird, ist eine zuverlässige Fahrradbeleuchtung unerlässlich. Gerade rechtzeitig kommt da die smarte Technik der Kickstarter-Kampagne Magnic Microlights. Kontaktlos, batterielos und kabellos sorgen die faszinierenden und von der deutschen Firma Magnic Innovations konzipierten Bremsklötze für Licht am Rad.

Revolutionär?

Konventionelle Beleuchtungssysteme über einen Seitendynamo funktionieren “eigentlich” zuverlässig, liefern aber wenig Lichtausbeute im Vergleich zum Rollwiderstand oder mit anderen Worten: Man strampelt um sein Leben und wird mit einem zarten Lichtkegel und einem grässlichen Schleifgeräusch belohnt. Ganz zu schweigen von Lichtausfällen aufgrund von Kabeldefekten oder Kontaktproblemen. Im Winter dann machen sich die quietschenden und obendrein durchrutschenden Dynamos nicht gerade beliebt.

Deutlich attraktiver sind hingegen die zwar schwereren aber effizienteren Nabendynamos. Aber auch diese sind gegen die Kabelproblematik nicht immun. Und welcher Radler, der auf Batteriebeleuchtung setzte, hatte es nicht schon einmal mit plötzlich leeren Batterien zu tun?

All diese Hürden lässt das eine Million schwere und jetzt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter präsentierte Beleuchtungssystem Magnic Microlights hinter sich und ist damit tatsächlich bahnbrechend.

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Mühelos, leicht und für fast alle Fahrräder

Verborgen in den Bremsklötzen einer Felgenbremse sorgen kleine, 20 Gramm leichte Mikrogeneratoren komplett berührungslos für Licht. Die gesamte Elektronik und Lichtanlage wird in den Bremsschuhen verstaut.

Das Licht-Prinzip ist insbesondere für nicht-magnetische Aluminiumfelgen geeignet, weil die Generatoren selbst Magnetfelder erzeugen. Dies macht die Technik für beinahe alle marktüblichen Felgenbremsen, aber auch für sämtliche metallische Felgen kompatibel.

Bestehende Bremsschuhe werden einfach ohne weitere Ausstattung durch die Bremsklötze Magnic Microlights ausgetauscht. Abgenutzte Bremsgummis können ebenso separat durch die mitgelieferten oder sogar die Standard-Bremsgummis anderer Hersteller ersetzt werden.

Per Wirbelstrominduktion durch die Dunkelheit

Die patentierte Technik beruht auf dem Verfahren der Wirbelstrominduktion. Hierbei befinden sich Magneträder im Inneren des Generators, welche wiederum von der Radfelge über einen Luftspalt entfernt sind. Bei Felgenbewegung entstehen über den Luftspalt Wirbelströme, welche die Magneträder im Generator in Aktivität versetzen und somit auch in nicht-magnetischen Aluminiumfelgen temporäre Magnetfelder erzeugen. Das Ergebnis ist laut Hersteller und Produktvideos eine starke Lichtausbeute trotz geringer Größe und ohne mechanische Reibung.

 

Bremslicht, Blinker und Navigation

Die Magnic Microlights wird es während der Kickstarter-Kampagne in mehreren Set-Varianten geben. In der Basisvariante “Full Basic Set” verfügen die Magnic Microlights sowohl über zwei Bremslichter, die wie beim KfZ hell aufleuchten als auch über zwei Frontlichter. Die Vorder- und Rücklichter gibt es jedoch auch jeweils separat in einem Basic Set mit oder ohne vierminütigem Standlicht jeweils. Darüber hinaus werden noch verschiedene Smart-Versionen zur Auswahl stehen, welche per Smartphone gesteuerte Zusatzfeatures wie eine Bluetooth- Geschwindigkeitsübermittlung, unterschiedliche Standlich-Modi sowie eine Navigationsanzeige unterstützen.

Mit einer Million Euro eine der teuersten Kampagnen

Damit die Magnic Microlights zu erschwinglichen und vor allem konkurrenzfähigen Preisen auf dem Markt angeboten werden können, sind überaus große Stückzahlen notwendig, denn je höher die Produktion ist, desto höher die Ersparnis. Dafür sind aber auch die Investitionen in die Automatisierungsprozesse umso höher. Dieser Mechanismus resultiert in einem der bislang höchsten Finanzierungsaufwände von einer Million Euro auf Kickstarter.

Attraktiverweise werden die ersten 1000 Magnic-Microlight-Sets, bestehend aus zwei Vorder- und zwei Rücklichtern, zum Start der Kampagne am 28.12.2017 für jeweils nur einen Euro erhältlich sein. Wer den Start verpasst, kann sich mit einer Spendenspannbreite von 19 Euro für ein Basispaket bis zu 360 Euro für ein Family Set (4 x 4 Smart Sets) beteiligen. Die Lieferung der Bestellungen soll dann im Sommer 2018 beginnen.

 

7 Kommentare zu “Kickstarter Kampagne Magnic Microlights präsentiert kontaktlose Fahrradbeleuchtung

  1. Tolle Idee, nur jetzt wo sich doch auch im Rennrad als letzte Bastion der Felgenbremsen die Scheibenbremse durchsetzen wird etwas zu spät.

    1. keine Angst, die Scheibenbremse bringt am Rennrad keine Vorteile (ausser für den Hersteller), deshalb wird sie z.Z. die Felgenbremse nicht ersetzten.
      Ausserdem kann man die Technik auch ohne Felgenbremse einsetzten, man braucht nur einen Halter dafür, der sicher schnell auf dem Markt sein wird, bzw. werden Varianten der Technik schnell da sein, die einfach nur Licht machen, ohne Felgenbremsen. Aufwändiger wird es nur mit dem Bremslicht, aber das kann über die Reduktion der Geschwindigkeit aktiviert werden (wird schon?), dadurch ist die Funkton wieder unabhängig von der (hinteren) Bremse.

  2. “For disc brakes an extra adapter is included allowing to mount on the fork.”

    “Do Magnic Microlights fit to my bike?
    Yes- if you have “Standard” rim brakes (Caliper, Vbrake, Cantilver brakes). Even for disc brake systems we have a clamp adapter solution- but this is just for light and does not provide brake light and turn signal functionality.
    Do Magnic Microlights work with Carbon rims?
    No- we need a metal rim. Aluminum is best. Magnesium works, too.”

  3. Gerade ist die Kickstarter-Kampagne wohl wegen Mißerfolg abgeblasen worden.
    Neben dem Trend zu Scheibenbremsen könnte auch der Trend zu breiteren Reifen gegen diese Spielzeug-Lichter sprechen: Das Licht geht halt schlicht zu einem größeren Teil auf den Reifen.

    Klaus

    1. Vergiss nicht, daß auch die Felgen breiter werden. Auch auf dem Rennrad fährt man inzwischen 22-24 mm Alufelgen. Bei 23-27 mm Reifen kann es im vergleich zu früher (23 mm Reifen auf 18-21 mm breiten Felgen) sogar besser für die Lichtverteilung sein.

      Das Scheitern schiebe ich eher auf Desinteresse der Käufer – USB-Akku-Lichter sind für einen Bruchteil des Preises erhältlich, man muß nur daran denken, sie einzupacken.

    2. Die Idee ist sehr gut, aber nicht in direkter Verbindung mit den Bremsgummis, sondern vor allem als getrennte Systeme – Generator-Kabel-Leuchte; Das Kabel kann ja evtl. nur ein paar cm sein, dann kann die Leuchte z.b. am Montagepunkt der Felgebremse montiert werden. Das geht auch bei Rennrad-Reifen mit Scheibenbremse.
      Allgemein wird es immer schwieriger eine Leuchte zu montieren, wenn vom Hersteller der Gabel / des Fahrrads keine LAmpenmontage vorgesehen ist – aber das gehört hier nicht her.

  4. Die zweite Magnic Microlight kickstarter.com Kampagne mit verbesserter Helligkeit und Miniaturisierung ist seit ein paar Tagen finanziert und wird am 2018-12-21 beendet – noch kann man sich beteiligen.
    Wie schon die aktuellen Magnic Light iC sind sie eine clevere Lösung für dauerhaftes, helles Licht ohne Reibung am Rad, ohne Felgendynamo, ohne Kabel, Akkus oder Batterien, nun aber noch weniger ausladend und mit gerade einmal 140g für die vollständig doppelte Konfiguration.
    Zwei Modelle sind verfügbar:
    Magnic Microlights (zur Montage als Bremsschuhe, mit weiterhin tauschbaren Bremsgummis) oder Magnic Microlights Wega (zur Montage an Rahmen und Gabel, falls keine Felgenbremsen existieren oder die ein sehr ungewöhnliches Design haben).
    https://www.kickstarter.com/projects/dynamodirk/magnic-microlights-bikelights-with-magic-non-conta

    Derzeit fehlen die Optionen wie Bluetooth-Anbindung und die über Bremshebel ausgelöste Abbiege-Blinklichter, was ein Ziel bei Übererfüllung der Kickstartersumme um den Faktor 7 ist. Aber das mag ja in Zukunft noch ergänzt werden.

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