Test Garmin Venu 2(s) vs Coros Pace 2 | Vergleich

In diesem Test und Vergleich der Garmin Venu 2(S) und Coros Pace 2 gehen wir den Fragen auf den Grund: Bekommt Garmin von Coros echte Konkurrenz? Was unterscheidet die beiden GPS-Sportuhren?
Coros Pace 2, Garmin Venu 2 & Venu 2S (von li nach re)

 

[UPDATE: Garmin hat die Venu 2 Plus vorgestellt. Hier gibt es mehr Infos: Venu 2 Plus mit Telefonfunktion und Sprachassistenz. Die Sensoren und vieles andere, das wir hier testen, sind gleich geblieben.]

In diesem Vergleich zur Coros Pace 2 und Venu 2(s) geht es um Funktionen, Genauigkeit der Sensoren und ein bisschen auch um Tragekomfort und Optik. Hierzulande ist Coros noch nicht allzu bekannt, doch das Blatt wendet sich allmählich, da Coros-Uhren, wie die Pace 2, viele gute Funktionen bei einem gleichzeitig sehr verlockenden Preis bereithalten, die wir natürlich gerne der Venu 2(S) gegenüberstellen wollen. Coros hebt den eigens entwickelten Lauf-Algorithmus besonders hervor, dem wir ebenso auf den Grund gehen wollen. Was uns aber vor allem an der Coros Pace 2 interessiert, ist das überall wiederkehrende Lob der präzisen GPS-Qualität der Pace 2. Wer es nicht erwarten kann, was unsere Messungen dazu ergaben, kann hier im Kapitel GPS-Genauigkeit weiterlesen.

Außerdem gehen wir auf einige nennenswerte Änderungen der Venu 2(s) im Vergleich zur Garmin Venu ein, sprich das größere Display, welches kratzfester und bunter geraten ist, die optimierte Bedienoberfläche, die verbesserten Sensoren HR und SpO2, die Batteriesparfunktionen oder die neuen Krafttraining-Optionen. Natürlich hat auch jede Smartwatch ihre Macken, auf die wir in dem Test eingehen werden. Legen wir los.

Display und Hardware: von Design und Abmessungen, Akku-Energiesparmodi und Sensoren

Abmessungen, Tragekomfort und Design

Überraschung zum Auftakt: Aus der Verpackung genommen, mussten die Venu 2(s) und Pace 2 erst einmal ausdünsten, weil sie einen beißenden Geruch versprühten. Nachdem man das Armband mit einem feuchtem Tuch durchgewischt hatte, ging es dann aber auch schon fast. Und nach ein, zwei Duschgängen verflüchtigte sich der unangenehmen Geruch sogar glücklicherweise vollständig.

Optisch unterscheiden sich die Venu 2(S) und Pace 2 recht stark voneinander. Letztere wirkt sportlich, widerstandsfähig und erstere dezent und klassisch. Durch den etwas grobporigen und sehr leichten Kunststoff der Coros-Uhr könnte man meinen, dass diese nicht so hochwertig verarbeitet oder weniger stabil ist, aber das täuscht. Die Verarbeitung aller drei getesteten Modelle ist hervorragend. Einzig die Tasten der Coros bekommen schneller Kratzer ab.

Zu den Abmessungen (siehe die Tabelle und Bilder unten) ist zu sagen: Die Venu-Serie war schon immer dünner als die Vivoactive-Serie, was u. a. an der höher hervorstehenden Sensorfläche der Vivoactive-Uhren liegt. Die neue Venu-2-Serie hat eine noch flachere Sensorfläche und liegt damit noch besser am Arm als die ersten Venu-Modelle. Dadurch sind die neuen Uhren weitaus angenehmer zu tragen und sie verrutschen weniger zur Seite, wenn man sie im Alltag etwas lockerer trägt und nicht so eng wie während des Sports, wo es auf genaue Messungen ankommt, weshalb die Smartwatches ganz hauteng sitzen müssen.

Garmin Venu 2, Coros Pace 2, Garmin Venu 2S (von unten nach oben)

 

Hat man einen Handgelenkumfang von 15,6 cm, was genau an der Grenze zwischen Größe S und M liegt, trägt sich die erste Generation der Venu mit ihrer mittleren Größe und dem etwas breiteren Armband am angenehmsten. Die Venu 2 ist geeigneter für Männer. Die Uhr wäre für den oben erwähnten Umfang zu überdimensioniert. Dagegen sieht die kleine Venu 2S auf auf einem weiblichen Handgelenk der Größe M (oder knapp darunter) etwas verloren aus. Im direkten Vergleich empfinden wir die Venu 2S (12,1 mm hoch) dennoch komfortabler als beispielsweise die höher gebaute Vivoactive 4S (12,7 mm hoch). Durch die flachere Bauweise der Venu-2-Smartwatch stößt man in der Hektik des Alltags tatsächlich weniger irgendwo an.

Sensorfläche flacher (Garmin Venu 2)
Sensorfläche höher (Garmin Vivoactive 4)

 

Tragegefühl der Coros Pace 2: Auch hier liegen Pro und Kontra nah beieinander. Das Silikon-Sportarmband mit 20 mm Breite ist schön flexibel und passt sich jeder Bewegung an. Die Uhr ist klein, flach gebaut und federleicht. Alles top Merkmale! Nur: Sie saugt sich ein bisschen zu fest an die Haut ran. Im Alltag oder bei der Arbeit am PC stört das ein wenig, so dass man das Armband immer mal wieder an eine andere Stelle verschieben muss. Es entstehen auch rote Druckstellen, und dass obwohl das Armband nicht zu festgeschnallt ist. Trotz dessen: Für den Sport ist der feste Sitz des Armbands top. Die Uhr hält bei Aktivitäten oder Tätigkeiten in einem Beruf mit vielen Handbewegungen unglaublich gut und verrutscht überhaupt nicht. Wem Tragekomfort wichtig ist, dem sei das Nylonarmband empfohlen, weil es angenehmer zu tragen ist. Für alle Wassersuchtis, die regelmäßig Schwimmtrainings bewältigen müssen, ist allerdings das Silikonarmband vorzuziehen. Oder man gönnt sich beide Armbänder, denn per Quick Release sind diese super leicht und schnell wechselbar. Dies gilt auch für die vielen optionalen Armbänder der Venu 2 und Venu 2S (einmal in 22 mm und 18 mm). Ob Silikon, Edelstahl oder Leder – es scheint für jeden Anlass etwas dabei zu sein. Eine Auswahl der stylischen Armbänder gibt es z. B. bei Amazon.

 
Venu 2s

Venu 2

Pace 2

Venu
Größe40,4 x 40,4 x 12,1 mm45,4 x 45,4 x 12,2 mm42 × 42 × 11,7 mm43,2 x 43,2 x 12,4 mm
Umfang110 – 175 mm135 – 200 mm110 – 190 mm125 – 190 mm
Gewicht
inkl. Armband
38,2 g49 g36 g46,3 g
Amazon Preis & Produktlink EUR 318,57 € bei Amazon EUR 279,00 € bei Amazon EUR 199,00 € bei Amazon EUR 140,82 € bei Amazon

Anzeige und Display

Zum Unterschied zwischen den beiden Displaytypen AMOLED und MIP haben wir bereits ausführlich im Test zur Venu und Vivoactive 4 sowie im Test zur Venu SQ geschrieben. Deshalb machen wir hier dazu nur wenige Worte. Kurz zusammengefasst: Des einen Freund ist des anderen Feind. Die Leuchtkraft im Dunklen und die brillanten Farben sind die Stärke des AMOLED – der Energiedurst die Schwachstelle. Smartwatches mit AMOLED-Display verheizen viel Energie und haben eine geringere Akkulaufzeit gegenüber Fitnessuhren mit MIP-Display. Für mehr Details und um herauszufinden, was man selbst besser findet, schaut Euch unser Youtube-Video an: Vergleich von MIP-Display und AMOLED-Display.

Displays Coros Pace 2, Garmin Venu 2 & Venu 2S (von li nach re)
Displays im Schatten Venu 2S & Venu 2, Coros Pace 2 (von li nach re)

Display Venu 2(s): AMOLED

Die 1,1 Zoll und 1,3 Zoll großen Displays der neuen Venu-2-Uhren wird durch Corning Gorilla Glass 3 geschützt, wobei das die zwei kleinen Kratzer bei der Venu 2S auch nicht verhindern konnte. Die erste Venu ist im Verhältnis zu den beiden Uhren genau mittelgroß (genaue Abmessungen und Armbandlängen stehen unten und oben in den Tabellen).

In puncto Auflösung müssen sich Garmin-Watches nicht verstecken, sie erreichen immer jeweils über 460 ppi und sind somit detailreicher als eine Apple Watch Series 7 (363 ppi).

  • Venu 2S: 360 x 360 Pixel bei 2,79 cm Bildschirmdiagonale
  • Venu 2: 416 x 416 Pixel bei 3,3 cm Diagonale

Das Always On Display (AOD) zeigt Uhrzeit und Datum an. Um das Watchface mit weiteren Infos oder die Messdaten während des Sports sehen zu können, muss die Uhr mittels Handgeste aufgeweckt werden. Um alles dennoch oft und lange angezeigt zu bekommen, kann man das Zeitlimit für das Abschalten des Displays auf Lang und die Empfindlichkeit für Gesten auf Hoch einstellen.

Aufgefallen ist, dass sich das Display außerhalb des Always-On-Modus nur sehr langsam einblendet. Es dauert deutlich länger, bis die vollständige Helligkeit erreicht ist, als mit eingeschalteter Always-On-Funktion, so dass beim Sport kein Weg am AOD vorbeiführt. Der normale Anzeigemodus ist unumstritten zu langsam für sportliche Aktivitäten.

Im Sommer, bei hellem Licht, kommt man ebenso nicht drum herum, die Helligkeit der Anzeige maximal zu erhöhen, denn die mittlere eingestellte Helligkeit ist für viele Displaydesigns zu dunkel. Leider die Helligkeitsstufe für Aktivitäten nicht getrennt vom Alltag einstellbar.

Das Aufwecken der Uhr erfolgt per Handgeste, entweder mit niedriger oder hoher Empfindlichkeit. Unsere Empfehlung ist: Hoch. Zwar wird dadurch der Akkuverbrauch ziemlich erhöht, weil die Uhr sensibel reagiert, zumindest aber funktioniert die Anzeige dann zuverlässig. Eine niedrig eingestellte Empfindlichkeit dagegen verhält sich etwas reaktionsträge, wenn man den Arm hebt. Ein sanftes, unauffälliges Kurz-auf-die-Uhr-Schauen gelingt damit nicht so gut. Da bedarf es schon einer ruckartigeren Bewegung.

Display Pace 2: MIP

Das Smartwatch-Modell Pace 2 hat ein 1,2 Zoll großes MIP-Display, das 64 Farben unterstützt und mit 240 x 240 Pixel auf einer 3,0 cm Bildschirmdiagonale (287 ppi) auflöst. Damit ist die Coros-Sportuhr vergleichbar konturenrreich zum MIP-Display der vivoactive 4 (283 ppi). Im Vergleich zum Vorgänger ist die Auflösung jedoch gleich geblieben. Das Abdeckglas besteht „nur“ aus Corning Gorilla Glass. Doch die Pace 2 bekam im Test nicht mehr oder weniger feine Schrammen ab als die Venu 2S.

Sehr angenehm: Die Pace 2 hat einen neuen Nachtmodus spendiert bekommen. Es ist ein immer aktiver Modus für nächtliche Aktivitäten, der die Hintergrundbeleuchtung während des gesamten Trainings eingeschaltet lässt. Ein Licht, das hell genug ist, um im Dunkeln ablesen zu können, aber schwach genug, um die Batterieleistung für lange Zeit aufrechtzuerhalten. Es ist kein Always-On-Modus, lässt sich aber, trotz der stark gedimmten Form, sehr gut als solcher gebrauchen.

Quelle: Coros; Pace 2 im Nachtmodus

Der Modus schaltet sich automatisch aus, wenn das Training beendet ist oder eine Stunde nach Sonnenaufgang, sofern man ihn ohne Aktivität gestartet hat. Diese Hintergrundbeleuchtung ist generell super, wenn man in der Dunkelheit unterwegs ist.

Die gestengesteuerte Beleuchtung der Pace 2 richtet sich nach der eingestellten Zeit, meist Schlafenszeit (über „Auto“-Funktion konfigurierbar). Die Gesten-Empfindlichkeit ist nicht einstellbar, was auch nicht notwendig ist, weil die Gestenerkennung einfach gut funktioniert, also schnell und sensibel. Leider ist aber genauso wenig die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung veränderbar. Man behilft sich damit, dass man den Schwarz-auf-Weiß-Hintergrund wählt und/oder die Schriftgröße von klein auf groß einstellt. Nur hilft das nicht wirklich, wenn man in einem dunklen Raum sitzt.

Garmin Venu 2 von der Seite
Coros Pace 2 seitlich

 

Schnittstellen und Sensoren

Garmin spendiert der Venu 2 neue Sensoren mit regelmäßigerer Messung. Mittlerweile ist Garmin bei der vierten Generation seiner hauseigenen Herzfrequenzsensoren namens Elevate V4 angelangt. Woran ist die neueste Generation zu erkennen? Die LEDs sind äußerlich anders angeordnet, nicht wie bisher im Hamburger-Menü-Style, untereinander, sondern im Rechteck. Deshalb ist auch mehr Platz frei geworden für zwei weitere PulseOX-Sensoren, um die Messgenauigkeit, aber auch Messgeschwindigkeit zu verbessern: Nun misst die Venu 2(s) die Sauerstoffsättigung im Blut (SpO2) mit 4 Infrarot-Sensoren anstatt mit 2 Sensoren, wobei es sich eigentlich um zwei Paar Sensoren handelt, weil die PulseOx-Sensoren paarweise arbeiten. Die schnellere Messung spart dabei einiges an Energie wie im nächsten Kapitel Akkulaufzeit erläutert wird. Alle weiteren Sensoren sind unverändert geblieben. Hier eine Zusammenfassung:

An Bord der Venu 2(S) sind:

  • 2x HF-Sensoren
  • 2x PulsOX-Sensoren
  • GPS/QZSS (GLONASS, Galileo)
  • barometrischer Höhenmesser
  • Beschleunigungsmesser, magnetischer Kompass, Gyroskop
  • Lichtsensor
  • NFC-Technologie für kontaktloses Zahlen ohne Bargeld mit Garmin Pay
  • ANT+ und Bluetooth Smart

Die Coros-Uhr ist mit folgenden Sensoren ausgerüstet:

  • 2x recht klein und schmal wirkende HF-Sensoren
  • GPS/QZSS (GLONASS, BeiDou & Galileo in Planung)
  • barometrischer Höhenmesser, um den Luftdruck zu messen
  • Beschleunigungsmesser, magnetischer Kompass, Gyroskop
  • Thermometer
  • ANT+ und Bluetooth Smart

Bei der Bewertung des technischen Equipments unserer Test-Probanden mag jeder selbst abwägen, welche Sensoren für den eigenen Bedarf von Nutzen sind. In Sachen Pulsoximetrie hat die Venu 2(s) der Pace 2 gegenüber einen Vorsprung. Der SpO2-Sensor zum Beispiel kommt bei uns persönlich sehr selten zum Einsatz, weshalb dieser uns in der Aufzählung der Pace 2 auch nicht gefehlt hat. Gleichzeitig ermöglicht die Sensor-Ausstattung der Pace 2 die Wattmessung direkt am Handgelenk, ohne Stryd-Verbindung. Auf diese Weise ermittelt sie die Leistung beim Laufen, ohne einen extra notwendigen Fuß-Bewegungssensor (Stryd) zu benötigen. Wer also in Zukunft nach Power und nicht nach Pace laufen möchte und auf eine gleichmäßige Durschnittspace bedacht ist, wird mit dieser Variante begeistert sein.

Venu 2 Infrarot- und Herzfrequenzsensoren
Coros Pace 2 Sensoren

 

Über Bluetooth und ANT+ lassen sich alle drei Smartwatches mit verschiedenen Sensoren von Drittherstellern koppeln, darunter Brustgurte, Geschwindigkeitssensoren, Kadenzsensoren, Pedal-Powermeter, Pods und Temperatursensoren. Garmin-Sportuhren haben darüber hinaus noch die Möglichkeit, sich mit Bluetooth-Kopfhörern und Golfsensoren zu verbinden. Coros dagegen bietet eine besonders umfangreiche Kompatibilität zu Stryd und liefert viele Messdaten wie Laufleistung (Leistungszonen), Trittfrequenz, Laufform, vertikale Oszillation, Beinfedersteifigkeit, Bodenkontaktzeit, Form-Leistungs-Verhältnis, Windeinfluss und noch einiges mehr. Über ANT+ und Smart Bluetooth überträgt sie die Herzfrequenz an andere Geräte und Home Trainer. Die Venu 2 wiederum unterstützt bislang kein Bluetooth-Smart-Broadcasting der Herzfrequenz, nur eine Weiterleitung als ANT+-Signal.

In Speicherplatzangelegenheiten kommt Coros auf 64 MB, damit hat die Uhr 4x mal mehr Speicherplatz im Vergleich zur alten Coros Pace (16 MB). Beworben wird auch ein 5x größerer Arbeitsspeicher (RAM) und ein 50 % schnellerer Prozessor. Garmin besitzt ebenfalls über leistungsstarke Hardware. Die Venu 2(S) wurde mit einer neuen CPU samt GPU ausgestattet. Hierzu gibt es jedoch keine näheren Angaben wie von Coros. Zudem verweist Garmin lediglich darauf, dass ein größerer Musikspeicher verbaut worden sei, dessen Größe in 2000 Musiktracks bemessen wird (auf der Webseite steht irrtümlich noch die alte Anzahl von 650 Titeln). Jedenfalls entspricht das etwas mehr als 6 GB.

 Garmin
Venu 2s

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EUR 318,57
Garmin
Venu 2

Amazon
EUR 279,00
COROS
Pace 2

Amazon
EUR 199,00
Displaygröße27,90 mm / 1,1 Zoll33 mm / 1,3 Zoll30 mm / 1,2 Zoll
DisplaytypAMOLED
Corning Glas 3
AMOLED
Corning Glas 3
MIP 64 Farben
Corning Glas
Auflösung360 x 360 Pixel416 x 416 Pixel240 x 240 Pixel
Wasserdicht5 ATM5 ATM5 ATM
VerbindungBluetooth, ANT+, WLAN
via Garmin Connect App
Bluetooth, ANT+, WLAN
via Garmin Connect App
Bluetooth, ANT+
via COROS App
Kopplung Bluetooth-KopfhörerJaJaJa
integrierter MusikspeicherJa
2000 Titel
Ja
2000 Titel
Nein
AkkulaufzeitSmartwatch-Modus: bis 10 Tage
GPS-Modus o. Musik: bis 19 Std.
Smartwatch-Modus: bis 11 Tage
GPS-Modus o. Musik: bis 22 Std.
Smartwatch-Modus bis 20 Tage
GPS-Modus: 30 Std.
Test Akkulaufzeit im Alltag
+ Always-On-Display
Smartwatch-Modus: 4 Tage 8 Std.
1x Sport: knapp 3 Tage
Smartwatch-Modus: 4 Tage, 22 Std.
1x Sport: 3,5 Tage
1x Sport: 6 Tage 11 Std. (ohne Always-on)
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Akkulaufzeit

Einige andere Tester haben für die Venu 2 eine deutlich längere Betriebslaufzeit rausschlagen können als wir, vermutlich im Schonmodus über den Batteriemanager. Und das ist völlig in Ordnung, denn die Akkulaufzeit ist von vielen verschiedenen Einstellungen abhängig. Doch der neue Batteriesparmodus, mit dem man auf 12 Tage Laufzeit für die Venu 2 und 11 Tage für die Venu 2s kommen soll, gibt unter Garmin-Fans Anlass zu Diskussionen, ob man den Sparmodus wirklich dauerhaft nutzen will. Schließlich möchte man ebenfalls die neuen Features gern in voller Aktion sehen, auch wenn diese natürlich Energie verbrauchen. Ein Szenario, in dem man den Sparmodus gut gebrauchen kann, ist sicher, wenn einem noch ein langer Tag bevorsteht, die Batterie aber schon am Limit kratzt. Für manch einen ist der neue Batteriemodus deshalb eigentlich eher eine Art Notfallfunktion, um über den Tag zu kommen.

Dafür sorgt übrigens auch der neue Schnelllademodus, der die Venu-Uhren in nur 10 Minuten ausreichend für einen Tag lädt. Laut neuesten Erkenntnissen soll das schnelle Laden die Lebensdauer des Akkus nicht weiter schmälern, sofern der richtige Schnellladestandard verwendet wird. Das ist mit Originalzubehör am besten gewährleistet. Allerdings bleibt da immer ein gewisser Kompromiss zwischen Ladegeschwindigkeit und Langlebigkeit des Akkus.
Der Energiesparmodus der Venu 2 bedeutet letztendlich, dass der Puls nicht sekündlich, sondern automatisch, je nach Veränderung der Richtung, Höhe, Geschwindigkeit, HF oder wann der Garmin-Algorithmus das für richtig erachtet, gemessen wird. Deaktiviert werden außerdem Gestenmodus, WLAN, Musik, Pulsoximeter und die automatische Aktivitätenerkennung. Außerdem setzt der Batteriemanager das Displaydesign in den Sparmodus und deaktiviert damit das persönliche Watchface. Weiterhin wird die Helligkeit auf die niedrigste Stufe und die Bildschirm-Abschaltzeit auf kurz reduziert, wobei die kurze Dauer dann kaum zum Notifications lesen reicht.

Garmin Venu 2 Batteriemanager schont die Akkulaufzeit mit einem Tastendruck, Sparmodus-Ansicht (rechtes Bild)

Die Nutzung des Always-On-Displays ist eigentlich ein Muss. Deshalb testeten wir den täglichen Akkuverbrauch bei aktiviertem AOD. Dabei zeigte der Test für die beiden Venu-2-Modelle einen Stromverbrauch von etwa 37 % an einem Tag bei folgenden Bedingungen und 1x Laufaktivität:
Gesten: An, Empfindlichkeit: Hoch, Always-On-Display: An, Helligkeit: Mittel, Datenaufzeichnung Sekündlich, Physio TrueUp: An plus Verwendung der Smartwatch-Funktionen wie Anrufe und Smart Notifications. Eine 40-minütige Laufaktivität kostete so ca. 6 % Kapazität, das Syncen der erfassten Daten zur Garmin Connect App nahm weitere 3 % von der Uhr. Damit lag die erreichbare Laufzeit für die kleine Venu 2(S) bei knapp 3 Tagen, dann wollte sie geladen werden. Und die Venu 2 zog es nach ca. 3,5 Tagen wieder an die Steckdose. Die Restladung nach einem Tag ohne Aktivität lag häufig um die 72 %.

Reduzierte sich die Batterielaufzeit beim ersten Venu-Modell noch sehr drastisch, sobald man nachts das SpO2-Tracking dazuschaltete, kann man jetzt mit der Venu 2 schon eher die Pulsoxymetrie über Nacht oder beim Sport aktivieren, ohne gleich einer Stromschmelze zusehen zu müssen. Offensichtlich kann die zweite Generation der Venu-Serie aufgrund der Verstärkung durch das zweite IR-Sensoren-Paar schneller und batterieschonender messen.

Coros Pace 2 in der Sonne seitlich

 

Und trotz alledem hat eine Pace 2 am Ende die längere Ausdauer:
Verglichen mit ihrem Vorgänger hat die Pace 2 laut Hersteller 5 Stunden GPS-Einsatzzeit dazugewonnen, im Standby-Gebrauch hingegen sogar 10 Tage Akkulaufzeit verloren. Sport treiben soll nun mit der Uhr bis zu 30 Stunden lang und die Nutzung im Smartwatch-Modus bist zu 20 Tage möglich sein. Unser Test hat ergeben, dass die Coros-Sportuhr mit einer ganzen Batterieladung bis zu 6 Tage und 11 Stunden auskommt (bei einer HF-Messung in Echtzeit und angeschalteter Gestenbeleuchtung). Das Ergebnis ist sehr anständig. Sollte einen die Uhr im Alltag dennoch vorzeitig im Stich lassen wollen, lässt sich die Herzfrequenzerfassung auf nur alle 10 Minuten reduzieren. So schafft es die Batterie auf 14 bis 16 Tage Nutzungszeit.

Es geht sogar noch mehr: Mit der UltraMax-Funktion können Coros-Fans beim Laufen die doppelte Akkuzeit aus der Uhr rausholen. Dabei zeichnet der GPS-Sensor in diesem Modus von jeden 2 Minuten nur 30 Sekunden lang GPS-Daten auf. Den Rest der Zeit (90 Sekunden) übernehmen alle übrigen Bewegungssensoren den Tracking-Dienst. Aktivieren lässt sich der UltraMax-Modus nur aus der noch nicht gestarteten Laufaktivität heraus, indem man die untere Taste lang gedrückt hält. Um wie viel Prozent die GPS-Genauigkeit in dem Fall dann abnimmt, konnten wir nicht selbst testen. In einigen Foren wird die Abweichung auf ca. 7 – 8 Prozent geschätzt. Doch bei den großartigen GPS-Ergebnissen der Pace 2 können wir uns sogar vorstellen, dass die Daten selbst mit dieser Ungenauigkeit immer noch präzise genug ausfallen würden. Es spricht somit nichts dagegen diese akkuschonende Funktion bei Bedarf zu aktivieren.

Senkt sich die Akkulaufzeit unter 5 %, startet auf der Pace 2 ein Lichtalarm, der alle zwei Sekunden blinkt. Doof nur, dass das ohne Rücksicht auf Verluste auch in der Nacht geschieht. Nun ja, Alarme nimmt Coros sehr ernst 🙂 In unserem Fall blinkte es um 6 Uhr früh los, dabei war an diesem Tag eigentlich noch ein bisschen Zeit bis zum Aufstehen.

Coros bietet ein sehr cooles Analysetool zum Akkuverbrauch, das genau erklärt, welche einzelnen Funktionen am meisten am Akku zehren. Etwas, was sich Garmin für seine Watches eventuell abschauen könnte. Denn die Pace 2 zeigt neben einer Gesamtübersicht zur Akku-Ladung sowie dem Verbrauch seit der letzten Ladung auch sehr detailliert an, welche Funktion wie viel Prozent und damit die meiste Akkulaufzeit verbraucht. Zudem sehen Nutzer, wie viel Nutzungszeit (in Tagen/Stunden) ihnen noch im Standby- bzw. GPS-Modus verbleibt.

Cooles Features Coros Pace 2 Akkulaufzeit
Pace 2 Akkulaufzeit Details

Zusammengefasst: Garmin hat die Akkulaufzeit seiner Uhren insgesamt verbessert und erlaubt das Deaktivieren von bestimmten Funktionen auf einen Schlag/Knopfdruck, um über den Tag zu kommen. Coros hingegen hat eine super gute Akkulaufzeit und liefert mehr Details zum Verbrauch einzelner Widgets und Funktionen, die man dann zielgerichtet deaktiviert.

Bedienung

Durch die Erst-Konfiguration führen Garmin und Coros direkt nach Start auf der Uhr. Es wird gekoppelt und verbunden (mit dem Smartphone und den Anbieter-Apps Coros und Garmin Connect). Es werden Ziele eingerichtet, Benutzerdaten eingegeben und einiges mehr – alles Schritt für Schritt. Coros vermittelt einem dabei schon die ersten Manöver mit dem Scrollrad. Garmin ist an dieser Stelle bei der Erläuterung der Uhren-Bedienelement zurückhaltender.

Seltsam ist hingegen, dass man die metrischen oder imperialen Einheiten sowohl in der Coros-App als auch auf der Pace 2 separat einstellen muss. Diese werden nicht automatisch von der App auf die Uhr übernommen. Zu den gelegentlichen Mängeln der Pace 2 gehören einige nicht übersetzte Sportarten wie Flatwater oder Angaben wie AVG (für engl. average) anstelle eines einfachen Ø auf der Uhr oder das Datum des Ziffernblattes, das nur englische Kürzel für die Wochentage (MON, TUE, WED) verwendet.

Pace 2 und Coros App Bluetooth-Kopplung

Garmin Venu 2(s)

Obwohl sich die beiden Venu-Uhren über einen Touchscreen mit Wischgesten bedienen lassen, verfügen sie über zwei physische Knöpfe an der Seite. Besonders beim Sport machen die Knöpfe Sinn – zum Starten, Beenden, Pausieren oder Markieren von Runden.

Super fänden wir noch, wenn der Seitenwechsel beim Training auch mit einer der beiden Tasten ermöglicht wird, denn über den Touchscreen zu wischen, ist ziemlich umständlich, beispielsweise mitten im Radfahren bei hohem Tempo oder sogar beim Joggen (Stichwort: Regen, kalte Temperaturen und Handschuhe).

Der Autoseitenwechsel hilft zwar und ist natürlich ok. Doch gefühlt wird die Seite mit den Daten, die man gerade checken möchte, nie dann angezeigt, wenn man auf das Display schaut. Warten ist angesagt – derweil muss man aber noch die Wurzeln und Hürden auf dem Weg im Blick behalten. Der Punkt mag kleinlich erscheinen – doch ehrlich: Praktischer wäre der Seitenwechsel per Taste.

Immer auf die Kleinen: Die Bedienung des neuen Interface ist auf dem recht kleinen Display der Venu 2s nicht unbedingt fehlerfrei, und das trotz dessen, dass das gesamte Betriebssystem leistungsfähiger gemacht worden sein soll, indem Prozessor und GPU zu einer einzigen Einheit kombiniert wurden, um Grafiken detaillierter und anschaulicher zu machen.

Man verscrollt sich schnell, weil Wischgesten nicht korrekt umgesetzt werden. Auffällig ist das vor allem während man in den Detailansichten zum Tag oder in der Wochenansicht für Herzfrequenz, Schritte usw. rückwärts wischt, um sich die zurückliegenden Daten der letzten Stunden anzusehen. Hier wird die Geste natürlich als Zurück-Geste erkannt und damit fliegt man ständig aus dem Menü raus.

Deshalb sind Ansicht und Handling auf dem kleinen Display unserer Meinung nach gerade so gut. Auf der größeren Version Venu 2 kommt man hingegen sehr gut und ohne die erwähnten Nachteile mit der neuen Benutzeroberfläche zurecht (mehr zur neuen Bedienoberfläche).

Besonders nett ist das neue Design der Symbole und Icons: Sie kommen nicht mehr in knalligen Signalfarben daher, sondern als kleine Zeichnungen mit Schattierungen und Farbabstufungen, wie etwa beim Wetter-Widget oder den Sport-Apps. Abgesehen von den recht schicken vorinstallierten Displaydesigns, ist es über den Connect IQ 4.0 Shop mit dem sogenannten MyWatchFace sogar möglich, eigene Bilder und Fotos als Hintergrundbild zu verwenden. Die Watchface-Option heißt: Face it! Allerdings müssen Nutzer dazu bereit sein, dann auf den Always-On-Modus zu verzichten. Und die Installation kann bis zu 30 Minuten dauern. Uns gefällt diese Möglichkeit, bis auf den Umstand, dass mit den persönlichen Watchfaces der dicke, schwarze Rand auf den Smartwatches dann schon arg ins Auge fällt. Vielleicht gestaltet Garmin den Rand der Uhren demnächst schmaller? Wer weiß.

Die Venu 2(s) hat im Gegensatz zur Pace 2 sehr umfangreiche Smartwatch-Funktionen, angefangen von kontaktlosem Bezahlen via NFC, Smart Notifications über Wetter-Infos, Trink Tracker, Menstruations-Tracker bis zu Unfall-Benachrichtigungen und Notfallhilfe. Leider gibt es seit iOS 15 diverse Probleme, was die Mitteilungen betrifft, so dass Benachrichtigungen auf iPhones nicht korrekt funktionieren. Garmin arbeitet mit Apple an einer Lösung. Da es aber darüber hinaus im Vergleich zum Vorläufer keine wesentlichen Änderungen bezüglich der smarten Features gab, verlinken wir an dieser Stelle schlicht unsere bisherigen Erfahrungen dazu: Test Venu Smartwatch-Funktionen.

Venu 2 Smart Notifications

 

Nur eine Anmerkung hätten wir, genau genommen, einen Verbesserungsvorschlag: Schon öfters ist uns aufgefallen, dass es klasse wäre, wenn auch für iOS zur Auswahl stünde, welche Messaging-Apps man konkret erlauben möchte, Nachrichten auf die Uhr zu senden, so wie es die Pace 2 ermöglicht. Doch zuvor muss Garmin sicherlich erst die generellen Synchronisatinos- und Verbindungsprobleme zur Connect-App angehen.

Coros Pace 2

Die Coros Pace 2 besitzt zwei physische Knöpfe. Doch ganz anders als auf der Venu 2(s) dient der obere Drehknopf zum Scrollen durch die Menüs wie bei einer Apple Watch. Dabei lässt sich bestimmen, welche Laufrichtung das Drehrädchen haben soll, ob gegen oder im Uhrzeigersinn. Das Scrollgefühl zeigt sich sehr weich. Einerseits ist das sehr gut, weil es nicht so hakt, andererseits ist unserer Meinung nach zu viel Spiel beim Drehen. Gelegentlich hat man das Gefühl, nicht im Menü vorwärtszukommen, als würde das Rad kurz „durchdrehen“ bzw. nicht jede Drehung „greifen“. Doch keine Frage, im Winter, mit Handschuhen, ist solch ein Drehknopf ein riesiger Vorteil, um zwischen den Seiten zu wechseln, was sich auf einem Touchscreen eben schwieriger gestaltet.

Die Crux mit dem Beenden einer Aktivität: Bei Garmin-Uhren erfolgt das Beenden einer Aktivität per kurzem Tipp auf den oberen Button und Bestätigung über den Touchscreen. Mit der Coros soll nach einem kurzen Knopfdruck zusätzlich eine Position runter gescrollt und dann das Drehrad 3 Sekunden lang gehalten werden.

Dieses Vorgehen verhindert einerseits ein versehentliches Beenden der Aktivität, andererseits ist das Runterscrollen etwas zu umständlich für unseren Geschmack, in erster Linie, weil man einfach unwillkürlich in die verkehrte Richtung dreht. Ausreichend wäre vermutlich, den Knopf erst kurz zu drücken und dann zum Bestätigen lang zu halten.

Kreative Watchfaces sind spärlich gesät, jedenfalls im Vergleich zur Vivoactive 4. Am MIP-Bildschirmtyp kann es also nicht liegen. Einige Displaydesigns scheinen nicht zu Ende gedacht, da man die Daten/Angaben teils sehr schlecht ablesen kann. Insbesondere Designs mit einem weißen Hintergrund wirken pixelig oder zumindest nicht kontrastreich. Und wenn dann ein Watchface noch hellgraue Schrift verwendet, sieht man kaum noch etwas. Darüber hinaus finden wir die momentan angebotenen Watchfaces recht unspektakulär. Aber es kommen regelmäßig neue Motive hinzu. Das kann also noch werden.

Übrigens smarte Features wie kontaktloses Bezahlen via NFC, Wetterdaten, eine Musikfunktion sowie Drittanbieter-Apps wie einen Tracker zum Wasserbedarf oder Menstruationszyklus sucht man vergebens. Dafür konzentriert sich die Pace 2 bei den Benachrichtigungsfunktionen auf das Wesentliche.

Zum Beispiel funktionieren Smart Notifications unter iOS deutlich zuverlässiger als mit Garmin Smartwatches. Zwar handelt es sich ebenfalls wie bei Garmin um sogenannte Ein-Weg-Textnachrichten, so dass im Gegenteil zu Android, die Option von der Uhr aus zu antworten, über das iPhone nicht verfügbar ist (aufgrund von Beschränkungen durch Apple), doch die Mitteilungen erscheinen anstandslos und ohne Probleme auf der Pace 2 – keine Synchronisationsschwierigkeiten, keine Verbindungsprobleme.

Besonders nützlich: Nutzer haben deutlich mehr Handlungsfreiheit als bei Garmin-Uhren, wenn es darum geht, welche Messaging-Dienste Push-Nachrichten übermitteln dürfen und welche nicht.

Coros erlaubt bestimmte Nachrichten-Typen wie E-Mails, Textnachrichten, Anrufe, Challenges, Aktivitäten oder Insights getrennt von Facebook, WhatsApp & Co. zu aktivieren

Schade nur, dass für Benachrichtigungen keine Vibration, nur Töne einstellbar sind. Die Mitteilungen-Option ist zumindest nur unter „Töne“ zu finden.

Pace 2 Smart Notifications

 

Anrufe dagegen werden bei deaktiviertem Sound per Vibration angekündigt – einem sehr starken Vibrieren, das man definitiv merkt und hört! Manch einem, der sich in einem Meeting befindet, mag das eventuell zu auffällig sein. Konfigurierbar ist die Intensität bedauerlicherweise nicht – nur Ein/Aus geht.

Garmin Venu 2 Wetterdaten Garmin Venu 2 Wetterdaten Garmin Venu 2 Sportprofile Garmin Venu 2 Sport-Apps

Pace 2 Anzeige von Höhendaten

Bildreich, bunt, genau: User-Interface Venu 2

Im Vergleich zur ersten Venu wurde die Bedienoberfläche der zweiten Generation sichtlich überarbeitet, wobei die Bedienung des Kontrollzentrums und der Sportprofile gleich geblieben ist.

Wir finden das neue Erscheinungsbild auf dem Vollfarbdisplay sehr ansprechend: Es gibt mehr Grafiken, es ist alles bunter – da wird einfach der Spieldrang geteasert. Wichtiger noch: Es gibt jetzt insgesamt mehr Details auf der Uhr. Davor nahm ein Widget eine ganze Seite ein.

Nun sind die Widgets nicht länger auf einzelnen Seiten angeordnet, sondern alle untereinander in einer Ansicht zusammengefasst und scrollbar, so dass man schneller eine Übersicht seiner Ziele oder Stress- und Erschöpfungszustands erhält. Damit gelangt man nicht unbedingt schneller zu einer bestimmten Information, die man sich im Detail anschauen möchte, aber man hat einen besseren Überblick über alle Infos. Das ist Garmin sehr gut gelungen.

Tippt man ein Widget wie Schritte an, erweitert sich die Ansicht und es erscheinen die gelaufenen Schritte für den Tag. In dieser Übersicht kann man sich in der Zeit durch seitliches Scrollen vor und zurück bewegen sowie runter und hoch scrollen, um zur Wochenansicht zu gelangen. Einen Wisch weiter nach unten wird die zurückgelegte Distanz für zwei Wochen sichtbar. Dabei präsentieren sich alle täglichen und wöchentlichen Daten klar aufgeschlüsselt in Balken- und Kurvendiagrammen.

Zum Beispiel: Wie sich Stress und Puls über den Tag verhalten, wird nun als farbige waagerechte Balkengrafik dargestellt, auf der man ablesen kann, ob man noch im grünen Bereich liegt oder schon im roten. Klickt man auf das Widget, erscheint eine Laufleiste mit detaillierteren Zahlen. Die Leiste ist eine Zeitleiste, die sich nach rechts und links schieben lässt, um die Messdaten für den gesamten Tag einzusehen. Wischt man nun über den Touchscreen, erscheinen weitere Seiten mit Grafiken und Balken zum wöchentlichen Stressverhalten. Dort geht es dann ins Detail.

Praktisch & informativ: Benutzer-Interface Pace 2

Die Darstellung der täglichen Messwerte auf der Coros Pace 2 ist ebenfalls farbig, aber vor allem ist sie anschaulich und informationsstark.

Scrollt man aus der Hauptansicht drauf los, erhält man Zugriff auf die Auswertungen zu den eigenen Leistungen und Fitnesswerten, vorneweg Laufleistung, Erschöpfung und Ausdauer, dann die täglichen Ziele wie Schritte, Treppen, Kalorien etc., gefolgt von farbigen, grafischen Diagrammen zu Puls, Höhe, Luftdruck und Temperatur der letzten 6 Stunden sowie 24 Stunden und Infos zu Sonnenaufgang und -untergangszeiten. Anschließend werden auch Benachrichtigungen angezeigt (durch entgegengesetztes Scrollen gelangt man zuerst zu den Benachrichtigungen).

Äußerst wertvoll und begeisternd sind bei all dem die grafischen Auswertungen und Prognosen zu Ausdauer, Erschöpfung sowie Laufleistung (mehr dazu unter Fitnesswerte).

Ein kurzes Drücken der oberen Taste dient zur Bestätigung und öffnet das Menü zu den Sportprofilen, Workouts und Trainingsplänen. Drückt man aus dem Startbildschirm heraus die untere Taste 1x kurz, verändert sich das obere Datenfeld von Batterieanzeige über Sonnenaufgang und -untergang bis gestiegene Treppen. Drückt man die Taste etwa 2 Sekunden lang, öffnet sich das Kontrollzentrum für den Schnellzugriff sowie diverse Einstellungen. Ansonsten dient der untere Knopf als Zurück-Button.

Das Kontrollzentrum kann angepasst werden und beinhaltet unter anderem interessante Infos zur Batterie (siehe Akkulaufzeit), eine Stoppuhr, den Nicht-stören- und Nachtmodus, einen praktischen Kompass und eine Satellitensignal-Karte, UltraMax, Alarme oder die Option, den HR-Wert an andere Geräte zu senden und das Zifferblatt zu ändern und noch ein paar mehr.

Alles in allem ist die Coros Pace 2 bei ihren Angaben nicht so detailliert wie die Venus, da sie nur tagesaktuelle Daten anzeigt und nicht etwa die gestrigen Schritte oder gar die von vor einer Woche.

 

Garmin Venu 2 Wetter und Temperatur
Coros Pace 2 Sonnenstand, Sonnenaufgang/-untergang

Höhenmesser

Sowohl die Garmin Venu 2 und Venu 2s als auch die Coros Pace 2 bieten eine barometrische Höhenmessung. Da die Ermittlung der Höhe über GPS sehr ungenau ist und kleine Höhenunterschied schlecht erfasst werden, ist eine barometrische Höhenmessung unerlässlich, wenn es darum geht, bei einer Tour die Summe der Höhenmeter zumindest einigermaßen korrekt abzubilden.

Pace 2 Anzeige von Höhendaten

 

Zunächst haben wir die Uhren sowie unser Referenzgerät, das Garmin GPSMap 65s für 10 Minuten an einem festen Ort belassen und dann die aufsummierten Höhenmeter aus dem Gerät bzw. dem Track ausgelesen. Für die Anzeige auf dem Display nutzen alle Geräte interne Filter, um das Rauschen nicht zu summieren. Alle Geräte haben korrekt 0 Höhenmeter summiert, das Garmin GPSMap 65s bildet das Rauschen jedoch teilweise über den Track ab, was nicht negativ zu bewerten ist, da der Nutzer so selber entscheiden kann, ob und wie er die Daten bei der Auswertung filtern möchte.

Rauschen 10 Minuten

Anzeige im Gerät

Filter 1 m
Ohne Filter
Garmin GPSMap 65s 0m 11m 26m
Garmin Venu 2
0m 0m 0m
Garmin Venu 2s 0m 0m 0m
COROS Pace 2
0m 0m 0m

 

Als nächstes haben wir einen sog. Treppentest gemacht. Wir haben eine Treppe mit der Höhe von 2,3 Meter x 20 ohne wesentliche Pause bestiegen, was einen Sollwert von 46 Metern ergibt. Die Anzeige auf den Geräten war ernüchternd. Das Garmin GPSMap 65s erreichte immerhin 12 Meter, die Garmin Venu 2 nur noch 3 Meter und die beiden anderen Uhren zeigten keine summierte Höhe.

Bei der Trackauswertung hingegen zeigt sich ein etwas besseres Bild. Legt man einen 1-m-Filter über den Track, so erreicht das GPSMap 65s genau die Sollhöhe, die Uhren hingegen nur 1/3 der Sollhöhe. Es scheint, dass die Empfindlichkeit der barometrischen Höhenmesser in den Uhren, insbesondere in der Coros Pace 2 nicht ausreicht, um sehr geringe Höhenveränderungen von 2-3 Metern korrekt zu messen und vom Rauschen trennen zu können. Für die Praxis bedeutet das, dass die aufsummierte Höhe immer etwas unter den Sollwerten bleiben wird, vor allem bei Touren, wo viele kleine Höhenveränderungen zu erwarten sind. Lange stetige An- bzw. Abstiege sind weniger problematisch.

Sollwert für diesen Test: 46 Meter

Anzeige im Gerät

Filter 1 m
Ohne Filter
Garmin GPSMap 65s 12m 43m 59m
Garmin Venu 2
3m 14m 26m
Garmin Venu 2s 0m 18m 27m
COROS Pace 2
0m 14m 14m

 

Bei den nächsten beiden Tests wurde jeweils 5 x ein Turm von 20,19 Meter bestiegen, was einen Sollwert von 101 Metern ergibt.

Turm1 Sollwert für diesen Test: 101 Meter

Anzeige im Gerät

Filter 1 m
Ohne Filter
Garmin GPSMap 65s 92m 99m 115m
Garmin Venu 2
75m 94m 104m
Garmin Venu 2s 60m 83m 93m
COROS Pace 2
83m 83m 83m

 

Turm2 Sollwert für diesen Test: 101 Meter

Anzeige im Gerät

Filter 1 m
Ohne Filter
Garmin GPSMap 65s 94m 102m 113m
Garmin Venu 2
62m 86m 102m
Garmin Venu 2s 55m 94m 105m
COROS Pace 2
82m 82m 82m

 

Der Turmtest zeigt erneut: Die Uhren erreichen nicht die gleiche Genauigkeit wie das Garmin-Handgerät, welches mit dem 1-Meter-Filter die besten und sehr genaue Ergebnisse liefert. Auffällig ist, dass die Coros Pace 2 etwas besser abschneidet, wenn man nur die Anzeige auf dem Display als Bewertung zugrunde legt. Die Coros Pace 2 zeigt auf dem Display die gleiche Höhensumme an, welche auch mit oder ohne Filter aus dem Track auszulesen ist. Die Garmin-Uhren hingegen scheinen für die Anzeige auf dem Display einen recht starken Filter zu verwenden, denn die Ergebnisse mit 1-Meter-Filter bzw. ohne Filter sind deutlich besser. Die Daten werden also grundsätzlich korrekt erfasst, durch den zu starken Filter aber in der Uhr nicht korrekt angezeigt. Hier könnte Garmin unter Umständen durch ein Software-Update noch etwas nachbessern.

Herzfrequenz

Alle drei Uhren verfügen über eine optische Herzfrequenzmessung (abgek. HF, engl. heart rate = HR). Die Darstellung des HF-Verlaufs zeigt sich auf der Venu 2(S) detailreicher, da die Herzfrequenzzonen farblich unterschieden werden. Die HF-Messung erfolgt bei der Coros Pace 2 nach Wunsch alle 10 Minuten oder in Echtzeit, also live (Venu-2-Smartwatches: sekündlich oder Intelligent nach Erkennung von Änderungen).

Garmin Venu 2 Verlauf Herzfrequenz
Coros Pace 2 Verlauf Herzfrequenz

 

Für Trainings kann die Messung optional ausgeschaltet werden, sofern man anderes Zubehör hierfür nutzen möchte. Ein Vorteil der optischen Messung ist jedoch, dass eben gerade kein weiteres Zubehör wie z. B. ein Herzfrequenzbrustgurt nötig ist. Ein genereller Nachteil der optischen Pulsüberwachung besteht darin, dass die Messung mehr Zeit benötigt und daher nicht so schnell auf einen Wechsel der Herzfrequenz reagieren kann, was vergleichsweise über einen guten Herzfrequenzbrustgurt möglich ist. Ein weiterer Nachteil ist der Umstand, dass die Zuverlässigkeit der Pulsmessung von vielen Faktoren abhängig ist, die der Nutzer nur teilweise beeinflussen kann. Die wesentlichen Faktoren, welche die Zuverlässigkeit beeinträchtigen können sind:

  • anatomische Unterschiede zwischen Nutzern z. B. stark behaarte Arme, tieferliegende Adern, unterschiedliches Bindegewebe usw.
  • schlechter Sitz der Uhr und damit kein guter und dauerhafter Kontakt zwischen Sensor und Arm, unvorteilhafte Trageposition, Vibrationen
  • kalter Körper / Temperaturschwankungen: ist der Körper noch sehr kalt (gerade zu Beginn des Trainings), ziehen sich die Blutgefäße (und deren Ausweitung beim Herzschlag misst die Uhr) ins Körperinnere zurück und können vom Sensor der Uhr schlechter erreicht werden.

Deshalb werden die HF-Sensoren meist von Algorithmen unterstützt. Diese haben unter anderem zum Ziel, das sogenannte Signalrauschen und Interferenzen in Form von Störungen durch die erwähnten Umgebungsfaktoren während des Trainings herauszufiltern. Coros hat beispielsweise für jeden Aktivitätsmodus eigene HF-Algorithmen entwickelt, um die Herzfrequenzgenauigkeit am Handgelenk so gut wie möglich abzubilden. Ebenso verwendet Garmin eigene Algorithmen, um eine präzisere Pulsmessung zu liefern.

Über diese Faktoren hinaus gibt es selbstverständlich auch unterschiedlich gute optische Sensoren. Allerdings ist es schwierig, die Qualität allgemeingültig zu testen. Streng genommen beziehen sich daher unsere Testergebnisse nur auf die Testperson selbst und können nicht zwingend verallgemeinert werden. Erschwerend kommt dazu, dass es nicht möglich ist, zwei optische Sensoren gleichzeitig am gleichen Arm und an der gleichen Position zu testen. Die Tests müssen daher hintereinander erfolgen und es ist darauf zu achten, das der Körper wieder in etwa auf die gleiche Temperatur gebracht wird. Ein schwieriger Test, der nur mit viel Erfahrung zu brauchbaren Ergebnissen führt.

Zunächst sieht man bei beiden Uhren, dass die für optische Sensoren typische zeitliche Verzögerung von mindestens 30 Sekunden klar zu erkennen ist. Typisch ist auch, dass bei Belastungsspitzen nicht die maximale Herzfrequenz erreicht wird. Ein langsamer Anstieg der HR-Frequenz wird von der Garmin-Uhr hingegen gut abgebildet. Vor allem bei der zweiten langsamen Steigerung (Minute 11-13), wo der Körper entsprechend aufgewärmt ist, weichen die Messungen nur noch unwesentlich vom Brustgurt ab. Wer auf eine genaue Abbildung von Leistungsspitzen z. B. im Intervalltraining verzichten kann, ist mit der optischen HR-Messung der Garmin Venu 2 gut aufgehoben und kann sich einen Brustgurt durchaus sparen.

Die Coros hingegen hat deutliche Schwierigkeiten, die Herzfrequenz selbst bei langsamen Leistungssteigerungen korrekt zu messen und bildet die Leistungsspitzen nahezu nicht ab. Das Diagramm passt gut zu den weiteren Praxiserfahrungen, die in Bezug auf die Zuverlässigkeit der HR-Messung bei der Coros Pace 2 insgesamt sehr negativ ausgefallen sind. Doch auch hier noch mal abschließend der Hinweis: Es ist durchaus denkbar, dass die optische HR-Messung bei anderen Testpersonen deutlich bessere und zuverlässigere Messungen zeigt. Außerdem sei hier vorweggenommen, dass Coros beim nächsten Thema viel mehr beeindrucken kann.

GPS-Genauigkeit und Positionsbestimmung (GPS, Glonass, Galileo)

Die Genauigkeit der Positionsbestimmung ist wichtig, um die korrekte Geschwindigkeit und Distanz zu messen und so korrekte und vergleichbare Trainingsaufzeichnungen zu erhalten. Wir haben die Uhren gegen unser Referenzgerät, ein Garmin GPSMap 65s GPS-Handgerät, antreten lassen. Das GPSMap 65s hat einen Triple-Empfänger und wertet die Signale der Satelliten-Navigationssysteme GPS, Glonass und Galileo parallel aus. Demgegenüber bieten die Garmin Venu 2(s) bzw. auch die Coros Pace 2 nur die Möglichkeit zwischen GPS only und GPS+Glonass zu wählen (ein Update zu Galileo seitens Coros soll in Planung sein). Für unseren Test haben wir GPS+Glonass ausgewählt und die Trackaufzeichnung auf 1x pro Sekunde eingestellt.

Coros Pace 2 Satellitenkarte

 

Trackvergleich zu Fuß

Zunächst haben wir die Uhren auf unserer Standard-Strecke getestet. Auf der Strecke haben wir einige Challenges eingebaut, ein Klick auf die (i) Symbole auf der Karte zeigt die Besonderheiten.

Google Maps

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Zunächst muss angemerkt werden, dass alle drei Sportuhren, auch im Vergleich zu den vielen, vielen Geräten, die wir schon auf diese Strecke geschickt haben, einen guten bis sehr guten Track erzeugt haben. Bisher konnten Uhren in unseren Tests nie das Referenzgerät schlagen, doch die Coros Pace 2 vollbringt diese Leistung als erste GPS-Uhr, die wir getestet haben. Allerdings sind die mittleren Abweichungen von der Referenzstrecke mittlerweile so gering, dass diese innerhalb der Toleranzgenauigkeit der Referenzstrecke liegen. Die Garmin Venu 2s erlaubt sich, im Stand bei schlechtem Empfang, eine kleine Trackwolke und verhindert somit bessere Werte für die mittlere Abweichung, denn eigentlich liegt ihr Track ebenfalls über weite Strecken sehr genau.

Trackvergleich mit Fahrrad

Der nächste Trackvergleich wurde mit dem Fahrrad aufgezeichnet. Durch die höheren Geschwindigkeiten werden andere Anforderungen an ein GPS-Empfänger gestellt.

Google Maps

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Auch hier sind alle Tracks ohne grobe Fehler und gut bis sehr gut. Unserer Ansicht nach hat das Garmin GPSMap 65s in diesem Test das beste Ergebnis erzielt, gefolgt von der Coros Pace 2 und der Garmin Venu 2. Mit etwas Abstand folgt dann die Garmin Venu 2S, die doch hier und da eine etwas größere Abweichung zeigt. Das Bild, das die Venu 2S etwas schwächer positioniert als die Venu 2, verhärtet sich in diesem Test.

Trackvergleich im Fahrzeug mit Plazierung:
Frontscheibe (VW T6)

Die Plazierung unter der Frontscheibe ist normalerweise keine besondere Herausforderung für GPS-Empfänger.

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Trackvergleich im Fahrzeug mit Plazierung:
Heckablage (VW T6)

Da das Heck beim VW T6 steil ist, wird der Empfang durch das Blechdach durch etwas stärker gedämpft.

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Bei diesem Test trennt sich nun doch noch die Spreu vom Weizen. Das Garmin GPSMap 65s zeigt die höchste Positionsgenauigkeit. Das GPS-Handgerät mit seiner großen Helix-Antenne und seinem Triple-Empfänger kann sich im Grenzbereich (z. B. Tunneldurchfahrt) dann doch etwas von den GPS-Uhren absetzen. Doch auch in Coros Pace 2 kann erneut überzeugen und bestätigt die extrem starke Leistung bei der Positionsgenauigkeit. Die beiden Venu-2-Uhren, insbesondere die 2S kommen bei diesem Test deutlich an die Grenze und zeigen teilweise massive Abweichungen über weite Strecken. Man könnte nun sagen, für die Nutzung in Fahrzeugen sind die Uhren nicht konzipiert und zu Fuß und mit Bike war die Leistung gut, doch unsere Erfahrung zeigt, dass man mit dem Fahrzeugtest durchaus den Grenzbereich gut simulieren kann. Empfänger, die in solchen Tests eher schlecht abscheiden, haben auch im Hochgebirge, extrem engen Tälern usw. erhebliche Probleme. Die Aussagekraft dieser Tests ist unserer Meinung nach daher hoch und auch auf schwierige Empfangsbedingungen zu Fuß übertragbar.

Fazit Positionsgenauigkeit

Die Coros Pace 2 zeigte in unseren Tests eine sensationell gute Positionsgenauigkeit auch unter schwierigen Bedingungen. Auch wenn das Garmin GPSMap 65s letztendlich in Summe doch nicht geschlagen werden konnte, wir hatten noch nie eine bessere GSP-Uhr im Test, wenn es um die Genauigkeit und Empfindlichkeit der Positionsermittlung geht.
Die beiden Garmin Uhren folgen mit Respektabstand, wobei vor allem die Venu 2S doch etwas schwächer ist als die größere Schwester. Auch wenn der Unterschied zur Coros Pace 2 deutlich ist, den Empfang der Garmin Venu 2 kann man problemlos als gut und den der Venu 2S als noch gut bewerten.

Fitnesswerte und Sportfunktionen

Um bessere Aussagen über die Energiereserven über den Tag hinweg zu machen, hat Garmin den Body-Battery-Algorithmus der Venu-2-Serie verbessert. Das Energielevel wird üblicherweise aus den Parametern Stress, Schlaf und Training errechnet – Training, weil Sport und Bewegung als präventiver Faktor für die Gesundheit gelten. Die Optimierung des Algorithmus ermöglicht nun auch bessere Prognosen zur Schlafqualität. Und so gibt Garmin neuerdings nach jeder Nacht ein Statement zur Schlafqualität direkt auf der Uhr ab, etwa ob man zu wenig oder zu unruhig geschlafen hat und dementsprechend wie leistungsfähig oder ausgeruht man am Tag sein wird.

Der sogenannte Sleep Score erfolgt als kurze Schalfbewertung auf der Uhr wie hier: „Unausgewogener Schlaf. Sie haben weniger geschlafen als empfohlen, und die Qualität war insgesamt niedrig. Evtl. fühlen Sie sich heute nicht gut erholt.“ oder „Langer und erholsamer REM-Schlaf. Obwohl Sie spät schlafen gegangen sind, haben Sie gut geschlafen. Versuchen Sie in Zukunft, früher schalfen zu gehen.“ Die Schlafbewertungen lassen sich ebenso als ausführliche Information zusammen mit Tipps für eine gute Nachtruhe, einen besseren Tiefschlafs, zum Reduzieren des Schlafenszeitstresses u. v. m. in der Garmin Connect App bzw. der Webversion einsehen.

Venu 2S Schlaftracking Venu 2S Schlaftracking Details/Tipps Venu 2S Schlaftracking Schlafphase Venu 2S Schlafphasen Details

Überhaupt ist die Venu 2 viel mehr auf Gesundheitsstatistiken ausgelegt. Auf dem Display macht sie nun Aussagen über das Fitnessalter und wie sich das Alter verändert hat, z. B. „Dein Fitnessalter ist gesunken“. Sie nennt auch den VO2max-Wert in den Einstellungen unter Benutzerprofil. Neben der bereits bekannten Atemübungen, die man mithilfe der Venu 2 zur Entspannung ausführen kann, erstellt sie während einer zweiminütigen Messung über die neue Funktion Health Snapshot eine Gesundheitsübersicht, die man als PDF abspeichern oder für den Arzt zur Ansicht ausdrucken kann. Das Feature liefert eine Zusammenfassung der Durschnittswerte zu Atemfrequenz, Pulsfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, SpO2. Führt man die Messung regelmäßig zu einer regulären Zeit durch, hilft sie die eigenen Fitness-Trends besser einzuschätzen. Hinzufügen kann man die Funktion per Garmin Connect unter > Darstellung > Übersichten > [Pluszeichen]. Die gesammelten Daten und die Möglichkeit für den PDF-Export gibt es ebenso in der App unter > Mehr > Gesundheit und Leistung > Health Snapshot.

Venu 2 Atemübungen auf der Uhr
Venu 2 Health Snapshot
Venu 2 Gesundheitstracking
Venu 2 Gesundheitsübersicht

Während Coros vergleichsweise ein einfaches Schlaftracking und das auch nur innerhalb der Coros-App bietet (mehr dazu im Kapitel Analyse-Tools), sind die Rennprognosen und die Werte zur Laufleistung eine geniale Funktion. Die Vorhersagen basieren auf dem hauseigenen Algorithmus EvoLab. Mit der Bewertung der persönlichen Leistung geht faszinierenderweise eine Bewertung des Marathon-Levels einher – verknüpft mit der Berechnung der voraussichtlichen Zeit bei einem Marathon.

Zusätzliche erhalten Nutzer Informationen zu geschätzten Wettkampfzeiten. Sehr spannendes Feature der Pace 2 wie wir finden. Die Informationen zur Grundfitness sind sehr gut, um sich nicht eins in die eigene Tasche zu mogeln. Wie lange es dauert, bis man sein Training wieder beginnt, kann schließlich direkt auf der Pace abgelesen werden (Ermüdungszeit). Natürlich reicht es wie mit der Venu 2 zu sehen, wie hoch das Gesamt-Stresslevel und der Body-Battery-Index ist, doch leichter zu verstehen, ist die konkrete Ansage: „Deiner Belastung und Grundfitness nach, bist du bereit für eine Höchstleistung“. Oder anders gesagt: Beweg Dich mal ein bisschen! 😀 Dennoch findet man bei der Coros Pace 2 keine Daten zum Stresslevel wie bei der Venu 2(s).

Coros Pace 2 Laufleistung Coros Pace 2 Rennvorhersage Coros Pace 2 Lauf-Level Schätzung

Ein detailliertes Tracking für eine Vielzahl an Sportarten versprechen alle drei Testkandidaten. Wer sich erweiterte oder spezielle Workouts wünscht, verwendet Garmin Connect und die Coros App, mit denen man Trainings nach seinen Bedürfnissen erstellen und auf die Uhr laden kann (dazu später mehr im Abschnitt Coros-App). Diese Sportprofile sind jeweils mit an Bord:

Garmin Venu 2(S): 27 Sportprofile

  • Laufen (+Laufband)
  • Gehen (+Indoor)
  • Wandern
  • Radfahren (+Indoor)
  • Stepper, Crosstraining, Cardio, Treppensteigen
  • HIIT, Krafttraining
  • Wasser: SUP, Rudern (+Indoor), Hallenbad
  • Klettern (+Indoor), Bouldern
  • Winter: Langlaufen, Snowboarden, Skifahren, Schwimmbad
  • Pilates, Yoga
  • Golf

Coros Pace 2: 16 Sportprofile

  • Laufen (+Indoor)
  • Bahntraining
  • Spaziergang
  • Rad (+Indoor)
  • Cardio Indoor, GPS Cardio
  • Kraft
  • Wasser: Freiwasser, SUP/Flatwater, Schwimmbad
  • Rudern (+Indoor)
  • Triathlon
  • Multisport

 

 

Die Coros Pace 2 hat eine gut sortierte Auswahl an Sportprofilen. Besonders die neue Option zum Bahntraining scheint ihre Aufgabe richtig gut zu machen. Leider konnten wir uns mit der Funktion nicht ausführlich genug auseinandersetzen, um hier eine klare Aussage zu machen. Doch unsere GPS-Tests sprechen eine klare Sprache und bestätigen unsere erste Annahme grundsätzlich. Im Bahnlaufmodus kann eingestellt werden, welche Bahn gelaufen wird. Bis zu 9 Bahnen sind konfigurierbar, um präzisere Distanzwerte zu erhalten. Passend zum sportlichen Stil ist die Pace 2 mit den Apps Triathlon und Multisport ausgestattet. Zu Anfang unseres Tests fehlte die Sport-App Gehen. Eine Basisfunktion, wie wir finden, und die übrigens Garmin auch eine Zeit lang nicht als Sportprofil hatte. Doch noch bevor wir das hier der Coros-Uhr anmarkern konnten, wurde kurzerhand ein Update verfügbar, mit dem die App Spazierengehen hinzukam (siehe Bild unten rechts).

All dem steht Garmin in nichts nach. Die Venu 2(s) ist keine Multisportuhr, sie unterstützt jedoch ebenfalls eine außergewöhnliche und zugleich üppige Anzahl an Sportprofilen wie HIIT, Intervalltraining mit animierten Workouts, Bouldern, Indoor-Klettern und Wandern. Besonders HIIT, die damals in der Schule noch ziemlich verhasste, als Zirkeltraining bekannte Trainingsmethode, ist aktuell sehr beliebt. Sie treibt den Puls in kurzen Belastungsphasen ordentlich in die Höhe. Bei so viel Action kommt es auf eine gute Herzfrequenzmessung an (mehr hierzu im Abschnitt Herzfrequenz).

Pace 2 Bahntraining
Pace 2 Triathlon Sport-App
Pace 2 Trainingsplan
Pace 2 Lauftraining

Beliebte Apps bei der Coros und den Venu-2-Smartwatches sind der Personal Trainer, Trainingsprogramme und die Muskel-Heatmap (Pace 2 nur in der Coros-App). Neu ist die App für Challenges, mit welcher nun der eigene Rang in der Bestenliste bei einem Wettkampf angezeigt wird. Im Profil Krafttraining befindet sich eine sogenannte Muskelkarte. In dieser Muskel-Heatmap ist auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis zu sehen, welche Muskelgruppen am stärksten beansprucht wurden. Damit kann man anschließend den nächsten passenden Trainingsblock besser wählen, ohne dabei bestimmte Muskelgruppen zu überanspruchen. Die Muskelkarte färbt trainierte Muskeln von grün über gelb bis rot (nicht trainiert) ein, nachdem man ein Krafttraining absolviert hat. Zudem zeigt die Venu 2(s) kleine Videos zu den Übungen an, die aus der Garmin Connect App geladen werden können. Videos bietet die Coros Pace 2 nicht, dafür lassen sich die entsprechenden Beschreibungen zu den Übungen vorher anzeigen.

Garmin Venu 2S Muscle Heatmap
Garmin Venu 2S Muskelübersicht

 

Das Hinzufügen von Workouts auf die Pace 2 ist anfangs nicht ganz einleuchtend: Nachdem man per Coros-App im Menü „Mein Training“ seine Trainings zusammengestellt hat, erscheinen diese dort im Menü. Nutzer müssen allerdings das Training erst noch manuell anwählen und dann per „Add“ auf die Uhr synchronisieren. Vergisst man dies und rennt los, hat man unterwegs kein Training. Dieses Vorgehen hat aber auch Vorteile, wie etwa, dass man auf der Sportuhr diverse Workouts zusammenstellen kann, ohne dass gleich alle automatisch auf die Uhr geladen werden, denn auf der Coros-Uhr können nicht mehr als 19 Workouts gespeichert sein. In der Coros-App dagegen so viele, wie man möchte. Einmal erstelle Workouts lassen sich ändern und aus der App löschen. Das macht das Trainieren übersichtlich. Zwischendurch hatte die App zwar einen Fehler, so dass wir die Trainings, Workouts und Trainingspläne nicht löschen und bearbeiten konnten, aber dies war mit einem Neustart der App schnell behoben.

Coros Pace 2 Sportprofile
Venu 2 Aktivität, gelaufene Strecke
Coros Pace 2 Aktivität, gelaufene Strecke

 

Coros kann im Bereich Bouldern, Indoor-Klettern und Golf zwar nicht mithalten, dafür ist die Laufuhr allerdings auch nicht ausgelegt. Wie es sich für eine Multisportuhr gehört, verfügt die Coros Pace 2 über eine breite Anzahl an Datenseiten und Datenfeldern, bis zu sechs Seiten mit maximal fünf Datenfeldern sind möglich (Garmin Venu 2(S): 4 Datenfelder auf 3 Datenseiten plus HF-Skala).

Sobald das GPS-Symbol auf der Coros-Uhr grün leuchtet, ertönt ein kurzer Beep-Ton und es kann losgehen. Ähnlich wie bei der Venu 2, welche den GPS-Empfang per Balkenfortschritt dokumentiert und anschließend per grünem Pfeil auf die Start-Taste hinweist. In den meisten Fällen, empfängt die Coros-Uhr schneller GPS als die Venu 2. Für den Lauf können wie mit der Garmin Venu 2 eine Auto Pause und verschiedene Aktivitätsalarme zur Distanz, Herzfrequenz, Tempo usw. aktiviert werden. Sogar ein Metronom, das Takt und Tempo vorgibt, kann mit der Pace 2 dazugeschaltet werden. Warum nicht. Einigen hilft es, ihre Laufleistung zu steigern.

Zudem bietet die Coros Pace 2 im Laufprofil ein cooles vorinstalliertes und konfigurierbares Intervall-Training an, welches auch unterwegs ohne die Coros-App nach Belieben personalisiert werden kann. Einstellbar sind die Anzahl der Wiederholungen, Minuten, Pausen sowie das Aufwärmen und das Cooldown (jeweils Ein/Aus). Garmin-Uhren enthalten auch vorinstallierte Intervall-Workouts, allerdings sind diese fest definiert und nicht veränderbar und daher nicht so elegant gelöst. Wem das Gemüt spontan mal nach einer anderen Intervall-Übung steht, kommt hier nicht weiter, solange die Übung nicht vorher auf die Uhr geladen wurde. Ein dicker Pluspunkt für die Pace 2.

Pace 2 Intervalltraining
Pace 2 Intervalltraining konfigurierbar
Intervalltraining Aufwärmen/Cool-Down

 

Keine der Uhren bietet eine Navigationsfunktion, allerdings hat die Pace 2 eine sehr nette Kompass-Anzeige, die einem mit allen vier Himmelsrichtungen und einer Grad-Anzeige (Norden auf Null Grad) zur Orientierung verhilft. Dafür ist die Venu 2(S) mit der Funktion „Zurück zum Start“ oder zu einem gespeicherten Ort ausgestattet, die allerdings einzig die Richtung anzeigt, in die man laufen muss. Für die Venu 2 gibt es Apps wie Maps4Garmin, die einen Kartenausschnitt der eigenen Umgebung anzeigen, sofern man das Smartphone dabei hat. Doch wer will heutzutage schon sein Smartphone zum Training mitnehmen?

Auswertungs- und Analyse-Tools: Garmin Connect vs Coros-App

Die Auswertung der aufgezeichneten Daten mit Garmin Connect geschieht in gewohnter Garmin-Qualität: Gesundheitsstatistiken, Details zu Aktivitäten, Persönliche Rekorde, Traingspläne, Routen, das Konfigurieren von Widgets, Displaydesigns, Datenfeldern oder sowie das Sortieren und Favorisieren von Symbolen des Steuerungsmenüs, Aktivitäten und Widgets, um nicht die Übersicht zu verlieren – das alles findet sich hier.

Wir haben schon des öfteren und eingehend über Garmin Connect geschrieben (siehe Vivoactive 4 und Venu Test oder Venu Sq Test). Es ist ein riesiges und starkes Tool. Garmin schafft es, die vielen Daten für den Nutzer so aufzuschlüsseln und miteinander zu vergleichen, dass auch ein Anfänger seine Schlüsse daraus ziehen kann. Insbesondere das Schlaftracking (siehe weiter unten im Vergleich zur Coros-App) wird präzise analaysiert, so dass Nutzern nicht nur das Schlaftracking erklärt wird, sondern ihnen auch Tipps an die Hand gegeben werden, wie man seine Leistung durch bessere Schlafqualität steigern kann.

Auswertungen und Daten zu Tages- oder Wochenzielen und Health Snapshot

 

Garmin Connect Insights und Verlauf einer Laufaktitvität

Laufaktivität in einer Zeitleiste, in der verschiedene Diagramme eingeblendet werden, um Zusammenhänge wie etwa von Pace und Höhe erkennbar sind

Die Coros-App bietet ebenfalls sehr gute Analyse-Möglichkeiten zu den persönlichen getrackten Daten sowie Fitnessaktivitäten. Dabei sieht sie der Garmin Connect-App äußerst ähnlich (wie auf den Bildern zu sehen). Besonders anschaulich, selbsterklärend und nützlich sind neben Statistiken zur Trainingsbelastung (7-Tage-Belastung) und zum Fitnesslevel (Grundfitness-Trend), ebenfalls der Lauflevel-Trend oder die 4-wöchige-Intensitätsverteilung. Man erhält den Verlauf und alle einzelnen Werte zu VO2max, Ruheherzfrequenz, Schwellengeschwindigkeit und Schwellenherzfrequenz. Die Werte sind beim Querhalten des Smartphones einsehbar:

Anhand der Zahlen zum Trainingseffekt sehen Laufende, wie ihre langen, gleichmäßigen Anstrengungen die aerobe Fitness kontinuierlich erhöhen, während die kurzen Höchstleistungen in den hohen Herzfrequenzbereichen die anaerobe Leistung steigern. Die Garmin Connect App gibt ebenfalls Ruheherzfrequenz und VO2 max an.

Trotz dessen, dass die Coros-App im Vergleich zur Garmin Connect App nur einfaches Schlaftracking ohne Tipps oder ausführlichen Erläuterungen vorweisen kann (das waren wir ja von der Garmin Connect App von früher auch gewohnt), können Nutzer alle relevanten Daten einsehen. Es ist nicht unbedingt notwendig, die Herzfrequenz zusätzlich im Schlafdiagramm einzublenden, um den Schlaf auszuwerten. Und wenn doch, dann ist die Auswahl zur Herzfrequenz nur zwei Klicks entfernt.

Für die Einrichtung der Uhr stehen viele Funktionen bereit: Bis zu sechs Seiten mit max. fünf Datenfeldern sind möglich (Garmin Venu 2(S): 4 Datenfelder auf 3 Datenseiten plus HF-Skala). Ebenso lassen sich Ziffernblatt ändern, die Push-Nachrichten bestimmter Apps an die eigenen Wünsche anpassen sowie Drittanbieter-Apps mit der Coros-App verbinden:

   

Coros-App: Datenseiten, Datenfelder und Watchfaces konfigurierbar

Die Coros App hat vorinstallierte Workouts, doch man kann auch welche selbst erstellen. Eine Muskel-Heatmap ist ebenso vorhanden.

Zwar besitzt Coros keine eigene Web-Plattform, auf die man via Desktop zugreifen kann, aber diese Anforderung kommt immer mehr in die Jahre, seitdem es Online-Communites wie Stryd, TrainingPeaks, Strava, Relive oder Apple Health gibt, die übrigens alle mit den Coros- und Garmin-Uhren gut können. Und der große Vorteil ist: Wenn man die Uhr wechselt, muss man sich nicht erst das Handling einer komplett neuen Bedienoberfläche angewöhnen, sondern verbindet sich mit einer der genannten Plattformen. Eine Verknüpfung zu Dropbox wie bei Garmin Connect ist nicht möglich, aber man kann den Export in Dateien (iOS) oder OneDrive hochladen.

Fazit

Coros Pace 2

Die Coros Pace 2 ist eine smarte Fitnessuhr, ein Leichtgewicht, das die Bedürfnisse von Laufbegeisterten vollständig und die von Triatlethen so gut wie komplett abdecken kann. Sie überzeugt mit hervorragendem GPS, einer guten Akkulaufzeit und enthält Sportfunktionen, die selbst auf den teuersten Garmin-Uhren nicht bzw. nur auf den teuersten Polar-Modellen zu finden sind. Gemeint ist die Laufleistungsmessung direkt auf der Uhr, ohne zusätzliches Equipment. Außerdem ist eine sehr funktionsreiche Integration des Stryd-Laufpods möglich, worauf viele Laufhungrige stehen werden. Zwar kann die Pace 2 nicht mit der Menge an Sport-Apps, die auf der 2. Generation der Venu zu finden sind, angeben, doch die Profiltypen der Apps sind für eine Multisportuhr völlig ausreichend. Zudem konnte sie sich im Triell mit den anderen beiden Testkandidaten noch ein paar Zusatzpunkte mit dem Nachttrainingsmodus erkämpfen. Das nennen wir eine echte Kämpfer-Natur.

Was die Pace 2 ebenso von den beiden Garmin-Sportuhren abgrenzt, ist nicht nur ihr leichtes Gewicht, sondern auch ihr Preis, der kaum solch eine Menge an guten Features vermuten kässt. Ein top Preis-Leistungs-Verhältnis!

Die Art der Anzeige für Trainingswerte wie Erschöpfung und Ausdauer sind visuell viel eindeutiger als auf den Garmin Watches. Natürlich hat die Coros Pace 2 auch ihre Schwachpunkte, die zukünftig etwas mehr Beachtung von dem Hersteller Coros verdienen. Da wäre die Analyse-Plattform zur Auswertung der Daten mit dem eher umständlicheren Erstellen von Workouts, die fehlende Musikfunktion oder die nicht vorhandene Möglichkeit, kontaktlos zu bezahlen.

Mehr Polierarbeit benötigt auch die Optik der Pace 2. Mit einem Nylon-Armband sieht die Uhr schon ganz ansehnlich aus, aber das Plastikgehäuse macht einen weniger wertigen Eindruck. Außerdem lässt sich die Sportuhr, zumindest als Frau, nicht sonderlich bequem tragen. Auf der anderen Seite möchte die Pace 2 offensichtlich eher robust und widerstandsfähig sein und durch ihre Sportfunktionen überzeugen. Das tut sie auch. Am Ende des Tages müssen sich Nutzer entscheiden, ob sie eine schicke Uhr mit sehr guter Herzfrequenzmessung, weniger genauem GPS und ohne Laufleistungsmesser nutzen möchten oder eine sehr gute Laufuhr ohne optischen Schnickschnack. Wobei wir hier eine Einschränkung in den Herzfrequenzmassung machen müssen, die noch nicht so richtig zuverlässig funktioniert. Die meisten Läufer, die darauf aus sind, ihre Leistung zu verbessern oder genau nachzuverfolgen, setzen auf einen Brustgurt. Allen anderen reichen die ungefähren Anhaltswerte.

Im Gegensatz zur Venu 2(S) hat sie keine beeindruckende, wenn auch ausreichende Schlafanalyse zu bieten. Es fehlen ein wenig die animierten Workouts, doch das ist für Lauffans eventuell sogar zweitrangig. Die Lauffunktionen sollen überzeugen und das tun sie unserer Meinung nach. Außerdem ist die Coros-App ebenso sehr ausführlich und inhaltsreich wie Garmin Connect.

Mit der Coros Pace 2 erhaltet Ihr eine der besten Laufuhren unter 200 Euro für etwas gehobenere Laufansprüche mit Premium-Funktionen.

Venu 2(S)

Insgesamt sind die visuellen Änderungen nice und irgendwie auch charmant, aber noch nicht ganz den Preis wert, den der Hersteller Garmin für die neue Venu 2 ansetzt. Vielmehr ist es die verbesserte Akkulaufzeit, die Nutzer und Nutzerinnen wahrscheinlich dazu bewegen wird, sich die Uhr zu kaufen.

Die kleine Bausweise der Venu 2S wird bei vielen Damen Anklang finden. Für einen Handgelenkumfang der zwischen S und M liegt, ist die Venu 2S etwas zu mini ausgefallen. Ob Garmin die 2S ein Stück größer macht oder künftig drei Größen auf den Markt bringt?

Auch wenn diese (GPS-)Runde eindeutig an die Coros Pace 2 ging, so sind die GPS-Tracks der Venu 2 ziemlich gut und genau. Doch wer hätte es gedacht? Die kleine Venu 2S schwächelt bei der Positionsbestimmung. Ob es an der Uhr selbst liegt und der Sensor nicht korrekt funktionierte oder tatsächlich an dem Modell 2S, konnten wir nicht feststellen.

Besonders erwähnenswert ist weiterhin der HF-Sensor zur Pulsmessung. Grundsätzlich ist die gemessene Herzfrequenz mit der Venu 2(S) so genau, dass der Brustgurt tatsächlich zu Hause bleiben kann, sofern man nicht sehr genaue Messergebnisse beim Intervalltraining erwartet und mit annäherenden Werten leben kann. Profis haben sicher andere Ansprüche an die Genauigkeit.

Schön auch, dass die Venu 2 den barometrischen Höhenmesser behalten hat – für Fahrradtouren und Wanderungen gehört das zum Pflichtprogramm. Der Venu Sq fehlte der Sensor. Am Höhenfilter auf der Smartwatch muss Garmin jedoch noch nachjustieren. Prinzipiell sind die erfassten Höhendaten gut, da diese korrekt in Garmin Connect angezeigt werden.

Während einer Aktivität wäre ein noch schnelleres Aufwecken des Displays wünschenswert, damit man sofort seine Werte ablesen kann, denn das Aufwachen der Uhr beim Arm heben ist auch im AOD-Modus auf Garmin-Uhren noch nicht schnell genug umgesetzt.

Gesundheitstracking ist das diesjährige Motto Garmins. Das zeigen die Health-Snapshot-Funktion, der verbesserte SpO2-Sensor sowie der Body-Battery-Algorithmus. Die vier IR-Sensoren der venu 2 leisten solide Arbei und erlauben zusammen mit hervorragende Aussagen zum Schlaf und Stress-Level. Ganz entspannt und gelassen verhilft die Venu 2(S) mit Atemübungen auf dem Display zum Stressabbau.

Mit der Venu 2(S) seid Ihr bereit für ein vollumfassendes Gesundheitstracking und genießt nebenbei vielfältige und ausgereifte Sportfunktionen für Einsteiger. Das alles hat jedoch seinen Preis.

Preis Bezugsquelle

Die Garmin Venu 2 ist zum Preis von EUR 279,00 € bei Amazon erhältlich.

Die Garmin Venu 2S kostet EUR 354,89 € bei Amazon .

Die Coros Pace 2 ist mit EUR 199,00 € bei Amazon die günstigere Variante.

 


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2 Kommentare zu “Test Garmin Venu 2(s) vs Coros Pace 2 | Vergleich

  1. Alles sehr detailliert, danke.

    Ihr vergleicht ihr zwei verschiedene Gruppen von Uhren, einmal die Laufuhr von Coros und die Venu 2 gehört nach Einstufung bei Garmin selbst (deren Forum), zu den Fitness-Trackern.

    Das wurde hier im Ergebnis schön herausgearbeitet, und macht die Auswahl für *mein* Nutzerprofil sehr einfach.

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