Test Suunto 7: GPS-Smartwatch für Android und iPhone mit Google Wear OS

Dieser ausführliche Suunto 7 Test zeigt die guten und die schlechten Seiten der GPS-Sportuhr und von beiden hat die Suunto genug. Neben fantastischen Heatmaps hatten wir es mit einer komplizierten und wenig intuitien Bedienung zu tun. Ein Auf und Ab der Gefühle bewirkte dieser Suunto Smartwatch-Test …

Im Januar diesen Jahres veröffentlichte das finnische Unternehmen Suunto seine erste GPS-Sportuhr auf Basis von Wear OS, die Suunto 7. Ein mutiger Schritt, da Wear OS, obwohl eigens für Wearables und Smartwatches entwickelt, dafür bekannt ist, die Akkulaufzeit förmlich aufzufressen. Und das, wo doch Suunto-Nutzer relativ lange Laufzeiten von bis zu 120 Stunden im GPS-Modus gewohnt waren. Wir haben uns deshalb in diesem Suunto 7 Test folgenden Fragen gewidmet:  Bringt die Suunto 7 mit oder trotz Wear OS eine passable Batterielaufzeit mit? Welchen Anwendungsschwerpunkt hat die Suunto 7? Der ambitionierte Laufsport ist es jedenfalls nicht, so viel kann an dieser Stelle schon verraten werden.

Ohne Frage, die Plattform Wear OS by Google hat auch ihre Vorteile. So stattet das hauseigene und auf Android basierende Betriebssystem die Suunto 7 mit Funktionen aus, von denen man bislang auf anderen Suunto-Uhren nur träumen konnte, wie NFC und Google Pay für bargeldloses Bezahlen, Google Maps, Google Assistant, Musik sowie zahlreichen anderen Apps zum Herunterladen. Die neuen Möglichkeiten der Suunto 7 werden wir uns ebenfalls genauer anschauen.

Suunto 7 mit Wear OS im Test

Suunto 7 Optik und Tragekomfort

Der erste Eindruck: Die GPS-Smartwatch Suunto 7 wirkt auf den ersten Blick edel und sehr wertig, trägt aber gleichzeitig dick auf, so dass sie eher für ein kräftiges Handgelenk geeignet ist. Sie sitzt aber auch auf schmalen Handgelenken sicher und gut. Ob es gut aussieht, muss jeder selbst beurteilen (passend für Handgelenkgrößen laut Suunto: 130-220 mm). Die kupferfarbenen Bedienelemente sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack und nicht so neutral wie Edelstahl, Schwarz oder Grau, aber sie verleihen der Suunto-GPS-Uhr das gewisse Etwas und harmonieren optisch gut mit dem grauen Silikonarmband. In klassischer Optik gibt es die Suunto 7 auch in Schwarz mit schwarzen Tasten und in Weiß mit silbernen Tasten. Die Tasten sind schön groß, was sie besonders in kalten Jahreszeiten beim Bedienen mit Handschuhen treffsicher macht.

Große Tasten / Knöpfe zieren die 15,3 mm hohe Suunto 7

 

Wie schon erwähnt, der Größe nach ist es eine Männer-Uhr: mit 15,3 mm Höhe etwas massig, aber funktionell wirkend. Beim ersten Anlegen gab es daher die erste (positive) Überraschung für uns: Die 70 Gramm leichte Suunto 7 ist in Relation zu ihrer Größe wirklich leicht und dank Silikonarmband angenehm zu tragen. Sie wiegt genauso viel wie die Apple Watch Series 5 und deutlich weniger als die fenix 6X Pro (93 Gramm). Beim ersten Lauf hat sich der hohe Tragekomfort dann auch bestärkt. Es drückt nichts und zu prominent hervorstehende Sensoren (wie bei den fenix-Modellen) findet man hier nicht. Die Pulsfrequenzmessung ist deshalb beinahe abdruckfrei und deshalb sehr gut geregelt.

Nach längerer Testzeit wurde das gute Tragegefühl letztlich leider doch noch durch eine Hautreaktion auf das Silikonarmband getrübt. Da die Suunto 7 die ganze Testzeit über parallel mit einer anderen Smartwatch getragen wurde und sich dort keine Hautreizung einstellte, kann die Hautirritation nur an dem Armband der Suunto liegen. Zum Glück ist das Armband in drei weiteren Materialien aus Silikon, Leder oder Textil erhältlich. Ist man generell empfindsamer, sollte man zu einem anderen Material als Silikon greifen. Die Armbänder lassen sich über ein Schnellverschluss super leicht austauschen.

Suunto 7: Diverse Armbänder mit Schnellverschluss aus Leder, Textil oder Silikon

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Suunto Hardware

Die 70 Gramm leichte Suunto ist ausgestattet mit einem 1,39 Zoll großen AMOLED-Display, geschützt durch strapazierfähiges Gorilla-Glas, umrahmt von einer Edelstahl-Lünette. Seine leuchtenden und kräftigen Farben bringt das 454 x 454 Pixel auflösende Display im Always-On-Modus besonders zur Geltung. Das Gehäuse aus glasfaserverstärktem Polyamid ist bestens outdoortauglich und hält eine Menge aus, so dass Stöße dem Inneren nichts anhaben können. Dazu hält die Suunto-Smartwatch bis zu 50 Meter wasserdicht und widrigen Temperaturen von -20 °C bis +50 °C stand. Mit einem Qualcomm Snapdragon Wear 3100 als Prozessor ausgestattet, welcher sich beim Aufzeichnen der sportlichen Betätigung energiesparsam gibt, zeichnet die Suunto-Sportuhr mit 1 Hz pro Sekunde die Daten auf und speichert diese in dem 8 GB großen internen Speicher.

Display

In der Sonne ist das AMOLED-Display nicht sehr überzeugend, hier gibt es deutlich bessere transflektive Displays. Die Suunto besitzt eine automatische Helligkeitsregelung und kann auch manuell eingestellt werden. Dies reicht zum Wandern, die Uhr stets im Körperschatten, meistens aus, ist aber nicht mit einem MIB-Display von Garmin fenix (Video: Garmin venu AMOLED-Display vs. Garmin fenix MIB-Display) zu vergleichen. Das Beste vorneweg: Ein Always-On-Display im Training macht den Kuchen auch nicht fett. Mit anderen Worten, ob das Display an oder aus ist während eines Trainings, ist fast egal. Das Training zieht an den Prozenten des Akkus, das Display im Always-On-Zustand nicht so sehr.

Displayvergleich: Helligkeit und Lesbarkeit Suunto 7 AMOLED-Display vs. fenix MIB-Display

 

Das Display ist standardmäßig ausgeschaltet, durch eine Drehbewegung der Hand zum Körper oder durch Tippen auf das Display schaltet es sich an. Man kann es aber auch permanent in den Always-On-Modus einschalten. Dies frisst weniger Akku, als befürchtet, zumindest in der automatischen und relativ dunklen Standardanzeige. Sobald die Helligkeit manuell auf eine der Stufen 1-5 gestellt ist, hat das Konsequenzen für den Akkuverbrauch, entweder positiv (Stufe 1-2) oder negativ (Stufe 4-5). Die Suunto-Sparbeleuchtung ist übrigens bei Dämmerung sehr gut und reicht vollkommen aus. Bei voller Sonneneinstrahlung regelt die automatische Standardeinstellung die Beleuchtung hoch, was ebenso selbstverständlich Auswirkungen auf die Akkuleistung hat. Weitere Anmerkungen zum Display und der Beleuchtung gibt es im Kapitel Suunto 7 Bedienung.

Suunto 7 Displayhelligkeit in der Sonne auf Stufe 1 Minimum (links), Helligkeit Stufe 5 Maximum (rechts)

Weitere Schnittstellen

Erstmals wurde einer Suunto-Uhr eine NFC-Schnittstelle spendiert. Damit ist das bargeldlose Zahlen nun endlich auf der finnischen Smartwatch angekommen. Unsere Erfahrug damit: Die Einrichtung ist etwas holprig, sie erfolgt über die Google Pay App auf der Uhr. Startet man diese, dann werden entweder die bereits vorhanden Daten vom Android-Smartphone geladen oder die Uhr öffnet auf dem Smartphone das Einrichtungsprozedere, das eine Kreditkarte oder Debit-Karte (Girokonto) verlangt. Das Eintippen der Daten soll sich der Nutzer ersparen und die Bankkarte über die Kamera scannen. Das hat in unserem Fall leider nicht funktioniert. Nach der manuellen Eingabe verloren sich die Daten beim Absenden im Nirvana. Das hinterlässt kein gutes Gefühl! Erst als wir die Bankdaten über das Smartphone für Google Pay eingerichtet haben, hat sich die Suunto-Smartwatch gnädig erwiesen das kostenfreie Bezahlen möglich zu machen. Zum Abschluss muss nur noch die Bank angerufen werden und die Bankkarte von einem Mitarbeiter freigeschaltet werden.

Neben Bluetooth Smart sowie einem anstandslos funktionierendem WiFi beherrscht der Suunto-Fitnesstracker GPS, GLONASS, GALILEO, QZSS und Beidou. Auf die GPS-Genauigkeit gehen wir im Kapitel Suunto 7 GPS Performance ein. Auffälligerweise erscheint die Bluetooth-Verbindung stabiler als bei Garmin. Das kann eine Momentaufnahme sein, aber die Konnektivitätsprobleme schränkten sich während des Tests auf einen einmaligen Fall ein, wo beide Apps, Wear OS und Suunto, keine Verbindung zur Uhr aufbauen konnten. Vermisst haben wir die Option per Bluetooth Unfallbenachrichtigungen oder eine selbst ausgelöste Notfallhilfe zu aktivieren (per automatisierter SMS / E-Mail mit GPS-Standort oder Live-Track). Zusätzliche Sensoren könnten per Bluetooth gekoppelt werden, Suunto bietet allerdings derzeit keine weiteren Sensoren wie Bike Sensor, Trittfrequenzsensor oder Brustgurte an. Es sollen wohl Drittanbieter-Sensoren über Bluetooth kompatibel sein.

Neue Sensortechnik: Herzfrequenz-Sensor zu sporadisch beim Ruhepuls

Suuntos Sportuhren waren laut dem Blogger DC Rainmaker bislang mit Herzfrequenzsensoren von Valencell und unterstützenden Algorithmen von Firstbeat ausgestattet. Bei der Suunto 7 komme jedoch ein neuer Sensor von PixArt zum Einsatz, welcher mit Algorithmen von LifeQ gefüttert werde. Wir haben die Zuverlässigkeit des neuen HR-Sensors während einer Aktivitätenaufzeichnung getestet. Im Alltag… Nun ja, … Der Herzfrequenzsensor misst die Herzfrequenz im Alltag nur alle 15 Minuten, das sind zu große zeitliche Abstände. Die allermeisten Konkurrenten messen in Intervallen von einer Sekunde. Wir haben uns deswegen einen Vergleich im Alltag erspart.

Möchte man hingegen kurzfristig seine aktuelle Herzfrequenz wissen und hat die App Google Fit installiert, kann man dort die HF-Seite aufrufen, um eine manuelle Messung zu starten, indem man der Aufforderung nachkommt, einmal auf den Bildschirm zu tippen. Allerdings wird der Hinweis zum manuellen Messen so kurz eingeblendet, dass man erst beim zweiten Mal zu Ende lesen kann. Tippt man also einmal auf das Display, passiert visuell erstmal rein gar nichts, so dass man sich wundert, ob die Berührung wahrgenommen wurde. Keine Info, ob es geklappt hat. Nichts. Kurze Zeit später nach Herumstochern auf dem Display, zurückgewischt zur HF-Seite, erscheint die aktualisierte Herzfrequenz. Was soll man sagen? Man überlebt’s und man ist nur einmal wegen des Ablaufs, sagen wir mal, „überrascht“.

Herzfrequenzsensor Suunto 7 auf der Rückseite ist angenehm flach

 

Während des Trainings und in dem Augenblick, in dem man die Suunto-Anwendung über die Taste oben rechts auf der Uhr startet, tastet Suunto den Puls sekündlich ab. Verglichen mit der vivoactive 4s muss sich die Suunto 7 mit ihrer Pulsmessung während einer Aktivität nicht schämen, kann aber auch nicht wirklich prahlen. Auf mehreren Teststrecken haben beide Uhren nahezu die gleichen Werte zu durchschnittlicher, minimaler und maximaler Herzfrequenz gemessen. Wie zuverlässig die HF-Messung im Detail ist, werden wir noch hier nachreichen, zum Beispiel was Intervalltrainings mit hohem Tempoanstieg betrifft, natürlich immer im Bewusstsein dessen, dass Intervalltrainings für alle optischen HR-Sensoren eine Herausforderung sind. Detailliertere Infos zur Auswertung und Verarbeitung der HR-Werte in der Suunto-App gibt es im Kapitel Auswertung und Analyse in der Suunto-App.

Suunto 7 GPS Performance schlägt Garmin fenix 5 plus

Wir haben die Suunto 7 zusammen mit einer Garmin fenix 5 plus sowie unserem Referenz GPS-Handgerät dem Garmin etrex10 auf unsere GPS-Testrunde geschickt.

Um die unterschiedlichen Besonderheiten der GPS-Teststecke kennenzulernen, klicke auf die (i) Symbole.

GPS-Vergleich: Suunto 7 mit Garmin etrex 10 und Garmin fenix 5 plus – Abweichungen in Metern

 

Die Suunto 7 muss sich dem hervorragenden Garmin etrex 10 zwar geschlagen geben, zeigt aber insgesamt eine gute Leistung. Der GPS-Empfang ist schnell und vom Start weg genau. Im Wald und am Waldrand ist der Empfang etwas schwächer und wird stärker geglättet, was zum Verlust kleiner Details führt. Auch im weiteren Verlauf, insbesondere bei einer Wende, zeigen sich kleine Unsicherheiten. Sehr gut geschlagen hat sich die Suunto 7 hingegen im Stand bei schwierigen Empfangsbedingungen (unter Carport). Im Gegensatz zur fenix 5 plus bildet sich keine Trackwolke (die Trackwolke der fenix kann durch Nutzung von Auto-Pause oder automatischem Trackintervall verbessert werden), die Gesamtdistanz wird nicht immer weiter aufsummiert.

Summa summarum, auch bei anderen Touren, zeigte sich ein starker GPS-Empfang, der in den meisten Fällen gegenüber der Garmin fenix 5 plus ein besseres Gesamtergebnis brachte. An die Empfangsqualität eines guten GPS-Handgerätes wie dem Garmin etrex 10 kommt aber auch die Suunto 7 nicht heran. Das Trackintervall kann bei der Suunto 7 nicht angepasst werden und ist variabel und liegt beim Laufen in der Regel zwischen 1 und 5 Sekunden.

Beim Lauftraining mit der Suunto 7 ist uns im direkten Vergleich mit der Garmin fenix 5 plus ein wesentlicher Vorteil der Suunto 7 aufgefallen. Die Garmin fenix 5/6 (und vermutlich alle Garmin-Uhren) zeigen in unseren Tests immer wieder hohe Pace-Messungsungenauigkeiten bei Läufen mit vielen Wenden. Läuft man in einem gleichmäßigen Tempo und wendet dann abrupt, reduziert sich die Pace überdurchschnittlich um 10-20 Sekunden pro Kilometer, obwohl der Zeitverlust für eine Wende eher 3-5 Sekunden beträgt. Für einen Läufer, der auf seiner Strecke gezwungen ist, viele Wenden zu machen, ergibt sich eine deutlich zu langsame Pace, was durchaus frustrierend sein kann und die Vergleichbarkeit mit rundenbasierten Trainingseinheiten deutlich erschwert. Die Suunto 7 zeigt dieses Verhalten nicht, die Messung bleibt auch über eine Wende hinweg recht konstant und ergibt so in der Summe die genauere Messung. Die Trackanalyse lässt leider keine Rückschlüsse zu, warum das Problem bei Garmin derart auffällig ist. Habt Ihr dieses Problem bei Eurer Garmin-Uhr auch bereits bemerkt, schreibt doch bitte mal Eure Erfahrungen dazu in die Kommentare.


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Suunto 7 Akkulaufzeit erreicht selten 48 Stunden

Das Ladegerät unterscheidet sich grundsätzlich von den vorherigen Ladevorrichtungen der Suunto-Uhren. War es zuvor eine Art Klammer bei Suunto 5 bzw. eine Art dicker Stecker bei Suunto 9, ist es nun eine Art Teller, der unter der Uhr positioniert wird und einen Magneten enthält, damit die Uhr festen Halt hat. Theoretisch könnte man die Uhr sogar während einer Fahrradtour laden, sofern man auf die Pulsmessung verzichten will. Die Suunto 7 wird über das mitgelieferte USB-Ladekabel mit 5 Volt geladen. Die Uhr schaltet sich beim Laden automatisch ein, damit lässt sich die Kapazität des internen Akkus schwieriger über die Messung der aufgenommenen Kapazität ermitteln.

Die Ladezeit beträgt ca. 1 Stunde und 45 Minuten und ist damit erfreulich kurz. Die kurze Ladezeit bedingt eine, für GPS-Uhren, extrem hohe Stromaufnahme von bis zu 650 mA. Vermutlich liegt die Kapazität des internen Akkus bei ca. 450 – 550 mAh. Die Ladung entspricht einer 1C Ladung und ist damit der Lebenserwartung des Akkus sicher nicht unbedingt zuträglich. Die hohe Ladegeschwindigkeit ist zwar zunächst ein Vorteil, die Lebenserwartung des fest verbauten Akkus wäre aber bei einer geringen Ladegeschwindigkeit sicherlich deutlich höher. Die hohe Schwankung des Ladestroms zum Beginn der Ladung hat damit zu tun, dass das Display zunächst eine Weile auf der höchsten Stufe aktiviert war. Anhand der Kurve kann man grob abschätzen, dass die Displaybeleuchtung alleine bereits ca. 150 mA verbraucht, was die kurze Laufzeit bei häufiger Nutzung des Displays erklärt.

Die Angaben des Herstellers für die Batterielaufzeit stimmen einerseits mit unseren Erfahrungen überein, andererseits nicht ganz. Es kommt darauf an, wie man die Uhr nutzt. Einen ganzen Tag Alltagsmodus plus ein Training von 1 bis 3 Stunden hält die Uhr knapp durch. Zum Abend hin muss die Uhr in jedem Fall schnell an den Strom. Die Angabe von 12 Stunden mit GPS-Tracking oder 48 Stunden im Alltagsgebrauch, trifft nur zu, wenn die Uhr nicht gerade neu ist und man daran rumspielt und ein paar Sachen installiert. Wir haben nur ein paar Fotos gemacht und der Akku war nach 1-2 Stunden bereits auf 50 % runter. Noch ein paar Apps installiert, angeschaut und der Akku ging zur Neige. Sinkt der Akkustand unter 10 % bietet die Smartwatch selbständig den „Energiesparmodus“ an, der die Uhr in einen Spar-Verbrauchszustand versetzt, der keinerlei Smartwatch-Funktionen bietet (unten links im Bild zu sehen). Alle Tasten sind deaktiviert, bis die Uhr geladen wird. Angezeigt werden Zeit und Datum.

Bild links: Suunto 7 Energiesparmodus Displayanzeige; Bild rechts: Suunto 7 Ladegerät mit Magnethaftung

Auf der anderen Seite scheint die Uhr während der Aktivität nicht so viel Kapazität einzubüßen wie befürchtet: Auch nach 1 Stunde Fahrt mit dem Fahrrad, lag die Akkuzeit bei 78 % (mit eingeschaltetem Display). Bei einer anderen Fahrt kam die Suunto 7 nach 2 Stunden Tracking auf 80 %. Die Akkuentladung ist mit 18 – 20 % demnach erstaunlich gering während eines Workouts. Vielleicht hängt bei der Akku-Entladung eine Menge davon ab, ob man in praller Sonne unterwegs ist und die automatische Helligkeit hochregelt oder die Fahrradtour durch den schattigen Wald entlang führt.

Nutzt man die Smartwatch dagegen über den ganzen Tag im Smartwatch-Modus ohne Trainingseinheit und wenig Spielerei-Einheiten zeigt die Suunto 7 am Ende des Tages 51 % an. Das entspricht zunächst einmal den Angaben des Herstellers, womit die Uhr 2 Tage lang ausdauern soll. Zu bedenken wäre: Man darf eben kaum was an der Uhr machen, unterwegs mal die Menüs durchscrollen, Einstellungen ändern usw. sonst purzelt die Akkukapazität. Zum Vergleich: Die Garmin venu mit AMOLED hat nach einem Tag im Smartwatch-Modus noch ca. 67 % Batteriekapazität. Nach 1 Stunde Lauftraining oder Fahrradfahren bleiben der venu im GPS-Modus noch 88 %.

Suunto 7 an einem Fahrradlenker mit Locus Map Navigation

Suunto 7 Bedienung

Die Suunto 7 ist mit Android und iOS kompatibel, wobei für iPhones weniger Features nutzbar sind. Dazu mehr im Kapitel Suunto 7 Musik und Smartwatch-Funktionen. Die Inbetriebnahme auf einem Android-Smartphone ist problemlos, man muss zwar jede Menge lesen, das ist aber kein Kritikpunkt. Nach dem Anschalten der Uhr wird der Nutzer durch Hinweise und Infos Schritt für Schritt angeleitet, was zu tun ist, welche Apps geladen werden sollen und welche Berechtigungen vorzunehmen sind. Wer das alles nicht liest und in der Testumgebung nicht schon ausprobiert, hat es im Nachhinein noch schwerer, sich an das doch recht spezielle Bedienkonzept zu gewöhnen.

Guter Touchscreen, aber konfuse Wischgesten

Die Suunto 7 macht am meisten Sinn, wenn man sich schon im Google-Ökosystem befindet und dies bereits auf seinem Smartphone gespeichert hat. Dazu wird die App Wear OS geladen. Im Prinzip wird jetzt das Google-Konto auf die Suunto 7 übertragen. Erfreulich: Dabei kann man auswählen, ob die Uhr auch auf sensible Daten wie zum Beispiel Kontakte zugreifen darf. Die Bedienstruktur der Touchgesten ist sternförmig nach Himmelsrichtungen aufgebaut. Wischt man nach rechts (nach Osten), startet der Google Assistant, wischt man von Norden nach Süden (oben nach unten), gelangt man zum Kurzwahlmenü für u. a. Flugmodus, Energiesparmodus, Google Pay und Kinomodus usw. Die Kurzbefehle lassen sich leider nicht nach den eigenen Vorlieben anpassen.

Suunto 7 Kurzbefehle sind nicht anpassbar

 

Ungewohnt ist die Zurück-Wischgeste, weil sie immer anders ist. Denn um wieder aus den jeweiligen Menüs rauszukommen, muss man in die Himmelsrichtung zurückwischen, aus der man reingewischt hat. Das hat bei uns für reichlich Verwirrung und Schrecksekunden gesorgt. Ein Beispiel: Die Wischgeste nach oben führt in das Smart-Notifications-Menü. Die Zurück-Wisch-Funktion wäre demnach Runterwischen. Besonders anfangs aber, wo man sich noch nicht gemerkt hat, aus welcher Richtung man in das Menü reingewischt hat, wischt man aus Reflex auch mal nach rechts oder links. Damit werden aber die einzelnen Nachrichten gelöscht, und zwar sowohl per Links- auch als Rechtswisch. Das wiederum führte bei uns öfters zu ungewollt gelöschten Nachrichten. Es wäre besser, nur eine Wischgeste (entweder links oder rechts) zum Löschen von Nachrichten zu aktivieren.

Der Touchscreen reagiert gut auf Berührungen und ist leicht zu bedienen. Allerdings nervt der automatische Wechsel zwischen aktiver App und dem Homescreen manchmal. Schon nach kurzer Zeit, manchmal 10 Sekunden, manchmal 20 Sekunden, wechselt die Uhr von der Seite, auf der man sich gerade befindet, auf die Startseite. Gelegentlich kann man dann ein- bis zweimal auf das Display tippen, um die vorige Ansicht wiederherzustellen (Kurzwahlmenü, Einstellungen, Google Fit-App, Play Store und Tagebuch), sehr oft aber auch nicht (Google Assistant, Smart Notifications). Und wiederum andere Ansichten werden so bevorzugt, dass sie nie ausgeblendet werden (Terminübersicht, Suunto-App). Das ist willkürlich. Warum kann man durch Tippen nicht zu jeder Ansicht wieder zurückkehren oder wenigstens das Zeitlimit für die Bildschirmbeleuchtung und den Wechsel zum Startbildschirm auf kurz oder lang einstellen?

Ein Fenster mit der Locus-App als eigenes Widget einzurichten, ist uns ebenfalls nicht gelungen. Des weiteren fällt ein Pinchen etwas schwerfällig aus (Multi-Touch-Gesten zum Zoomen), selbst auf dem relativ großen Bildschirm. Das hängt natürlich auch von der Dicke der eigenen Finger ab. Die Pinch-to-Zoom-Bewegung gelingt mit dem Zeigefinger und dem Mittelfinger am besten, beim Pinchen mit dem Daumen und Zeigefinger ist der Daumen zu dick für das Display. Da gelingt nicht viel. Alternativ kann man durch zweimaliges Tippen in die Karte hineinzoomen, allerdings nicht wieder hinaus.

Suunto 7 Kartendarstellung, Pinch-to-Zoom ist möglich

Vier Hardwaretasten: nicht so clever eingesetzt

Anfangs fragt man sich tatsächlich, was die Hardwaretasten zu sagen haben und erfährt bei einigem Probieren, dass es sich beim linken oberen Knopf zum einen um die Einschalttaste für das Hauptmenü und zum anderen um eine Schließen-Funktion handelt. Suunto nennt den linken Knopf die Ein/Aus-Taste, weil sie das Hauptmenü öffnet und Apps oder Bereiche, in denen man sich gerade befindet, schließt. Eine richtige Zurück-Funktion ist die Taste nicht, eher ein Verlassen des Menüs. Übrigens: Möchte man in den Optionen der Suunto-Wear-App einen Schritt zurückblättern, muss man nach rechts wischen (wir erinnern uns: in der Ansicht der Smart Notifications würde das eine eingegangene Nachricht löschen). Die Wischgesten erschienen uns nicht intuitiv und nicht 100%ig plausibel, weil man mit der gleichen Geste in dem einen Menü nur etwas löschen und in dem anderen Menü zurückblättern kann.

Suunto 7 mit vier Hardwaretasten, die sich konfigurieren lassen (ausgenommen der Suunto-Taste rechts oben)

Die drei Außentasten auf der rechten Seite oben, Mitte und unten stehen für das Starten von bestimmten Funktion, die man per Shortcut vorher definiert hat. Die Tasten lassen sich individuell konfigurieren, nicht einbegriffen der Suunto-Taste. Der obige Suunto-Button ist fix. Eine Taste zur Auswahl bzw. Bestätigung gibt es nicht bzw. konnten wir sie nicht erkennen. Nur per Touch auf das Display gelingt die Bestätigung. Im Prinzip wäre die mittlere Taste dafür gut geeignet, aber sie startet lediglich die Medien-App oder eine andere App, wenn man will. Nicht notwendig, unserer Meinung nach. Erst während des Trainings in der Suunto-App wird die mittlere Taste zum Seitenblättern verwendet und hat damit eine nützlichere Aufgabe. Spontan hat einer unserer Tester bei der Uhr die praktische Bedienung durch eine Lünette vermisst, wie sie ihm bei der Samsung Gear S2 sehr gut gefällt, beispielsweise in Kombination mit der Locus Map-App.

 

Während einer Aktivität ändern sich die Tastenfunktionen. Während des Sportelns kann man die Uhr entweder per Touchscreen oder Tasten steuern. Das Konzept dahinter ist besonders anfänglich schwer zu durchblicken, die Empfehlung daher, sich vorher die Videos zur Uhr von Suunto anzuschauen. Unten auf den Bildern dargestellt sind die Basic-Infos zu den Tasteneigenschaften.

Klasse Displaydesigns und Watchface-Auswahl!

Gut gelungen sind Suunto die vielfältigen Einstellungen zum Displaydesign samt Watchfaces. Eines der Designs besteht aus der lokalen Live-Heatmap, welche sogar in unterschiedlichen Zoomstufen und für verschiedene Aktivitäten wie Golf, Radfahren, Golf u. v. m. dargestellt werden kann. Das ist beeindruckend, kreativ und hübsch. Sowieso ist Suunto das ganze Thema rund um die Heatmaps phänomenal gelungen. Einzig: Die Aktualisierung der Heatmap-Karte funktioniert auf dem Watchface nicht ganz zuverlässig, aber die Heatmap sollte man für eine Tour oder eine Laufroute ohnehin separat aufrufen. Mehr zu den Heatmaps später im Kapitel Suunto App: Was kann sie und was kann sie nicht.

Suuntos eigene Heatmap-Watchface sieht Hammer aus

 

Mit Wear OS und dem Play Store stehen dem Nutzer nicht nur massig unterschiedliche Watchfaces zur Verfügung, sondern auch zahlreiche Apps, welche die Suunto in ihren Funktionen erweitern. Normalerweise bedarf es dazu keiner Interaktion mit dem Smartphone, da die Apps per WLAN heruntergeladen werden können, wobei sie unabhängig auf die Sensordaten der Uhr zugreifen.

Suunto 7 bietet viele ansprechende Watchfaces

Fazit zur Bedienung: Das schwierigste für Anfänger bei der Suunto 7 ist es, das Bedienkonzept und das Hin- und Herwechseln zwischen Hardware-Knöpfen und Touchscreen zu begreifen. Unser Tester hat sich am Schluss seines ersten Lauftrainings sogar schwergetan, die Aktivität zu stoppen. Das geht über die rechte Taste oben. Unterwegs war es nicht ganz einfach, den Akkustand abzurufen, weil man immer von der Angst begleitet wird, aus der App herauszufliegen oder die aktuelle Aufzeichnung bzw. Navigation zu beenden. Ein paar manuelle Runden waren dadurch in unserem Lauftraining zu viel. Den Akku prüft man während der Aktivität mit dem linken Knopf oben und zurück kommt man wieder mit der Suunto-Taste oben rechts.

Suunto 7: Fitness-Funktionen

Suunto / Wear OS / Fit – Welche App macht was?

Eine Installation der Suunto-App ist zunächst nicht zwingend erforderlich, die Fitnessdaten werden auch so gespeichert. Langfristig möchte man allerdings auf detaillierte Statistiken der Schrittanzahl, Distanz, Kalorien oder Herzfrequenz in der Wochen- oder Tagesübersicht nicht verzichten und benötigt dann Suuntos Fitness-Software. Die App synchronisiert und speichert alle Trainingseinheiten von der Uhr in das Suunto-Tagebuch und zeigt den Trainingsverlauf. Datenfelder und Seiten der Sport-Profile können mit der Suunto-App ebenso bearbeitet werden. Außerdem ermöglicht sie, sich mit Sport-Tracking-Netzwerken wie Strava, Relive, Endomondo und TrainingPeaks zu verbinden sowie das Teilen der eigenen Aktivitäten mit Freunden. Die Kopplung zu komoot hat uns persönlich noch gefehlt. Aber das kann ja noch werden.

 

Suunto 7: Sportmodus erstellen; Viele Sportmodi zur Auswahl; Datenfelder und Datenseiten bearbeiten; Verbindung zu sozialen Sportnetzwerken (von links nach rechts)

Die Wear OS App benötigt man, um die Suunto 7 mit dem Telefon zu koppeln und Grundeinstellungen zu regulieren, beispielsweise die insgesamt fünf möglichen Ansichten (Widgets) zu ändern, Berechtigungen für den Google Assistant, die Kalender-Synchronisation und die Smartwatch-Benachrichtigungen auf der Uhr einzustellen. Zusätzlich ist Google Fit für die Aktivitätenaufzeichnungen verantwortlich. Beim Tracking von Aktivitäten zählt Google Fit nicht nur Kalorien, trackt Ziele, den Aktivitätsverlauf, die Schritte, misst die Herzfrequenz sowie den Ruhepuls, sondern steuert Benachrichtigungen und Sprachansagen zu Trainingseinheiten. Für die Auswertung der Daten wird wieder die Suunto App verwendet. Zugegeben Fit enthält auch einige Statistiken zu den erfassten Daten. Diese Trainingsübersicht ist jedoch (noch) so gruselig, dass man sie nicht erwähnen, geschweige denn präsentieren braucht.

 

Wear-OS-App: 5 Widget-Ansichten konfigurierbar; Fit-App: Benachrichtigungen zu Trainingszielen; Fit-App: Sprachansagen zu Trainingseinheiten (von links nach rechts)

Zusammenfassend heißt das: Wear-OS-App für allgemeine Einstellungen zur Suunto-Smartwatch, Suunto-App für Trainingsverlauf sowie Auswertungen und Sportprofil-Anpassungen und Fit-App für das Tracking von Aktivitäten. Das erscheint alles zu gesplittet und wild verteilt. Eine Sammlung der Daten und Funktionen an einer zentralen Stelle, wie es bei Garmin-Uhren und Garmin Connect der Fall ist, wäre schön gewesen.

Fit-App: gecoachtes Training und Workout-Animationen

Im Bereich der verschiedenen Sportmodi und Trainings sind die Einstellmöglichkeiten minimalistisch im Gegensatz zu anderen Outdoor-Smartwatches. Im Vergleich zu GPS-Sport-Smartwatches wie der Garmin venu oder der vivoactive 4 dagegen sind die Einstelloptionen ausgeglichen, obwohl hier und da noch nicht ganz ausgereift. Die Fit-App auf dem Smartphone wurde im Kapitel davor beschrieben, auf der Uhr dagegen bietet Fit ein paar Fitness-Funktionen mehr, darunter ein persönliches Coaching während des Trainings, mit Tipps zur Motivation, Workouts mit animierten Bildern und Atemübungen. Optional könnte man auch ein Training mit der Fit-App starten, doch eigentlich ist die Suunto-App dafür gedacht. Die Funktion ist demnach doppelt gemoppelt. Sinn machen irgendwie einzig die Animationsvideos und Atemübungen, welche im Menü Fit-Ziele Workouts Herausforderungen versteckt sind.

Suunto 7 Fit-App Atemübungen und Fitness-Workouts mit Animationsvideos als Herausforderung

Keine Einstellung weit und breit, auf welchem Handgelenk die Uhr getragen wird, die Schrittlänge festgelegt, Schlafenszeit sowie Aufstehzeit definiert und die Aktivitätsklasse eingestellt werden kann. Suunto kann kein Schlaftracking! Jedenfalls nicht, ohne eine extra App aus dem Google Store dafür installieren zu müssen. Es gibt keine vorinstallierte App zum Schlaftracking. Das ist einfach mau! Sogar einfache und günstige Fitnesstracker haben einen guten vorinstallierten Schlaftracker. Das ist doch Grundfunktion. Unser Versuch Schlafaufzeichnungen mit Apps wie Smart Alarm and Sleep Tracker aus dem Play Store scheiterte jedenfalls, denn die Schlafanalyse sollte in der Suunto-App erscheinen. Tat sie nicht. Ein misslungener  Export der Schlafdaten in der Kürze der Zeit war eventuell Schuld oder aber die Apps harmonieren nicht. Es gibt sicher eine Lösung oder aber eine bessere App. Witzig: Die Fit-App zeigte die Schlafdaten trotz mangelndem Export an, natürlich in super abgespeckter Form, eben typisch Fit-App. Aber sie wurden wenigstens angezeigt.

Externe Schlaftracker-App aus dem Play Store mit guter Auswertung auf der Suunto 7 selbst, aber kein Export möglich; Fit-App stibitzt die erfassten Schlafdaten, leider minimalistische Schlafauswertung

Suunto-App: Was sie kann und was sie nicht kann …

Nun endlich zur verheißungsvollen Suunto-App, der App für Aktivitäten. Alle Trainings werden immer über die Suunto-Taste rechts oben begonnen. Ein Klick bringt Suunto-Nutzer zum Startbildschirm, der unter anderem die zuletzt genutzte Aktivität enthält. Toucht man auf die Aktivität unter dem Start-Symbol, kann man aus über 70 weiteren Sportmodi eine passende auswählen.

Suunto-App Startbildschirm (links), Suunto-App mit über 70 Sportprofilen

Bevor man eine Aktivität beginnt, bitte unbedingt die Datenseiten und Datenfelder über die Suunto-App auf dem Smartphone prüfen. Ach ja, die Suunto-App auf der Watch trackt die Aktivitäten und mit der Suunto-App auf dem Telefon sieht man seine aufgenommenen Aktivitäten und erhält zudem Zugriff auf die Einstellungen zu den Sportmodi. Das sieht dann folgendermaßen aus:

Suunto Sportmodi anpassbar mit 6 Datenfeldern und Grafik-Darstellungen für das Training sowie bis zu 4 Datenseiten

Positiv: Datenfelder und Datenseiten sind für alle Sportmodi anpassbar. Es können bis zu 6 Datenfelder plus einer Grafik-Darstellung für zum Beispiel Herzfrequenz, Höhe, Geschwindigkeit oder Luftdruck bzw. plus einer Rundentabellendarstellung auf bis zu 4 Datenseiten definiert werden. Suuntos Macher haben zwischenzeitlich anerkennenswerte Arbeit geleistet. Waren im Februar 2020 noch keine Datenfelder und -seiten verfügbar, so überzeugt diese kleine, aber feine Auswahl an Feldern schon deutlich mehr.

Datenfelder-Optionen in der Suunto-App auf dem Smartphone

Datenfelder konfiguriert? Dann kann es losgehen. Moment! Heatmap-Typ vorher noch auswählen! Den Begriff Heatmaps kennen viele Nutzer wahrscheinlich von Strava: Die besonders beliebten oder wenig gefahrenen oder gelaufenen Strecken je nach Aktivität. Ob Laufen, Radfahren, Downhill, Skifahren, Surfen, Schwimmen… Suunto Heatmaps gibt es für 15 Aktivitäten auf der Suunto 7. Die Heatmap ist der Hammer! Eine Glanzleistung, die man auch freudig anerkennen muss. Daheim ist sie vielleicht nicht der Bringer, weil man schon sehr wahrscheinlich alle Routen selbst erkundet hat, aber unterwegs im Urlaub sind sie der Hit. Heatmaps machen auch in Corona-Zeiten Sinn, um Hotspots und die am häufigsten genutzten Strecken zu vermeiden, auch wenn die Funktion der Heatmaps ursprünglich eigentlich anders gemeint war, und zwar die beleibtesten, weil besten Strecken, zu finden. Einen kleinen Wermutstropfen, der uns einen Seufzer entlockt, gibt es aber: Die Heatmap sollte am besten zu Hause vorher geladen werden, also über WLAN, sonst muss der Mobilfunkvertrag dran glauben bzw. über die mobilen Daten dauert es einfach unendlich lang oder es geht gar nicht. Also zu Hause aktiviert und dann geht es los und sieht wie folgt aus:

Heatmaps für mehrere Sportprofile auswählbar und die Heatmap beim Training in Aktion

Es sollte klar sein: Die Suunto-Sport-Smartwatch ist keine Outdoor-Uhr, aber auch keine ambitionierte Laufsport-Uhr. Dazu mangelt es ihr an wichtigen Funktionen wie Laufeffizienzwerte, Laktakschwelle, Multisportmodus, Schlafaufzeichnung (für die man erst eine geeignete App finden muss) oder VO2max (Überwachung des Sauerstoffgehalts im Blut). Schade auch, dass Suunto 7 kein Trainingszustand und keine Trainingsbelastung bestimmen kann. Laut Suunto-Webseite wäre das Überwachen der Trainingsbelastung mit der App Movescount möglich. Movescount erfasst die Erholungszeiten und die damit verbundene erhöhte Sauerstoffaufnahme nach dem Training, sogenannte Nachbrennwerte oder auch EPOC-Werte zur Messung der Belastung der Trainingseinheiten. Die Algorithmen dafür liefert Firstbeat.

Unbestritten sind Stresslevelmessung und der damit verbundene Erholungsratgeber kein Must-have für Feierabend-Sportler, doch trotz allem für den Alltag nützlich – besonders nach einem intensiven Meeting würde dem Nutzer ein Hinweis auf Erholung guttun. Damit kann die Suunto 7 leider nicht dienen. Zudem fehlt das automatische Erkennen und Starten von Aktivitäten. Bei einer Aktivität ist keine Autopause möglich. Pausieren lässt sich die Aktivität manuell mit dem Button oben rechts. Währenddessen kann man sogar die Datenseiten durchsehen. Ganz praktisch, um einzuschätzen, ob man noch das Letzte aus sich rausholen sollte, um ein Ziel zu erreichen oder einfach als Info zwischendurch.

Gestiegene Treppen oder Stockwerke sind nicht vorinstalliert, aber ihr wisst, was jetzt kommt? Ja, die Wear OS App. Dort kann man eine App herunterladen, die das kann. Alarme können auf der Uhr nur ein- oder ausgeschaltet werden, gesonderte HR-Alarme, Pace-Alarme oder Hinweise auf Zwischenzeiten können nicht zugewiesen werden. In der Suunto-App hingegen können Sprachausgaben zu Trainingseinheiten aktiviert werden.

Suunto-App: Keine HR-Alarme, Pace-Alarme etc. definierbar, nur Ein/Aus

 

Je nach Sportmodus wird die aktuelle, die durchschnittliche Herzfrequenz sowie die Herzfrequenz pro Runde getrackt. Sehr attraktiv: Während der Aktivität sieht der Suunto-Nutzer über einen farblichen Rundbalken im Innenring der Uhr, in welcher Herzfrequenzzone er trainiert.

Suunto-App: Anzeige der aktuellen Herzfrequenzzone während des Trainings in verschiedenen Farben im Innenring

Strecken und Routen können über die Suunto-App geplant werden, aber nicht auf die Uhr geladen werden. Der Import von Routen will nicht oder kann nicht, wir wissen es nicht. Automatische Rundrouten? Keine Spur. Erfreulich: Autorunden und manuelle Runden sind ebenso vorhanden. Den Auto-Seitenwechsel oder das Intervalltraining vermisst man dagegen. Nach dem Training können weitere detaillierte Daten zu der eigenen Leistung angesehen werden, etwa wie hoch der Peak Training Effect (PTE – Trainingseffekt) war oder die geschätzte Erholungszeit.

Herzfrequenzzone im Display-Innenring (blau=entspannt)

Auswertung und Analyse in der Suunto-App

Nach dem Workout erscheint auf der Uhr eine Zusammenfassung seiner erarbeiteten Leistung. Die Zusammenfassung wird im Tagebuch gespeichert, das sich mit einem doppelten Wisch nach links über den Touchscreen und einen Touch auf die „Übersicht“ erreichen lässt. Dort kann man seine gespeicherten Aktivitäten mit ein paar schönen grafischen Diagrammen einsehen. Leider fehlen grafische Darstellungen von Erholungs-/Belastungstrends. Die soll man via Movescount-App bekommen.

Suunto Auswertungen und grafische Statistiken nach dem Training

Auswertung von Pulsmessung und Herzfrequenzzonen: Ganz klar, während eines Trainings gibt es eine konstante HR-Messung, im Alltag aber findet die Messung entweder nur manuell statt oder aber alle 15 Minuten. Zu den allgemein üblichen Profileinstellungen wie Größe, Gewicht, Geschlecht, Alter, können zwei Herzfrequenzbereiche, der Ruhepuls und die maximale Herzfrequenz, eingestellt werden. Standard ist schon, dass man alle fünf HF-Zonen selbst konfigurieren kann. Anhand von Herzfrequenz-Bereichen kann man schließlich die Intensität des Trainings errechnen. Zwar werden von der Suunto-Sportuhr fünf Herzfrequenzzonen aufgezeichnet, die anderen drei kann man aber nicht konfigurieren. Ebenso fehlt eine Anpassungsmöglichkeit der Prozentangabe für die maximale HF zum Ermitteln der Trainingszonen, wenngleich die Herzfrequenzzonen als Prozentsatz der maximalen Herzfrequenz (max. HR) vordefiniert sind.

Suunto 7 Herzfrequenzzonen

 

Nach dem Sport ist vor dem Sport: Analysen und Auswertungen sind das A und O zum Verbessern seiner Leistungen. Gefallen hat uns die Analyse von Tempo, Geschwindigkeitsdiagrammen und Routen auf der Karte in der Suunto-App (unten: Bild 1 von links). Denn geht man innerhalb der Karte mit dem Finger unten in der grafischen Zeitleiste entlang, sieht man, zu welchem Zeitpunkt seines Laufes man, welches Tempo und welche Herzfrequenz hatte oder welche Höhe gerade am Start war. Das ist schon nice gemacht.

Wenn man auf die Herzfrequenz-Grafik tippt (Bild 2 von links), dann erscheint eine detailliertere Darstellung (Bild 3 von links) , die man sowohl vertikal als auch horizontal (Zeitleiste) via Zoom mit den Fingern strecken kann. Für eine Tiefenanalyse und diejenigen, die es ganz genau wissen möchten. Leider bekommt der Sportler keine Zeitangabe zur Herzfrequenz angezeigt, wenn er mit dem Finger auf den Graphen tippt. Vielleicht wird das noch nachgereicht. Mittlerweile fließen auch die persönlichen Aktivitätsdaten in das Tagebuch der Suunto-App. Das war wohl vor einigen Monaten noch nicht der Fall. Die Zusammenfassungen der täglichen Bewegung können nach Woche, Monat oder Jahr sortiert (Bild 4) und speziell nach Bereichen wie Distanz, Durchschnittliches Tempo, Herzfrequenz etc. inspiziert werden.

Noch ein Wort zum Schrittezählen der Suunto 7: Im Vergleich mit einer Garmin vivoactive 4s ist aufgefallen, dass die Schrittanzahl bei der Suunto 7 höher liegt als in der Realität. Man kann seine persönliche Schrittlänge nicht festlegen oder auf welchem Arm, links oder rechts, die Uhr getragen wird. Das könnte den Unterschied erklären. Auf einer kurzen Geh-Teststrecke zählte Suunto 7 genau 983 Schritte und somit mehr als die vivoactive 4s mit 909 Schritten. Tatsächlich waren es 921 Schritte. Wir haben mitgezählt. Es scheint als berechne die Suunto 7 auf einer konstanten Laufstrecke ein bisschen mehr Schritte als es tatsächlich sind. Im Alltag dagegen, wo die Schritte nicht so zusammenhängend erfolgen (beim Gang zur Küche, ins Wohnzimmer etc.), da erkennt die Suunto insgesamt weniger Schritte. Am Ende eines Tages ermittelte die finnische Uhr nur 4594 Schritte im Vergleich zur Garmin-Uhr mit 4710 Schritten. Damit die Schritterkennung im Alltag nach Möglichkeit genau ist, verfügen beide Uhren über eine Korrekturfunktion, welche erst dann Schritte aufsummiert, wenn man mindestens 7 – 8 zusammenhängende Schritte geht. Diese Funktion greift bei der Suunto 7 offensichtlich etwas mehr im Alltag, so dass einzelne, kurze Bewegungen (wie Händewaschen) nicht als Schritte gezählt werden. Das ist insofern eher ein Vorteil.

Etwas Sonderbares ist uns noch beim Schritte-Check passiert: Als wir mit dem Lauftest fertig waren und die Schrittanzahl auf dem Always-On-Bildschirm der Suunto gespannt nachschauen wollten, ist im Vergleich zu vorher kein einziger Schritt mehr angezeigt worden. Die Suunto hatte die Schrittzahl auf dem Always-On-Display nicht aktualisiert. Durch manuelles Aktivieren des Displays wurde die Anzeige der Schritte wieder aktualisiert. Hier hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen.

Suunto 7 Musik und Smartwatch-Funktionen

Kurz und schmerzvoll: Man kann mit der Suunto 7 Musik vom Handgelenk aus steuern und streamen sowie offline hören, aber zurzeit nur mit Play Music. Das Offline-Hören von Musik über Spotify oder Deezer hat in unserem Test nicht funktioniert. Beide Musik-Dienste bieten für das Wear-OS-System keine Option, um offline Musik herunterzuladen (Bild unten rechts), ganz im Gegenteil zu Garmin-Uhren, mit der man Songs herunterladen kann. Mit Wear OS lässt sich auf der Suunto mit oben genannten Musik-Streamindiensten nur über WiFi und Mobilfunk Musik hören. Das Smartphone muss also immer mit. Die Steuerung der Musik auf dem Smartphone oder sogar auf dem PC funktioniert über die Uhr dagegen einwandfrei. Das Telefon kann also beim Joggen verstaut bleiben und die Kontrolle über die Musik-Apps übernimmt die Uhr. Googles Play Music konnten wir nicht testen, man kann ja nicht überall ein kostenpflichtiges Abo zum Testen besitzen. Darüber soll das Herunterladen von Songs wohl funktionieren und das Smartphone soll bei den Aktivitäten zu Hause bleiben können. Das Koppeln der Kopfhörer per Bluetooth gelingt ganz leicht. Es sind allerdings die Kleinigkeiten, die auf der Suunto oftmals nicht funktionieren und nervig sind, wie zum Beispiel, dass die Kopfhörer nicht richtig benamt werden, sondern kryptisch kodiert erscheinen (Bild unten links). Ernsthaft?

Suunto 7 Bluetooth-Kopfhörer werden nicht richtig klassifiziert (links), Spotify Musiksteuerung der App auf dem Smartphone, Spotify unterstützt keine Offline-Musik (rechts)

An smarten Funktionen bietet die Suunto 7 Smart Notifications, Apps wie Kalender, Wetter und den Google Assistant. Anrufe und Nachrichten wie E-Mails oder WhatsApp, Anrufe, Kalendererinnerungen und To-Do-Aufgaben kommen nach Freigabe der Berechtigungen, die man man ja bereits bei der Einrichtung bestätigt hat, anstandslos an. Sogar Nachrichten-Dienste von Online-Zeitungen wie Washington Post, Ticker von Fußball-News oder . Unser Kalender war nicht freigeschaltet, was sich aber in der Wear-OS-App schnell ändern ließ. Das Smartphone-Betriebssystem iOS hat den Nachteil, dass keine Antworten auf Textnachrichten über Smart Notifications versandt werden können. Android-Nutzer können auf Nachrichten antworten und diese sogar per Sprachbefehl mit dem Google Assistant.

Suunto 7 mit zahlreichen Apps und Widgets wie Wetter oder Nachrichten-Ticker

Der Google Play Store ist der beste Freund: Um einige Smartwatch-Funktionen nutzen zu können, werden verschiedene Apps aus dem Play Store installiert. Besonders nützlich ist Google Pay zum kontaktlosen Bezahlen, wenn das Smartphone und die unhandliche Geldbörse mal zu Hause geblieben sind und man sich nach dem Training für seine hervorragenden Leistungen noch mit frischen Sonntagsbrötchen belohnen möchte. Die Einrichtung ist im Kapitel Weitere Schnittstellen erläutert. Auch der Google Assistant ist besonders praktisch. Darüber können per Sprachbefehl Apps geöffnet, das Wetter abgefragt, Erinnerungen angezeigt, der Timer gestellt, WhatsApp, Aktivitäten gestartet oder der Puls angezeigt werden. Beim Training kann man den Assistant dazu auffordern, die Herzfrequenz, den Akkustand oder das Wetter anzuzeigen, ohne durch die einzelnen Seiten scrollen zu müssen. Alternativ lässt sich die Musik auf dem Smartphone per Assistant steuern. Sehr angenehm ist, dass der Google Assistant auf „OK Google“ reagiert, wenn man der Erkennung in den Einstellungen zustimmt.

Suunto 7 mit Google Assistant und „OK Google“-Erkennung

 

Tools wie Übersetzer und die App Wasser Trinkwecker sind sinnvoll und nützlich. Die Abstände der Trink-Erinnerungen und die Menge an Milliliter oder Trinkglas-Größe können in der App festgelegt werden. Die Übersetzung ist nur mit WLAN oder Smartphone-Verbindung möglich (Achtung Verbrauch der mobilen Daten, auch wenn gering!). Passend in Corona-Zeiten erscheint auch der Timer zum Händewaschen, welcher einen Countdown von 40 Sekunden startet und nach Ablauf von 3 Stunden erneut zum Händewaschen bittet.

Suunto 7 Navigation und Karten

Die finnische Sportuhr besitzt Offline-Outdoor-Karten, die Geländedetails, Trails (Strecken) und Konturlinien anzeigen. In der Suunto-App kann eine kostenlose Offline-Karte, die aus einem frei wählbaren Kartenausschnitt von 53 Kilometern Fläche besteht und per WLAN heruntergeladen werden. Auf der Karte kann man seinen Standort und seine Richtung sehen. Intuitiv ist das Kartenladen aber nicht gerade. Es dauert, bis der Nutzer überhaupt merkt, dass ein größerer Kartenausschnitt als 53 Quadratkilometer nicht wählbar ist, denn es kommt keine Fehlermeldung. Nur ein blauer Pfeil an der Seite erscheint, wenn man exakt 53 Kilometer oder weniger eingestellt hat. Der Download erfolgt auch im Hintergrund, man muss nicht in dem Menü verbleiben. Allerdings kommt die Meldung, ob der Download per WLAN gestartet werden soll, recht spät. Bis dahin sollte man die Uhr-Anzeige irgendwie wachhalten. Die Kartenausrichtung kann nicht genordet werden, was für moderne Karten eigentlich Standard ist.

Suunto 7: Offline-Karten als Kartenausschnitt herunterladen

 

Von den Karten gibt es die zwei Kartenstile „Outdoor“ und „Winter“ in hellem Blau, die sich durchaus sehen lassen können. Es sind keine vollen und klaren Farben, aber begleitet von einem relativ schnellen Zoomverhalten hinterlassen sie einen guten Eindruck beim Nutzer. Darüber können zurückgelegte Trainingsrouten und Wegstrecken als Tracks aufgezeichnet werden.

Dennoch ist schon merkwürdig, wie schwer es Suunto seinen Nutzern macht, Tracks zur Navigation zu nutzen. Offensichtlich ist das gar nicht vorgesehen, nur die Trackaufzeichnung, so sieht man es auch in der Bedienungsanleitung. Im Playstore auf Wear OS sind kaum Navigation-Apps zu finden. Suunto hat quasi alles getan, um eine Navigation zu verhindern. Von intuitiver Bedienung ist keine Rede, man muss schon sämtliches Wissen und alle Tricks aufbieten, und auch das Internet hat eigentlich keine Ratschläge parat.

Es gibt keine Methode, Routen auf die Suunto 7 herunterzuladen. Geplant ist es wohl. Die Funktion zum Trackladen wird bei Suunto nicht so richtig verraten. Track on the Map ist nur die eigene Aufzeichnung, die zwar in die Suunto-App anschließend importiert wird, aber Navigation findet nicht statt. Dies ändert sich noch während unserer Testphase, dachten wir! Mit TwoNavs Ankündigung ihre Routen-Software Land sei jetzt mit Suuntos GPS-Sportuhren kompatibel. Die Meldung beeindruckte uns in der Tat sehr. Daumen hoch hierfür! Dachten wir. Es gelang uns aber nur den erstellten Track in die Suunto-App zu importieren. Erfolglos versuchten wir die Synchronisation des Tracks danach auf die Uhr. Suunto meldete nur: Import failed … The format of this file couldn’t be resolved. Falls die Track-Übertragung mit Land doch noch in nächster Zeit klappen sollte, haben wir ganz unten eine kleine Anleitung geschrieben: Routen und Tracks mit Land auf die Suunto-Watch laden.

Beispiel zur Navigation auf dem Fahrrad: Am Fahrradlenker wird selbstverständlich keine Herzfrequenz gemessen, aber darauf muss man eben verzichten, wenn man die Suunto zur Navigation verwendet. Momentan ist die einzige empfehlenswerte App LocusMap.

Locus reagiert unseres Erachtens auf der Suunto deutlich langsamer als auf einem Tizen-System. Das System ist ein tolles und praktikables System, weil es wenig Energie frisst, sowohl auf der Suunto 7 als auch auf dem Smartphone. Allerdings ist es leider nur in Kombination mit dem Smartphone funktionsfähig. Das müsste man dann immer dabei haben. Tagestouren werden damit kaum möglich sein, zumindest aber mehrstündige Ausflüge. Und natürlich gäbe es da noch die Powerbanks zum Laden für unterwegs (dazu lesenswert unser Powerbank-Vergleich mit Testberichten).

 

Suunto 7 mit Sigma iD Free am Fahrrad (Bild links), Locus Map Navigation auf Suunto 7 (Bild rechts)

Man könnte auch ViewRanger verwenden: Karteladen funktioniert, aber beim standardmäßig vorgeschlagenen Gebiet werden über 5000 Kacheln notwendig zum Download, und das dauert natürlich irgendwie zwischen einer halben und einer ganzen Stunde voraussichtlich. Den Ladevorgang haben wir abgebrochen. Weitere Versuche mit beispielsweise VirtualMaze Offline Map Navigation scheiterten ebenso aus Praktikabilitätsgründen. Unsere Hoffnung lag ganz in TwoNavs Ankündigung: Sende deine Routen auf deine Suunto-Watch! Wie gesagt, am Ende hat es doch nicht funktioniert. Hier aber die Anleitung, falls es doch bald möglich sein sollte, Tracks aus der Suunto-App zu übertragen.

Routen auf die Suunto-Watch laden mit Land von TwoNav

Land ist eine Software von TwoNav, um Tracks und Routen zu bearbeiten oder zu planen. Hat man eine Route auf der Plattform Land erstellt, lädt man diese wie folgt auf seine Suunto-Uhr:

  • Den Track mit der rechten Maustaste anklicken und die Option > Senden an > Suunto Routes. wählen.
  • Es wird nach dem Benutzernamen und Passwort der Suunto-App gefragt. Dazu geht man in der Suunto-App oben links auf den Benutzer, oben rechts die drei Punkte, Einstellungen, Kontoeinstellungen und dort steht ganz unten der Benutzername.
  • Der Track wird in die Suunto-Cloud und anschliessend in die Suunto-App gesendet und kann als Track auf die Uhr geladen werden.

Momentan gibt es Land Premium sogar gerade im Angebot. Mit dem Rabatt-Code SUUNTOLAND kann jeder Besitzer einer Suunto die Premiummitgliedschaft für 45 Euro anstelle von 89 Euro erwerben.

Fazit

Zuallerst ein Vorwort: Der Test war wirklich, um es nett zu formulieren, nervenaufreibend. Die Suunto 7 bietet tatsächlich viel, macht aber so wenig daraus. Das ist schon fast ärgerlich. Das Gute ist, Suuntos Köpfe arbeiten wohl stets an Verbesserungen und Updates, so dass zwischen dem Test des DC Rainmakers und unserem die Möglichkeit zur Bearbeitung von Datenfeldern und Datenseiten per Update implementiert wurde. Es bleibt somit ein Hoffnungsschimmer, dass Suunto immer besser wird, vor allem in Sachen Track laden, und dass vielleicht Googles Übernahme von Fitbit noch die notwendigen, gravierenden Auswirkungen in die Fit-App bringen. Jetzt zum Fazit.

Ihr bekommt mit der Suunto 7 eine gute Android GPS-Smartwatch mit wirklich gutem GPS-Empfang, aber dafür auch eine wenig durchdachte, nicht besonders intuitiv bedienbare Sportuhr mit etwas zu kurzer Akkulaufzeit – leider Wear OS sei gedankt. Da muss Google einfach noch dran arbeiten. An dem Akku liegt es jedenfalls nicht. Die kurze Akkulaufzeit mindert vor allem die Outdoortauglichkeit. Wer möchte schon bei einem Tagesausflug zusätzlich zu seinem Smartphone auch noch die Sportuhr immer wieder nachladen müssen?

Auch die Bedienbarkeit der Uhr bei Wind und Wetter macht es uns schwer, die Suunto 7 als outdoorfähig zu bezeichnen. Bei Schnee und Regen würde man gerne auch außerhalb von Aktivitäten die Steuerung der Uhr allein mit den Knöpfen vornehmen wollen, wenn schon vier davon vorhanden sind. Bei der vivoactive 4 und Garmin venu sind nur zwei Knöpfe vorhanden, da kann man die eingeschränkte Button-Festlegung nachvollziehen. Bei der Suunto 7 weniger. Es fehlt eine Zurück-Funktion per Taste und vor allem eine Bestätigungs-Funktion per Knopf. Während einer Aktivität ist die Bedienung zufriedenstellend geregelt und auch nur da.

Die Möglichkeiten im Bereich Navigation sind noch sehr eingeschränkt, obwohl der GPS-Empfang toll ist und die Heatmaps der Hammer sind und die Kartendarstellung auch gut ist, wobei der Download etwas stolpert und zäh wirkt. Uneingeschränkt toll wären auch die Wear-OS-Funktionen samt Spracheingabe per Google Assistant, wenn die Apps denn immer zuverlässig funktionieren würden (Schlaftracking-Fauxpas). Der Play Store mit den vielen WatchFaces und Apps sind schon nett ansonsten. Man muss akzeptieren, dass man sich seine Funktionen aus dem Play Store zusammensuchen muss. Wahrscheinlich deshalb der 8 GB Speicherplatz. Für die Musik von Deezer oder Spotify jedenfalls ist dieser erst mal nicht, nur Amazon Musik darf dort abspeichern. Da muss es zukünftig mehr Optionen geben, unserer Meinung nach. Es ist eben alles etwas chaotisch verstreut.

Für das Training sind viele Datenfelder und Datenseiten möglich. Bei der Auswertung und Analyse muss man sich erst an das Konzept wie bei der Bedienung gewöhnen. Das ist aber bei Garmin Connect auch so. Die Optionen sind vielfältig, aber nicht intuitiv. Teilweise entdeckten wir erst zum Ende unseres Tests, dass es bestimmte Funktionen doch gab.

Noch ist die Suunto 7 unserer Ansicht nach nur etwas für Feierabendsportler. Ambitionierte Sportler und echte Outdoor Abenteurer werden zwangsweise Funktionen und eine gute Bedienung mit Knöpfen (Handschuhe in den Bergen, Matsch) vermissen. Mit Garmins fenix-Uhren (Garmin fenix 6-Serie optischer HR-Sensor im Test) kann sich die Suunto 7 nicht messen, da fehlen einfach 100 Euro an Funktionen. Diesen Preisunterschied der beiden Uhren merkt man dann doch als Sportler. Der Garmin venu oder vivoactive 4 kann die Suunto 7 schon eher auf Augenhöhe begegnen. Es kommt darauf an, welche Anforderung der Nutzer an die Uhr hat. Die venu kann nicht navigieren, die Suunto 7 hat schon Karten. Die Garmin venu hat mehr Einstellungsmöglichkeiten, kleines Beispiel: Zeitlimit für die Beleuchtung, dafür ist die Suunto 7 knappe 160 Euro teurer. Suunto muss noch etwas am Bedienkonzept und an der Akkukapazität arbeiten, dann ist ihre GPS-Smartwatch ihr Geld wert. Momentan bleibt sie hinter den, zumindest unseren, Erwartungen zurück. Eine klare Empfehlung können wir der Suunto 7 für den jetzigen Preis von EUR 474,38 € bei Amazon leider noch nicht aussprechen.

Ein Kommentar zu “Test Suunto 7: GPS-Smartwatch für Android und iPhone mit Google Wear OS

  1. Super detaillierter test Monika
    Danke

    Der Test bestätigt auch meine Erfahrungen mit Suunto. Sehr gute Hardware und Konzept, leider nicht immer komplett zuende gedacht.

    Meist,zumindest war das bei meiner 3er so, werden aber noch viele Fehler im ersten Jahr korrigiert und wirklich sinnvolle Funktionen ergänzt.

    Sehr gute APP die auf Sports-Tracker.com basiert, auch deren Zugang verwendet und damit auch auf meine bisherigen Trainings Zugriff hat Aus Datenschutz Sicht nicht DSGVO konform, da mit Facebook (auch wenn man dort nicht angemeldet ist, leider falsch in der AGB beschrieben). Auch das weitergen von Daten aus den EU rechtsraum ist für eine Europäische Firma absolut inakzeptabel. Siehe auch https://reports.exodus-privacy.eu.org/en/reports/33561/

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