Garmin venu Sq Music Test | Lifestyle und trotzdem zuverlässig?

In unserem Test klären wir: Was kann die preislich attraktive und hübsche Fitness-Smartwatch venu Sq Music von Garmin? Ist die GPS-Smartwatch was für Hobbysportler oder ist sie nur ein Lifestyle-Produkt?

Das neueste Modell der Fitness-Smartwatch Garmin venu Sq gibt es in zwei Varianten, einmal mit Musik (Sq Music) und einmal ohne. Generell soll die venu-Sq-Variante als Einstiegs-Smartwatch für Nutzer mit einem schmaleren Budget für etwa 200 Euro ansprechend sein. So ist es nicht verwunderlich, dass hier durchaus ein bisschen an Funktionen eingespart wurde. Ob die Sq trotzdem ausreichend viele und gute Funktionen bietet, das klären wir für Euch.

Außerdem großes Thema: der Design-Wechsel der Fitness-Watch. Bis vor kurzem waren hauptsächlich runde Garmin-Smartwatches angesagt. Das neue quadratische Design der venu Sq (square=Quadrat) tendiert in Richtung Apple Watch Series wie auch Fitbit Sense und Fitbit Versa 3, womit Garmin einerseits in Richtung Lifestyle-Uhr aufbricht und zum anderen an seine älteren Modelle zurück anschließt – quasi Back to the Roots. Denn einst startete Garmin genau mit dieser eckigen Uhrenform in das Smartwatch-Business (siehe Garmin vivoactive 1 und Forerunner 35).

Nun ist Garmin natürlich nicht auf alten Pfaden unterwegs, sondern reagiert auf den Markt, der allgemein momentan einen großen Faible für den Apple-Style hat. Doch im Inneren der venu Sq ist weiterhin pure Garmin-Technologie verbaut. Pur, bewährt und zuverlässig? Legen die neuen Modelle so einen soliden Auftritt hin, wie die Garmin venu und vivoactive 4, die wir ebenfalls schon auf Herz und Nieren gecheckt haben? Wie zuverlässig die venu Sq auch mit Lifestyle-Anspruch ist, das soll unser Test zeigen.

Garmin venu Sq Music

 

Hardware

Displayunterschiede: AMOLED vs. LCD vs. MIP

Im neuen rechteckigen Gehäuse der venu Sq befindet sich ein helles und aufgrund der knackigen Farben lebendiges LCD-Display, das von Gorilla-Glass geschützt wird. Das LCD unterscheidet sich in einigen Punkten vom AMOLED der Pionier-Smartwatch venu. Zum Beispiel verfügt der smarte Neuling über eine nicht so hohe Auflösung wie die ältere venu, 240 x 240 Pixel im Gegensatz zu 390 x 390 Pixel. Das ergibt bei gleicher Helligkeitsstufe eine signifikant hellere und klarere Optik für die ursprüngliche venu. Eindeutig erkennbar wird der Unterschied bei Textnachrichten, welche auf der venu Sq bei normalen Lichtverhältnissen, drinnen und draußen, nicht nur pixeliger, sondern auch dunkler erscheinen. Das Weiß der Schrift ist nicht so weiß wie auf der venu und die Schriftart um einiges dünner. Doch da die Sq vermutlich eher jüngeres Publikum mit gutem Augenlicht ansprechen wird, könnte sich das Design als entscheidenderes Kriterium gegen die Auflösung durchsetzen.

Die Unterschiede zwischen MIP-Display und AMOLED hatten wir bereits in unserem ausführlichen venu-Test herausgestellt. Und genau dieser Unterschied gilt auch für LCD und MIP. Die beiden Displays verfolgen jeweils einen komplett anderen Ansatz, was ihren Einsatzzweck betrifft. Wer sich viel draußen aufhält und seine Smartwatch viel bei Outdoor-Aktivitäten nutzt und wem eine lange Akkuleistung wichtig ist, wird sich eher für ein akkuschonendes und displayschonendes MIP-Display entscheiden, denn je mehr die Sonne scheint, desto mehr kommt das MIP-Display in Top-Form, weil es das Umgebungslicht reflektiert. Hier kann kein AMOLED mithalten. Wer seine Smartwatch viel in Innenräumen wie zu Hause oder im Büro verwendet, dabei satte Farben liebt, und wen es dabei nicht stört, dass die Batterielaufzeit dafür etwas kürzer ausfällt, der wird wahrscheinlich ein AMOLED bzw. LCD präferieren (siehe auch das Youtube-Video: Vergleich von MIP-Display und AMOLED-Display).

Displayvergleich LCD vs. MIP: Garmin venu Sq Music, Garmin Instinct Solar, Garmin fenix 6 (von links)

 

Dank des Always-On-Modus der venu Sq sowie der hoch empfindlich einstellbaren Erkennung von Bewegungen ist das Display oft im aktiven Zustand und damit entspannt nutzbar. Das Display schaltet sich sehr schnell ein. Im Abschnitt Bedienung haben wir unsere Erfahrung mit dem Always-on-Modus und der Anzeige-Empfindlichkeit geschildert. Das Gehäuse der venu Sq besteht aus faserverstärktem Polymer (ein Kunststoff, den auch die anderen Smartwatches verwenden), die Lünette aus leichtem Aluminium und das Armband aus Silikon. Alle Materialien und Komponenten sind eins a verarbeitet, so dass es nichts zu kritteln gibt. Größentechnisch übertrifft das Display der venu Sq minimal das des Vorgängers venu. Es misst 1,3 Zoll bei 33,1 mm Diagonale, das der venu bietet dagegen 1,2 Zoll bei 30,4 mm Durchmesser. Trotz kleinerer Display-Abmessungen zeichnet sich die venu-Smartwatch durch eine durchweg größere und kräftigere Schrift aus.

 

Abmessungen, Tragekomfort und Design

Die venu Sq ist mit 1,1 Zentimetern recht flach gebaut und damit kleiner und leichter als die vivoactive 4s und venu, genauer gesagt 2,4 Gramm und im Vergleich zur venu sogar fast 9 Gramm leichter. Natürlich kommt das geringere Gewicht dem Tragekomfort spürbar zugute. Abgesehen davon ist das Armband der venu Sq identisch zur venu, was es schön elastisch und anschmiegsam macht, so dass sich im Endeffekt neues und altes venu-Modell gleich gut anfühlen. Im Vergleich zu den vivoactive-Uhren ist das Silikon-Armband der venu etwas breiter, dafür aber flacher, womit die Uhr besser auf dem Handgelenk sitzt und weniger verrutscht. Hier punktet die venu Sq.

Ansonsten verfügen alle Uhren über Schnellwechsel-Armbänder, die leicht getauscht werden können. Dazu bietet Garmin ein umfangreiches Portfolio an optionalen Armbändern aus Leder, Stoff und Silikon, so dass sich beinahe zu jeder Gelegenheit und jedem Outfit, ob sportlich, klassisch oder lässig, das passende finden lässt. Bestellen kann man die venu Sq in den drei Farbvarianten Lavendel, Weiß/Gold und Grau/Schiefer. Die venu Sq Music ist in den Farben Schwarz/Schiefergrau, Beige/Rosegold, Dunkelblau/Weißgold und Moosgrün/Schiefer erhältlich.

Im Gegensatz zur vivoactive 4s sitzt die venu Sq rutschsicher und komfortabel am Handgelenk. Das liegt unserer Meinung nach zum Teil daran, dass der HF-Sensor recht flach eingebaut ist. Der Sensor nimmt eine größere, aber flachere Fläche ein, womit er nicht so weit aus dem Gehäuse ragt, wie bei den vivoactive-Uhren, und sich dem Handgelenk besser anpasst. Die vivoactive 4s beispielsweise ist schön klein, sitzt aber wegen des hohen HR-Sensors gefühlt wie so ein kleiner Berg auf dem Arm – eine hügelige Angelegenheit also. Doch keine voreiligen Schlüsse ziehen! Es gibt entscheidende Optik- und Feature-Argumente für die vivoactive-Modelle, die den hochgebauten HR-Sensor locker wieder wettmachen und die auch der Grund sind, warum sich die Verfasserin dieses Tests für eine vivoactive 4s entschieden hat. Ein Grund ist unter anderem die Wertigkeit der Materialien.

In puncto Materialqualität erscheinen die Modelle der vivoactive 4 und venu hochwertiger, die venu Sq dagegen etwas einfach. Wahrscheinlich hängt das mit der Dornschließe aus Kunststoff zusammen, die subjektiv zerbrechlicher auftritt als das sonst verwendete Metall. Auch sind die Knöpfe und die Lünette aus Aluminium, auf welchen schneller mal ein Kratzer hier und dort im Gegenlicht sichtbar wird. Die früheren Garmin-Uhren dieser Serie schmückten sich mit einer Edelstahl-Lünette, die aber nicht zu vergessen, den Nachteil des größeren Gewichts hatten.

Garmin venu Sq Music, Tasten und Verarbeitung

 

Insgesamt macht die Sq-Uhr einen stabilen und smarten Eindruck. Das rechteckige Design verleiht der Uhr ein gewisses Etwas. Subjektiv gesehen empfinden wir das Design ansprechend. Rechnet man das farbenfrohe LCD-Display der Sq im Vergleich zur vivoactive 4 als Design-Kriterium hinzu, gewinnt die venu Sq sogleich an edlerem Erscheinen und positioniert sie hinter der venu, jedoch auf gleicher Stufe zur vivoactive 4. Die ältere venu hat einfach den Premium-Look, die man überallhin mitnehmen kann, auch zu einem Dinner mit dem Boss.

Tatsächlich dämpfen die ungleich großen sowie breiten Displayränder der Sq minimal noch den Wow-Effekt. Das Display sitzt recht weit oben, weil sich unten auf dem breitesten der vier Displayränder das Garmin-Logo befindet. Wobei das Garmin-Logo selbst sehr dezent ist und keinesfalls stört. Aber vielleicht ist das einfach nur Platz für ein größeres Display, welches bei der nächsten venu-Generation ansteht? Wir lassen uns überraschen.

 
venu Sq

venu Sq Music

venu
Größe40,6 x 37 x 11,5 mm
125 bis 190 mm Umfang
40,6 x 37 x 11,5 mm
125 bis 190 mm Umfang
43,2 x 43,2 x 12,4 mm
125 bis 190 mm Umfang
Gewicht37,6 g37,6 g46,3 g
Display1,3 Zoll (240 x 240 Pixel)1,3 Zoll (240 x 240 Pixel)1,2 Zoll (390 x 390 Pixel)
Integrierter MusikspeicherNeinJaJa
Kopplung von Bluetooth KopfhörernJaJaJa
DisplayLCDLCDAMOLED
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Schnittstellen und Sensoren: kein Barometer, nur GPS-Höhenangaben

Auf der Rückseite befinden sich der Herzfrequenzsensor, der die Herzfrequenz am Handgelenk misst und der SpO2-Sensor, der den Sauerstoffgehalt im Blut ermittelt. Auf die Verlässlichkeit des HF-Sensors gehen wir noch detaillierter ein. Weitere Sensoren, die beim Tracken der Aktivitäten und des Fitnesszustandes helfen, sind ein GLONASS-, Galileo- und GPS-Empfänger, der erlaubt, eine Strecke im Detail aufzuzeichnen, ohne das GPS des Smartphones anzuzapfen, ein Beschleunigungssensor, der den Smartwatch-Träger wunschgemäß auf Schritt und Tritt verfolgt, ein Kompass sowie ein Lichtsensor, der übrigens ganz neu am linken Displayrand sitzt und nicht rechts wie beim Vorgänger.

Garmin venu Sq Music, Lichtsensor sitzt linksseitig

 

Anfangs hielten wir das für eine ungünstige Position des Umgebungslichtsensors, vor allem jetzt im Winter mit langen Pullover- oder Jackenärmeln, die den Sensor verdecken und die Sq-Smartwatch in den Nachtmodus versetzen würden. Das Display würde dann dunkel bleiben. Doch es stellte sich heraus: Der Lichtsensor ist ziemlich empfindlich und reagiert sofort auf die kleinste Lichtquelle, sogar halb unter dem Ärmel. Nichtsdestoweniger… ereignete sich die oben beschriebene, spezielle Situation, trotz sensiblem Lichtsensor, das eine oder andere Mal. Jedes Mal, wenn das Display ein trübes, diesiges Bild lieferte, löste das Verwunderung bei uns aus. Erst als der Pulloverärmel ganz zurückgeschoben wurde, erhellte es sich. Kleiner Trost: Uhren-Rechtsträger dürften sich über die neue Lichtsensor-Position freuen.

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Ein kleiner Wermutstropfen: Die venu Sq hat kein Gyroskop, das Wiederholungszählungen beim Schwimmen in der Schwimmhalle und Fitnessstudio-Aktivitäten, aber auch Entfernungs- und Richtungsberechnungen bei ausgeschaltetem GPS verbessern würde. Des weiteren hat die Sq keinen barometerischen Höhenmesser und kann deshalb keine Treppen und Etagen zählen. Mehr noch, Sportprofile wie Skifahren und Fahrradfahren enthalten dadurch keine präzisen Höhenangaben. Die Uhr misst zwar die GPS-Höhe, allerdings liefert die Höhensumme kaum brauchbare Ergebnisse, mussten wir feststellen. Man ist zwingend auf die Höhenkorrektur im Garmin Connect Profil (App oder Web-Version) angewiesen, welche dann brauchbare Werte abhängig vom Kartenmaterial liefert. In der Web-Plattform ist für die Höhenangaben standardmäßig eine Höhenkorrektur aktiviert, welche die Höhenwerte von Vermessungsdiensten auf der Strecke einschließt und sie realitätsnaher macht. Die aufgezeichnete GPS-Höhe für eine Aktivität wird nirgends auf der Garmin venu Sq angezeigt, noch kann man Höhendatenfelder für Aktivitäten einstellen (mehr zu Aktivitäten im Abschnitt Fitnessfunktionen).

Im Bereich drahtlose Kommunikation ist der venu-Nachfolger solide bestückt. Mit an Bord sind natürlich Wi-Fi, das die Übertragung von Musik für den Offline-Gebrauch je nach eigener WLAN-Qualität recht zügig gestaltet, aber auch Bluetooth und ANT+, worüber sich diverse optional erhältliche Sensoren wie Brustgurte, Geschwindigkeits-, Kadenzsensoren oder Varia Fahrradlichter und Radare (Infos zum Garmin Varia Radar RVR 315 im Test) koppeln lassen, um genauere Ergebnisse besonders im Indoor-Sport zu erreichen. Die Bluetooth-Funktion funktionierte während unseres Tests größtenteils stabil, so dass Smart Notifications und andere Benachrichtigungen ordnungsgemäß auf der venu Sq eintrafen, wenn man alle Berechtigungsanfragen von Garmin Connect brav bestätigte. Das einzige, womit Sq-Smartwatch und iOS-Smartphone nicht optimal zurecht kamen, war die Wiederverbindung der beiden Geräte, wenn man über Nacht den Flugmodus aktiviert hatte (ganz gleich, ob auf dem iPhone oder der venu Sq). Denn am nächsten Morgen musste die Garmin Connect App sehr häufig erst neugestartet werden, damit iOS-Smartphone und venu Sq sich wiederfinden konnten.

Garmin venu Sq Music mit Pulsoximeter (Sp2O)

 

Nicht ganz so ungewiss verlief das Einrichten der Funktion Garmin Pay, welche bargeldloses Bezahlen über NFC ermöglicht. Eigentlich bevorzugten wir bislang den Zahlungsdienstleister boon. Einfach weil das Einrichten flinker und unkomplizierter verlief als mit VIMpay. Leider wurde boon. und hiermit der virtuelle Prepaid-Mastercard-Service eingestellt. Alle Hintergründe dazu in unserer News: Wirecard-Insolvenz: boon. wird eingestellt. Über die Vorgehensweise mit dem Bezahldienst von VIMpay haben wir hier ausführlich berichtet: Garmin Pay über VIMpay. Die virtuelle Kreditkarte von VIMpay ist kostenfrei nutzbar und klappt anstandslos.

Hochwertiger HR-Sensor zur Pulsmessung

Obwohl uns der fehlende Barometer der Sq ein bisschen überrascht hat, denn wem bei Aktivitäten der Pulsstand wichtig ist, der möchte bestimmt auch die Höhenmeter wissen, muss man anerkennend einräumen: Garmin hat der venu Sq genau wie den teureren Geräten vivoacitve 4, venu oder fenix 6 Serie den gleichen optischen Herzfrequenzsensor spendiert und kein qualitativ minderen aufgrund von Kosteneinsparung. Sichtbar ist dies auf der Rückseite der Uhr, an der zwei große LEDs anstatt wie früher drei kleiner LEDs die Herzfrequenz messen.

Garmin venu Sq Music, Rückseite Sensoren

 

Wir haben den HR-Sensor (HR – Heart rate, Herzfrequenz) bereits mit der Garmin fenix 6X Pro beim Lauftraining ausgiebig getestet und mit einem HR-Brustgurt verglichen. Die Herzfrequenzmesstechnik der dritten Generation arbeitet, wie schon in unserem letzten venu-Test bestätigt, schneller und präziser und beherrscht die Herzfrequenzmessung sogar unter Wasser beim Schwimmen. Doch auf den vergangenen Messwerten wollten wir uns nicht ausruhen. Wir haben die venu Sq bei einem Intervalltraining mit Aufwärmphase zu einem Garmin HR-Brustgurt verglichen.

Bei diesem Lauf wurde nach einer sanften Startphase auf einen Hügel mit langsamer Temposteigerung zweimal kurz für 15 – 25 Sekunden maximal belastet (Sprints). Im Anschluss wurde das Tempo wieder langsamer mit Gehen und einem leichten Joggen am Ende:

Folgendes gibt es festzustellen:

  • Die venu Sq liegt zu Beginn nur minimal unter den Werten des HR-Brustgutes, wie die fenix 6 PRO übrigens auch.
  • In der Startphase wird die Herzfrequenz erstaunlich gut, fast ohne Zeitversatz erfasst. Die maximale HR von der Sq-Uhr weicht nur 3 Schläge pro Minute ab.
  • In der Zwischenphase bei langsamem Tempoanstieg zeigt die Fitnessuhr eine recht gute Übereinstimmung mit dem Brustgurt.
  • Beim ersten Sprint reagiert die venu Sq mit wenig Zeitversatz, misst dafür aber 40 Herzschläge pro Minute weniger.
  • Der zweite Sprint zeigt ein besseres und doch ähnliches Ergebnis zum vorherigen Sprint, 20 Schläge zu wenig und zuerst fast kaum zeitlicher Versatz.
  • Nach dem Sprint, beim Abfall der Herzfrequenz, kommt die Sq-Watch seltsamerweise ins Schlingeln und der Zeitversatz wird deutlich höher. Die Herzschläge positionieren sich in einem guten Bereich.

Fazit: Ein normales Lauftraining absolviert der optische HR-Sensor mit einer soliden Genauigkeit, welche einen HR-Brustgurt in vielen Fällen entbehrlich macht. Der Herzfrequenz-Durchschnitt sowie die Zeiten der jeweiligen HR-Bereiche unterscheiden sich bei unseren Messungen kaum. Bei Intervall- und Sprint-Trainings dagegen schwankt die Zuverlässigkeit und umso mehr die Geschwindigkeit der Messung. Wer sein Intervalltraining genau verfolgen möchte, kommt um einen HR-Brustgurt nicht herum.

Auch wenn die Messungen der Sq den Anschein erwecken, schlechter zu sein als die Testergebnisse der fenix 6 PRO, ist dem nicht so. Die Messungen können von Tester zu Tester und bei kalten Außenbedingungen vermehrt abweichen, wobei die grundlegenden Zusammenhänge der Tests selbstverständlich repräsentativ bleiben. Die Abweichungen bei Intervalltrainings erstrecken sich für optische HR-Sensoren innerhalb des normalen Bereichs. Äußere Einflüsse wie Sommer oder Winter, kalte oder warme Haut oder einfach der Sitz der Uhr aufgrund ihrer Form machen oft den Unterschied. Die venu und venu Sq haben schließlich die gleichen Sensoren verbaut.

Qualität der Standortbestimmung

Bis vor kurzem haben wir diesen Teil unseres Tests noch „GPS-Empfangsqualität“ genannt, doch mittlerweile können die meisten Uhren bzw. Navis nicht nur die Signale der amerikanischen GPS-, sondern auch die der russischen Glonass- sowie der europäischen Galileo-Satelliten empfangen. Die Venu Sq kann GPS only, GPS+Glonass sowie GPS+Galileo empfangen, jedoch nicht alle drei Systeme parallel.

Anders als bisher haben wir den Testkandidaten, in diesem Fall die venu Sq, nicht nur mit unserem langjährigen Referenz-GPS, dem Garmin etrex 10 verglichen, sondern gleich mit einer ganzen Reihe von Outdoor-Navis sowie der Garmin Instinct Solar. Mit Ausnahme des etrex10 waren alle Outdoor-Navis bereits in der Lage, GPS, Glonass sowie Galileo parallel zu empfangen, was in der Theorie eine deutlich höhere Verfügbarkeit als auch Genauigkeit bringen sollte. Insgesamt also ein sehr starkes Testumfeld.

Zunächst haben wir die venu Sq auf unserer Standard-Teststrecke antreten lassen. Alle Geräte waren so eingestellt, dass die maximale Anzahl von Trackpunkten gesetzt wird. Alle Geräte im Vergleich erreichten mit der passenden Einstellung eine Standortbestimmung pro Sekunde.

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Die Garmin Sq Uhr zeigt mit einer mittleren Abweichung von nur 3 Metern einen guten und genauen Empfang. Der letzte Platz in der Liste ist durch die extrem guten Ergebnisse der Vergleichsprodukte zu erklären und sollte daher nicht zu negativ interpretiert werden. Die Genauigkeit der anderen Gerät liegt mittlerweile in einem Bereich, welcher ohne Vermessungstechnik nur noch schwer zu differenzieren ist. Eine mittlere Abweichung unter 2 Metern erreicht langsam die Grenze der Genauigkeit, die wir für die Referenzstrecke bzw. das Kartenmaterial insgesamt angeben würden.

Der Track der Garmin Venu Sq bildet auch kleine Details (5-Meter-Abstecher sowie Wegseiten-Wechsel) gut ab. Die Sq neigt bei schwierigem Empfang im Stand zu einer Trackwolke, welche aber keine größeren Ausreißer zeigt.

Links nach rechts: Garmin Instinct Solar, GPSMAP 65s, etrex10, TwoNav Cross, Trail 2, Aventura 2, Venu SQ
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Bei dieser Runde lagen die Geräte im Heck eines VW-Busses angeordnet. Die recht anspruchsvolle Strecke verläuft durch recht enge Täler und einen Tunnel. Die Anforderungen an den Empfang sind durch die Abschirmung im Fahrzeug und die eingeschränkte Sicht zu Himmel (Tal) deutlich höher. Die Garmin Venu Sq kommt hier an ihre Grenze, was sowohl an der Lage des Tracks auf der Karte, als auch in der Statistik deutlich zu sehen ist. Während z.B. das Garmin GPSMAP 65s es schafft, 79 Prozent aller Trackpunkte mit einer Genauigkeit unter 5 Metern abzubilden, erreicht die Garmin Venu Sq nur noch 17 Prozent. Man muss der Garmin Venu Sq zugutehalten, dass sie für eine derartige Anforderung nicht unbedingt entwickelt oder empfohlen wird. Dennoch lässt der Test durchaus Rückschlüsse über die Empfangsempfindlichkeit im Ganzen zu, welche eben gegenüber den besten GPS-Handgeräten, aber auch anderen GPS-Uhren, nicht im Spitzenfeld zu bewerten ist. Insgesamt bewerten wir die Standortbestimmung der Garmin Venu Sq noch mit gut.

Energieverbrauch: Akkulaufzeit und Ladezeit

Spätestens seit unserem Video: Vergleich von MIP-Display und AMOLED-Display ist die schlechtere Ablesbarkeit von AMOLED- und LCD-Displays zu MIP in der direkten Sonne kein Geheimnis mehr. Möchte man demnach bei hellem Sonnenschein alles gut erkennen, muss das AMOLED oder LCD sehr hell eingestellt sein, was Batterielaufzeit kostet. Allerdings verbraucht das energieeffizientere LCD der venu Sq gegenüber der AMOLED-Displaytechnologie weniger Energie. Das wiederum wirkt sich positiv auf den Akkuverbrauch aus.

Garmin macht zur Akkulaufzeit der drei Smartwatches folgende Angaben:
Garmin venu Sq (Music)
Garmin venu Garmin vivoactive 4
Smartwatch Modus (BT/HR an) bis zu 6 Tage bis zu 5 Tage bis zu 8 Tage
GPS-Modus mit Musik (BT/HR an) bis zu 6 Stunden bis zu 6 Stunden bis zu 6 Stunden
GPS-Modus o. Musik (BT/HR an) bis zu 14 Stunden (keine Angabe) bis zu 14 Stunden

Wir haben getestet: Verglichen mit dem MIP-Display ist die Akkulaufzeit des LCD in Ordnung. Im Smartwatch-Modus und mit eingeschaltetem Always-on bei mittlerer Helligkeit hält die Sq-Watch durchaus 3 ½ Tage ohne Nachladen aus, je nachdem wie aktiv man die Smart Notifications nutzt oder wie oft man die Gesundheitsstatistiken auf der Uhr checkt. Im GPS-Modus (ohne Musik) konnten wir gute 11 Stunden Nutzungsdauer erreichen, mit Musik hingegen etwa 5 Stunden. Eine Aktivität wie Laufen verbraucht somit ohne Musik etwa 10 % des Akkus.

Aufladen

Die Ladetechnik der Sq-Smartwatch hat sich seit unserem letzten venu-Test nicht verändert. Das für alle Garmin-Uhren einheitliche USB-Ladekabel mit 4-Pin-Anschluss empfinden wir als ziemlich kurz. 10 bis 15 Zentimeter mehr an Kabel und es würde von der Steckdose zum Nachttisch reichen und die Uhr müsste nicht auf dem Boden laden. Das Ladekabel ist gleichzeitig Sync-Kabel, sofern es mit dem Computer verbunden wird.

Garmin venu Sq Ladekabel

Die Kapazität und Ladezeiten der venu und venu Sq sind sehr ähnlich, allenfalls hat die venu eine minimal größere Kapazität. Das untere Diagramm zeigt Ladestrom, Ladezeit und Kapazität (benötigte Energie zum Laden) für den Lithium-Polymer-Akku der venu Sq. Dabei fällt auf: Bei sehr kurzen Ladezeiten ist die Ladeleistung mit knapp 200 mA für so einen kleinen Akku recht hoch, wie auch die ansteigende Kurve für die Gesamtenergiemenge belegt. Bereits nach einer Stunde sind 1,0 Wh von insgesamt 1,3 Wh, somit 85 % der Kapazität, erreicht. Man kann das positiv. aber auch negativ sehen. Die meisten Nutzer werden sich freuen, wenn ihre Uhr so schnell lädt. Die schnelle Ladezeit trägt jedoch nicht gerade zu einer langen Akku-Lebenserwartung bei.

Legende: venu Sq Music Kapazität venu Sq Music Ladestrom

venu Sq Bedienung

In Sachen Bedienung hat sich gegenüber dem früheren Modell nicht viel geändert. Ist man mit der Bedienung der vivoactive 4 bzw. der venu vertraut, kennt man auch die Bedienung der Sq. Weitere Details dazu stehen in unseren Garmin venu Test. Zum Einrichten der Uhr ist Garmin Connect als iOS-App aus dem App Store oder als Android-App aus dem Play Store auf dem Smartphone unerlässlich. Die Uhr leitet den Nutzer durch die Installation und die recht funktionsreiche Garmin Connect App durch die Grundeinstellungen. Das Navigieren durch die Menüs funktioniert im Wesentlichen über zwei Tasten sowie Wischgesten auf dem Touchscreen. Grundsätzlich geschieht der Seitenwechsel per Wisch flotter als auf der vivoactive 4. Der Touchscreen reagiert sehr flüssig, aber nicht immer genau. Manchmal reagiert die venu Sq insgesamt zu hektisch, hyper-sensitiv sozusagen. Dann ruckeln die Bewegungen ein wenig oder die Uhr verwechselt ab und zu einen Wisch zur Seite (Zurück-Wischgeste) mit einem Wisch nach oben bzw. unten, als könnte sie nicht abwarten und müsste die unvollendete Wischgeste sofort ausführen. Alles in allem ist das aber nicht wild, man lernt das schnell zu handhaben, ohne das es stört.

Aufwecken lässt sich das LCD-Display der venu Sq durch doppeltes Antippen oder mittels Anheben und Drehen des Handgelenks zum Körper. Diese Gesten können hochempfindlich eingestellt werden. Das Display reagiert dann wirklich sehr zuverlässig und kann unserer Meinung nach sogar als Alternative zum Always-on-Display verwendet werden. Mit einer hohen Gesten-Empfindlichkeit leuchtet das Display öfter auf als bei der niedrigen Empfindlichkeit (es gibt nur die beiden Möglichkeiten) und verbraucht ebenfalls mehr Energie, aber immerhin weniger als beim Always-on-Display. Im Always-on-Modus werden Uhrzeit und Datum praktischerweise dauerhaft eingeblendet. Wie sich das auf die Batterielaufzeit auswirkt, lest ihr im Kapitel: Akkulaufzeit. Dennoch ist die Always-on-Funktion zwischendurch immer wieder ein Muss, sofern die Uhr über ausreichend Akkuzeit für den Tag verfügt. Nutzt man das dauerhaft leuchtende Display ständig, dann sollte man displayschonende Watchfaces wählen, um den Verschleiß des Displays zu minimieren und keine eingebrannten Pixel zu riskieren.

Garmin venu Sq Watchface

 

Watchfaces und IQ Apps gibt es zurzeit noch relativ wenige, vermutlich wegen der Displayauflösung, und weil das Format der Smartwatch „neu“ bei Garmin ist. Ein paar schöne Hintergrundbilder lassen sich aber schon auswählen. Dabei ist das Anpassen und Definieren von bis zu 6 Datenfeldern für ein Garmin-Watchface komfortabel und in gewohnter Garmin-Qualität umgesetzt. Genauso können Widgets wie Trink-Tracker, Mein Tag, Garmin Coach, Letzte Aktivität usw. neu angeordnet, entfernt oder hinzugefügt werden. Außerdem sehr intuitiv gelöst: Startet man eine Aktivität, ist am unteren Rand ein kleiner Pfeil, der aufzeigt, in welche Richtung man swipen kann, um mehr Details oder Infos aufzurufen.

 

Garmin venu Sq Watchfaces und Watchface Datenfelder individuell personalisierbar

Einstellungen und Fitnessfunktionen

Nachdem die venu Sq günstiger als der Vorgänger ist und etwas abgespecktere Funktionen mit sich bringt, stellt sich die Frage, ob denn die in dieser Preisspanne vorhandenen Fitnessfunktionen trotzdem überzeugen können. Zuerst ein paar Worte zum Gesundheitstracking: Per Aktivitätstracking beobachtet die Venu Sq die tägliche Bewegung. Dafür werden in sogenannten Widgets nicht nur die sportlichen Betätigungen am Tag angezeigt, sondern ebenfalls Schritte, Intensitätsminuten, verbrannte Kalorien sowie die aufgenommene Trinkmenge. Klickt man auf die jeweiligen Einträge, werden teilweise in Diagrammen und Graphen weitere Details auf der Uhr sichtbar, beispielsweise die Aufsplittung der verbrannten Kalorien in Aktivkalorien und Ruhekalorien oder wie sich die Schrittanzahl im wöchentlichen Vergleich zu den vorherigen Tagen verhält bzw. ob das Tagesziel erreicht wurde und außerdem wie die Dauer der Aktivität war, welche Distanz man zurückgelegt hat u. v. m.

Garmin venu Sq HR-Diagramme

 

Des weiteren errechnet die venu Sq aus den Messungen des Herzfrequenzsensors, der die Herzfrequenz sekündlich und 24/7 trackt, zusammen mit dem SpO2-Sensor (Pulsoximeter) den Sauerstoffgehalt im Blut, die Atemfrequenz, die Schlafphasen leicht, tief, REM per Schlaftracking sowie den Stresslevel und Erholungslevel anhand des Body Battery Features. Dabei werden alle diese Daten in einem Widget für Gesundheitsstatistik auf der Uhr zusammengefasst.

Garmin venu Sq Music Widgets „Mein Tag“ und „Gesundheitsstatistik“

 

Als Motivation für mehr Bewegung melden sowohl optische als auch akustische und haptische Alarme, wenn man zu lange inaktiv ist oder wenn man seine Tages- oder Wochenziele erreicht. Derartige Benachrichtigungen, aber auch Entspannungserinnerungen werden über die App Garmin Connect eingerichtet. Und bis auf den Trink-Tracker funktionierten alle Widgets zuverlässig. Der Trink-Tracker, der den Nutzer daran erinnert, genügend über den Tag zu trinken, ist in den Widgets der App Garmin Connect gelistet, muss aber noch installiert werden. Meist wird damit jedoch der Erinnerungsalarm auf der Smartwatch noch nicht angeschaltet. Das Anschalten erfolgt, wenn man das Trink-Widget auf der venu Sq aufruft und dann den Button rechts unten lange drückt. Dort sind die Trink-Erinnerungen ausstellbar oder stündlich bzw. alle zwei Stunden einschaltbar. In unserem Fall aber kamen zunächst keine Erinnerung zum Wasserkonsum, was sich auf ein seit langem bekanntes Verbindungs- und Sychronisationsproblem der Garmin-App zurückführen lässt und unserer Erfahrung nach eher bei iPhones mit iOS als bei Android auftritt. Die Umstände und wie man die Kopplungs- und Synchronisationsaussetzer mit Garmin Connect lösen kann, erklären wir in unserem Garmin venu Test. Der Trink-Tracker jedenfalls reanimierte sich schließlich selbst und wir erhielten irgendwann Erinnerungen als wäre nichts gewesen.

Garmin venu Sq Trink-Tracker und Wasserkonsum

 

Garmin Connect: Auswertung und Analyse der Fitnessdaten

Mit der App Garmin Connect und Connect IQ lassen sich einige Funktionen wie das Anordnen und Favorisieren von Aktivitäten und Widgets komfortabel in der App und damit schneller als auf dem kleinen Display der Uhr vornehmen. Andererseits erhält der Nutzer erweiterte Funktionen wie das Installieren und Konfigurieren von neuen Displaydesigns, Apps oder Datenfeldern. Außerdem werden in der Garmin Connect App Details zu den Gesundheitsdaten über einen langen Zeitraum aufgeschlüsselt und miteinander vergleichbar. Beispielsweise werden die Schlafphasen in einer Zeitleiste zusammen mit Angaben des Blutsauerstoffgehalts sowie der Atemfrequenz dargestellt, so dass man die Zusammenhänge zu den aufgezeichneten Daten erkennen kann. Für genauere Infos zur Garmin Connect App und ihren Funktionen könnt Ihr unsere früheren Tests lesen: Garmin vivoactive 3 Music, Garmin venu und vivoactive 4 Test. Dort haben wir ausführlich über Garmin Connect berichtet und viele Bilder gepostet. Insgesamt überzeugt uns das vielfältige Gesundheitstracking zusammen mit den umfangreichen Funktionen der Garmin Connect App wie bisher in jedem Test.

Training-Analyse und Schlafdatenauswertung in der Garmin Connect App

 

Training und Aktivitäten

Neben den gängigen Gesundheitsfunktionen warten auf den Fitness-Watches für Indoor- und Outdoor-Trainings ca. 23 vorinstallierte Sport-Profile wie Radfahren, Laufen, Crosstraining, Yoga, Pilates, aber auch Golf, Skifahren oder Schwimmen. Sportprofile gibt es bei Garmin mittlerweile sehr viele. Noch nicht dabei ist die Hausarbeit. Wenn schon E-Gaming zum Sport zählt, dann bitte auch Hausarbeit 😉 Allerdings ist das Angebot an Sportprofilen individuell anpasspar, so dass man sich sein eigenes Workout oder Sport-Profil zusammenbasteln kann, indem man ein vorhandenes Profil als Vorlage nimmt und dieses an seine persönlichen Bedürfnisse anpasst. Zusätzliche Trainingsvorschläge und der persönliche digitale Lauftrainer Garmin Coach mit Trainingsplänen bringen Abwechslung in die Aktivitäten.

Zudem lassen sich für einige Aktivitäten die Optionen Autopause, Auto-Lap sowie Auto-Seitenwechsel und entsprechende Ziel-Alarme einstellen oder sogar, welche Satelliten dazugeschaltet werden sollen (Abschnitt Standortbestimmung). Leider gibt es eine begrenzte Anzahl an Datenfeldern und Datenseiten für Aktivitäten. Die venu Sq verfügt über jeweils nur 3 Seiten mit jeweils 3 Feldern. Im Unterschied zur venu und vivoactive 4 zeigt die Sq somit nur 3 Datenfelder anstatt von 4 Datenfeldern auf einer Datenseite an. Da die venu Sq bis 5 ATM wasserdicht und damit schwimmtauglich ist, machen Sportprofile wie Schwimmen Sinn. Weniger Sinn ergibt die Tatsache, dass man für das Sportprofil Skifahren keine Höhendaten erhält. Diesen Umstand hatten wir schon beim Thema Sensoren und Schnittstellen angesprochen.

Smartwatch-Funktionen: Alles beim Alten

Wenn man die venu Sq mit einem iPhone koppelt, erhält man Textbenachrichtigungen wie E-Mail oder WhatsApp, leider ohne darauf antworten zu können, quasi Einweg-Benachrichtigungen. Wenn man die Sq mit einem Android-Gerät koppelt, kann man auf Textnachrichten mit vordefinierten Texten antworten, welche man vorher in der Garmin Connect App angelegt hat. Dieser Umstand ist kein Manko der Uhr, sondern dem Betriebssystem iOS geschuldet. Des weiteren kann man über die venu Sq Telefonanrufe ablehnen oder annehmen, das Telefonat muss man allerdings noch mit dem Smartphone selbst führen, weil die Smartwatch kein Mikrofon hat. Natürlich beherrscht die Venu Sq auch Smart Notifications wie Kalender-Erinnerungen, News und Wetterinformationen, wenn das Smartphone über Bluetooth verbunden ist. Ohne Smartphone indessen können Nutzer mit Garmin Pay per NFC bargeldlos bezahlen. Näheres dazu erfahrt ihr im Kapitel Schnittstellen und Sensoren.

Nicht unwichtig: Wenn die Uhr einen Sturz erkennt, sendet sie via Smartphone nach Ablauf von 30 Sekunden eine automatische Notfall-Benachrichtigung an zuvor in der Garmion Connect vordefinierte Kontakte. Dabei reagiert die automatische Sturzerkennung manchmal etwas sensibel, wenn man sich mit dem Fahrrad auf hügeligem Terrain bewegt. Nun ja, besser zu sensibel als gar nicht. Bitter dabei ist nur, dass man die Fahrradfahrt kurz unterbrechen muss, um die Notfall-Benachrichtigung abzubrechen, da man sonst beim Versuch, das während der Fahrt zu machen, wirklich stürzen kann. Wem die automatische Unfallerkennung nichts ist, kann auch manuell Hilfe rufen, indem die obere Taste solange gedrückt wird, bis es dreimal vibriert. So sendet die Uhr eine Nachricht mit dem eigenen Live-Standort an die festgelegten Notfallkontakte.

Musikfunktion

Die Garmin venu Sq Music ist circa 50 Euro teurer als die Uhr ohne integrierten Musikspeicher, welcher im Übrigen dafür da ist, Musik in der Größe von etwa 500 Songtiteln direkt auf der Uhr abzuspeichern. Die Musikfunktion der venu Sq hat sich im Vergleich zur venu nicht verändert. Man kann weiterhin entweder eigene Musikdateien über den PC mit Garmin Express sowie iTunes übertragen oder Spotify-, Amazon-Music- und Deezer-Playlisten auf die Uhr laden, für welche man allerdings ein Premium-Account bei den Anbietern benötigt. So kann man, während das Smartphone zu Hause bleibt, der Musik beim Joggen offline lauschen. Zudem lässt sich das Internetradio Pandora via Fitness-Uhr bedienen. Das geht aber nur, wenn ein gekoppeltes Smartphone mit der drauf installierten Pandora-App in der Nähe der Uhr im Rucksack oder Handy-Sportarmband mitkommt.

Erfreulich: In unserem letzten Test hat uns etwas gestört, dass man mit dem Deezer Family-Konto nur die Playlisten des Hauptprofils herunterladen konnte, weil Deezer keine Unterprofile mit eigenen Benutzerdaten für die anderen Familienmitglieder unterstützte. Das hat sich nun geändert. Mitglieder eines Deezer-Familienkontos können sich wie bei Spotify jeweils eigene Zugangsdaten unabhängig vom Hauptnutzer einrichten und ihre eigenen Playlists herunterladen. Wichtig, bevor man die Musikfunktion auf der Uhr nutzen kann, ist es im ersten Schritt, Bluetooth-Kopfhörer oder In-Ear-Kopfhörer mit der Sq Music zu paaren. Anschließend wird über die App Garmin Connect bzw. Connect IQ die entsprechende App wie Deezer oder Amazon Music installiert. Während der Installation meldet sich der Nutzer beim jeweiligen Musik-Anbieter an und schon kann es losgehen mit dem Download der Songs. Mit der 50 Euro günstigeren venu Sq ohne Musikspeicher kann man immerhin die Musik-Wiedergabe auf dem Smartphone steuern, ohne es aus der Tasche holen zu müssen, was auch eine kleine Erleichterung beim Joggen oder der Bahnfahrt zur Arbeit ist.

Navigation

Eine wirkliche Navigation wie bei Garmin-fenix-Uhren gibt es nicht, auf keiner der vivoactive- und venu-Smartwatches. Man kann für jede Sportaktivität einen LiveTrack dazuschalten, damit über die Garmin Connect App ausgewählte Kontakte die eigene Aktivität verfolgen können. Und man kann sich per „Zurück zum Start“ und Richtungsweisern zum Startpunkt seiner Aktivität zurückführen lassen. Es handelt sich hier aber nicht um die TracBack-Funktion. Die Richtungsweiser basieren nur auf der Luftlinie. Es gibt also weder eine Karte, noch eine Pfeilnavigation. Um die Funktion „Zurück zum Start“ verwenden zu können, muss die venu Sq Satellitensignale erfassen, eine Aktivität und auch der Timer gestartet sein. Der Timer ist bei dem Sportprofil Laufen schon angeschaltet.

Fazit

Die venu Sq (Music) trägt sich super angenehm im Alltag, dank des leichten Aluminiumgehäuses und der schön flach integrierten Sensoren auf der Uhren-Rückseite. Die neue (alte) Form der Sq ist nicht nur quadratisch und praktisch, sie sieht stylisch und hübsch aus. Der runde Vorgänger venu und die vivoactive 4 sowie die vivoactive 4s wirken durch die Edelstahl-Bausweise ein bisschen hochwertiger (siehe Kapitel Abmessungen, Tragekomfort und Design). Ob einem eher quadratisch oder rund besser gefällt, das ist allerdings Geschmackssache.

Das Display mit Always-on-Funktion ist verhältnismäßig gut abzulesen, wenn es im aktiven Zustand ist. Dank der empfindlichen Erkennung von Bewegungen ist das Display immer zur Stelle, wenn nötig. Indoor glänzt das Display der venu Sq in all seinen Farben, outdoor könnte das Weiß etwas weißer sein und die Schrift etwas fetter, um die Ablesbarkeit zu verbessern (siehe Abschnitt Display im Test). Außerdem könnte für den Lichtsensor eventuell eine bessere Position als linksseitig gewählt werden. So wird er öfters vom Ärmel verdeckt und das Diplay dunkelt ab. Die Handhabung und Bedienung der Uhr über Tasten und Touchscreen ist ebenso gut geraten. Da kommt es darauf an, ob einem das Wechseln zwischen Tasten und Touchscreen persönlich liegt. Die Tasten machen was sie sollen und der Touchscreen reagiert sehr sensibel. Widgets, Apps und Displaydesigns gibt es noch nicht ganz so viele für das neue Format der Sq-Variante, aber das kommt sicher nach und nach. Besonders gefallen haben uns die sechs individuell personalisierbaren Datenfelder für die Displayhintergründe.

Garmin hat sich schon immer auf den sportlichen Aspekt konzentriert, bringt aber jetzt mit der venu Sq so ein bisschen Spirit of Fashion und Chichi ins Design. Und das ist nicht negativ gemeint, denn was die venu Sq ebenfalls mitbringt, ist der hervorragende Herzfrequenzsensor sowie der gute GPS-Sensor, die beide auch in Premium-Uhren wie der fenix 6 verbaut sind. Der optische HR-Sensor stößt zwar auf seine üblichen Hürden bei schnellem Tempoanstieg während eines Laufs (wie jeder optische HR-Sensor übrigens), performt aber ansonsten bei einem normalen Training sehr gut. Die Positionsgenauigkeit des GPS-Sensors ist gut und genau, wenngleich im Vergleich zur venu leichte Ungenauigkeiten zu verzeichnen waren.

Durch die qualitativen Sensoren macht sich die venu nicht nur im Alltag, sondern auch beim Gesundheitstracking hervorragend. Leider hat uns der barometrische Sensor gefehlt. Sportprofile gibt es ja ausreichend, aber Skifahren und Radfahren ohne Höhenangaben? Das ist wenig nutzbringend und die Summe der Höhenmeter über GPS ist in der Regel eher unbrauchbar (siehe Abschnitt Schnittstellen und Sensoren). Außerdem ist unserer Ansicht nach die Anzahl an Datenseiten, zumindest aber an Datenfeldern, zu dünn geraten. Hier wurde an falscher Stelle rationalisiert. Vier Datenfelder auf einer Seite wären schon schön, damit man alle wichtigen Werte im Überblick hat. Die Akkulaufzeit ist für uns in Ordnung. Im Always-on-Modus erreichten wir zwar nicht die angekündigten 5 Tage, aber durchaus 3 bis 4 Tage. Im GPS-Modus kam die venu Sq auf gute 11 Stunden Nutzungsdauer.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die venu Sq gefällt uns gut und sie rangiert in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Ob ein Barometer in der Preisklasse noch unterzubringen ist, das muss Garmin entscheiden. Das lässt sich schwer einschätzen. Die Garmin venu Sq ist zurzeit verfügbar. Die Musik-Version venu Sq Music ist erhältlich.

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