Garmin vivoactive 3 Music im Test

Smartphones werden beim Sport oder Fitness häufig zur Musikwiedergabe verwendet. Aufgrund ihrer Größe und Anfälligkeit gegen Schäden, sind sie bei vielen Aktivitäten aber kein idealer Begleiter. Mit der vivoactive 3 Music hat Garmin sein Sortiment an Fitness-Uhren um ein Modell mit Musikfunktion erweitert. Was die Uhr darüber hinaus noch kann, haben wir uns in diesem Test genauer angesehen…

Mit seinem aktuellen Sport- und Fitness-Uhren ist Garmin komplett auf ein rundes Design umgestiegen. Auch die vivoactive Serie, die uns mit den ersten beiden Modellen bereits überzeugen konnte, macht hier keine Ausnahme. Zur Freude des Autors, bei dem das eckige Design der vivoactive 1 und vivoactive HR, der einzig große, wenn auch sehr subjektive, Kritikpunkt war.

Die vivoactive 3 weckte nicht nur wegen der runden Bauform unsere Aufmerksamkeit. Mit der vivoactive 3 Music hat Garmin zudem ein weiteres Modell der Serie mit integrierten Musikspeicher veröffentlicht, dass wir uns in diesem Test genauer angesehen haben.

Garmin vivoactive 3 Music Test: Hardware

Die vivoactive 3 Music besitzt ein rundes, 1,2 Zoll Display mit einer Auflösung von 240 x 240 Pixeln. Der Wechsel von eckig auf rund hat allerdings zur Folge, dass sich die vivoactive Serie nun noch weniger von den aktuellen Garmin Forerunner Serie unterscheidet, die auch funktionell sehr ähnlich ist. Auf das seitliche Touchpad der normalen vivoactive 3 hat Garmin bei der Music Version verzichtet. In der Theorie war das Touchpad auch für uns zwar eine nette Idee um schnell durch Menüs scrollen zu können, in der Praxis sorgte es aber für zu viele Fehleingabe.

Die GPS-Uhr ist in der Music Variante nur mit dunklem Gehäuse erhältlich, dass entweder komplett Schwarz oder in Granitblau mit Teilen in Rosegold daherkommt. Die Lünette ist Teil des Displays und zum Gehäuserand hin leicht abgerundet, wodurch es etwas größer wirkt als bei der normalen vivoactive 3. Die von Garmin Geräten gewohnte, sehr gute Verarbeitungsqualität, können wir bei der vivoactive 3 Music so leider nicht bestätigen. Bei zwei Uhren, die wir während des Testverlaufs ausprobieren konnten, war deutlich der Kleber zwischen Lünette und Gehäuserand zu sehen. Beide Gehäuseelemente besitzen zudem ungewöhnlich scharfe Kanten.

Im Gegensatz zum Vorgänger verfügt die vivoactive 3 Music nun über eine Display-Abdeckung aus sehr robustem 3D Gorillaglas, das unempfindlicher gegen Kratzer sein soll. Das transreflektive Display ist besonders gut bei direktem Sonneneinfall ablesbar. Die verwendete MIP (Memory in Pixel) Technik ist sehr stromsparend, da einzelne Pixel nur dann neu geschrieben werden müssen, wenn sich deren Inhalt ändert. Die Helligkeit des Display ist im Gegensatz zur zweiten vivoactive verbessert worden. Auf maximaler Helligkeitsstufe leuchtet der Bildschirm nun wesentlich heller und ist damit unter allen Bedingungen gut ablesbar.

 
Vivoactive 3

Vivoactive 3 Music
Größe43,4 x 43,4 x 11,7 mm
127 bis 204 mm Umfang
43,1 x 43,1 x 13,6 mm
127 bis 204 mm Umfang
Gewicht43 g39 g
Display1,2 Zoll (240 x 240 Pixel)1,2 Zoll (240 x 240 Pixel)
Integrierter MusikspeicherNeinJa
Kopplung von Bluetooth KopfhörernNeinJa
Side SwipeJaNein
Amazon Preis & ProduktlinkEUR 219,00 bei AmazonEUR 169,00 bei Amazon

Schnittstellen und Sensoren

Beim Ausstattungspaket an Sensoren gleicht die vivoactive 3 Music den Vorgängermodellen. Neben dem offensichtlichen Herzfrequenzsensor auf der Rückseite der Fitness Uhr ist ein Beschleunigungssensor, GPS sowie ein Barometer verbaut. Dank der verschiedenen Sensoren kann die Uhr die zurückgelegten Strecke, auch ohne GPS, die Anzahl der Schritte, die gestiegene Höhenmeter und Etage sowie die verbrannten Kalorien erfassen.

Als Kommunikationsschnittstelle zu anderen Geräten steht Bluetooth Smart zur Verfügung. Darüber können zum Beispiel Aktivitäts- und Trainingsdaten an ein Smartphone mit Garmin Connect App gesendet werden. Außerdem wird die vivoactive 3 Music darüber zur Smartwatch und zeigt Nachrichten vom gekoppelten Smartphone an, weist auf Anrufe und Kalendereinträge hin oder erlaubt die Steuerung der Musikwiedergabefunktion. Auch eine Verbindung mit diversem Garmin Zubehör, etwa der Virb Actioncams oder den Varia Fahrradlichtern ist möglich. Alternativ kann auch ANT+ Zubehör gekoppelt werden.

Bluetooth wird zudem benötigt um Kopfhörer mit der vivoactive 3 Music verbinden zu können. Dank des integrierten Speichers können bis zu 500 Musiktitel auf die Uhr geladen und kabellos abgespielt werden. Zu dieser Funktion später mehr.

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Standortbestimmung

Die beiden Tracks zeigen deutlich, dass weder die Outdoor-Uhr Garmin fenix 5x, noch die vivoactive 3 Music Garmin GPS-Uhren im Bereich der Standortbestimmung an die Genauigkeit eines klassischen GPS-Handgerätes herankommt. Unter schwierigeren Empfangsbedingung, beispielsweise im Wald, hat die Garmin vivoactive 3 Music leichte Schwierigkeiten die gelaufen Route exakt zu erfassen. So kommt es besonders bei Richtungswechseln zu Abweichungen von der Ideallinie. In der Praxis bedeutet dies, dass die erfasste Strecke nicht genau mit der GPS-Aufzeichnung übereinstimmt und man, je nach Länge der Tour oder des Trainings, bis zu einige hundert Meter mehr oder weniger auf der Uhr hat. Dieses Problem haben jedoch alle GPS-Uhren und ist stark davon abhängig unter welchen Bedingungen der Standort ermittelt wird. Bei überwiegend freier Sicht zum Himmel ist die Abweichung nur minimal, was auch aus unseren Vergleichstracks deutlich hervorgeht.

Energieverbrauch

Geladen wird die Garmin vivoactive 3 Music über einen vierpoligen Anschluss auf der Rückseite. Dieser ist identisch mit den Anschlüssen von anderen aktuellen Garmin Uhren, etwa der vivoactive 3, der fenix 5 Serie oder der Forerunner 645 Music. Vorbei sind die Zeiten als Garmin für jede Uhr einen eigene Ladeanschluss entwickelte. Somit könne alle aktuellen Garmin Uhren mit dem gleichen Kabel aufgeladen werden. Über den Anschluss kann die Fitness Uhr aber auch zum Datenaustausch per USB mit einem Computer verbunden werden.

Aufgrund der etwas kompakteren Bauweise ist die Akkulaufzeit der vivoactive 3 Music im Vergleich zum Vorgänger weiter gesunken und liegt laut Herstellerangaben bei nur noch 7 Tagen (zuvor 8). Dies können wir weitestgehend betätigen. Allerdings ist die Akkulaufzeit von unterschiedlichen Einstellung z.B. Helligkeit und Vibration und auch davon abhängig, wie umfangreich die Uhr als Smartwatch verwendet wird. Wer täglich viele Nachrichten und Anrufe erhält, wird die Angaben des Hersteller schnell unterbieten können. Die Verwendung der GPS-Funktion senkt die Akkulaufzeit erheblich. Im GPS-Modus kamen wir während unserer Tests nicht über 10 Stunden hinaus.

Abmessungen und Tragekomfort

Mit 43,1 x 43,1 x 13,6 mm ist die Garmin vivoactive 3 sehr schlank und kann sowohl an kräftigen, aber auch an sehr schmalen Handgelenken getragen werden. Laut Garmin ist sie für Handgelenke von 127 – 204 mm Umfang geeignet. Auch das geringe Gewicht von 39 Gramm trägt zum angenehmen Tragegefühl bei. Im Gegensatz zur vivoactive 2 ist der Herzfrequenzsensor nun nahezu plan im Gehäuse verbaut, wodurch auch bei straff sitzendem Armband keine Druckstellen mehr entstehen. Gesichert wird die Uhr durch eine klassische Dornschließe die in den Akzentfarben der Uhr gehalten ist.

Das mitgeliefert Armband aus Silikon lässt sich zwar ebenfalls angenehm tragen, ist jedoch eventuell nicht für jede Gelegenheit geeignet. Garmin bietet daher Armbänder aus verschiedenen Materialien in unterschiedlichen Farben an. Für den schnelle Wechsel sind die Armbänder dem Quick Release Mechanismus ausgestattet, für den kein zusätzliches Werkzeug benötigt wird. So kann beispielsweise vor dem Sport schnell ein Silikonband eingesetzt und anschließend wieder auf ein Lederarmband gewechselt werden.

Bedienung

Das runde Uhrendesign der vivoactive 3 Music hat auch ein neues Bedienkonzept zur Folge. Neben der Anzeige der Uhrzeit stehen je nach Konfiguration weitere Widgets zur Verfügung, die etwa Auskunft über die zurückgelegten Schritte, den Herzfrequenzverlauf, bevorstehende Termin oder erreichte Ziele geben. Um zwischen den einzelnen Widgets zu wechseln kann wie gewohnt auf dem Touchscreen nach oben oder unten gewischt werden

Mit der seitlichen Taste kann von jedem Widget aus schnell zurück zur Uhrzeitanzeige gesprungen werden. Auf dem Uhrzeitwidget ruft ein Tastendruck die Übersicht der verfügbaren Sportarten auf, die wiederum mit einem Tipp auf den Bildschirm ausgewählt werden. Zum Starten oder Beenden eine Trainings wird dann wieder die Taste benötigt. Auch wenn dieses Konzept aus Touchscreen und Taste zunächst etwas verwirrend klingt, sorgt es dafür, dass Fehleingaben vermieden werden.

Die Taste hat noch eine weitere Funktion: Wird sie länger gedrückt, öffnet sich ein Schnellzugriffsmenü, welches in den Einstellungen auch mit bevorzugten Funktionen belegt werden kann. Allgemein ist die Menüstruktur der vivoactive 3 Music sehr übersichtlich gehalten und alle Funktionen sind schnell zugänglich.

Musikwiedergabe

Wie der Namenszusatz unschwer erkennen lässt, kann die Garmin vivoactive 3 Music auch zum abspielen von Musik verwendet werden. Die Musik kann auf zwei Wegen auf die Uhr geladen werden. Entweder man nutzt vorhandene MP3, M4A, AAC, ADTS, WAV, M3U, M3U8, WLP, ZPL, PLS und überträgt diese mit einer Kabelverbindung per Garmin Connect über den PC oder Mac auf die Uhr. Oder aber man nutzt die Bluetooth Verbindung zum Smartphone und lädt so eigene Playlist oder Songs über Deezer oder Spotify. Für den zweiten Weg wird zusätzlich eine App der Anbieter aus dem Garmin Connect IQ Store benötigt, die auf der Fitness Uhr installiert werden muss. Außerdem muss ein Premium Abo des Streamingdienstes abgeschlossen sein.

Für die Wiedergabe der Musik werden Bluetooth-Kopfhörer benötigt. Da keine Verbindung zum Smartphone vorhanden sein muss, kann dieses beim Training oder der Laufrunde zu Hause bleiben. Die Verbindung mit B&O E8 Kopfhörern verlief im Test problemlos und störungsfrei. Der Wechsel zum nächsten Musikstück funktioniert im Test nur direkt an der Uhr. Die Touchfunktion der B&O E8 Kopfhörer, mit der sich die Musikwiedergabe auf dem Smartphone steuern lässt, funktionierte in Verbindung mit der vivoative 3 Music nicht.

Fitness-Funktionen

Der Funktionsumfang der vivoactive 3 Music im Bereich des Fitness und Aktivitätstrackings unterscheidet sich kaum vom Vorgänger. Im Alltag erfasst die Uhr verschiedene Werte, mit denen sich die eigene Bewegungsintensität gut im Blick behalten lässt.

Schritte und Distanz

Die vivoactive 3 Musi erfasst jeden einzelnen Schritt seines Trägers und summiert diese auf ein Tageskonto auf. Damit wir eine bessere Einschätzung zur Genauigkeit der Schrittzählung abgeben können, haben wir mehrere Testläufe auf einer 400 Meter Strecke unternommen und dabei händisch mit einem manuellen Schrittzähler (Klicker) mitgezählt. Auf allen Testrunden lag die Abweichung zwischen der vivoactive 3 Musix und dem Klicker bei unter 10 Schritten – ein sehr guter Wert.

Damit die Schritterkennung im Alltag möglichst genau ist verfügt auch die vivoactive 3 Music über eine Korrekturfunktion. Mit dieser werden erst dann Schritte aufsummiert, wenn man mindestens 7 – 8 zusammenhängende Schritte geht. Kurze Bewegungen ohne Schritte, etwa bei der Arbeit im Haushalt oder im Büro, werden somit weniger häufig fälschlicher Weise als Schritte erkannt. Dadurch ist auch die Fehlerkennung, etwa bei der Fahrt mit dem Auto oder dem Fahrrad recht gering. Allerdings sorgt ein kurzer Gang zum Kopierer oder vom Herd zum Kühlschrank dadurch nicht für Pluspunkte auf dem Schrittkonto. Die Erfassten Schritte sind daher auch mehr als ein grober Richtwert zu sehen, der den Aktivitätsgrad zumeist sehr gut widerspiegelt.

Auf Basis der Schritte berechnet die vivoactive 3 Music auch die zurückgelegte Distanz auch ohne eingeschaltetes GPS. Allerdings wird dieser Wert nun nicht mehr auf der Fitness Uhr dargestellt sondern lediglich als Teil der Schrittauswertung in Garmin Connect. Für eine genauere Berechnung der Distanz können in den Benutzereinstellungen von Garmin Connect getrennte Schrittlängen fürs Gehen und Laufen eingegeben werden.

Kalorien

An der Kalorienberechnung hat sich im Vergleich zur vivoactive HR nichts geändert. Die Uhr zeigt mit getrennten Werten, wie viele Kalorien im Ruhezustand und durch Bewegung (Aktiv) verbraucht wurden. Die Summe aus beiden Werten ergibt den Gesamtumsatz an verbrannten Kalorien. Auf der vivoactive 3 Music selbst können die Kalorien nicht weiter im Detail ausgewertet werden. Dafür stellt die Garmin Connect App aber eine Aufschlüsslung der verbrauchten Kalorien zur Verfügung.

Für eine möglichst genaue Berechnung der verbrannten Kalorien, wertet die vivoactive 3 Music nicht nur Daten des Beschleunigungssensors aus sondern auch des optischen Pulssensors. So werden die Kalorien nicht nur anhand der zurückgelegten Schritte hochgerechnet, zusätzlich führt auch eine erhöhte Herzfrequenz zur Steigerung der Aktivkalorien. Schrittarme Aktivitäten wie Kraftsport oder anstrengende Arbeiten werden somit ebenfalls für die Berechnung des Kalorienverbrauch berücksichtigt.

Neben den verbrauchten Kalorien können auch die zugeführten Kalorien berücksichtigt werden. Dies funktioniert allerdings nur in der Garmin Connect App und benötigt eine Verbindung zum Service von MyFitnessPal. Auf der Uhr selbst werden die zugeführten Kalorien nicht angezeigt.

Höhenmesser / Etagenzähler

Auf dem Mein Tag Bildschirm zeigt die Garmin vivoactive 3 Music auch die Anzahl der am Tag gestiegenen Etagen an. Mit Hilfe des integrierten barometrischen Höhenmesser registriert die Smartwatch Höhenveränderungen, die innerhalb eines kurzen Zeitraums stattfinden. Ab einer Veränderung von 3 – 4 Metern wird automatisch ein Stockwerk auf dem Zähler gutgeschrieben. Leider funktioniert dies in der Praxis nicht immer zuverlässig und ist stark davon abhängig, wie schnell eine Treppe bestiegen wird.

Die Höhe über NN lässt sich nicht dauerhaft, sondern lediglich während eines gestarteten Trainings anzeigen, dabei werden die An- und Abstiegsmeter auch aufsummiert. Über Garmins Connect IQ Store können aber auch Apps und Widgets nachgeladen werden, mit denen die Höheninformationen auch außerhalb eines Trainings dargestellt werden.

Herzfrequenz

Obwohl die vivoactive 3 Music im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, der vivoactive HR, keine eindeutige Bezeichnung mehr im Namen trägt, ist dennoch ein Herzfrequenzsensor verbaut. Der Sensor sitzt auf der Rückseite der Uhr und misst mit Unterstützung von drei hellen LEDs kleinste Veränderungen des Blutgehaltes in den peripheren Gefäßen. Aus diesen Beobachtungen wird letztlich die Herzfrequenz errechnet. Damit der Akku der Uhr nicht unnötig stark belastet wird, erfolgt eine Messung etwa alle 10 Minuten. Nur wenn schnellere Bewegungen erkannt werden, passt die Uhr den Intervall automatisch an. Während eines gestarteten Training erfolgt ebenfalls eine dauerhafte Pulsmessung. Eine manuelle Messung kann gestartet werden, indem das Herzfrequenzwidget aufgerufen wird, dort sind auch weitere Werte wie ein 4 Stundenverlauf, die niedrigste und höchste Herzfrequenz sowie eine Wochenübersicht mit Durchschnittswerten zu finden.

Die Auswertung der Herzfrequenzmessung spiegelte unsere Erfahrung wieder, die wir bereits mit vielen anderen optischen Herzfrequenzsensoren gemacht haben. Garmin verwendet auch bei der vivoactive 3 Music die Garmin Elevate-Technologie. Verglichen mit einem HR-Brustgurt liegen die Messergebnisse zwar sehr nah beieinander, schnelle Anstiege registriert der optische Sensor jedoch wesentlich langsamer und kann somit kurze Spitzen nicht immer exakt erfassen. Zeitlich längere Anstiege werden jedoch problemlos dargestellt.

Training

Die Garmin vivoactive 3 Music kann für das Tracken verschiedener Sportarten In- und Outdoor eingesetzt werden. Insgesamt unterstützt die Uhr 15 Sportarten, darunter Yoga, Laufen, Schwimmen, Krafttraining, Skifahren, SUP oder Golfen. Für nicht unterstützte Sportarten kann ein eigenes Profil mit beliebigen Datenfeldern konfiguriert werden. Aber auch bei allen anderen Sportarten lassen sich Datenfelder beliebig umkonfigurieren.

Zwar dient dient die Uhr während des Trainings hauptsächlich zum Erfassen von Daten, mit einigen weiteren Funktionen wird sie jedoch auch zum Coach am Handgelenk. So kann bei der Erfassung automatisch eine Pause eingelegt werden, wenn ein Lauf zum Beispiel an der Ampel unterbrochen wird. Auch das Training in Herzfrequenzbereichen ist mit der Uhr möglich. Zusätzlich werden die vom Herzfrequenzsensor erfassten Daten zur VO2max Berechnung und Bestimmung des Fitness-Alter und Stress-Levels verwendet. Diese Werte sind ein guter Indikator für die eigene Fitness und lassen sich durch regelmäßige Trainings verbessern. Auch die Planung von Trainingseinheiten kann dadurch verbessert werden. Trainingspläne können entweder selbst erstellt und auf die Uhr geladen werden oder aber man greift auf vorinstallierte Empfehlungen zurück mit unterschiedlicher Intensität zurück.

Wie auch die bisherigen vivoactive Uhren ist auch das neueste Modell der Serie ein guter Trainings-Begleiter für Einsteiger oder Puristen, die zwar grundlegende Informationen während und nach dem Sport benötigen, aber nicht alles bis ins Details analysieren müssen. Wer weitreichendere Auswertungen und Hilfestellungen benötigt, sollte sich bei den Garmin Modellen der Forerunner oder Fenix Serie umsehen. Wie sich die vivoactive Uhren zum Beispiel während des Schwimmens verhalten, haben wir ausführlicher z.B. im Testbericht der vivoactive HR beschrieben.

Garmin Connect: Auswertung und Einstellungen

Viele Einstellungen und Menüs, die auf der Garmin vivoactive 3 Music verfügbar sind, können auch über die Plattform Garmin Connect oder die App Garmin Connect Mobile für Smartphones bedient und bearbeitet werden. Natürlich ist das Einstellen sämtlicher Funktionalitäten in der Smartphone-App bzw. auf der Web-Plattform deutlich entspannter zu handhaben als in der kleineren Uhrenansicht selbst. Der Upload der Daten und Einstellungen funktioniert in beiden Richtungen, sowohl von der vivoactive 3 zu Garmin Connect als auch andersherum. Zu den Funktionen gehören Benachrichtigungen wie Smart-Notifications, Wettermeldungen, LiveTrack, Software-Updates für die Garmin-Uhr sowie das Installieren und Einrichten von Widgets, Displaydesigns oder Datenfeldern.

   

Mit dem Button “Neu anordnen” lassen sich Aktivitäten und Widgets nach Wunsch in der Reihenfolge sortieren, indem man mit dem Finger lange auf die Aktivität drückt und diese dann hoch- und runterschiebt. Ebenso sind die Symbole des Steuerungsmenüs der Uhr über Garmin Connect konfigurierbar. Aktivitäten und Apps, die man nicht häufig bis gar nicht nutzt, können deinstalliert werden.

Das Fitness-Tool speichert, analysiert und teilt, wenn erwünscht, Fitnessaktivitäten oder Gesundheitsdaten per Feed an Freunde. Alternativ gibt man seine Aktivitäten und/oder sein Profil frei und tauscht sich mit anderen gleichgesinnten Sportlern aus. Diverse grafische Darstellungen, Zeitleisten und Analysen von Aktivitäts- und Trainingsdaten wie Schritte, Distanz, Schlafdetails, Herzfrequenz, Stresslevel, Etagen, Intensitätsminuten, Kalorienverbrauch und -aufnahme in Verbindung mit MyFitnessPal u. v. m. können abgerufen und im Detail angepasst werden.

Garmin Connect liefert nicht nur eine ausführliche Auswertung der eigenen Trainingsdaten. Mit dem Tool lassen sich Trainingspläne, sogar benutzerdefinierte Trainings, erstellen, Herausforderungen gegen andere Nutzer bestreiten oder für jede Aktivität die entsprechende Ausrüstung eintragen.

Obwohl Garmin Connect immer wieder von Verbindungs- und Sychronisationsproblemen geplagt wird, so handelt es sich doch um ein gut strukturiertes und anschauliches Tool, das umfassende Auswertungs-Tools bereithält. Wer dennoch andere Anbieter von Trainings-Apps bevorzugt, ist nicht an Garmin Connect gebunden. Die eigenen Daten können auch an Strava, MapMyFitness oder Endomondo geschickt und auf deren Plattformen analysiert werden.

Navigation

Zur Navigation ist die vivoactive 3 Music nur bedingt geeignet. So kann eine beliebige Position als Favorit auf der Uhr gespeichert werden. Ein solcher Wegpunkt kann dann als Ziel ausgewählt werden, die Navigation erfolgt allerdings nur per Luftlinie. Auf einer separaten Seite zeigt ein Pfeil in die Richtung des Ziels, zusätzlich wird die verbleibende Distanz angezeigt. Bei regelmäßigen Aktivitäten in unbekannten Regionen, hat sich die Funktion als besonders nützlich erwiesen, um zum Ausgangspunkt der Tour zurückzukehren. Hierzu gibt es die Option “Zurück zum Start” die allerdings voraussetzt, dass beim Beginn der Tour die Aufzeichnung eines GPS-Tracks aktiviert wurde.

Smartwatch-Funktionen

Damit die Garmin vivoactive 3 Music neben sportlichen Aktivitäten nicht nur zu Anzeige der Uhrzeit dient, verfügt sie über einige nützliche Smartwatch-Funktionen. In Verbindung mit einem Smartphone kann die Uhr auf Benachrichtigungen, etwa zu verpassten Anrufen, eingehenden Nachrichten oder Updates aus sozialen Netzwerken hinweisen. Wer wissen möchte, wie es um die Wetterlage bestellt ist, kann ein entsprechendes Wetter-Widget einrichten, welches allerdings nur aktuelle Daten anzeigen kann, wenn die Uhr mit einem Smartphone gekoppelt ist.

 

Der bargeldloser Bezahldienst Garmin Pay wird ebenfalls von der vivoactive 3 Music unterstützt. Ein wenig Zeit nimmt nur die Einrichtung des Dienstes in Anspruch, für den ein Konto beim Zahlungsdienstleister und Garmin Partner VIMpay benötigt wird. Anschließend kann die GPS-Uhr in allen Geschäften verwendet werden, die über ein Kartenterminal zum kontaktlosen Bezahlen verfügen. Ausführlich haben wir Garmin Pay bereits hier vorgestellt.

Über den Garmin Connect IQ Store kann die vivoactive 3 Music um zahlreiche weitere Smartwatch-Funktionen erweitert werden. Auch zusätzliche Widgets, Displaydesigns und unzählige weitere Datenfelder stehen hier zum kostenlosen Download bereit.

Garmin vivoactive 3 Music Test Fazit:

Garmins vivoactive 3 Music unterschiedet sich nur in wenigen Punkten von den Einsteiger-Laufuhren der forerunner-Serie. Sie eignet sich vor allem für Nutzer, die eine GPS-Uhr auch im Alltag tragen möchten, welche dabei nicht zu sportlich wirken soll. Vor allem mit den im Zubehör erhältlichen Lederarmbändern wirk die GPS-Uhr sehr elegant. Leider konnte uns im Test die Verarbeitungsqualität nicht überzeugen. Sichtbarer Kleber zwischen den Gehäuselementen und scharfe Kanten, sind wir normalerweise nicht von einem Gerät aus dem Hause Garmin gewohnt.

Die Musikfunktion der vivoactive 3 Music ist eine gelungene Weiterentwicklung, für Sportler, die während des Trainings kein störendes und klobiges Smartphone bei sich tragen wollen. Die Verbindung mit Streaminganbietern wie Deezer oder Spotify ist komfortabel umgesetzt, setzt aber leider Premium-Abos der Dienste voraus. Zudem werden Bluetooth-Kopfhörer benötigt, die aber auch bereits in günstigen Ausführungen erhältlich sind.

Im Sport-Bereich lässt die GPS-Uhr für Hobby-Sportler eigentlich keine Wünsche offen. Funktionen wie die Berechnung von VO2max, Fitness-Alter oder Stress-Level gelten häufig als Tools für ambitioniertere Sportler. Tatsächlich können sie aber auch Einsteigern dabei helfen, das eigene Training zielgerichteter zu gestalten.

Unserer Meinung nach ist die Garmin vivoactive 3 Music ein guter Kompromiss zwischen Sport und Alltag und bietet in beiden Bereichen eine umfangreiche Ausstattung. Funktionell können wir daher eine klare Empfehlung aussprechen. Interessenten sollten allerdings die Möglichkeit nutzen, sich die Uhr vor dem Kauf beim Händler anzusehen und einen Blick auf die Verarbeitung werfen.

Preis & Bezugsquelle

Die Garmin vivoactive 3 Music ist zum Preis von EUR 219,00 bei Amazon.


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