Erfahrungen mit Garmin Pay

Kontaktloses und schnelles Bezahlen mit GarminPay und kompatiblen Garmin Waerables. Wir haben getestet wie sich die neue Zahlart im Alltag schlägt…

Seit dem letzten Jahr ist es dank Google, Apple und Garmin Pay auch in Deutschland möglich, mit dem Smartphone bzw. einer kompatiblen Smartwatch kontaktlos zu bezahlen. Wir haben Garmin Pay nun seit einigen Monaten mit einer Garmin fenix 5 Plus im Alltag verwendet und möchten in diesem Artikel unsere Erfahrungen teilen.

Garmin Pay wird aktuell von folgenden Garmin-Produkten unterstützt (Stand 01/2019):


VIMPay so richtet man Garmin Pay ein

Garmin Pay ist aktuell in Deutschland an VIMpay gebunden (seit Ende 2018 ist auch die Nutzung über boonpay möglich). VIMpay stellt über eine Smartphone-App kostenlos eine virtuelle MasterCard zur Verfügung, welche dann mit Garmin Pay verbunden wird. Die Nutzung bestehender Kreditkarten zusammen mit Garmin Pay ist leider nicht möglich. Die VIMpay MasterCard funktioniert dabei nach dem Prepaid-Prinzip und muss zunächst aufgeladen werden.

Folgende Schritt geben einen groben Einblick, wie der grundsätzliche Ablauf bei der Einrichtung von Garmin Pay ist:

  • Installation der VIMPay-App auf dem Smartphone
  • Anlegen eines VIMPay-Kontos über die Smartphone-App. Die App zeigt nun eine MasterCard-Nummer inkl. Sicherheitscode und Ablaufdatum an.
  • Anlegen eines Garmin-Pay-Kontos innerhalb der VIMPay-App.
  • In der App Garmin Connect kann unter  Garmin-Gerät Garmin Pay eine neue Brieftasche erstellt werden. Dazu wird ein 4-stelliger Code vergeben, welcher auch später vor dem Zahlen verwendet wird.
  • Sobald die virtuelle Brieftasche in Garmin Connect erstellt wurde, kann eine MasterCard hinzugefügt werden. Man gibt nun einfach die Daten der in VIMPay angezeigten virtuellen MasterCard an.
  • Nun muss aber noch Geld zunächst auf das VIMPay-Konto geladen werden. Dazu stehen zwei Optionen zur Verfügung:
    a) Überweisung (die Bankverbindung, an die überwiesen werden soll, wird angezeigt)
    b) Automatische Abbuchung über HBCI von einem Girokonto
    In der kostenlosen Version von VIMPay können immer nur maximal 100 EUR pro 24 Stunden aufgeladen werden.
  • Ist das Geld nun endlich auf dem VIMPay-Konto, muss es noch in die Garmin-Brieftasche geladen werden. Dazu wird in der VIMPay-App über das Pluszeichen der gewünschte Betrag virtuell auf Garmin Pay übertragen. Diese Übertragung passiert in Echtzeit.
  • Nun ist es geschafft und es kann mit der Uhr im Laden bezahlt werden, aber nur in Höhe des in die Brieftasche geladenen Betrages.

Unserer Meinung nach ist die Einrichtung von Garmin Pay insgesamt recht umständlich und an vielen Stellen wenig intuitiv. Das Gesamtkonzept ist nicht immer hinreichend erklärt und somit ist der “nächste Schritt” für den Nutzer nicht immer sofort ersichtlich. Die Notwendigkeit, unterschiedliche Schritte abwechselnd in zwei unterschiedlichen Apps zu machen (VIMPay und Garmin Connect) sowie die Notwendigkeit, sich die Kreditkarten “herauszuschreiben” macht es nicht leichter. Wechselt man von einer App zur anderen muss man sich jedes mal wieder bei VIMPay einloggen.

Prepaid Vor- und Nachteil zugleich

Garmin Pay funktioniert immer nach dem Prepaid-Prinzip. Die Brieftasche wird über die VIMPay-App aufgeladen. Das VIMPay-Konto selber ist ebenfalls PrePaid und wird per Überweisung oder Abbuchung von einem echten Girokonto aufgeladen. Die Notwendigkeit, das Geld quasi 2 x aufladen zu müssen ist etwas umständlich. Möchte man den Komfort an dieser Stelle erhöhen, kann man einen kostenpflichtigen VIMPay Premium Account für 4,99 EUR im Monat buchen.

Der Vorteil des Premium VIMpay Accounts ist, dass das VIMpay-Konto als normales Girokonto verwendet werden kann. Damit entfällt die Notwendigkeit, das VIMpay-Konto selber als Prepaid-Konto aufzuladen. Darüber hinaus gibt es kein jährliches Umsatzlimit von 2500 EUR wie im kostenlosen Standard-Account.

Da maximal 100 EUR pro Tag (in der kostenlosen Version) auf das VIMpay-Konto geladen werden können, lassen sich zunächst auch nur 100 EUR in die Garmin-Pay-Brieftasche laden. Allerdings kann dieser Betrag dann Tag für Tag um weitere 100 EUR erhöht werden und so lassen sich theoretisch bis zu 2500 EUR in Garmin Pay aufladen, allerdings sind dazu dann manuelle Aufladevorgänge an 25 unterschiedlichen Tagen nötig.

Vorteil des Prepaid-Konzeptes ist ganz klar das Thema Sicherheit und Kostenkontrolle. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, überweist das Geld manuell auf das VIMpay-Konto und muss sich dann um das Thema Sicherheit keine Gedanken machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Prepaid-Guthaben betrügerisch verloren geht, ist mit Sicherheit nicht höher als die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Raubüberfalls zu werden, bei dem das Bargeld dann ebenfalls verloren ist.

Wer die automatische Abbuchung über HBCI verwendet, gewinnt Komfort, muss aber der VIMpay-App vertrauen, sicher mit den Bankdaten umzugehen. Eine Aussage über die Sicherheit der VIMpay-App im speziellen oder HBCI Onlinebanking im Allgemeinen können und wollen wir nicht treffen.

Dennoch hat das Prepaid-Konzept seine Grenzen. Garmin Pay ist letztendlich eher eine zusätzliche Option zu zahlen und wird die EC- bzw. Kreditkarte oder Bargeld für die meisten Nutzer nicht vollständig ersetzen, dafür sind die Grenzen, die das Prepaid-Konzept mit sich bringt, in der Regel zu eng.

Garmin Pay im Alltag

Nachdem wir die Einrichtung von Garmin Pay endlich hinter uns gebracht haben, konnten wir es kaum abwarten, die Zahlung zu testen. Durch die schwierige Einrichtung waren wir etwas verunsichert und haben mit kleineren oder größeren Schwierigkeiten bei der Zahlung irgendwie gerechnet. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Zahlung mit Garmin Pay war in allen Fällen äußerst einfach, schnell und vollkommen problemlos! Voraussetzung für die Nutzung ist ein kompatibles Zahlungsterminal, welches an der Kasse durch ein Symbol in der Regel deutlich zu erkennen ist. Die Zahl der Geschäfte, die kontaktloses Zahlen ermöglicht, nimmt täglich zu. Ohne es mit statistischen Zahlen aus ganz Deutschland und allen Branchen belegen zu können, sind gefühlt sicher weit mehr als 50 Prozent der Geschäfte bereits in der Lage, berühungslos abzurechnen.

Vor der Zahlung muss in der Garmin Smartwatch die Brieftasche geöffnet und die PIN eingegeben werden. Wurde die Uhr nicht vom Arm genommen, muss die PIN nicht jedes Mal neu eingegeben werden, sondern bleibt eine Weile (24 Stunden) gespeichert. Aber selbst mit Eingabe der PIN dauert der Vorgang am Arm wenige Sekunden und ist in der Kassenschlange schnell und diskret erledigt. Leider gibt es keine Möglichkeit das verfügbare Guthaben an der Uhr selber abzulesen.

Tipp: Versucht nicht dem Kassierer zu erklären, dass kontaktlos mit einer Uhr bezahlt werden soll, sagt einfach, das mit Karte gezahlt wird. Statt die Karte einzustecken, wird einfach die Uhr ans Terminal gehalten und der Zahlvorgang ist innerhalb von wenigen Sekunden abgeschlossen. Wir hatten nie ein Problem bei der Zahlung und mussten mit einer Ausnahme (Ikea Restaurant) nie eine Unterschrift leisten oder erneut die PIN eingeben (auch nicht bei Summen von 50 EUR und mehr).

Es geht schnell und macht Spaß, mit der Uhr zu zahlen. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass man ein Early Adopter in freier Wildbahn ist und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die Zahlart angesprochen wird. An nahezu keiner Kasse, an der wir bezahlt haben, wurde jemals vorher mit einer Uhr bezahlt. Viele Kassierer schauten einen verständnislos an und waren umso erstaunter, als innerhalb von Sekunden eine erfolgreiche Zahlung quittiert wurde. Auch in der Warteschlange löst die Zahlung mit einer Uhr zumindest ein Staunen aus. In vielen Fällen wurden wir direkt angesprochen, mussten die Uhr und Hersteller nennen und Fragen beantworten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Bezahlen mit Garmin Pay im Alltag eine geniale Erweiterung der bestehenden Zahlarten Bar, EC oder Kreditkarte darstellt. Gerade für kleine Einkäufe zwischendurch muss nicht immer das Porte­mon­naie mitgenommen oder aus der Tasche geholt werden. Garmin Pay ersetzt sicher nicht sämtliche Zahlungsmittel, aber das ist auch nicht der Anspruch. Gerade als Sportuhr und Fitnesstracker hat man die Garmin-Uhr meist den ganzen Tag dabei und somit auch eine praktische Zahlart mehr. Garmin Pay ist nicht unbedingt ein Must-have-Feature,  aber wenn man es erst mal verwendet hat und die Einrichtung überstanden ist, würde man auch ungern wieder darauf verzichten. Zahlungen über Wearables werden in wenigen Jahren so selbstverständlich sein, wie jetzt das Zahlen mit einer Plastikkarte.

Schade, dass nicht alle Banken und Kreditkartenausgeber Garmin Pay unterstützen und daher der Umweg über VIMpay nötig ist. Dennoch muss man VIMpay zugutehalten, eine unbürokratische und den Umständen entsprechend einfache und vor allem komplett kostenlose Lösung anzubieten. Darüber hinaus haben wir den VIMpay-Support als sehr schnell, nett und hilfreich erlebt.

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8 Kommentare zu “Erfahrungen mit Garmin Pay

  1. Interessanter Bericht, vieles deckt sich mit meinen Erfahrungen/Feststellungen.

    Bei meiner 5x + muss ich die Pin jedesmal eingeben, 24 STD. funktioniert bei meiner Uhr nicht, Garmin findet den Fehler auf meiner Uhr nicht.

    Blöd ist auch, dass man das Guthaben auf der Uhr nicht einfach aufs Konto zurücktransferieren kann, da muss man VimPay extra anmailen (das klappte aber problemlos). Das nur 100 € pro Vorgang möglich ist, war mir gar nicht bewusst.

    Bei kleinen Händlern/Geschäften/Kiosken ist das bezahlen mit Garmin pay (jedenfalls hier bei mir in der Gegend) oftmals noch nicht möglich

  2. Inzwischen kann man auch boonpay mit Garmin nutzen.
    Das funktioniert deutlich einfacher als Vimpay.
    Vorteile boon ggü Vim:
    – Es gibt nur eine Virtuelle Kreditkarte in der App (Vim hat 2 und man bekomtm das Geld von der Garmin-Virtuellen nicht in die ‘andere’ Virtuell zurück).
    – Aufladung per anderer Kreditkarte möglich. Bei Vim muss man der App/Anbieter seinen Banking-Login anvertrauen, und dann funktioniert die Aufladung nicht mal…
    – Automatisches Aufladen möglich.

    Nachteil beide:
    – Keine Warnung, wenn das Guthaben nicht ausreicht. Die Zahlung wird mit unsinnigen Meldungen vom Kartlesegerät abgelehnt. Die App bringt aber keinen Hinweis darauf.
    – Kein “Onlinebanking”. Alles nur per App am Handy.
    – Funktioniert nicht im Ausland (auch hier keine Fehlermeldungen in der App. bei boon Ausland wohl mit boon plus möglich). Da steht im Ausland man gerne mal ewig vor Automaten um seine sämtlichen virtuellen und echten Karten durchzutesten.

    Nachteil Boon:
    – Seit App-Update vergisst die App ständig den Login.

    Nachteile Garmin:
    – Bei einer Sperre wegen mehrfacher Passwort-Falscheingabe wird auch die virtuelle Boon Karte gesperrt und bleibt dieses auch dauerhaft. Obwohl boon die Karte entsperrt muss man diese löschen und neu eingeben.
    – Karten lassen sich nicht umsortieren. Daher immernoch Vim die erste und man muss beim Zahlen dann noch auf boon wehcseln.
    – Man muss beim neu-anlegen alle Daten der Karte auf einmal eingeben, man kann nicht zwischen boon und Garmin wechseln, um nacheinander alles nötige zu kopieren. Man braucht also ein Notebook, Papier/Stift oder sonstigen manuellen “Zwischenspeicher”.

    1. danke für diese ausführliche Erweiterung des Berichtes! boonpay ist wohl seit kurzem erst möglich? Ich nehme den Hinweis mal noch oben in den Text auf. Soweit ich verstanden habe ist boonpay aber nicht kostenlos?

  3. Mein Mann und ich zahlen schon seit 2 Jahren hier bei uns alle alltäglichen Einkäufe mit der apple Watch. Und seit dem Apple Pay hier offiziell in Deutschland gestartet ist, nutze ich dafür vimpay. Einrichtung ist super simpel. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das bei Garmin so schwierig ist, wenn doch, muss wohl eher Garmin nachbessern.
    Bei uns in der Gegend gibt es nur noch selten jemand, der komisch guckt geschweige denn fragt, was man da macht, wenn wir mit der Uhr bezahlen. Und das hier auf dem Land! Im Hochsauerland läuft‘s schon einwandfrei. Und in der App lässt sich doch schnell der noch verfügbare Betrag ablesen.

    1. Die Idee hinter der Zahlung mit einer Uhr ist ja, dass man eben nicht immer auch sein Smartphone braucht (sonst kann ich ja gleich mit dem Smartphone zahlen). Die ganzen Marketingbilder zeigen ja oft auch Leute die joggen, sich dann ein Wasser kaufen usw. und da will man ja eben genau sein Smartphone nicht dabei haben müssen. Also die Anzeige des Guthaben auf der Uhr selber ist etwas, was ich erwartet hätte, vermisse und für die Zukunft als Update erwarte…

    2. Einer der Punkte die kompliziert und umständlich sind bei der Einrichtung hat M7880 beschrieben. Ohne Stift und Papier (oder eine digitale Version z.B. Notebook) kann man die Karten kaum einrichten, denn man kann nicht beide Apps gleichzeitig offen haben um die Daten zu übertragen. In der heutigen Zeit empfinde ich das als zu fummelig. Dann hatte ich größere Probleme mit der Aufladung über das Konto weil immer wieder der Name des Girokontos nicht 1:1 mit dem übereinstimmte, was ich angegeben hatte. Dabei war unklar welcher “Kontoname” genau gemeint war, ein Girokonto hat da teilweise je nach Bank unterschiedliche Namen und schreibweisen anzubieten. Den Namen der zugehörigen Girokontos kann man aber bei VIMpay nachträglich nicht mehr ändern. Hat man also den falschen Namen angegeben, sich vertippt oder was auch immer muss man sich an den Support wenden und den Namen ändern lassen. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das jeder auf Anhieb richtig macht. Es gibt viele Fallstricke und auch das Gesamtkonzept von VIMpay mit zwei Karte und wie das Geld von A nach B kommt muss man erst mal verstehen…

      1. Ist halt die Frage, warum Vimpay nicht einfach Bankeinzug macht, ohne sämtliche Konto/Guthaben-Details des Kontos kennen zu müssen.
        Dürfte ja auch gegen die üblichen AGB der Banken verstoßen, wenn man den Banking-Login irgendwo hin weitergibt?

        Zur Guthaben-Anzeige auf der Uhr:
        Das Kartenlesegerät dürfte nur erfahren, ob das Guthaben für die aktuelle Aktion ausreicht, aber nicht wie viel Geld vorhanden ist.
        Und die Uhr dürfte nicht erfahren, wie viel abgebucht werden soll.
        Damit kann die Uhr alleine das Guthaben wohl nicht kennen. Das könnte man nur durch die App draufsynchronisieren, stimmt dann aber nur bis zur nächsten Zahlung.

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