HTC One X: Die Kraft der vier Herzen

Multimedia

Wie bei einem Smartphone-Flaggschiff nicht anders zu erwarten, knausert das HTC One X auch im Bereich Multimedia nicht mit Funktionen. HTC hebt besonders die Fotokamera und die Klangverbesserung Beats Audio hervor.

FM-Radio

Das „echte“ FM-Radio mit RDS-Senderkennung erspart Rundfunkfreunden Roaming-Gebühren im Ausland wie sie bei Webradio (tunein Internetradio ist vorinstalliert) im Falle eines Falles anfielen. Es ist ausreichend empfindlich, um auch schwache Sender zu empfangen. Wie üblich dient das Headset als Antenne.

Fotokamera

Gegenüber der hervorragenden Fotokamera des HTC Velocity 4G hat HTC beim One X nochmals eine Schippe draufgelegt. Die Auslöseverzögerung liegt bei kaum spürbaren 0,7 Sekunden, und die Blende des 28 mm Weitwinkelobjektivs öffnet sich maximal auf einen erstaunlichen Wert von 2,0. Sie lässt somit auch Fotos bei schwierigen Lichtverhältnissen zu, unterstützt vom HTC Image Chip. 8 Megapixel Auflösung (Frontkamera 1,3 Megapixel) sollten auch anspruchsvollere Smartphone-Fotografen zufrieden stellen. Wie beim Velocity 4G erzeugt der zugeschaltete LED-Blitz überraschenderweise wärmere Farben; ohne Kunstlicht wirkt unsere buntgescheckte Testtasche bei komplizierteren Lichtverhältnissen etwas farbflach. Ansonsten sind die Aufnahmen bis in die Ränder hinein scharf.

Die Kamera überzeugt auch durch eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten und weiterer Features (digitaler Mehrfachzoom, Weißabgleich, Kontrast, Farbsättigung, Geotagging, automatische Verbesserung, gesonderte Nahaufnahme – close-up – Gesichtserkennung bis hin zu HDR-Fotografie wie beim iPhone 4S). Ein besonderes Schmankerl ist die Serienaufnahme, bei der in schneller Folge bis zu 20 Einzelaufnahmen geschossen werden, was vor allem Hobby-Sportfotografen begeistern dürfte.

 

 

Aus der App heraus ist eine sofortige Filterung (Effekte) oder Verbesserung möglich. Selbstverständlich können die Ergebnisse über Soziale Netzwerke geteilt und im Album (Galerie) nachbearbeitet werden. Vordefinierte Szenen (Portrait, Landschaft, Sport-Speedshutter u.v.m.) erleichtern dem Fotografen die Arbeit.

Insgesamt ist die Fotokamera ein echtes Sahnestückchen und gehört zu den Spitzenprodukten im Smartphone-Bereich.

Camcorder

Der Camcorder schießt Videos in Full HD 1080p, HD 720p oder niedrigen Auflösungen. Der digitale Mehrfachzoom funktioniert selbst bei Full HD. Einstellmöglichkeiten und Features sind fast so umfangreich wie bei der Fotokamera.

Leider fällt die Qualität des Camcorders im Vergleich zur Fotokamera etwas ab. Zwar wirken die Aufnahmen scharf und die Farben einigermaßen natürlich, aber die (Nach-)Fokussierung ist wie bei vielen Smartphone-Camcordern problematisch. Das zeigt sich bei gar nicht mal so hastigen Bewegungen oder Kameraschwenks durch unangenehme „Klötzchenbildung“ (Blockbildung) (Testvideo bitte auf 1080p Wiedergabe schalten), vor allem bei feingliedrigen Objekten wie z.B. Grashalmen. Cluster lassen sich nur mit langsamen Bewegungen vermeiden.

Äußerst nette Features hingegen sind die Zeitlupenfunktion mit brauchbarer Video-Qualität sowie die von HTC Video Pic getaufte Fähigkeit, gleichzeitig HD-Videos und Fotos zu schießen.

 

Mediaplayer und Multimediasoftware

Der Audioplayer (App Musik) versteht sich auf die Formate .aac, .amr, .ogg, .m4a, .mid, .mp3, .wav und .wma (Windows Media Audio 9). Klangverbesserungen bietet das One X ausschließlich über Kofpfhörer, davon aber eine ganze Fülle. Als wichtigstes Soundprofil ist Beats by Dr. Dre Audio zu nennen, das HTC schon seit einiger Zeit seinen Spitzengeräten mitgibt und ein „umfassendes und authentisches Sounderlebnis“ gewährleisten soll. Beats Audio funktioniert zwar mit jedem Kopfhörer, ist aber auf die mitgelieferten Spezial-Kopfhörer optimiert (fehlten leider beim Testgerät).

 

Die 4,7 Zoll große Anzeige ist natürlich wie gemacht für mobiles Videovergnügen. Der Player verarbeitet .3gp, .3g2, .mp4, .wmv (Windows Media Video 9), .avi (MP4 ASP und MP3) und .xvid (MP4 ASP und MP3); das bei HD-Videos beliebte Matroska-Container-Format (.mkv) bleibt HTC-typisch tonlos. Nativ spielen dieses Format nach unseren Erfahrungen nur die Spitzenprodukte von LG und Samsung ab. Wer .mkv fehlerfrei abspielen möchte, sollte zu Drittsoftware, beispielsweise zum VPlayer, greifen; dank der enormen Leistung des One X werden solche Videos inzwischen auch fehlerfrei abgespielt, sogar bei Software- statt Hardwarebeschleunigung. Auch der Videoplayer besitzt Klangverbesserungen über Kopfhörer, wahlweise „HTC Optimierung“ oder eben wieder Beats Audio. Eine DivX-Zertifizierung, die einige Mitbewerber bieten, fehlt.

Die multimediale Software umfasst u.a.die Musikerkennung SoundHound, einen Sprachrekorder sowie HTC Watch, ein Video-on-Demand (VOD) Dienst, dessen Preise sich von 5 Euro-Cents (Video-Leihe) bis ca. 14 EUR (Kauf) bewegen.

Externe Medienausgabe

Das HTC One X kann Mediencontent auf (HD-)Endgeräte ausgeben oder streamen, entweder drahtlos per DLNA oder über den MHL-Ausgang, der einen entsprechenden Adapter benötigt. Während die drahtgebundene Übertragung per MHL/HDMI problemlos funktioniert, müssen bei DLNA  Abstriche gemacht werden. Das liegt nicht nur an der Netzwerkkonfiguration oder -qualität sondern an einem Erkennungsproblem des One X.

Obwohl wir nach Handbuch vorgegangen sind und und mehrere DLNA-fähige Mediengeräte aufstellten, erkannte das One X gerade mal eins und scheiterte beim Streamen über unsere Mediabox auch noch mit der Fehlermeldung „Video konnte nicht wiedergegeben werden“. Vielleicht haben wir uns zu dumm angestellt, aber die Anleitung im Handbuch ist eindeutig. Möglicherweise hätten wir bessere Ergebnisse mit dem Zusatzgerät HTC Media Link HD DG H200 erzielt, dennoch sollte es auch ohne dieses Hilfsmittel funktionieren.

Multimedia-Fazit

Hätten wir allein die wegweisende Fotokamera und die Klangverbesserung Beats Audio zu beurteilen, wäre die Bestnote fällig gewesen. Leider trüben Clusterbildungen der Videokamera und DLNA-Übertragungsprobleme etwas das sonst hoch erfreuliche Bild im Multimediabereich.

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