Galileo geht in Betrieb

Seit heute kann das europäische Satellitennavigationssystem Galileo genutzt werden. Noch gibt es allerdings nicht genügend Satelliten für einen flächendeckenden Empfang und nur wenige Geräte können die Galileo Signale verarbeiten …

Nach zahlreichen Verzögerungen und einem deutlich höheren finanziellem Aufwand als ursprünglich geplant, ist das europäische Satellitennavigationssystem Galileo nun einsatzbereit. Für eine zuverlässige Nutzung ist die Anzahl der verfügbaren Satelliten derzeit allerdings noch zu gering, zudem benötigt man eine Hardware, welche die Galileo-Positionsdaten verarbeiten kann.

Was lange währt …

Gut 17 Jahre nachdem die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) den Aufbau eines eigenen Satellitensystems zur Positionsbestimmung beschlossen haben, geht Galileo nun in Betrieb. Bis hierin war es ein beschwerlicher Weg, denn immer wieder verzögerten Pannen und Uneinigkeit in der zuständigen Europäischen Kommission für Verzögerungen. Die Kosten von rund 13 Milliarden Euro, die bis zu endgültigen Fertigstellung anfallen werden, tragen die EU-Steuerzahler. Ursprünglich sollte das Projekt 3,4 Milliarden Euro kosten und 2011 an den Start gehen.

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Abdeckung noch gering

Zwar ist das Galileo-System nun offiziell online, für den Empfang werden jedoch spezielle Chipsätze benötigt. Daher können bislang nur einige wenige Geräte Galileo empfangen und auch dann ist eine präzise Positionsbestimmung aktuell reine Glückssachen. Denn um seine Position genau bestimmen zu können, benötigt ein Gerät die Signale von mindestens vier Satelliten. Da zur Zeit nur 18 Galileo-Satelliten die Erde umkreisen, von denen nur Elf im Einsatz sind, ist die Chance gering, dauerhaft eine passende Konstellation zu erwischen.

Galileo Fertigstellung 2020

Wenn bis 2020 alle 30 Galileo-Satelliten einsatzfähig auf ihre Erdumlaufbahn gebracht sind, soll eine Positionsbestimmung bis auf einen oder zwei Meter genau möglich sein. Für industrielle Anwendungen wird es zudem kostenpflichtige Kanäle geben, die eine noch genauere Positionierung erlauben. Bis dahin sollen auch Fahrzeuge, Navigationssysteme, Smartphones und andere Geräte mit der benötigten Hardware ausgestattet sein. Mitte des Jahres hatte der Chiphersteller Qualcomm angekündigt seine Snapdragon-Chips eine Galileo Unterstützung erhalten sollen.

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