Falk Tiger Geo im Hands-On

Falks neues Outdoor-Navi eignet sich zum Wandern, Geocachen und Radfahren. Wir konnten bereits eine Tour mit dem Falk Tiger Geo unternehmen und berichten über unsere ersten Erfahrungen …

Hardware & Display

Kurz vor Weihnachten verkündete United Navigation, dass der neue Falk Tiger jetzt fertig ist und in Kürze erhältlich sein wird. Und seit gestern halten wir tatsächlich das erstmals auf der Eurobike angekündigte Falk-Outdoor-Navi in den Händen.

Technische Daten des Falk Tiger Geo

  • Display: Kapazitiv 3,5“ (89 mm) Diagonale
  • Auflösung 320 x 480
  • Gewicht: 180g
  • Abmessungen: 110 x 70,5 x 21 mm
  • Wasserdicht: IPX5
  • Elektronischer Kompass & Barometer
  • Interner Speicher: 4 GB (Erweiterbar per microSD auf 64GB)
  • Arbeitsspeicher: 128 MB RAM
  • Schnittstelle: USB

Lieferumfang:

  • Falk Tiger Geo
  • Fahrradhalter
  • USB-Kabel
  • Netzladeteil
  • Kurzanleitung gedruckt
  • Tasche

Hardware des Falk Tiger

Erster Eindruck: edel, edel. So schick und so wertig erschien bislang noch keines der Falk-Outdoor-Navis. Unwillkürlich drängt sich der Vergleich zur Garmins Oregon 600 auf – von der Optik braucht sich Falk nicht mehr hinter Garmin zu verstecken. Der Tiger erscheint in mattschwarz, aus der breiten, glänzenden, rot umlaufenden Linie beim Ibex wurde eine feine, immer noch rote Linie, die aber wesentlich dezenter das Gehäuse umrandet. Die abgerundeten Kanten und das nicht mehr versenkte, glasartige Display geben dem Tiger das Ambiente eines hochwertigen Smartphones. Wer mit dem Fingernagel auf das Display klopft, dem schallt allerdings schon der Kunststoff entgegen, auf die Kratzfestigkeit sind wir gespannt.

Falk Outdoor-Navis am Fahrradlenker
Falk Tiger Geo (vorne) und Falk IBEX 32 (hinten)

Auch der Blick auf die Rückseite vermittelt hochwertige Fertigungsqualität. Kantenübergänge und Spaltmaße lassen keine Wünsche zurück, geradezu beispielhaft gut versenkt erscheint die Aufnahme der Fahrradhalterung. Kleine Rundstopfen – vermutlich nicht zur Entfernung gedacht – verbergen wahrscheinlich die Gehäuseschrauben. Zwei Mini-Kreuzschlitzschrauben halten die Abdeckung des USB-Ports, die aus einem etwas harten Kunststoff gefertigt ist und den man zur wasserdichten Abdeckung der Buchsen mit leichtem Druck in seine Lage pressen muss. Eine Kombination aus Nute und Steg erleichtert das Öffnen der Abdeckung mit dem Fingernagel – hier hat Falk deutlich gelernt, zum Beispiel aus den wesentlich schlechteren Lösungen beim Ibex 32 (hier riss die Gummibefestigung zuweilen) oder beim ersten Ibex 30 (die war mit einfachem Fingernagel kaum zu öffnen).

Für die Lautsprecheröffnung lugen nun nur noch sehr wenige Lochbohrungen durch den Gehäuseboden. Spätestens jetzt wird man daran erinnert, dass der Tiger keinen Wechselakku mehr besitzt. Angesichts des relativ teuren Spezialakkus des Ibex 32 als Energiereserve scheint dies zwar verschmerzbar, dennoch ist gerade im Outdoor-Bereich ein wechselbarer Akku oder ein alternative Stromversorgung über AA-Akkus oder Batterien von Vorteil. Mit dem festen Gehäusedeckel verschwindet aber auch ein Nachteil des Ibex 32: dessen Verschlussmechanismus brach zuweilen, zudem erschien der große Gehäusedeckel langfristig anfällig gegenüber Wassereinbruch.

Falk Tiger Rückseite
4QuickFix-Aufname an der Rückseite des Falk Tiger

Insgesamt ist der Tiger etwas kleiner als der Ibex 32, vor allen Dingen flacher. Mit 183 g bringt der Tiger auch noch etwas weniger Gewicht auf die Waage als der Ibex (196 g).

Statt zwei Hardware-Tasten (zusätzlich zum Touchscreen) besitzt der Tiger nun drei, und zwar nebeneinander auf der linken Seite. Für Rechtshänder sind die Tasten mit etwas Übung durch den Mittelfinger sehr gut zu bedienen, für den üblicherweise bevorzugten Zeigefinger liegen sie schon etwas zu weit unten. Zudem sind sie relativ klein geraten, von der Bedienung mit Handschuhen darf man also keine Wunder erwarten. Mit einem spürbaren Druckpunkt ergibt sich auch hier eine deutliche Verbesserung zu den relativ schwergängigen Tasten beim Ibex 32, die sich zudem noch direkt gegenüber lagen, wodurch schon fast eine zweihändige Bedienung notwendig war. Mit der zusätzlichen dritten Taste des Tigers kann die Beleuchtungsstärke eingestellt und der Ton ein- oder ausgeschaltet werden. Eine Konfiguration der Tasten ist aber nicht möglich.

Sehr schön: eine hochwertige Gerätetasche wird direkt mitgeliefert, ebenso eine Lenkerhalterung und ein Netzteil plus USB-Kabel. Das ebenfalls beiliegende Benutzerhandbuch ist sehr schön gestaltet und wirklich hilfreich. Wünschenswert wären aber noch einige Praxistipps, zum Beispiel die Übertragung von GPX-Dateien über den Windows Explorer direkt ins GPX-Import-Verzeichnis. Oder die Reset-Möglichkeit.

Falk Tiger Display: hell, aber noch etwas zähe Bedienung

Falk-Tiger-Geo-KompassAuch der Falk Tiger erreicht nicht die Displayqualität eines Garmin Oregon 600 oder eines eTrex Touch. Das mit 3,5 Zoll für ein Outdoor-Gerät recht große Display ist sehr hell, aber der kapazitive Touchscreen reagiert leider nicht so feinfühlig wie ein Smartphone oder auch wie die Garmin-Oregon-Displays.

Die Schriften auf dem Display, das eine Auflösung von 320 x480 Pixeln bietet, erscheinen fein, aber immer noch gut zu lesen und auch hier in vielen Fällen besser ablesbar als beim Ibex 32. Der Kompass ist leider etwas kleiner geraten. Die Hintergrundbeleuchtung des Displays kann noch deutlich stärker eingestellt werden als beim Ibex, was aber natürlich auch einen stärkeren Stromverbrauch nach sich ziehen wird.

Die Menüs präsentieren sich aufgeräumt, großzügig gestaltete Felder erleichtern das Arbeiten mit großen Fingern. Leider wird nicht immer deutlich, wie viele Bildschirmseiten für einen Menübereich durchgescrollt werden müssen, denn die Hinweispunkte am oberen Rand des Bildschirmes verschwinden nach kurzer Zeit wieder. So wird erst nach etwas Einarbeitungszeit klar, dass zum Beispiel insgesamt fünf Bildschirmseiten für Einstellungsfunktionen zur Verfügung stehen. Deutlich gewöhnungsbedürftig ist auch der Wechsel zu den einzelnen Menüseiten, aber mit etwas Übung gewöhnt man sich auch hier an den „richtigen Touch“, obwohl es immer wieder auch etwas störrisch vorkommt. Wer immer wieder verzweifelt wischt, wünscht sich zuweilen die Pfeiltasten des Ibex 32 zurück, mit dem man dort von Menü zu Menü blätterte.

Falk-Tiger-Geo-Hauptmenu-02 Falk-Tiger-Geo-Hauptmenu

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14 Kommentare zu “Falk Tiger Geo im Hands-On

  1. Bei Smartphones und vielen Navis bedauerliche Realität: eingeschweißte Akkus, die nicht gewechselt werden können. Verbraucherfreundlichkeit und Umweltbewusstsein werden ignoriert, Kasse machen ist einzig das Wichtige. Zum Glück gibt es noch andere, insbesondere Garmin mit Wechsel-Akkus. Gerade im Outdoor-Bereich eminent wichtig, alles andere ist nicht Werkzeug, sondern Spielerei!

  2. Das sehe ich auch so.
    Ein Outdoor-Navi ohne wechselbaren Akku ist nur ein Spielzeug und kein Arbeitsgerät.
    Wenn ich mir vorstelle: Unterwegs beim Cachen, Anmarsch 6 Kilometer, kurz vor dem Ziel gibt der festeingebaute Akku auf. In diesem Moment würde ich das Gerät wegschmeissen.

    1. Auch meine Meinung. Ein Gerät ohne Wechselakku, schlechteres Display und Touchscreen als das Oregon 600 – da spart man am falschen Platz.

  3. Ich bin mal gespannt, wie sich der Tiger im Markt behaupten kann. Vom Preispunkt her sicher attraktiv. Ob man sich bei der Ausstattung im Massenmarkt gegen TEASI und Garmin druchsetzen kann werden die nächsten Monate zeigen. Ich hoffe, das Gerät auch bald mal LIVE auf einer Messe zu begutachten.

    Das Thema Strom für unterwegs kann man gut mit einer Powerbank überbrücken. Das bietet mir auch den Vorteil mal mein Smartphone laden zu können. Da gibt es inzwischen für nen 10er schon ne ganze Menge. Und mehr Müll als Batterien / Akkus macht das auch nicht ;o)

    1. Das sehe ich auch so. Mein Smartphone hält mit der Navi-App auch gut 7h durch, solange man nicht auch noch telefoniert, WhatsApped und Bilder hochläd. Und eine Powerbank sorgt dafür dass man es notfalls auch 24h durchgängig betreiben kann. Ohne Batterien als Müll.
      Ist mir aber sowieso unverständlich, wer reine GPS Geräte braucht. Die Smartphone Apps können alles was man als „normalo“ braucht, meist mehr und besser.

    2. Hallo Mr. GPS, auf zahlreichen Freizeitmessen kannst Du Dir den Tiger jetzt anschauen. Auf der CMT in Stuttgart wurde er präsentiert, demnächst ist er u.a. auf den Messen in München, Hamburg, Bremen und Berlin mit dabei. Teilweise ist United Navigation (Falk) selbst dort, sonst komm einfach zu unserem Stand. Schau mal auf http://www.naviso.de/termine.
      Grüße von Thomas

  4. Ich habe ein paar Fragen zum Falk Tiger:
    1. Kann das Gerät über einen Fahrrad Nabendynamo (z.B. B&M USB-Werk) ausreichend betrieben bzw. sogar geladen werden. Beim LUX22 ist das nicht möglich. Der Stromverbrauch ist einfach zu hoch.
    2. Ist die Track-Funktion mit der vom LUX vergleichbar, die ist sehr gut.
    3. Gibt es eine Beschränkung der Track-Punkte?
    4. Ich konnte in der Liste die britische Insel nicht finden oder habe ich da was übersehen. Wird diese noch nachgeliefert?

    Das Gerät gefällt mir sehr gut und ich werde es kaufen, wenn die oben gewünschten Punkte erfüllt werden.
    Mein Nutzungsprofil: Randonneur (Brevets)
    danke.

    1. Hallo,

      das Laden über einen Nabendynamo sollte eigentlich problemlos möglich sein, wir haben es aber noch nicht ausprobiert. Es wundert mich, dass Dein Lux 22 dies nicht ermöglichen soll, denn der Stromverbrauch ist eigentlich deutlich geringer als beim Smartphone.
      An den Track-Funktionen hat sich eigentlich nichts geändert, außer dass es nun einen Bewegungssensor gibt, der beim Start auf die Möglichkeit der Aufzeichnung hinweist.
      Eine Beschränkung der Track-Punkte ist nicht bekannt.

      Die britische Insel fehlt immer noch und soll nach Aussagen von Falk natürlich nachgeliefert werden. Wann, wissen wir aber auch nicht.

      Schöne Grüße,

      Thomas

  5. Hallo,
    mit dem einfach gehaltenem Navi bin ich sehr zufrieden. Was mir fehlt wäre eine Übertragung von auf dem PC erstellten Routen auf das Navi. Wer hat dazu eine Idee?
    Schöne Grüße
    Helmut

    1. Hallo Helmut,

      die Funktion ist vorhanden. Der Track muss als GPX Datei in den Ordner GPXImport abgelegt werden. Auf dem Gerät kannst Du den Track dann unter „Übertragene Tracks“ aufrufen.

      Viele Spaß auf der nächsten Fahrt.

      Viele Grüße,
      Benni

      1. Hallo Benni
        auf der Internetseite von Falk kann ich Routen erstellen und auch speichern, aber ich finde den Speicherort nicht. Herunterladen finde ich auch nicht; nur ausdrucken geht.
        Mit dem Falk Activity Manager kann ich keine neuen Routen erstellen, nur vorhandene aufs Navi kopieren, bzw vom Navi laden. Die Option „bearbeiten“ macht aber nur ein Fenster auf in dem man einen Namen und eine Beschreibung angeben kann – die Route bearbeiten ist nicht möglich, obwohl „bearbeiten“ man ja auswählen kann.
        Welches Programm oder welcher Link ermöglicht mir die Routenerstellung mit Importmöglichkeit?
        Mit freundlichen Grüßen und vielem Dank für Deine Mitteilung
        Helmut

  6. Kann man das Gerät auch auf dem Vorbau befestigen oder nur auf dem Lenker (mit der mitgelieferten Radhalterung)?

    1. Hallo Erwin, man kann es auch auf dem Vorbau befestigen. Dazu würde ich aber nicht raten, weil man das Display dann nicht mehr zum Sonnenlicht ausrichten kann. Und das wiederum ist gerade für den Tiger Geo sehr nützlich, weil er ein relativ schwaches Display hat.
      Grüße von Thomas

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