Becker transit.6 LMU im Test

Akustische-, Visuelle-Zielführung, Routing & weitere Features

Akustische Zielführung

Auch im aktuellen Top-Modell der Firma Becker stehen dem Anwender jeweils zwei normale Stimmen und zwei TTS-(Text-to-Speech)Stimmen zur Verfügung. Für jede Variante gibt es einen männlichen und einen weiblichen Sprecher.

Zusätzlich zu den üblichen Ansagen von Orts- und Straßennamen, Ausfahrten und Verkehrsbehinderungen bezieht die neue Generation der TTS-Stimme, auf die Becker beim transit.6 LMU setzt, markante Merkmale wie „vor der Tankstelle rechts abbiegen“ in die Navigationshinweise mit ein. Text-to-Speech ist in den Sprachen deutsch, englisch, französisch, italienisch, niederländisch, polnisch, spanisch und ungarisch verfügbar.

Alle vier deutschsprachigen Stimmen haben eine deutliche und angenehme Sprachausgabe. Gesprochene Fahranweisungen sind klar zu verstehen, sie klingen weder blechern oder künstlich. Die Fahranweisungen kommen genau passend zur Verkehrslage, weder zu früh noch zu spät. So bleibt dem Fahrer genügend Zeit, seinen 40 Tonnen schweren LKW sicher durch den Verkehr zu bewegen.

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Zu den Stimmen gibt es im Menü einen Punkt “Geschwindigkeitsabhängige Lautstärke“. Wird dieser aktiviert, wird automatisch der Innenraumgeräuschpegel aktiviert. Hier wird in vier Stufen unterschieden (Leise, Normal, Laut und Dynamisch) wie die Lautstärke angepasst wird.

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Visuelle Zielführung

Wer sich mit den Becker-Geräte auskennt, wird auch beim neuen aktuellen Becker transit.6 LMU keinen Unterschied in der Farbwahl der visuellen Zielführung finden. Die Darstellung ist gestochen scharf, was dem kapazitive Echtglasdisplay mit seinen 800 x 480 Pixeln zu verdanken ist.

Geht es auf den Abend zu, wird automatisch das Display abgedunkelt und es werden dunklere Farben für die Übersichtskarte verwendet. So ist sichergestellt, dass das große Display den Fahrer nicht blendet. Trotz der dunkleren Farben bleibt es übersichtlich. Wer eine andere Farbe verwenden möchte, kann diese in den Einstellungen mittels eines Schiebereglers verändern. Die Helligkeit des Display lässt sich ebenfalls in 10 Schritten an die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Das gilt sowohl für den Nacht- als auch für den Tag-Modus.

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Wie schon bei unseren zuvor getesteten Becker-Navis, verfügt auch das Becker transit.6 LMU über zahlreiche 3D-Helfer, mit denen die Routenführung auch bei unübersichtlichen Verkehrsführungen erleichtert wird. Beispielsweise hilft der Fahrspurassistent Pro 3D dabei, sich frühzeitig auf die passende Spur einzuordnen, um die nächste Ab- oder Ausfahrt nicht zu verpassen. Gerade im großen LKW eine sinnvolle Hilfe. Auch die 3D-Kreuzungsansicht sowie 3D-Geländeansicht inkl. 3D-Sehenswürdigkeiten tragen zur guten Übersicht bei.

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Im LKW oder Wohnmobil ebenfalls sehr hilfreich sind die Truck- und Camper-Warnungen, die wichtige Hinweise zu Gefahrensituationen und Beschränkungen liefern und dem Fahrer seine Arbeit so stressfrei wie möglich machen. So erscheint auf dem Bildschirm ein Hinweis, wenn man sich einer Straße mit verengter Fahrbahn oder einer Brückenbeschränkung nähert. Dabei werden auch die zulässigen Maße angegeben.

Das Becker transit.6 LMU weist auch auf Umweltzonen hin, die in immer mehr Großstädten eingerichtet werden. So kann der Fahrer um diese Beschränkung auch in unbekannten Städten sicher herumnavigieren.

Die Truck- und Camper-Warnungen stehen auch dann zur Verfügung, wenn keine Routenführung aktiv ist.

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Fazit akustische visuelle Zielführung

Als Unterstützung für die akustische Zielführung weiß besonders das neue Natural TTS zu gefallen. Die Erweiterung der bisherigen Sprachansagen sticht durch spezifische Ansagen hervor, die bei dichtem Verkehr sehr hilfreich sind. So kann der Blick auf der Straße bleiben und die nächste Abbiegung kann anhand von angesagten Merkmalen in der Umgebung ausgemacht werden. Die normalen Stimmen sind zwar ebenfalls deutlich und klar zu verstehen, geraten aber durch die neue Form der TTS-Stimmen ins Hintertreffen.

Die 3D-Helfer möchte man sich bei der visuellen Zielführung nicht mehr wegdenken. Sie erleichtern es dem Fahrer, schwierige Verkehrsführungen besser einschätzen zu können und den Überblick zu behalten. Die jeweiligen Informationen werden frühzeitig eingeblendet, damit bleibt genügend Zeit, um auch schwere Fahrzeuge sicher durch den Verkehr zu lenken.

Routing

Profil-Auswahl

Damit das Navigationsgerät eine passende, auf die Abmessungen des Fahrzeugs zugeschnittene Route findet, können verschiedene Profile hinterlegt werden. Genau hier besteht der Unterschied zwischen den herkömmlichen Navigationsmodellen und der Transit-Modell-Reihe. Das Hauptaugenmerk wird auf den Schwerlastverkehr gerichtet. Durch die Vielfalt der Einstellmöglichkeiten ist nahezu jede Sparte der schweren LKWs abgedeckt. Neben den normalen Einstellungen wie Länge, Breite und Höhe, die Anzahl der Achsen und das Gesamtgewicht können z.B. auch Gefahrgutbeschränkungen und Tunnelbeschränkungen gem. ADR aktiviert werden. Das Becker transit.6 LMU bietet die Möglichkeit, mehrere Profile zu erstellen, um diese dann individuell zu benennen, je nachdem welcher Sattelauflieger sich hinter der Zugmaschine befindet.

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Ebenso gibt es umfassende Einstellmöglichkeiten für Reisebusse, Wohnmobile und PKWs. Für die genannten Fahrzeuge kann jeweils auch ein Profil mit Anhängerbetrieb ausgewählt werden.

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Allgemeines Routing

Die Transit-Modelle von Becker sind dafür bekannt, mit weiteren speziellen Funktionen, mit denen das Routing individuell angepasst werden kann, ausgestattet zu sein. Mit Becker BestTracks erhält der Fahrer zum einen die optimale Route, zum anderen bis zu drei weitere Alternativen, bei denen ebenfalls die im Fahrerprofil hinterlegten Merkmale berücksichtigt werden.

Wem auch die Ausweichrouten nicht gefallen, wendet Becker RouteMove an. Hier kann der Anwender mit den Fingern die Routenführung beliebig auf andere Straßen verschieben und so seine Route bis ins Detail individualisieren. Treten auf dieser Strecke Behinderungen auf, liefert der Umfahrungsassistent eine alternative Route. So kann der Fahrer schnell reagieren und z.B. einer Straßensperrung ausweichen.

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Die Anzeige des Höhenprofils für alle geplanten Routen ist ebenfalls eine Funktion, über die lediglich die Transit-Modelle von Becker verfügen. Damit kann der Fahrer die zurückzulegenden Höhenmeter aller berechneten Alternativen miteinander vergleichen und entscheiden, welche die beste Route ans Ziel ist. Besonders bei schwer beladenen LKWs kann mit der Auswahl einer Route mit wenigen Höhenmetern viel Kraftstoff eingespart werden.

Da Kraftstoffsparen im Transportwesen ein großes Thema ist, kann in den Einstellungen auch das Profil „ökonomische Route“ gewählt werden. Einmalig ist für die Berechnung von ökonomischen Routen die Eingabe des Kraftstoffverbrauchs für Inner- und Außerorts notwendig. Anschließend wählt das Navi immer die Routen, auf denen der Kraftstoffverbrauch geringer wie normal ausfällt.

Ein weiteres nützliches Features ist die lernende Navigation. Sie sammelt Daten über die zurückgelegten Fahrkilometer. Wird das Gerät an den Content Manager angeschlossen, werden diese Daten mit denen vieler anderer Nutzer zusammengeführt. So werden mit der Zeit immer bessere Routen berechnet. Zu guter Letzt kann auch noch die „zeitabhängige Routenführung“ aktiviert werden. Tages- und uhrzeitabhängig werden so Abschnitte bevorzugt, auf denen in der Regel kein Stau zu erwarten ist.

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HQ TMC

Die HQ-TMC-Verkehrsmeldungen werden über eine Antenne empfangen, die im Ladekabel integriert ist. Das Ladekabel kann sowohl mit 12 V als auch mit 24 V Stromspannung betrieben werden. Sollte es beim Empfang der TMC-Meldungen zu Schwierigkeiten kommen, kann das Antennenkabel auch vom Ladekabel gelöst werden und z.B. separat an der Windschutzscheibe verlegt werden. Im Test brachte dieses Vorgehen eine signifikante Empfangsverbesserung und die Anzahl der TMC-Ereignisse stieg von 15 – 25 auf 70 Meldungen an.

Gäbe es beeinträchtigende TMC-Ereignisse auf der Strecke, würde die Route vom Gerät geändert und wir könnten die Fahrt ohne Verzögerung fortsetzen. Das HQ TMC arbeitete in der Testphase sehr gut. Es gab keine Falschmeldungen, die zu unnötigen Umfahrungen führten und wertvolle Zeit kosteten.

Link2Live-Pro-Dienste

Anders als noch beim Becker transit 70 LMU, für das die Link2Live-Dienste noch als Abo zusätzlich erworben werden mussten, sind sie beim Becker transit.6 LMU bereits im Lieferumfang enthalten und das für die komplette Lebensdauer des Gerätes. Die Aktivierung der Dienste muss allerdings wie beim lebenslangen Kartenupdate in den ersten 30 Tagen nach der ersten Inbetriebnahme des Gerätes erfolgen.

Um die Link2Live-Dienste nutzen zu können, wird ein Smartphone benötigt, mit dem das WiFi-Teathering möglich ist. In unseren Fall wurde während des gesamten  Testbetriebes ein iPhone 6 benutzt. Aktiviert man in den Einstellungen des iPhones den Menü-Punkt „Persönlicher Hotspot“, erkennt das Becker transit.6 LMU das iPhone und verbindet sich automatisch damit. Das Navi nutzt dann die Mobilfunkverbindung des Smartphones, um die Link2Live-Pro-Dienste aus dem Internet abzurufen. Je nach Mobilfunkvertrag können so weitere Kosten für die Datennutzung anfallen. Von der Firma Becker wurde uns mitgeteilt, dass sich das benötigte Daten-Volumen für die Live-Verkehrsmeldungen auf ca. 15 MB im Monat beläuft. Im Test funktionierte das Zusammenspiel zwischen dem iPhone und dem Becker transit.6 LMU problemlos.

Zu den über Link2Live Pro angebotenen Diensten gehören Verkehrsmeldungen in Echtzeit. Zu Stoßzeiten wurden bis zu 1550 Live-Verkehrsmeldungen empfangen. Aber genau diese Menge an Events brachte das Gerät nach unserer Meinung an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Besonders spürbar war dies beim Navigieren durch die Menüs, denn das Gerät reagierte nur noch sehr träge auf Eingabebefehle.

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Viel problematischer fanden wir allerdings die Ungenauigkeit der Live-TMC-Events. Es wurden Verkehrsmeldungen auch an Orten gemeldet, an denen es keine Verkehrsbehinderung gab, wodurch das Navi unnötige Umfahrungen berechnete. Der damit verbundene Zeitverlust ist besonders für Berufskraftfahrer so nicht tragbar. Hier sollte schnell nach einer besseren Lösung gesucht werden! Ob diese Ungenauigkeit nun am Navigationshersteller „Becker“ oder am Anbieter der Echtzeit-Verkehrsmeldungen „Here“ liegt, möchten wir nicht beurteilen. Auf jeden Fall sollte im Sinne des Kunden schnellsten Abhilfe geschaffen werden.

Nachtrag zu Link2Live-Verkehrsmeldungen

Der Test des Becker transit.6 LMU dauerte mehrere Wochen. In der Zwischenzeit gab es ein Service Release für unser Gerät, welches auch die Qualität des Link2Live-Verkehrsdienstes verbesserte. Zu Stoßzeiten im Berufsverkehr werden jetzt nur noch ca. 750 Live-TMC-Events gemeldet, anstatt wie zu Anfang bis zu 1550 Events. Zum einen wurde somit die Genauigkeit wesentlich verbessert und zum anderen trägt die geringere Anzahl zu verarbeitender Events zu einer besseren Performance des Gerätes bei.

Als weitere Link2Live-Dienste steht eine Live-Suche nach Sonderzielen zur Verfügung, mit der nach Tankstellen, Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten gesucht werden kann. Als Datenquelle der Points of Interest (POI) gibt Becker hier ebenfalls Nokia HERE an.

Fazit Routing

Wir konnten das Becker transit.6 LMU auf ca. 25.000 km unter die Lupe nehmen. Das Einsatzgebiet, ganz Deutschland mit einigen Abstechern in die Niederlande und nach Belgien. Getestet wurde mit einem 40-Tonnen-Sattelzug aus der Baustoffbranche. Demzufolge wurden enge Baugebiete, ländliche Gegenden und auch schwer zugängliche Straßen in den Innenstädten der Regionen angefahren. Die größte Herausforderung für das Gerät ist das Anfahren kleiner Straßen in den Großstädten des Landes. Viele Informationen, wie Umweltzonen, Brückenhöhen und Gewichtsbeschränkungen, die hier beachtet werden müssen, wurden sehr gut gemeistert. Fehlerhaftes Routing würde hier nicht nur für den Fahrer selbst, sondern unter Umständen auch für anderer Verkehrsteilnehmer ein Chaos bedeuten, doch das Becker transit.6 LMU hat uns stets sicher geroutet. In der gesamten Testphase sind wir in keine brenzlige Situation gekommen. Das Routing kann klar als große Stärke der Becker Transit-Serie bezeichnet werden und da ist auch das neueste Modell keine Ausnahme.

Weitere Features

POIbase

Zu den vorinstallierten Sonderzielen und der online Live POI-Suche, kann auf dem Gerät auch die Zusatzsoftware POIbase mobile installiert werden. Sie bietet Zugang zu 1.000.000 zumeist kostenlosen POIs. Aufpreispflichtig hingegen sind Informationen über Tankstellen mit günstigen Preisen und Standorten von mobilen und festen Blitzern. Diese Investitionen lohnen sich jedoch, denn wird der LKW voll getankt, handelt es sich nicht um 50 – 100 Liter Kraftstoff, sondern schnell um 1000 Liter und mehr. Ein paar Cent Unterschied je Liter können da an der Zapfsäule schon ein ordentliches Ersparnis ausmachen.

POIbase verfügt außerdem über eine PC-Software, mit der sich eigene Ziele auf einer interaktiven Karte hinzufügen und mit einer großen Community teilen lassen.

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Becker Skin

In unserem Forum hat sich der User „David66“ die Mühe gemacht, in wochenlanger Kleinarbeit einen Skin für die Becker-6-Serie zu erstellen. Viele Befehle und Anwendungen hat er von anderen Skins zusammengetragen und für die Becker-6-Serie angepasst. Auch wir haben beim User David66 freundlich angefragt, ob wir den Skin für das Becker transit.6 LMU nutzen können. Es dauerte nicht lange und wir hatten den Skin in unserem Postfach liegen. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an David66!

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Der Skin ist professionell in das Becker-Menü eingearbeitet und erweitert die Geräte um viele zusätzliche und nützliche Funktionen wie z.B. TTS-Pro-Ansagen, nächste Straße mit Hausnummern-Anzeige, erweiterte TMC-Info-Box mit Sendernamen, TMC-Event-Auflistung, Entfernung und vielem mehr. Rundum ist dieser Skin eine sehr gelungene Aufwertung der Becker-6-Serie. In unserem Forum war der Skin für einige Nutzer sogar ausschlaggebend für den Kauf eines neuen Becker-Navis.

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