Leser-Test: Garmin nüvi 2797LMT

Garmin nüvi 2797LMT Leser-Test von Olaf B.

Leser-Test von Olaf B. zum Garmin nüvi 2797LMT

Dieser Bericht enthält Erfahrungen unserer Leser, die nicht mit der Meinung der Redaktion oder des Betreibers übereinstimmen müssen.

Schon bei der ersten Inbetriebnahme fällt der schnelle Satellitenempfang auf, der innerhalb weniger Sekunden vollzogen ist, weiterhin sofort fällt die glasklare und laute und wie ich finde sympathische Frauenstimme auf, deren Lautstärke sich automatisch anpasst. Mehr als 20-30% der verfügbaren Lautstärke habe ich selbst in meinem recht lauten SUV nie gebraucht, sie ist also völlig ausreichend. Ich fand das Gerät groß aber entgegen meiner ersten Vermutung nicht als zu groß, vorausgesetzt, man bringt es links unten an der Windschutzscheibe an.

Dabei fällt sofort die unglaublich hakelige Halterung auf. Mir war es erst nach mehreren Versuchen möglich, das Gerät dauerhaft einrasten zu lassen. Intuitiv ist auch hier nichts. Die Halterung blieb bis zum Testende ein dauerhaftes Ärgernis, und wäre für mich kaufentscheidend, dieses Gerät nicht zu nehmen. Ungeklärt aber auch die Frage, wie man dieses Gerät eigentlich transportiert, wenn man es nicht im Auto liegen lassen möchte, Jacke, Mantel, Hose entfallen ja wohl.

Die Menüs sind nur oberflächlich intuitiv aber im wahrsten Sinne des Wortes mit links zu bedienen, die Tasten sind ausreichend groß. Neben dem sehr guten Satellitenempfang fiel der ebenfalls der sehr gute Navteq Traffic Empfang auf. Ich habe stichprobenhaft immer mal wieder den Empfang auch während der Fahrt überprüft, Navteq Traffic war nur in Ausnahmefällen nicht empfangen worden. In diesem Zusammenhang fiel auf, dass „kürzere Strecke“ als Routenberechnung voreingestellt war. Das mag aber auch einer meiner Vor-Tester gemacht haben und war mich nach der Entdeckung nicht weiter von Belang. Der Prozessor war bei der Routenberechnung für mich zu langsam. Wer die Berechnung über ein Quadcorehandy gewohnt ist, wird hier umdenken müssen.

Leider ist das TMC Kabel extrem sperrig, vor allem, wenn es kalt ist, es ist dann praktisch nicht gerade zu bekommen und auch schlecht am Armaturenbrett zu befestigen, wenn man die ganze Länge ausnutzen möchte. Geärgert hat mich, dass der Menüpunkt „Umweltzonen“ in Englisch ist, warum eigentlich ist er nicht übersetzt worden? Die Firmware war auf dem neuesten Stand, das Kartenmaterial auch. Aus dem Navigationsmenü kann dabei übrigens nicht direkt auf das Umweltzonenmenü zugegriffen werden.

Auch sind die während der Fahrt erscheinenden POIs viel zu groß und nur durch mehrere, nicht intuitiv zu bedienende Untermenüs wegzubekommen. Ich war so genervt, dass ich schon anhalten wollte, während der Fahrt kann hier gar nichts bedient werden. Auch fand ich das Autosymbol, bzw. den Pfeil etc. viel zu groß auf der zu befahrenden Fahrbahn, während die weißen Richtungsanzeigen mir viel zu klein vorkamen. Insgesamt ist die Anzeige zu grob und verpixelt, vielleicht bin ich auch hier durch das Handy verwöhnt. Höhenprofile sind nicht vorzufinden.

Sehr ärgerlich war für mich, dass links nicht nur die gefahrene Geschwindigkeit angezeigt wird, das hat mich überhaupt nicht interessiert, sondern dass es vor allem nicht möglich war, dauerhaft die Ankunftszeit einzustellen. Ohnehin zieht sich mangelhafte Bedienung der unklaren Menüführung wie ein roter Faden durch die gesamte Testdauer. Manche Dinge sind auch logisch nicht nachzuvollziehen. Warum z.B. findet sich der „Traffic-Trends“ Punkt im Verkehrsfunkmenü und nicht unter den Navigationseinstellungen?
Warum gibt es keine automatische Umschaltung in den Simulationsmodus bei mangelhaften GPS Empfang? Warum findet sich der Menüpunkt „Routenplanung“ nicht unter „Zieleingabe“, sondern unter „Apps“? Warum bezieht sich bei Routenpräferenz „kürzere Strecke“ diese nicht auf die geplante und abge-speicherte Route, sondern muss hier neu eingegeben werden?

Mein persönlicher Wunsch: die Bilder der Autobahnkreuzungen sollten links sein und die sich bewegende Anzeige rechts, ich halte das für eingängiger und intuitiver während der Fahrt. Die während der Fahrt ausgesprochenen Anweisungen sind gut und klar, kommen aber zu spät. Wegweisend die Ansagen selbst, wie „nehmen Sie die linke der beiden Spuren“, oder „in der zweiten Spur von links einordnen“oder „am Stoppschild links abbiegen“ Das ist phantastisch gemacht und deutet meines Erachtens die Zukunft klar an.
Insgesamt ist die eigentliche Navigation herausragend. Ich habe mich während der viele hundert Kilometer dauernden Testfahrt, in der auch ein Umzug vorhanden war, nicht ein einziges Mal verfahren. Klasse gemacht auch der riesige und sehr übersichtliche bewegliche Fahrspurassistent, der ausgesprochen hilfreich war.

Fazit:
Die insgesamt herausragende Navigation wird durch ein unklares auf keinen Fall während der Fahrt zu bedienendes Menü stark beeinträchtigt. Manche Punkte finden sich erst durch langwieriges Suchen. Der langsame Prozessor, und vor allem die unsäglich schlechte Halterung machen es schwierig dieses Gerät zu schätzen. Ich würde es nicht kaufen, dazu ist die Handy Hardware zu weit, uneinholbar fortgeschritten.

(Stand 01.12.2013)

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