TomTom GO 500 im Test

Routing & Weitere Features

Routing

Beim Routing konnten wir TomTom keine Fehler nachweisen und das TomTom GO 500 brachte uns immer gut ans Ziel. Für die Berechnung der Route nutzt auch das neueste GO die Informationen von TomTom IQ Routes, welche einem abhängig vom jeweiligen Tag und der Uhrzeit die passende Route vorschlägt. In den Einstellungen kann der Nutzer auswählen, ob er sich die schnellste, kürzeste, umweltfreundlichste oder eine Route für Fußgänger, Fahrradfahrer oder mit Vermeidung der Autobahn berechnet haben möchte. Die Möglichkeit, sich vor der Fahrt fragen zu lassen, was für eine Routenart man sich berechnen lassen möchte sowie eine Anzeige von alternativen Routen, ist ebenfalls dem TomTom-Schlankheitswahn zum Opfer gefallen. Zumindest die alternativen Routen sollen mit einem späteren Update aber nachgeliefert werden. Wer den Routentyp ändern möchte, muss nun die vorgeschlagene Route einmal antippen und bekommt dann eine entsprechende Option angeboten.

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Einfluss auf das Routing nehmen auch die Verkehrsmeldungen, die das TomTom GO 500 entweder über den TomTom-Traffic-Live-Service oder über den TMC-Verkehrsfunkempfänger beziehen kann. Die Dienste unterscheiden sich vor allem in ihrer Herkunft. Während das normale TMC aus Verkehrsmeldungen besteht, die über Radiosender ausgestrahlt werden, ist TomTom Traffic ein Echtzeit-Verkehrsservice, der aus verschiedenen Daten besteht, die TomTom aus unterschiedlichen Quellen bezieht. Unter anderem nutzt TomTom auch Daten, die anonym von TomTom-Live-Geräten und Smartphones mit der TomTom-App gesendet werden und erstellt damit ein Abbild der aktuellen Verkehrslage. Dadurch ist der Service größtenteils genau und zeigt Staus nicht nur auf Autobahnen, sondern auf dem gesamten Straßennetz an. Gut gefallen hat uns die Bildschirmanzeige, welche kurz darüber informiert, dass eine Internetverbindung besteht oder der TMC-Empfänger angeschlossen wurde.

Optisch dargestellt werden die Staumeldungen mit farblichen Markierungen entlang der Fahrbahn. Zoomt man auf der Karte etwas weiter hinaus, lässt sich ein guter Überblick über die aktuelle Verkehrslage einholen. Während der Fahrt zeigt eine Leiste an der rechten Bildschirmseite an, ob mit Staus auf der Route zu rechnen ist, und wie weit man vom nächsten angezeigten Stau entfernt ist. Kleine Punkte geben dabei Auskunft über die erwartete Verzögerung. Im Hintergrund hält das TomTom GO 500 immer Ausschau nach einer schnelleren Route und meldet sich, sobald eine Alternative gefunden ist, auf der man schneller ans Ziel gelangt. Leider wird man gezwungen, immer die schnellste Route zu nehmen. Eine Möglichkeit, eine Umfahrung manuell abzulehnen, gibt es noch nicht. Der TomTom-Live-Verkehrsservice steht für die komplette Lebensdauer des TomTom GO 500 kostenlos zur Verfügung, ein Abo muss also nicht mehr abgeschlossen werden.

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Mit TomTom Traffic ist ebenfalls noch ein weiteres neues Feature verknüpft. Nähert man sich mit zu hoher Geschwindigkeit einem Stauend, warnt das Navi optisch und Akustisch. Dank der häufig sehr präzisen Angaben von TomTom Traffic ist dies eine sinnvolle neue Erweiterung. TomTom nennt diese Funktion “‘Jam tail ahead warning”.

Bei der Planung einer Route hat TomTom endlich die Beschränkung auf nur vier Zwischenziele aufgehoben, möglich sind nun mehr als 250, die durch die intuitive Bedienung schnell und einfach zu einer bestehenden Routen hinzugefügt werden können. Damit können zwar nun auch lange Routen erstellt werden, das Speichern dieser ist allerdings noch immer nicht möglich. Nachteilig ist auch, dass kein Startpunkt für eine Route mehr ausgewählt werden kann und somit die Berechnung nur noch von der aktuellen Position aus möglich ist. Weg rationalisiert wurden zudem weitere wichtige Funktionen einer Routenplanung, beispielsweise diejenigen, um Teile der Route zu vermeiden oder eine Straße auf einer bestimmten Länge zu umfahren. Letztlich trägt auch die fehlende Listenfunktion, um Ziele einer Route schneller verschieben oder sortieren zu können, zum eher dürftigen Auftreten der Routenplanungsfunktion bei.

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Fazit Routing

Mit der Erweiterung der Routenplanung auf mehr Zwischenziele hat TomTom zwar einen Schritt nach vorne gemacht, geht aber mit der Streichung grundlegender Routenplanungsfunktionen und der fehlenden Speichermöglichkeit mindestens fünf Schritte in die falsche Richtung. Vermisst haben wir auch die Berechnung von alternativen Routen. Das Routing selbst war durchweg zuverlässig und führte uns augenscheinlich immer auf dem schnellsten Weg ans Ziel. Der Live-Verkehrsservice von TomTom ist natürlich eine Klasse für sich, er setzt jedoch ein Smartphone mit Bluetooth und Internetverbindung voraus.

TomTom GO 500 – Die neue Software

Weitere Features

Mit sonstigen Funktionen hat TomTom seine Kunden noch nie überschüttet und so ist es auch kein Wunder, dass hier das neue TomTom GO 500 so gar nichts zu bieten hat. Es gibt weder Helfer, die einem im Urlaub als Übersetzer dienen,  noch eine Möglichkeit sich detailliere Reiseführer aufzurufen, und eine Spracheingabe oder Freisprechfunktion sucht man ebenfalls vergebens. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, zumindest letzteres mit einem zusätzlichen Mikrofon anzubieten, eine Bluetooth-Verbindung muss zur Nutzung der Live Dienste ja eh hergestellt werden.

Die Live-Dienste selbst fallen auf dem GO 500 dünn aus. Dennoch ist der Live Traffic Service kostenlos enthalten und der Live-Blitzerdienst von TomTom kann ebenfalls für drei Monate kostenlos getestet werden. Weitere Dienste wie die Tankpreise oder Twitter-Anbindung der Vorgänger-Serie gibt es nicht mehr. Der TomTom-Blitzerwarner macht vor festen Radarkontrollen akustisch sowie visuell über die rechte Infoleiste aufmerksam. Nach Ablauf der 3-monatigen Testphase kann der Dienst für 29,95 EUR weiter verlängert werden.

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Bislang noch dürftig sieht es leider auch beim Thema POIs und Stimmen aus, denn genauso wie die neue Benutzeroberfläche hat TomTom auch seine hauseigene Verwaltungssoftware MyTomTom stark beschnitten. Eine Installation von zusätzlichen Sonderzielen oder alternativen Sprechern ist damit aktuell nicht möglich. Auch auf die Zusatzsoftware POIbase müssen Nutzer noch verzichten. TomTom will diese Funktionen aber mit zukünftigen Updates nachliefern.

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