HTC Velocity 4G: Vodafone legt den Turbo ein

Performance und Bedienung

Das HTC Velocity 4G kommt mit einem 1620 mAh Akku – dies scheint ausreichend dimensioniert. Doch schon die theoretischen Herstellerangaben (bis zu 5 Stunden Sprechzeit, bis zu 248 Stunden Stand-by) wirken im Vergleich zu anderen Spitzengeräten etwas dürftig. Deshalb die schlechte Nachricht zuerst: Wir können prinzipiell die Akkulaufzeit-Schwäche von LTE-Geräten auch beim HTC Velocity 4G bestätigen. Zwar wehrt sich Qualcomm gegen diesen Vorwurf und verweist auf seine verbesserte Technik der vierten Generation, das hilft aber nichts beim Velocity 4G mit SoC der dritten Generation. Ohne viel messen zu müssen, geht dem Velocity 4G schnell die Puste aus. Ist das Gerät noch zu unter einem Fünftel geladen, meldet es am USB-Port mit immerhin 500 mA, dass ihm der Ladestrom nicht ausreiche. Dasselbe geschieht sogar an einem 1A-Ladestromadapter im Auto. Um dann das Smartphone aufladen zu können, helfen nur zwei Maßnahmen: a) Gerät ausschalten und an die Steckdose, b) alle nicht benötigten Verbraucher sowie Apps mit dem Task-Manager abschalten und das Display möglichst dunkel lassen. Wer das für zu unsicher hält, muss zu einem Rucksack-Akku greifen, der das Velocity 4G nicht unbedingt schöner (aber auch nicht sehr viel hässlicher) oder leichter macht, aber für wesentlich längere Laufzeit sorgt.

Außerdem fällt beim Laden eine heftige Wärmeentwicklung auf. Dabei wirkt die rückwärtige Alu-Abdeckung wie ein Wärmeableiter. Die Wärme stammt spürbar weniger vom Akku, der sich immerhin auch auf über 40° C aufheizt, sondern aus dem unteren Viertel des Smartphones unterhalb und neben der SIM-Karte. Wer sein Velocity 4G während des Ladens nicht benötigt, sollte es umdrehen und als Heizplatte beispielsweise für eine Kaffeetasse nutzen.

Mit ca. einer Dreiviertelminute bis zur Eingabe des PIN-Codes ist der Bootvorgang nicht der schnellste in dieser Klasse. Es gibt zwar langsamere, aber auch wesentlich schnellere Smartphones beim Hochfahren.

Bei den Leistungstests haben wir bisher verschiedene Benchmark-Apps herangezogen. Nun gibt es etwas besseres: Seit Anfang dieses Jahres ist mit Vellamo ein äußerst umfangreicher Misch-Test erhältlich, den Qualcomm zunächst für interne Zwecke entwickelt hatte, um die Alltagstauglichkeit seiner Prozessoren beurteilen zu können, dann aber der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Dass das Qualcomm-Benchmarking eigene Produkte nicht bevorzugt, zeigen diverse Veröffentlichungen, in denen die Konkurrenz vorne liegt. Wir staunten nicht schlecht, als sich der Dual-Core Qualcomm Snapdragon S3 APQ8060 unseres Velocity 4G beim Vellamo-Test mit über 1100 Punkten gleich mit an die Spitze setzte und uns auch beim neuen Quadrant-Standardtest mit weit über 3400 Punkten positiv überraschte, denn bisher von uns getestete Dual-Core HTC-Smartphones mit Qualcomm-Innenleben wie das HTC Evo 3D oder HTC Sensation hinterließen einen etwas behäbigeren Eindruck. Wir freuen uns auf den nächsten Quantensprung z.B. beim HTC One XL, dessen Dual-Core CPU der vierten Generation nachgesagt wird, sogar Tegra3-Vierkerner von nVidia zu schlagen.

Leichte Schwächen im Grafikbereich leistet sich die Adreno 220 GPU bekanntermaßen beim GLBenchmark, so auch im HTC Velocity 4G. Die Egypt- und Pro-Offscreen-Tests, bei denen auf virtuelle HD-Anzeigen extrapoliert wird, um eine gerechte Vergleichbarkeit herstellen zu können, zeigen recht mäßige rd. 3900 frames (35 fps) bzw. 2600 frames (53 fps), jedoch befindet sich das Velocity 4G damit nicht unbedingt in schlechter Gesellschaft.

Performance-Fazit

Die sehr guten Recheneigenschaften des HTC Velocity 4G werden leicht durch einen etwas schwächelnden Grafikprozessor, entscheidend aber durch mäßige Akku-Laufzeiten getrübt.


Zwei Hardwaretasten für Standby und Lautstärke sowie die HTC-typischen Android-Softkeys zieren das Velocity 4G. Die Nachleuchtdauer der Softkeys ist nicht einstellbar, dank des weißen Gehäuses sind sie aber auch im unbeleuchteten Zustand selbst bei etwas diffusem Umgebungslicht hervorragend ablesbar. Eine separate Kamera-Auslösetaste hätte dem Gerät wie so manchen anderen Smartphones auch gut getan.

Ansonsten nichts viel Neues: HTC hat Android seine HTC Sense 3.5 Bedienoberfläche übergestülpt, die personalisierbare sechs Startbildschirme mitbringt und eine App-View als Listen- oder Gitteransicht, im Übrigen eine intuitive Bedienung erlaubt. Widgets lassen sich nach Belieben in die Homescreens einfügen, löschen oder verändern. Natürlich besitzt auch das Velocity 4G den HTC-eigenen Aktiven Sperrbildschirm (Active Lockscreen), der die wichtigsten Apps und Funktionen sozusagen als Schnellstart bereit hält. Googles Sprachsteuerung ist natürlich wie bei anderen Android-Geräten mit dabei. Sie reicht zwar nicht an Apples Siri heran, ist aber für alltägliche Zwecke ziemlich gut geraten.

Da sich das Velocity 4G in der sehr guten Bedienbarkeit im Vergleich zu anderen HTC-Smartphones nicht grundsätzlich unterscheidet, verweisen wir auf unseren Testbericht des HTC Sensation.

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Bedienungs-Fazit

Das HTC Velocity 4G bietet bei der Bedienung Altbewährtes und daher keine Überraschungen. Nur weil HTC hier (noch) nichts geändert hat, muss es aber nicht automatisch schlecht sein; im Gegenteil.


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