HTC Velocity 4G: Vodafone legt den Turbo ein

Hardware und Display

Um einen LTE-Blitzstart in Deutschland hinzulegen, hat sich HTC beim Velocity 4G für eine verfügbare, nämlich separate Technologie entschieden. Die Dual-Core CPU APQ8060 von Qualcomm (System on Chip, SoC) – ein reiner Applikationsprozessor der dritten Snapdragon-Generation (S3) – ist in relativ energiehungriger 45-nm-Technologie gefertigt und wird grafisch durch die bekannte Andreno 220 GPU unterstützt. Leider bremst die Single-Memory-Architektur etwas die Fähigkeiten des Zweikerners.

Im Gegensatz zu anderen Snapdragon-S3-MSM-Kollegen kommt der APQ ohne WWAN, d.h. ohne Netzwerk-Modem, und LTE muss durch das zusätzliche MSM9200 Modem angebastelt werden. So irren manche Fachmagazine, wenn Sie von einem kompletten „Multi-Mode-Modul“ sprechen und dem APQ 4G-Fähigkeit unterstellen. Insofern ist die hier verwirklichte separate Lösung natürlich nicht vollständig „System on Chip“ und verschafft dem ersten LTE-Phone in Deutschland eine merklich vollschlanke Taille.

Integrierte Lösungen, die die Geräte schlanker und energiesparender gestalten, werden demnächst erwartet, allen voran die vierte Snapdragon-Generation (S4 Krait), die CPU, herkömmliche Netz- und 3G/4G-Modems sowie GPS, GLONASS u.v.m. auf einem Chip vereinigt. So bietet HTC das neue Flaggschiff One X in Europa mit nVidia Tegra 3 Quad-Core und 3G, in den USA dagegen mit Qualcomm S4 MSM8960 Dual-Core und 4G/LTE an. Das US-One-X wird zu einem späteren Zeitpunkt mit angepasster LTE-Technik als HTC One XL auch in Deutschland erhältlich sein.

Mit 1 GB RAM, 16 GB (Testgerät 8 GB) internem und bis zu 32 GB externem Speicher MicroSDHC liegt das Velocity 4G innerhalb der heutigen Norm. WLAN b/g/n, Bluetooth 3.0 und das übliche Sensorenpaket dürfen ebenfalls bei einem Spitzengerät nicht fehlen.

Auf die rückwärtige Kamera mit 28 mm Weitwinkel, BSI-Sensor und dem „besten F2.2-Objektiv der Smartphone-Klasse“ ist HTC besonders stolz. Dass so eine Kamera nebenbei Videos in Full HD 1080p aufzeichnet, ist heute fast nebensächlich. Für Videotelefonie oder Selbstportraits ist eine 1,3 Megapixel Frontkamera verbaut.

Das Gehäuse ist bis auf den Alu-Batteriefachdeckel vollständig aus Kunststoff gefertigt. Dennoch bringt das Velocity 4G für heutige Verhältnisse stattliche 164 g auf die Waage; dies ist wie die vollschlanken Abmessungen der neuen Technik geschuldet. Die seitlichen Umrandungen nehmen  Lautstärkewippe, Standby-Taste, USB-MHL-Schnittstelle und Audiobuchse auf. Das Design mit dem rückwärtigen Pyramidenstumpf ist Geschmackssache und gehorcht wohl eher der Not (LTE-Technik!) als der Tugend. Die vorderseitige Glasplatte mit dem unten liegenden Android-typischen Bedienfeld wirkt wie aufgeklebt, wobei Kunstfoffumrandung und Glasrand nicht immer ganz bündig zu sein scheinen; hoffentlich kein Einfallstor für Staub.

     

    

Hardware-Fazit

Auch wenn die neue Generation unmittelbar bevorsteht, zeigt HTC mit dem Velocity 4G innovative, etwas dickleibige LTE-Technik. Der „konventionelle“ Rest ist eines Spitzengerätes würdig, denn Quad-Core CPU und LTE gleichzeitig sind in Smartphones derzeit nicht umzusetzen.


HTC hat beim Velocity 4G (wieder einmal) zu einem kapazitiven Super-TFT-LCD-Touchscreen (SLCD) gegriffen. Seit dem HTC Desire HD, das ursprünglich mit AMOLED-Anzeige ausgestattet werden sollte, vertraut HTC auf diese Technologie nicht nur bei Spitzengeräten. Das 4,5 Zoll (10,4 cm) messende Display in qHD-Auflösung (960 x 540 Pixel) beschert dem Velocity 4G eine Pixeldichte um die 245 dpi (dots per inch = Pixel pro Zoll); es liegt damit im Bereich des Motorola RAZR. Ohne auf Messungen zurückgreifen zu können, dürfte die Helligkeit irgendwo bei 440 cd/m² liegen, denn das sind die Werte der 4,7-Zöller HTC Titan oder HTC Sensation XL; die Zeitschrift Chip hat denn auch einen Wert von 443 cd/m² ermittelt. Das Velocity 4G siedelt sich damit über der Super-AMOLED-HD-Anzeige des Samsung Galaxy Note sowie zwischen dem Samsung Galaxy SII und dem Retina-Display des iPhone 4/4S an.

So bietet das Display des Velocity 4G denn auch keine Überraschungen: Es bewegt sich im Rahmen des heute Üblichen, spiegelt stark wie Konkurrenzprodukte auch, ist ausreichend hell und scharf, fällt aber bauartbedingt beim Kontrast und den Schwarzwerten sowie bei der Ablesbarkeit aus seitlichen Betrachtungswinkeln gegen (Super-)AMOLED-Anzeigen ab. Dass mehr möglich ist, zeigen die HD-Anzeigen des Samsung Google Galaxy Nexus bei ähnlicher Diagonale oder der künftigen Konkurrenz aus eigenem Hause beim HTC One X/XL.

Die folgenden Bilder zeigen den SLCD-Bildschirm des Velocity 4G im Vergleich zu einem Super AMOLED HD Display (Samsung Galaxy Note).

 

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Display-Fazit

HTC verlässt sich beim Display des Velocity 4G auf Bewährtes, ohne in dieser Disziplin zu glänzen. Ein „Gut“ ist es aber allemal wert.


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