MagicMaps: Das Ende des Tour Explorer

Die Reutlinger Firma stellt die Entwicklung ihrer Planungssoftware ein und bläst zum Abverkauf
In den ersten Jahren hießen die MagicMaps-Karten noch “Interaktive Kartenwerke”

 

Nach fast 20 Jahren stellt MagicMaps Entwicklung und Vertrieb der Planungssoftware Tour Explorer ein. MagicMaps gehört seit 2017 zum Baumaschinen-Unternehmen MTS Maschinentechnik Schrode AG und hat sich nun entschlossen, das Ende des Tour Explorer einzuläuten. Die Restbestände werden bis zum Jahresende stark reduziert abgegeben.

Vorreiter digitaler Kartensoftware

MagicMaps war ein Vorreiter bei der Planung mit digitalen Karten, arbeitete mit zahlreichen Datenlieferanten zusammen, wie den Landesvermessungsämtern und Geodatendiensten der europäischen Länder, und war insbesondere Servicepartner des ADFC. So entwickelte und betreute MagicMaps das inzwischen eingestellte Tourenportal des ADFC und war technischer Dienstleister für die Bett+Bike-Daten. Für viele Hardware-Partner entwickelte MagicMaps Schnittstellen, um Daten zu deren GPS-Geräten übertragen zu können: neben Garmin zum Beispiel für Magellan, Falk, Xplova, Mando, Navad, Lowrance und Takwak.

Auf vielen Messen aktiv: links Dr. Gerhard Lörcher, rechts Ruth Bantle
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Support bleibt vorerst erhalten

Der technische Support für Software und App soll zunächst weiterhin aufrechterhalten werden. Ebenso soll die Internetseite www.magicmaps.de mit Download-Möglichkeiten, Tipps, Tricks und Videotutorien weiterhin erreichbar bleiben, so Gerhard Lörcher, Geschäftsführer von MagicMaps. Auch der Kartenserver im Mapstore zum Download der Karten bleibt weiterhin aktiv. Wann der Serverbetrieb endgültig abgestellt werden soll, ist noch unklar. Die dazugehörige Scout-App ist schon jetzt nicht mehr in den Stores zu finden, aber in-App-Käufe werden noch bis zum Jahresende möglich sein.

Anwenderschulungen bei MagicMaps – mit direktem Kontakt zu Entwicklern, Vertrieb und Chef

Ausverkauf bis Ende des Jahres

Ab sofort wird der Tour Explorer zu sehr günstigen Bedingungen angeboten. So kostet der Tour Explorer 25 (ganz Deutschland in 1:25.000) statt 199,90 Euro nur noch 89,90 Euro, der Tour Explorer 50 (Deutschland in 1:50.000) statt 99,90 Euro jetzt 49,95 Euro. Den Tour Explorer 25 gibt es auch als einzelne Regionalausgaben, von denen jede statt 49,90 Euro jetzt noch für 24,95 Euro zu beziehen ist. Dabei ist Deutschland in acht Regionen eingeteilt, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland.

Für die derzeitigen Nutzer des Tour Explorers bedeutet die aktuelle Situation zunächst keine Einschränkung, weil die Software auf den Offline-Betrieb konzipiert ist. Updates werden nicht mehr erfolgen. Optimal für eine möglichst langfristige Nutzung ist die Version 8 des Tourexplorer, sie ist auf Windows 10 optimiert und sollte auch für die Dauer von Windows 10 funktionieren.

Die Alternativen

Eine Alternative für den Tour Explorer bieten sich verschiedene Offline-Planungsprogramme an, die aber sehr unterschiedliche Ausprägungen besitzen. So ist Garmins BaseCamp zwar kostenlos und kann mit weltweiten Karten ausgestattet werden, aber es wird seit einigen Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Das sehr leistungsfähige, aber kostenpflichtige Compe GPS Land  ist hierzulande kaum bekannt. Ebenfalls kostenpflichtig und gerade brandneu erscheinen ist QuoVadis X. Dieses mächtige Planungstool, das es außer für Windows auch für den Mac gibt, kann zahlreiche digitale Karten einbinden, Geodaten erzeugen und verwalten, erfordert aber auch einige Einarbeitungszeit.

Wer mehr über die Firmengeschichte und die Entwicklung von MagicMaps erfahren möchte, sollte die aktuelle Ausgabe des Podcast “Navi OnAir” mit einem Interview von Gerhard Lörcher anhören.

4 Kommentare zu “MagicMaps: Das Ende des Tour Explorer

  1. Schade, kann mich noch sehr gut an meine erste Magic Maps CD (Hessen 3D, damals noch als CD vermarktet, keine DVD -> sie steht noch in meinem ‘Bücherregal’ :-)) erinnern. Dieses 3D Landschaften Feeling war damals im Consumer Bereich etwas ganz neues!
    war aber irgendwann abzusehen. Gibt ja mittlerweile etliche Online-Planungsportale und für die 3D Ansicht ist Google Maps häufig das Mittel der Wahl.

  2. Zum Glück können wir ja weiterarbeiten – jedenfalls unter Windows 10. Das gibt uns zumindest eine (lange) Galgenfrist. Und notfalls kann man danach noch einen Desktop mit WIN10 als Insellösung behalten, wenn es Windows10 nicht mehr gibt und MagicMaps unter dem Nachfolger-System nicht mehr läuft. Dieser PC darf dann halt wg. des Virenschutzes nicht online gehen, aber das ist es uns wert …

    Wir geben unser liebstes Wekzeug für die Tourenplanung nicht aus der Hand.

    Vielen Dank an Gerhard Lörcher und Ruth Bantle für die jahrelange gute Arbeit durch alle Versionen und die stets hilfreiche Unterstützung.

  3. Schade, aber nicht unerwartet und begleitend zur Marktentwicklung. Ich blicke dankbar auf die gemeinsame Zeit zurück. Für den ADFC bedanke ich mich für die sicher nicht immer einfache langjährige Zusammenarbeit. Danke lieber Gerhard! und alles Gute für die Zukunft
    Frank Hofmann
    stell. ADFC Bundesvorsitzender

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