Parrot Bebop 2 im Test

Die Bebop 2 aus dem Hause Parrot ist der Nachfolger der Bebop 1. Das Konzept der Drohne wurde völlig überarbeitet und hält vor allem im Flugverhalten einige Überraschungen bereit. Neben erhöhter Flugzeit und verbesserter Hardware kommt die Bebop 2 mit einigen Neuerungen daher, die in der Preisklasse bisher selten zu finden sind. Wir haben uns die Bebop 2 mal im Test genauer angesehen…

Die Bebop 2 - Das kleine Kraftpaket aus dem Hause Parrot

Mit der neuen Bebop 2 hat Parrot nach zwei Jahren Entwicklung einen Nachfolger der Bebop 1 auf den Markt gebracht. Es handelt sich um eine stark überarbeitete Version des Vorgängers. So wurde beispielsweise die Flugzeit auf 25 Minuten verlängert. Die Bebop 2 ist bedeutend leistungsfähiger als ihr Vorgänger und lässt vor allem beim Flugverhalten und bei Seitenwind den mehr als doppelt so teuren Mavic von DJI teilweise alt aussehen.

Produktvarianten

Die Bebop 2 gibt es in verschiedenen Varianten zu kaufen. Die Drohne ist in allen Paketen identisch, nur das Zubehör variiert. Erwerbbar sind:

Parrot Bebop 2

Inhalt: 1 Bebop 2, 1 Akku 2700 mAh, 1 Ladegerät mit Kabel und Adapter, 1 USB Kabel, 8  Propeller, 1 Montagewerkzeug für Propeller, Kurzanleitung

Parrot Bebop 2 FPV Pack

Inhalt: 1 Bebop 2, 1 Akku 2700 mAh, 1 Ladegerät mit Kabel und Adapter, 1 USB Kabel, 8  Propeller, 1 Montagewerkzeug für Propeller, Kurzanleitung, 1 Parrot Skycontroller 2, 1 Halterung für Smartphone oder Tablet, 1 Parrot Cockpitglasses

Parrot Bebop 2 Adventurer

Inhalt: 1 Bebop 2, 1 Akku 2700 mAh, 1 Ladegerät mit Kabel und Adapter, 1 USB Kabel, 8  Propeller, 1 Montagewerkzeug für Propeller, Kurzanleitung, 1 Parrot Skycontroller 2, 1 Halterung für Smartphone oder Tablet, 1 Parrot Cockpitglasses, 1 Rucksack für Parrot Bebop 2, Gutschein für In-App-Käufe

 Parrot Bebop 2 Extreme

Inhalt: 1 Bebop 2, 3 Akku 2700 mAh, 1 Ladegerät mit Kabel und Adapter, 1 USB Kabel, 16  Propeller, 1 Montagewerkzeug für Propeller, Kurzanleitung, 1 Parrot Skycontroller 2, 1 Halterung für Smartphone oder Tablet, 1 Parrot Cockpitglasses, 1 Rucksack für Parrot Bebop 2, Gutschein für In-App-Käufe.

Upgrade FPV Pack

Inhalt: 1 Ladegerät mit Kabel, 1 USB Kabel, 1 Parrot Skycontroller 2, 1 Halterung für Smartphone oder Tablet, 1 Parrot Cockpitglasses, 1 Rucksack für Parrot Bebop 2

Erster Eindruck

Für diesen Test stand uns die Parrot Bebop 2 FPV zur Verfügung. Im Paket befanden sich die bereits erwähnten Inhalte sorgsam verpackt in zwei Kartons.

Die Bebop 2 ist mit einer Größe von 32,8 cm x 8,9 cm x38,2 cm recht klein und kann aufgrund ihrer robusten Bauart ohne Probleme unverpackt in jedem Rucksack transportiert werden. Sie ist aber durch ihren robusten Aufbau auch sehr starr, sodass der Rucksack anschließend auch recht voll ist, vor allem wenn die Fernbedienung Skycontroller 2 mit ihrer festen Richtantenne mit muss. Wenn dann noch die FPV-Brille dabei sein soll, ist ein handelsüblicher Rucksack teilweise schon fast zu klein. Der Flugkörper wiegt aber nur 500 g und ist zusammen mit der genauso schweren Fernbedienung Skycontroller 2 und der Brille kein großer Ballast auf langen Wanderungen oder bei sportlichen Aktivitäten. Alles in allem wiegen die Komponenten zusammen nur 1.400 Gramm, was einer Wasserflasche entspricht.

Was sofort positiv beim Auspacken auffällt, ist die Stabilität und Robustheit der Drohne. Die Bodenplatte und die Ausleger zu den Motoren sind zu 20 % mit Glasfaser und Grimalid verstärkt. Die Kamera ist von einem weichen, leichten Hartschaumstoff umgeben, der selbst harte Schläge abfängt. Somit ist sie gegen Abstürze oder härtere Landungen im Gegensatz zu den beispielsweise filigranen Gimbalkonstruktionen des DJI Mavic, deutlich besser geschützt.

Der Akku ist ordentlich in hartem Plastik gegen Stöße verpackt und erhitzt sich beim Flug kaum. Die plötzlichen Leistungseinbrüche durch Kälte der DJI, die zum Absturz führen können, kennt die Bebop 2 aufgrund der Konstruktion des Akkus nicht. Auffallend sind auch die dreiflügeligen Propeller, die zusammen mit den vier Brushless Outrunner Motoren für ordentlich Power sorgen. Da dreiflügelige Propeller durch leichte Schäden schon zu verstärkter Unwucht neigen können, wurde die gesamte Elektronik der Bebop 2 vibrationsfrei auf Dämpfern gelagert. Drohne, Fernbedienung und FPV-Brille wirken allgemein für das Preis-Leistungs-Verhältnis ordentlich verarbeitet.

Neben den positiven Eindrücken, sind auch drei negative Punkte recht schnell aufgefallen. Zu einem verkratzt die Fernbedienung Skycontroller 2 recht schnell. Zudem sind die Anschlüsse an Akku und Ladegerät nach kurzem Gebrauch schon sehr labberig und halten das Ladekabel nicht mehr richtig. Der interne Speicher von 8 GB ist schnell voll und muss dann über USB oder WLAN verbunden werden, was vor allem auf freiem Feld zu einem Problem bzw. zu einer Spaßbremse werden kann (siehe Kapitel „Kamera“).

Ausstattung & Hardware

Der kleine Kopter ist voll mit präziser Hardware.

Die Bebop 2 ist für Drohnen in der Preiskategorie ein echtes Kraftpaket. Die Berechnungen des Flugverhaltens erfolgen über einen Dual-Core-Prozessor, während die Bildberechnung und die digitale Stabilisierung der Kamera über einen leistungsstarken GPU-Quad-Core-Prozessor erfolgt. Die Verbindung zur Fernbedienung Skycontroller 2 oder zum Smartphone läuft über WiFi 802.11 a/b/g/n/ac auf 2,4 GHz- bzw. 5,6 GHz-Basis. Ein Ultraschallsensor an der Unterseite sorgt für eine reibungslose Landung und unterstützt die GPS-Sensorik beim Halten der Position. Die 3-Achsen-Gyrotechnik steuert verzögerungsfrei gegen jede Luftbewegung an. Der Akku mit 2700 mAh reicht laut Hersteller für bis zu 25 Minuten Flugspaß. Im Test haben wir diese Zeit nie erreichen können. Der Akku war grundsätzlich nach spätestens 18 Minuten alle. Bei Kälte ging er erwartungsgemäß wie bei allen Herstellern schon etwas früher in die Knie.

Fernbedienung Parrot Skycontroller 2

Der SkyController 2 hat einen aufschraubbaren Adapter, in den alle gängigen Smartphones und Tablets passen. Durch Herunterdrücken lässt er sich sowohl in die vertikale, wie auch horizontale Position bringen.

Der Skycontroller 2 ist in fast allen Verkaufsversionen der Bebop 2 mit dabei und eigentlich ein Muss! Die Steuerung über das Smartphone ist bei dem quirligen Flugverhalten der kleinen Drohne eine ziemliche Herausforderung. Der Skycontroller 2 besitzt haptisch gut kontrollierbare Joysticks, die sich durch Drehen in der Höhe verstellen lassen. Somit sind sehr präzise Flugmanöver überhaupt kein Problem.

Die Fernbedienung Skycontroller 2 lässt sich über jedes beliebige, datenfähige USB-Kabel mit allen Smartphones und Tablets, auf denen man die App FreeFlight 3 installieren kann, verbinden. An der Fernbedienung befindet sich eine abnehmbare Halterung, die sich je nach Bedarf vertikal oder horizontal einstellen lässt.

In dem Skycontroller 2 schlummert ein 2700 mAh-Akku, der ihn 240 Minuten mit Strom versorgt. Das angeschlossene Smartphone oder Tablet wird nicht geladen, was aber auch nicht notwendig ist, da die App außerhalb des Follow-Me-Modus nur sehr wenig Strom zieht und der Akku des Endgeräts locker für eine Flugstunde reicht (getestet mit iPhone 5, iPhone 6, mehrere iPads).

An der Vorderseite des Skycontroller 2 befindet sich eine große, starre Richtantenne, die beim Verstauen in den Rucksack öfters mal im Weg ist. Großer Vorteil dieser Antenne ist, dass sie sich vor allem von Anfängern nicht aus Versehen verstellen lässt. Somit ist immer eine optimale Verbindung zwischen Fernbedienung und Drohne gewährleistet.

In vertikaler Position passen in die Halterung auch iPads rein.

Der Skycontroller 2 gibt die Möglichkeit die Bebop 2 zu nutzen, ohne den Touchscreen des Smartphones berühren zu müssen. Das ist vor allem im Zusammenhang mit der FPV-Brille Cockpitglasses nötig, da das Smartphone unerreichbar in der Brille steckt. Neben den zwei Steuerknüppeln gibt es Knöpfe zum Fotografieren, zum Starten und Stoppen von Videoaufnahmen, zum Starten und Landen der Drohne, zum Öffnen der Einstellungen innerhalb der App und ein Panicknopf (RTH-Knopf) für die automatische Rückkehr der Bebop 2 zum Startplatz.

Der Knopf zum Starten und Landen liegt direkt unterhalb des Powerknopfs der Fernbedienung, sodass man vor allem mit der FPV-Brille manchmal versehentlich den falschen Knopf drückt. Da man den Powerknopf aber gedrückt halten muss, um die Fernbedienung auszuschalten, kann es höchstens passieren, dass die Bebop 2 wieder startet, obwohl man die Fernbedienung ausschalten möchte.

Der RTH-Knopf ist mittlerweile fast Standard bei allen neuen Drohnen. Er sorgt dafür, dass die Bebop 2 direkt zurück zum Startpunkt fliegt. Diese Funktion sollte man nicht nutzen, wenn man sich fortbewegt und sich beispielsweise auf einem Boot befindet. Die Fernbedienung hat kein eigenes GPS und kann der Drohne auch keine neue Position übermitteln, sodass die Bebop 2 zurück zum Startpunkt fliegt.

Zwei weitere Knöpfe und zwei Drehräder liegen an der Vorderseite des Skycontroller 2. Hierüber lassen sich beispielsweise zwischen Film- und Fotomodus wechseln oder die Neigung der Kamera verändern.

 

FPV-Brille Parrot Cockpitglasses

In die Cockpitglasses FPV-Brille passen eine Großzahl von Smartphones. Sie müssen aber zurechtgerückt werden. Der Augenabstand muss in der App eingestellt werden. Bei inkompatiblen Geräten kann das eine ziemliche Fummelei werden.

Was bei der Parrot Cockpitglasses sofort auffiel, ist die angebliche Inkompatibilität mit zahlreichen Smartphones. In der Brille werden nur die Smartphones Samsung Galaxy (S5, S6, S7, Note 3, Note 4, Note 5), Nexus 5, iPhone (6, 6 Plus, 6s, 6s Plus), LG (G3, G4) und HTC One M8 unterstützt. Sowohl auf der Produktseite, wie auch auf der Verpackung sind keinerlei Hinweise auf diese Einschränkung. Erst in der Anleitung wird darauf hingewiesen.

Dennoch ist eine Verwendung mit anderen Smartphones möglich. In den Schacht der Brille passen nahezu alle Smartphones mit einer Bildschirmgröße von 4,7-5,7 Zoll und einer Dicke von 6 mm bis 9,5 mm. Im Test war das Ergebnis mit inkompatiblen Smartphones, wie zum Beispiel dem iPhone 5s in Ordnung. Zahlen am Rand, wie zum Beispiel die restliche Akkukapazität der Drohne ließen sich erst nach mehreren Justierungen des iPhones in der Brille und nach Einstellungen in der App richtig erkennen, was eine ziemliche Fummelei vor jedem Flug darstellen kann. Kompatible Smartphones passten auf Anhieb und waren schnell in richtige Position gebracht.

Großes Gimmick der Brille ist eine Aussparung an der Stelle der Kamera des Smartphones. Über die Fernbedienung kann man in der App auf die Kamera des Smartphones umschalten und sieht somit den Bereich vor sich, ohne die Brille abnehmen zu müssen. Vor allem bei Landungen ist diese Funktion sehr brauchbar, da man beide Hände an den Steuerknüppel lassen kann.

Die gut verarbeitete FPV-Brille sitzt bequem und lässt sich problemlos längere Zeit tragen. Mit einem Gewicht von 390 g zuzüglich Smartphone ist sie nicht sonderlich schwer. Auch die Montage ist recht einfach. Das Smartphone wird in die Halterung der Brille gelegt, mit dem USB Kabel mit der Fernbedienung verbunden und anschließend in den Schacht der Brille geschoben.

Wer sich die Parrot Cockpitglasses kauft, hat gleichzeitig eine VR-Brille für sein Smartphone, die er auch anderweitig nutzen kann. So kann man mit speziellen Virtual Reallity Apps die Brille mit dem PC verbinden und sie beispielsweise für PC-Spiele nutzen. Auch eine Nutzung mit anderen Drohnenherstellern ist somit problemlos möglich.

WICHTIG: In der neuen Flugverordnung für Drohnen 2017 wird noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass FPV-Piloten eine zweite Person benötigen, die die Drohne ständig im Auge behält. Ein Flug ohne zweite Person kann Strafen mit sich ziehen. Vor allem bei Unfällen übernehmen Versicherungen ohne zweite Person die Schäden nicht. Es empfiehlt sich immer jemanden dabei zu haben, wenn man einen immersiven Flug durchführt. Vor allem für Anfänger kann die Orientierung und das Zurückfinden zum Startpunkt beim Fliegen mit Brille zu einem Problem werden. Man neigt auch dazu Entfernungen zwischen Startpunkt und Position schnell falsch einzuschätzen.

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2 Kommentare zu “Parrot Bebop 2 im Test

  1. Ich muss Mal ein bissel wieder sprechen. Bin öfters schon um die 20 min geflogen. Sogar einmal 23 Minuten, dabei wurde aber nicht gefilmt. Desweiteren kann man mit dem Skycontroller 2 Smartphones laden. Bei meinen Moto g2 und HT20 geht das problemlos. Zum Thema Akku laden, Mal die Hausinterne Stromversorgung überprüfen. Ich persönlich kenne das Problem nur bei Steckerleisten mit dem längerem laden.

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