Parrot Bebop 2 im Test

Funkverbindung, Inbetriebnahme, Flugverhalten

Inhaltsverzeichnis

Parrot Bebop 2 Test: Funkverbindung

Die Reichweite zwischen der Parrot Bebop 2 und dem SkyController 2 ist nach Herstellerangaben 2 km. Im Test war aber bei 1,4 km Schluss.

Die Bebop 2 lässt sich per Smartphone oder per Skycontroller 2 steuern. Mit dem Smartphone besteht eine Verbindung auf bis zu 300 m Entfernung via Wifi. Die Skycontroller 2 hingegen ist mit einer Richtantenne ausgestattet und erlaubt über 2,4 GHz bzw. 5,6 GHz Distanzen bis zu 2 km Entfernung. Im Test haben wir eine Entfernung von 1,4 km problemlos aufbauen können. Bäume und vor allem massivere Hindernisse zwischen Skycontroller 2 und Bebop 2 stören die Verbindung aber schnell.

Positiv war das Verhalten bei Richtantennen von Handymasten. Die Bebop 2 konnte sich im Test bis zu 100 m vor der Richtantenne mit einer Entfernung von 300 m zur Fernbedienung problemlos bewegen, ohne dass die Verbindung gestört wurde. Das liegt daran, dass Drohne und Fernbedienung sich einen freien, ungestörten Kanal zum Kommunizieren suchen. Bei anderen, teilweise teureren Herstellern fehlt diese Umstellung auf Autokanal, sodass hier die Verbindung abreißt oder stark gestört wird. Somit stellt der Einsatz der Bebop 2 auch innerhalb von WLAN-verseuchten Regionen, wie Großstädten überhaupt kein Problem dar.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme der Bebop 2 ist recht einfach. Nach dem Auspacken, dem Laden des Akkus, dem Montieren der Propeller (unbedingt auf Laufrichtung achten!) und der Installation der App, wird die Sensorik kurz durch Drehen der Drohne in alle Richtungen kalibriert. Hierbei helfen Animationen in der App bei der Vorgehensweise. Anschließend erfolgt die Installation der neuesten Firmware, bei der man einiges beachten sollte (siehe Kapitel „Firmware Update“). Nach der Installation ist die Bebop 2 flugbereit. Alles in allem ist die Vorbereitung recht einfach und kann problemlos von Laien ausgeführt werden.

Großes Manko ist die Anleitung, in der viele Punkte nicht erklärt werden. Sie wurde allem Anschein nach größtenteils von der Bebop 1 übernommen und nur notdürftig überarbeitet. Teilweise ist sie sogar irreführend oder unterscheidet sich von dem Produkt. Zudem benötigt man für die Montage der Propeller einen speziellen Schlüssel, der mit dabei ist und aufgrund seiner Größe leicht verloren gehen kann.

Firmware Update

Wer schon einmal ein DJI-Produkt updaten musste, empfindet den Bebop 2 als reinste Wonne. Während DJI beispielsweise vom User verlangt, dass dieser aktiv in den Vorgang eingreifen muss z.B. durch Aus- und Einschalten (Inspire 1), macht der Bebop 2 alles voll automatisch. Auch ist die Kabelverbindung kein Problem. Während das Firmware-Update bei DJI oft nur mit den mitgelieferten Kabeln des Herstellers gelingt, kann man beim Bebop 2 jedes beliebige, datenfähige Ladekabel seines Tablets oder Smartphones mit der Fernbedienung benutzen. Anschließend baut man eine Verbindung zum Internet auf und startet das Update. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt die Fernbedienung die volle Kontrolle. Man legt Drohne, Fernbedienung und Handy bzw. Tablet einfach beiseite und wartet.

Aber Vorsicht! Es wird keine Warnung herausgegeben, dass der Akku der Drohne, der Fernbedienung und des Tablets / Smartphones über 50% Ladung haben sollte. Ein leerer Akku eines der Geräte kann schnell zum Abbruch des Updates und damit zur irreparablen Zerstörung der Bebop 2 oder des Skycontroller 2 führen.

Ein weiteres Manko haben aber sowohl Parrot, wie auch DJI: Steht man auf dem Feld und es wird ein wichtiges Update verlangt, ist man aufgeschmissen. Über das mobile Internet werden keine Updates heruntergeladen und ohne diese startet die Bebop 2 eventuell nicht.

Flugverhalten und Wind

In unserem Test war ein typisch norddeutscher landseitiger Wind, der immer in heftigen Böen kam. Der Bebop 2 zappelte zwar, verließ aber nicht seinen Posten.

Vergleicht man die Drohne mit einem Auto, wäre der DJI

DJI Mavic Pro Quadcopter Drohne mit Kamera, grau
  • 4K Ultra-HD-Videos
  • OcuSync ?bertragungssystem erzielt eine Reichweite bis 7 Kilometer
  • Flugeschwindigkeit bis zu zu 64 KM/h.Betriebstemperaturbereich: 0 ? bis 40 ? C
  • ActiveTrack, TapFly. Intelligente Flugbatterie: Ladetemperaturbereich 5 bis 40 ° C (41 bis 104 ° F)
  • Flugger?t, Intelligenter Akku, Gimbal-Deckel, Fernbedienung, Akkuladeger?t, Netzkabel, Propeller Paar, Gimbal-Klemme, microSD Karte 16GB, Micro-USB-Kabel, RC-Kabel (Lightning-Kabel), RC-Kabel (Standard Micro-USB-Kabel), RC-Kabel (Type-C-Kabel), RC-Kabelschieber
ein sportlicher Mittelklassewagen und die Bebop 2 ein Fiat 500 esseesse oder ein leichtes Rennmotorrad. In einem 20 minütigen Wettrennen konnte der Mavic im Sportmodus auf gerader Strecke geradeso mithalten, verlor dann aber bei der ersten Kurve gnadenlos den Anschluss aufgrund seiner geringeren Wendigkeit und die fehlende Beschleunigung.

Auch bei starkem, böigem Ostseewind war die Windstabilisierung der Bebop 2 deutlich besser als die des doppelt so teuren DJI Mavic. Zwar wackelte und hüpfte die Bebop 2, hielt aber bedeutend besser die Position als der Mavic, der immer wieder selbst im Sportmodus leicht abgetrieben wurde und in der App mit Meldungen zur Landung drängte.

Das Flugverhalten der Bebop 2 macht einfach nur Spaß! Die quirlige, kleine Drohne rast unbeschwert mit 60 km/h über das Feld und schafft es in 18 Sekunden auf 100 m Höhe. Auch bei einem rasanten Abstieg oder schnellem Drehen auf der Stelle gleicht sie jede Instabilität problemlos aus, während teurere Konkurrenzen gerne mal ins Trudeln kommen. Die Werte für Drehung, Geschwindigkeit und Beschleunigung lassen sich innerhalb der App einstellen und bedeutend langsamer einstellen.

Die innere Sensorik leistet volle Arbeit. Alle Telemetriedaten werden in Echtzeit aufgenommen und wiedergegeben. Auch die RTH-Funktion (Return To Home) funktioniert einwandfrei. Die Bebop 2 tritt ohne Probleme sofort den Weg zur Ausgangsposition an. Starker Gegenwind ist hierbei kein Problem. Man sollte aber beachten, dass die Drohne keine Hindernisse auf ihrer Route zurück hat. Sie weicht nicht aus und kann diese auch nicht erkennen, steigt aber auf eine gewisse Höhe auf, sodass sie sich beispielsweise oberhalb von Baumkronen bewegt.

Wer aber schöne Videoaufnahmen und Kamerafahrten erstellen möchte, muss die quirlige Bebop 2 mit Fingerspitzengefühl fliegen oder sie in den Einstellungen in der App etwas ausbremsen. Hierfür gibt es Optionen, die beispielsweise die Drehung auf der Stelle verlangsamen. In unserem Test hatte das leider auch Einfluss auf die Windstabilität. Mit niedrigeren Werten ließ sich die Bebop 2 zwar präziser steuern, hatte aber auch einen längeren Bremsweg und einen schlechteren Ausgleich von Böen, was aber immer noch völlig ausreichte um eine ruhige Kamerafahrt bei kräftigem Wind zu erzielen. Für 500 g Kampfgewicht ist das Flugverhalten der Bebop 2 vor allem bei Seitenwind überragend gut.

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