Polar Vantage V & M mit Trainings Load und Recovery

Polar präsentiert zwei neue Modelle der Vantage Serie. Mit der Polar Vantage V Multisport-Uhr können Profis ihre Trainings holistisch angehen und neben wichtigen Einblicken in den Trainings Load auch die Erholungszeiten dank Recovery Pro besser einhalten…

Vier Jahre sind bereits ins Land gegangen seit dem Polar seine derzeit professionellste Multisportuhr vorgestellt hatte. Doch nun ist es soweit. Polar hat die neue Vantage Serie präsentiert. Die dazugehörige Polar Vantage V soll der neue Star unter den Multisportuhren des Unternehmens werden.

Wegbereitung und Weiterentwicklung der HF-Messung

Polar brüstet sich ein wenig damit der Pionier im Bereich der Herzfrequenzmessung zu sein. Ein Stück weit haben die Finnen da auch recht. Immerhin haben sie 1982 das weltweit erste drahtlose Herzfrequenz (HF)-Messgerät auf den Markt gebracht. Die optische HF-Messung am Handgelenk wurde jedoch erst vom Unternehmen “Basis” aus San Francisco präsentiert. Allerdings wurde Basis bereits 2014 von Intel aufgekauft.

Polar hingegen entwickelt und produziert munter weiter. Das Thema HF-Messung haben sie bei der neuen Vantage Serie gleich auf eine neue Ebene befördert. Denn 9 verbaute Mess-LED’s – mit jeweils gelben und orangen Leuchtdioden – sollen dem Träger schon bald noch präzisere Messergebnisse abliefern. Während die hohe Anzahl sicherstellt, dass auch bei rasanten Armbewegungen ausreichend Daten gesammelt werden können, sorgen die zwei unterschiedlichen Farben für eine noch bessere Genauigkeit bei den Messergebnissen. Denn je nach Farbe dringt das Licht in unterschiedlich tiefe Hautschichten ein und sammelt somit noch mehr Daten für eine genaue Berechnung der Herzfrequenz.

Vantage V kombiniert Touchdisplay und physische Tasten

Der HF-Sensor kommt bei gestarteten Trainings zum Einsatz, kann aber genauso gut rund um die Uhr aktiviert werden. Um den Stromverbrauch der LED’s zu reduzieren, verfügen die Polar Vantage-Uhren außerdem über einen elektronischen Hautkontaktsensor. Legt der Träger seine Uhr ab, hört der HF-Sensor automatisch auf zu arbeiten. Eine weitere Neuheit bei der Vantage V ist der farbige Touch-Display. Über diesen soll es sich leicht durch das Menü navigieren lassen. Wer beim Training ungern auf den Display schauen möchte, kann stattdessen einfach die zusätzlich verbauten Knöpfe benutzen. Bei der Polar Vantage M lassen sich ohnehin nur die Tasten nutzen, da bei ihr kein Touchdisplay verbaut wurde.

Bis zu 40 Stunden Akkulaufzeit trotz GPS!

Auch die neuen Akkulaufzeiten der beiden Modelle lesen sich sehr vielversprechend. Während die Vantage M es mit 1-sekündigem Tracking-Intervall und aktivierter Herzfrequenzmessung auf 30 Stunden schaffen soll, schafft es die Vantage V mit den gleichen Einstellungen auf ganze 40 Stunden Dauereinsatz. Beide Werte sind echte Meilensteine, welche sich jetzt nur noch in der Praxis bewahrheiten müssen.

Polar ist bei beiden Vantage Modellen den gleichen Schritt gegangen, wie Suunto vor kurzem bei der Suunto 9: Anstatt des bisherigen GPS Chipsatz-Herstellers hat Polar auf einen neuen Empfänger von Sony gesetzt. Auch hier wird sich also zeigen müssen, wie gut sich Polar mit dem neuen Chipsatz bereits eingespielt hat um optimale GPS-Ergebnisse abliefern zu können.

Running Power ohne externe Sensorik

Bisher musste man sich mit zusätzlichen Sensoren bestücken, um seine Running Power bzw. Leistungsmessung beim Trainieren berechnen lassen zu können. Sei es Stryd, Garmin oder RunScribe, alle dieser Hersteller benötigen extra Pods oder Brustgurte (Sensoren), um diese Messungen durchführen zu können. Polar ist es bei der Vantage V hingegen gelungen die Leistungsmessung direkt in der Uhr zu integrieren: Ein (zur Zeit) echtes Alleinstellungsmerkmal unter diesen Anbietern. Die Leistungsmessung oder auch “Running Power” ermöglicht es dem Nutzer die verbrauchten Watt während des Trainings in Echtzeit oder auch danach einsehen zu können. Damit lassen sich weitere Aussagen zum eigenen Training ableiten.

Wofür braucht man eigentlich Running Power Werte?

Möglich machen diese neue Funktion der barometrische Höhenmesser (misst den Luftdruck um die Höhe zu berechnen), das Gyroskop (stellt Rotationsbewegungen fest) und der Beschleunigungssensor (gibt an in welche Richtung man sich bewegt) im Zusammenspiel mit den Nutzerdaten (Alter, Größe und Gewicht) und den für die Berechnung der Leistung zugrunde liegenden Formeln.

Kennt man die Wattzahl nach der man trainieren will, kann überall auf der Welt nach dieser trainieren. Selbst die unterschiedliche Beschaffenheit des Terrains auf dem man trainiert kann man leicht berücksichtigen. Will man die Wattzahl halten, muss man bspw. bergauf einfach langsamer werden. Damit bietet die Wattzahl einen klaren Vorteil im Training gegenüber der Herzfrequenz oder der Pace, denn gerade die äußeren Umstände des Trainings werden durch das Running Power Feature einbezogen. Die Vantage M verfügt allerdings über keinen internen barometrischen Höhenmesser, weshalb es bei ihr keine Running Power Funktion gibt.

Trainings Load und Recovery gehen Hand in Hand

Beide Vantage Multisportuhren können jetzt auch den Trainings Load des Trägers berechnen. Dieser Wert hilft dabei die unterschiedlichen Belastungen der Trainingseinheiten auf den eigenen Körper einzuschätzen. Die Polar-Uhren können hierbei die Belastung auf das kardiovaskuläre als auch auf das Muskel-Skelett-System unterscheiden und geben zusätzlich Auskunft darüber, wie anstrengend die Trainingseinheit im Vergleich zu den durchschnittlichen Trainings der vergangenen 90 Tage war.

Polar hat bei den neuen Vantage-Uhren einen holistischen Weg eingeschlagen, weshalb neben dem Trainings Load auch die Recovery bzw. die Erholungszeit eine große Rolle spielt. Über Recovery Pro (Polar H10 Brustgurt erforderlich) gibt (nur) die Vantage V Sportuhr hierfür Anweisungen, wie Übertraining und Verletzungen vermieden werden können.

Leichtgewichte mit wenig Navigationsfunktionalität

Beide Uhren sind erstaunlich leicht. Die Polar Vantage V wiegt 69 Gramm und die Vantage M 45 Gramm. Für Letztere sind auch austauschbare Quick-Release Armbänder erhältlich. Was den Uhren bis voraussichtlich Ende des 1. Quartals 2019 fehlt, wenn es gut geht nur bis zum Ende diesen Jahres, sind die Smart Notifications, die Strava Segmente, der Fitness Test sowie die Zurück-zum-Start Navigation. Eine Möglichkeit zur Track Navigation gibt es leider gar nicht mehr. Die Vantage-Uhren sind daher besonders für Multisportler mit einem Faible für Trainings konzipiert. Das mag auch an der Konkurrenz durch das Unternehmen Garmin liegen, welches als Experte im Bereich der Wearbale-Navigation einen großen Marktanteil einnimmt.

Preis und Verfügbarkeit

Die Polar Vantage Multisportuhren sind bei Amazon ab 3. November 2018 lieferbar. Die Vantage V wird es in den Farben Weiß, Orange und Schwarz für EUR 499,95 bei Amazon geben. Im Bundle mit dem Polar H10 Brustgurt werden es EUR 549,95 bei Amazon sein. Die Polar Vantage M wird es hingegen schon für EUR 279,95 bei Amazon geben.

4 Kommentare zu “Polar Vantage V & M mit Trainings Load und Recovery

  1. Bei dem Preis ohne rudimentäre Navigationsfunktionen?

    No way, Das wird viele vom Kauf abhalten. Da muss Polar dringend/zwingend nachbessern…

    1. Viele kaufen aber auch eine Sportuhr wegen Sportfeatures und nicht weil sie ein Navi brauchen. … 😉
      Ich finde die Uhr(en) sehr gelungen und ja klar ist es schade dass erst einmal lieb gewonnene Funktionen weggefallen sind, aber im Endeffekt sind es jetzt keine Funktionen die eine Sportuhr haben müsste damit ich sie kaufe.
      Weiterhin kommen ja diverse, bestimmt aber auch nicht alle, Funktionen per Update wieder hinzu.

  2. Was haben wir nur früher ohne Navi getan. Menschen hatten noch einen Orientierungssinn. Aus meiner Sicht ist “back to start” völlig ausreichend. Die Funktionen, die Polar beschreibt, hören sich erstmal ganz gut an und müssen sich sicherlich im Training bewähren. Wichtig sind genaue Anzeigen und Auswertungen und da scheint Polar einen Meilenstein gelegt zu haben.

  3. 40 Stunden Laufzeit wäre ein Hammer.
    Bessere HF Direktmessung wäre ein Hammer – Brustgurt unnötig – wobei hier Apple mit angekündigter EKG genauer Herzmessung (wenn’s funktioniert) die Nase vorne hat.
    Restliche Funktionen – wie man’s braucht.
    Kartenfunktion ist ab 55Lebensjahren komplett überbewertet – zu klein um ohne starke Brille Nutzen davon zu haben
    Bin dann mal gespannt

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