Garmin DriveAssist und DriveSmart im Test

Navigationshilfen, Routing weitere Funktionen

Navigationshilfen

Bei der Zielführung unterstützen die Navis der Garmin Drive-Serie mit diversen Navigationshilfen. Als besonders gelungen kann die Funktion Photo Real Junction View bezeichnet werden, die ein Standbild inklusive Spurempfehlungen von Kreuzungen und Autobahnabfahrten anzeigt. Zwar gibt es solche Darstellungen auch bei anderen Navi-Herstellern, bei Garmin basieren sie allerdings auf echten Fotos und entsprechen somit am ehesten der Realität. Um sich frühzeitig auf die passende Fahrspur einordnen zu können, verfügen die Navis zusätzlich über einen aktiven Fahrspurassistenten, der mit einer mitlaufenden Animation auf die passende Fahrbahn weist.

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Gefühlt häufiger als bisher warnen die neuen Garmin Navis vor Gefahrenstellen wie scharfen Kurven, an Schule, Bahnübergängen oder auf Straßen mit häufigem Wildwechsel. Das könnte allerdings auch an den neuen Hinweisen liegen, die zusammen mit einer Meterangabe auf bevorstehende Änderungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit hinweisen. Eine nützliche Funktion, die allerdings besonders bei der Fahrt über Nebenstraßen in Großstädten mit vielen 30er-Zonen zeitweilig auch nerven kann.

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Das aktuelle Tempolimit zeigen die Garmin Navis mit Verkehrsschildern auf der Karte an. Die Informationen sind bereits im Kartenmaterial hinterlegt und werden nicht etwa von der Kamera des Garmin DriveAssist gelesen. Bei Überschreitung kann eine optische und akustische Warnung wiedergegeben werden, für die allerdings nach wie vor keine Toleranz einstellbar ist. Bei kurzzeitigem Stillstand im Stau oder an einer Ampel meldet sich das DriveAssist, sobald der Verkehr vor einem wieder rollt. Garmin nennt diese äußerst praktische Funktion den Go“-Alarm.

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Garmin Drive Test: Routing

Bei den vorgeschlagenen Routen ans Ziel konnten wir gegenüber einem parallel mitlaufenden Garmin nüvi 2599 LMT-D keine Unterschiede ausmachen. In unserem Testgebiet in Berlin und Umland und auf einigen Fahrten über 300 km führten uns das Garmin DriveAssist sowie das Garmin DriveSmart immer zuverlässig ans Ziel. Für Ortskundige mag es sicherlich Routen geben, die nicht immer sinnvoll erscheinen, in der Regel fallen die „Umwege“ hier aber nur minimal aus.

Die neuen Drive Navis können bis zu 2 unterschiedliche Routen ans Ziel berechnen. Das ist zwar weniger als bisher, dafür können die Routen nun auch mit Easy Route Shaping beliebig angepasst werden. Aus der Karte muss dazu einfach auf eine Straße getippt werden, über die eine Route berechnet werden soll. Daneben gibt es, etwas versteckt unter „Apps“ zu finden, auch einen echten Routenplaner, mit dem eine Route mit beliebig vielen Zwischenzielen geplant werden kann. Hier erstellte Routen können auch zur späteren Verwendung abgespeichert werden. Eine automatische Routenoptimierung erleichtert den Alltag von Außendienstmitarbeitern und Berufskraftfahrern. Dank der historischen Verkehrsdaten Traffic Trends kann Garmin genaue Angaben zur Dauer von Routen machen, die erst an einem Zeitpunkt in der Zukunft befahren werden sollen.

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Nach Verlassen der geplanten Route benötigen die Navis wie bereits erwähnt länger als üblich, um eine neue Strecke zu berechnen. Zunächst wird versucht, auf die eigentlich geplante Route zurückzuführen. Erst wenn eine Alternative eine wirkliche Einsparung von Zeit oder Kilometern bietet, wird eine komplett neue Route berechnet.

Verkehrsinformationen

Die beiden getesteten neuen Garmin Navis können Verkehrsmeldungen in Echtzeit über eine Verbindung zur Smart Link App auf dem Smartphone abrufen oder aber über den DAB+-Empfänger, der im Ladekabel der Geräte integriert ist. Die Datenquelle beider Empfangsmöglichkeiten ist laut Garmin identisch und beruht auf den Diensten das Anbieters HERE. Wird für den Abruf der Verkehrsmeldungen das Smartphone verwendet, sendet das Navi anonymisierte Informationen zum Verkehrsfluss an HERE, womit zur Verbesserung des Staudienstes beigetragen wird.

Der Verkehrsservice der neuen Garmin Drive-Navis bietet im Vergleich zu den bisherigen Geräten der nüvi-Serie keinen Unterschied. Alle auf unseren Testfahrten angefahrenen Staus waren auch tatsächlich vorhanden. Leichte Abweichungen gab es lediglich bei der zuvor angegeben zeitlichen Verzögerung und bei der Länge der Staus. Hier können die Here-Verkehrsmeldungen nicht ganz mit den Stauinformationen von TomTom mithalten.

Die Reichweite der Echtzeit-Verkehrsmeldungen ist mit etwa 100 km, ausgehend vom aktuellen Standort, nur gering. Mit ca. 180 km schauen die DAB+-Meldungen etwas weiter voraus. Um frühzeitig auf Sperrungen oder längere Staus reagieren zu können, wäre eine höhere Reichweite wünschenswert. Bei kürzeren Fahrten innerhalb der Region ist sie aber völlig ausreichend.

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Während der Navigation wird auf vorausliegende Staus und Baustellen hingewiesen. Die dazu seitlich eingeblendeten Karten enthalten Informationen zum Grund des Staus und der zeitlichen Verzögerungen. Sie geben an, ob eventuell eine schnellere Umfahrung vorhanden ist. Abhängig von der gesetzten Einstellung können die Navis, wenn vorhanden, automatisch eine Route um den Stau planen oder erst nach manueller Bestätigung durch den Fahrer. Die einzeln eingeblendeten Verkehrsmeldungen erschweren es jedoch, alle vorausliegenden Staus und Baustellen während der Fahrt auf einen Blick zu überschauen. Sie müssen zunächst weggeklickt werden, um weiter entfernte Ereignisse angezeigt zu bekommen. Praktikabler wäre hier eine Infoleiste, die alle Staus darstellt, wie es etwa auf TomTom Geräten umgesetzt ist.

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Auch eine Staukarte, die alle Verkehrsbehinderungen in der Umgebung anzeigt und weitere Details bereithält, steht zur Verfügung. Zwar ist damit ein guter Überblick möglich, die Verwendung der Staukarte benötigt allerdings etwas Geduld. Teilweise war eine Bedienung der Staukarte durch die langen Reaktionszeiten nach einer Eingabe kaum möglich. Mit verschiedenen Einfärbungen der Straßen sind Störungen auch während der Navigation gut zu erkennen.

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Weitere Funktionen

Freisprecheinrichtung

Beide Drive-Navis lassen sich auch als Bluetooth-Freisprecheinrichtung nutzen und ermöglichen so das sichere Telefonieren während der Fahrt. Kontakte aus einem über Bluetooth verbundenen Smartphone lassen sich bequem über die Sprachsteuerung auswählen. Wer die Navis als Freisprecheinrichtung nutzen möchten, sollte die Lautstärke nicht über den allgemeinen Regler anpassen. Stattdessen empfiehlt es sich, im Audiomischpult die Lautstärke für Navigation und Telefon getrennt zu regeln. Die Sprachqualität der Anrufe kann auf beiden Seiten als gut bezeichnet werden. Bei Fahrten bis 80 km/h waren sowohl Anrufer als auch Angerufener gut zu verstehen. Eine Alternative zu einer fest integrierten Freisprecheinrichtung ist die Garmin-Lösung aufgrund der abnehmenden Qualität bei höheren Geschwindigkeiten für Vieltelefonierer auf Dauer jedoch nicht.

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Smart Notifications

Das Garmin DriveSmart sowie das Garmin DriveAssist können auch Benachrichtigungen vom Smartphone anzeigen. Dazu zählen alle Meldungen, die auch auf dem Smartphone selbst erscheinen. Wer besonders viele Benachrichtigungen von diversen Apps und Messangern auf seinem Smartphone aktiviert hat, wird sich davon während der Fahrt schnell gestört fühlen. Die Grundeinstellungen der Smart Notifications sollten daher in den Einstellungen der Navis angepasst werden, um nicht zu häufig durch eine Meldung vom Verkehrsgeschehen abgelenkt zu werden.

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Kamera Funktionen

Dank der Kamera hat das Garmin DriveAssist noch einige weitere Funktionen zu bieten, die sich vor allem auf die Sicherheit im Straßenverkehr beziehen und keinen Einfluss auf die Routenführung haben. Neben den bereits angesprochenen Funktionen gehört dazu auch ein Spurhalteassistent, den es auch schon bei der Garmin nüviCam gab, der nun aber wohl nicht ohne Grund standardmäßig deaktiviert ist. In der Praxis löst er zu häufig Fehlwarnungen aus, wenn die Kamera nicht präzise genug ausgerichtet ist. Da das Navi über keine aktive Halterung verfügt, die dauerhaft in der gleichen Ausrichtung an der Windschutzscheibe hängt, ist das Konfigurieren vor jeder Fahrt zudem zu aufwändig im Vergleich zum Nutzen, den ein Spurhalteassistent bringt. Auch der Kollisionswarner ist ohne selbständigen Bremsvorgang des Fahrzeugs nur eine zusätzliche Spielerei.

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Die Dashcam-Funktion macht da schon wesentlich mehr Sinn. Durch die unauffällige Integration der Kamera in das Navi-Gehäuse fällt sie kaum auf und filmt je nach Einstellung dauerhaft das Geschehen vor der Motorhaube. Alle Videos werden in kurzen, einminütigen Sequenzen auf der Speicherkarte des DriveAssist abgelegt. Ist der Speicher voll, werden die ältesten Videos automatisch überschrieben. Nur wenn es zu einem Vorfall kommt, etwa einem starken Abbremsen, speichert die Kamera das Video in einem Ordner, dessen Inhalt nicht überschrieben wird. Der sichere Speichervorgang kann auch manuell ausgelöst werden. Auf dem PC oder Mac betrachtet, enthalten die Videos weitere Informationen wie die Zeit und das Datum, die gefahrene Geschwindigkeit oder die genaue GPS-Position der Aufnahme. Auf dem Navi selbst können die gesicherten Videos zusammen mit einer Karte, welche die gefahrene Strecke zeigt, ebenfalls angeschaut werden.

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Die Qualität der Kamera kann im Vergleich zu klassischen Dashcams nur bedingt mithalten. Sowohl die Videos als auch die Fotos des DriveAssist sind sehr verwaschen und häufig überbelichtet. Für den Zweck der einfachen Videoaufzeichnung, um beispielsweise einen Unfallhergang rekonstruieren zu können, ist die Qualität unserer Meinung nach aber ausreichend. Einen Ersatz für eine Aktionkamera, um die Fahrt auf der Rennstrecke festhalten zu können, ist die Dashcam des DriveAssist nicht.

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Onlinedienste

Neben den Verkehrsinformationen können die Navis auch Preise von Tankstellen online abrufen. Die App „Günstig Tanken“ zeigt eine Liste der Tankstellen in der Umgebung zusammen mit den aktuellen Preisen für einen vorher festgelegten Kraftstoff. Die Integration von Foursquare erleichtert das Auffinden interessanter Orte und hält für angemeldete Nutzer auch individuelle Vorschläge bereit. Auch Wetterdaten lassen sich abrufen, die Temperatur der derzeitigen Position zeigen die Navis dauerhaft in der Statusleiste des Hauptmenüs an. Kostenpflichtig sind die Onlinedienste zur Blitzerwarnung sowie für die Echtzeit-Informationen zu Parkplätzen.

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Apps

Unter Apps fasst Garmin noch weitere Reisehelfer zusammen. Nützlich ist das Abspeichern der Parkposition, die gleichzeitig an die Smart Link App auf dem Smartphone gesendet wird. Nach einem Termin oder einer Veranstaltung lässt sich das Fahrzeug so leicht wiederfinden. Die „Wo war ich?“ App listet chronologisch alle besuchten Orte auf und zeigt die zurückgelegten Strecken eines Tages an.

Wer Garmin-Zubehör wie die kabellose Rückfahrkamera BC 30 oder die babyCam nutzt, findet unter den Apps die jeweiligen Programme zur Steuerung der Funktionen.

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Externe POIs

Eine Stärke der Garmin Geräte war schon immer die Möglichkeit, eigene Sonderziele unkompliziert installieren zu können. Auch mit der Garmin Drive-Serie hat sich daran nichts geändert. Am einfachsten lassen sich POIs mit der Zusatzsoftware POIbase installieren. Das kostenlose PC-Tool hält über 1 Million zusätzliche Ziele aus mehr als 2500 Kategorien bereit. Über eine interaktive Karte können eigene Sonderziele angelegt und mit der Community geteilt werden. Auch Informationen zu bereits bestehenden POIs, etwa wenn sich die Öffnungszeiten oder die Telefonnummer des jeweiligen Ortes geändert haben, können von jedem POIbase Nutzer gepflegt werden.

POIbase-Software

Mit POIbase kann jeder sein Garmin Navigationsgerät individuell erweitern. Ob als Camper oder Wohnmobilist, der auf der Suche nach geeigneten Stellplätzen mit Stromanschluss ist, Geocacher, der die beste Parkmöglichkeit sucht, um auf digitale Schutzsuche zu gehen oder besorgte Hundeliebhaber, die mit ihren Vierbeinern einen großen Bogen um Gebiete mit Giftködern machen wollen, in der riesigen POIbase Datenbank wird jeder Nutzer fündig.

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POIbase umfasst zudem eine der aktuellsten Datenbanken für Standorte von mobilen und festen Blitzern. Auf Garmin Geräten können die Warnungen umfangreich konfiguriert werden, womit sich die Sicherheit auf der nächsten Fahrt weiter steigern lässt. So kann die akustische Warnung vor Blitzern nicht nur mit einem Signalton erfolgen, sondern auch mit einer Sprachausgabe, beispielsweise „Achtung, 70er-Blitzer“. Werden die Garmin Blitzer nicht direkt über POIbase, sondern den pocketnavigation.de Shop heruntergeladen, ist auch eine richtungsabhängige Warnung möglich.

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