Garmin fenix 3 HR im Test

GPS-Empfang, Akkulaufzeit, weitere Funktionen Fazit

Inhaltsverzeichnis

GPS-Empfang

Als wir vor einem guten Jahr zum ersten Mal einen Prototypen der fenix 3 getestet haben, waren wir von der Qualität des GPS-Empfangs etwas enttäuscht. Den aufgezeichneten Tracks fehlte es vor allem an Details. Dank einiger Software-Updates konnte die GPS-Qualität deutlich gesteigert werden, wie wir in unserem Vergleichstest Garmin epix vs Garmin fenix 3 im Oktober 2015 feststellen konnten. Seit Oktober 2015 gab es für die fenix 3 wieder viele Updates, welche auch in Entwicklung der nahezu identischen Software der fenix 3 HR eingeflossen sind. Wir haben folglich die Gelegenheit genutzt und uns die aktuelle GPS-Qualität der fenix 3 HR angesehen.

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Wie bei allen unseren GPS-Vergleichstests haben wir zusätzlich das Garmin etrex 10 als Referenz herangezogen. Auf der Strecke liegen einige Besonderheiten, welche auf der Karte mit einem (i) gekennzeichnet sind. Trackintervall war auf allen Geräten auf eine Sekunde eingestellt.

Insgesamt haben wir gegenüber unserem Test aus Oktober 2015 eine weitere Steigerung der GPS-Leistung festgestellt. Die Garmin fenix 3 HR zeigt einen insgesamt ausgewogenen Track ohne gravierende Fehler. Besonders positiv ist, dass der Track nach vielen Software-Updates endlich wieder mehr Details zeigt und so auch ein kleiner 5-Meter-Abstecher abseits des Weges im Track deutlicher zu erkennen ist. Probleme gibt es nach wie vor bei schwachem GPS-Signal im Stand. Noch immer erzeugt die fenix-Software in diesem Zustand eine „Trackwolke“ und summiert kräftig Entfernung auf.

Auch wenn die fenix 3 Saphir HR ein weiteres der vielen GPS-Produkte ist, die bei der GPS-Genauigkeit am eTrex 10 scheitert, der GPS-Empfang kann mittlerweile durchaus als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Auch der GPS-Fix (die Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung) ist erfreulich schnell und in der Regel deutlich unter einer Minute erreicht.

Akkulaufzeit

Die fenix 3 HR verbraucht durch die dauerhafte Messung (Intervalle) der Herzfrequenz deutlich mehr Energie als die fenix 3 ohne optischen HF-Sensor. Koppelt man die fenix 3 über Bluetooth (ANT+) mit einem HR-Brustgurt, entspricht der zusätzliche Energieverbrauch für die drahtlose Verbindung in etwa dem, was der optische Sensor in der fenix 3 HR benötigt.

Die Laufzeit im Trainingsmodus inkl. GPS und HR-Messung wird bei der fenix 3 HR mit 16 Stunden angegeben (fenix 3 bis zu 20 Stunden). Diese Laufzeit haben wir in unseren Tests nicht ganz erreicht, was durchaus an den kälteren Temperaturen während des Testzeitraumes liegen kann. Realistisch sind dennoch 10-14 Stunden, was für eine Tagestour gut ausreichen wird.

Die Laufzeit im sog. Smartwatch-Modus (inkl. HR-Messung) wird von Garmin mit bis zu 14 Tagen angegeben. Diese Laufzeit erscheint uns als sehr optimistisch. In unserem Test lag der Verbrauch im sehr intensiven Testbetrieb bei ca. 20 Prozent pro Tag. Genaue Laufzeittests sind erst nach Abschluss der sonstigen Tests möglich, daher werden wir hier noch eine genauere Laufzeitmessung im Smartwatch-Modus nachliefern.

Der Akku wird mit einer Ladeklammer über USB aufgeladen. Die Klammer der fenix 3 kann nicht verwendet werden, da der HR-Sensor etwas mehr Höhe hat. Die Ladeklammer der fenix 3 HR wiederum kann problemlos auch mit der fenix 3 verwendet werden.

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Weitere Funktionen in der Zusammenfassung

Wir wollten in diesem Test vor allem auf die optische Herzfrequenzmessung eingehen. Dennoch möchten wir in diesem Abschnitt die wichtigsten weiteren Funktionen der fenix 3 HR kurz ansprechen. Die Funktionen entsprechen 1:1 den Funktionen der fenix-3-Version ohne optischen Herzfrequenzsensor.

Sensoren

GPS und Herzfrequenzmessung haben wir bereits ausführlich vorgestellt. Darüber hinaus verfügt die fenix 3 HR über einen barometrischen Höhenmesser, einen digitalen Kompass, Temperatur (erweiterbar über tempe Sensor) und natürlich einen Beschleunigungssensor. Die Sensordaten können über Diagramme direkt auf der fenix 3 HR visualisiert werden oder als Datenfelder in den Sportmodi angezeigt werden.

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Sportfunktionen

Die Garmin fenix 3 HR ist nicht nur durch ihr robustes Äußeres bei einer Vielzahl von Sportarten einsetzbar. Verschiedene Profile auf der Uhr passen die angezeigten Informationen und verfügbaren Funktionen für die Verwendung beim Laufen, Radfahren, Trailrunning, Wandern, Skifahren, Schwimmen und anderen Aktivitäten an. Multisportler, die an einem Triathlon teilnehmen, können zwischen den einzelnen Sportarten mit einem einfachen Tastendruck wechseln.

Lauf- und Radsportler können sich Trainingseinheiten, mit denen sich die eigenen Leistungen steigern lassen, erstellen. Intervalltrainings sowie das Training gegen einen virtuellen Partner (Virtual Partner) oder andere Aktivitäten (Virtual Racer) sind ebenso möglich. Auf dem Fahrrad kann die fenix 3 HR auch mit einem Trittfrequenz- und Geschwindigkeitssensor verbunden und die über den optischen Pulssensor gemessenen Daten an ein kompatibles Gerät der Garmin Edge-Serie gesendet werden. Für jede Sportart kann die Auswahl an Datenfeldern individuell angepasst werden, neue Sportarten können selber erstellt werden.

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Outdoor-Navigation

Die fenix 3 HR ermöglicht die Navigation entlang von importierten Tracks (inkl. Trackback) oder aufgezeichneten Strecken bzw. Aktivitäten sowie die Navigation zu Wegpunkten. Leider ist im Gegensatz zur fenix und fenix 2 keine Nutzung von Kartendaten mehr möglich. Anwender, die eine vollwertige Kartendarstellung bevorzugen, sollten deshalb auf die Garmin epix ausweichen. Auch zum Geocaching ist die fenix 3 HR weit weniger geeignet als seine Vorgänger, da kein Paperless Geocaching implementiert wurde und keine Details zu Wegpunkten dargestellt werden.

Die Verwendung der fenix 3 HR für die Outdoor-Navigation bleibt damit auch mit dem HR-Modell stark eingeschränkt. Glücklicherweise sind viele der zunächst bei der fenix 3 vermissten und seit Jahren von Garmin Outdoor-Navis bekannten Navigationsfunktionen über zusätzliche IQ-Apps und -Widgets auch für die fenix 3 wieder verfügbar. So gibt es mittlerweile auch wieder eine Wegpunktprojektion, Flächenberechnung, MOB und viele weitere nützliche Navigationshilfen. Vermisst haben wir allerdings die Wegpunktmittlung.

Bleibt zu hoffen, dass Garmin mit einer möglichen fenix 4 wieder zu den alten Tugenden der kartenbasierten Outdoor-Navigation zurückkehrt.

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Fitnesstracker-Funktionen

Die fenix 3 HR steht einem Fitnessarmband wie z.B. dem Garmin vivosmart HR funktional grundsätzlich in nichts nach. Die Uhr zählt auch ohne aktiviertes Training die Schritte und Stockwerke (über Barometer), berechnet die zurückgelegte Entfernung anhand der Schrittlänge und zeigt die verbrauchten Kalorien (getrennt nach Grundumsatz und Aktivkalorien) an. Auch ohne zusätzliche Connet-IQ-Widgets zeigt ein Balkendiagramm die Schritte der Woche an. Über diverse IQ-Widgets und Uhren-Displaydesigns können die Fitnesstracker-Werte bereits an der Uhr in viele ansprechende Layouts gebracht werden.

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Auch die automatische Überwachung des Schlafes ist mit der fenix 3 HR möglich, allerdings trägt sich die große und schwere Uhr nachts deutlich unbequemer als ein kleines und leichtes Fitnessarmband. Dank der 24-Stunden-Herzfrequenzmessung ist die Kalorienberechnung besonders aussagekräftig. Wer sich an Größe und Gewicht nicht stört, kann auf ein zusätzliches Fitnessarmband auf jeden Fall verzichten!

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Smartwatch-Funktionen

Die fenix 3 HR unterscheidet sich in Bezug auf die Smartwatch-Funktionen nicht von der fenix 3. Egal ob Kalenderbenachrichtigungen, E-Mails, SMS, Skype, WhatsApp oder sonstige App-Benachrichtigungen, von einem gekoppelten Smartphone (über Bluetooth LE) können alle Benachrichtigungen mit kurzem Auszug des Textes angezeigt werden. Ein voller Zugriff auf ältere Nachrichten ist allerdings nicht möglich, nach dem Lesen der Benachrichtigungen werden diese von der fenix 3 HR gelöscht.

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Weiter bietet die fenix 3 HR eine Musiksteuerung, eine Fernbedienung der Virb Actioncam und eine Anzeige des aktuellen Wetters inkl. Wettervorhersage für den aktuellen Standort. Über spezielle IQ-Apps und -Widgets aus dem Garmin eigenen Connect IQ Angebot, sind noch weitere Smartwatch-Funktionen von Drittanbietern (teilweise kostenpflichtig und mit Begleitapp) verfügbar. So gibt es die Möglichkeit, Digicams fernauszulösen oder Notizen mit der fenix 3 HR anzuzeigen. Sucht man sein Smartphone, hilft die vorinstallierte App „Find my Phone“, indem es das in Bluetooth-Reichweite befindliche Smartphone klingeln lässt.

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Sonstige Funktionen

Die Zahl an sonstigen Funktionen hat durch Updates immer weiter zugenommen. Neben zusätzlichen Uhrenfunktionen wie Wecker, Timer und Stoppuhr stehen über Connect IQ mittlerweile sehr viele interessante, mehr oder weniger nützliche Funktionen und Spielereien bereit. Allerdings schwankt die Qualität und Zuverlässigkeit der IQ-Apps erheblich, hier hilft nur ausprobieren.

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Screenshot Connect IQ Store

Über den Connect IQ Store bietet Garmin eigene und von Drittanbietern stammende Uhrendesigns, Apps, Widgets und Datenfelder an. Die Optionen, seine Uhr individuell anzupassen, sind riesig!

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Auswertung über Garmin Connect

Wie alle Garmin GPS-Produkte ist eine umfangreiche Auswertung aller Daten über die App sowie die Onlineplattform Garmin Connect durchführbar. Alle Auswertemöglichkeiten vorzustellen, würde den Rahmen des Tests sprengen, demgemäß lassen wir einige Screenshots für sich sprechen.

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Fazit

Garmin-fenix-3-HR-TesturteilDie fenix 3 HR ist zurecht das Spitzenmodell der Garmin GPS-Uhren. Die Garmin fenix 3 HR ist ein echtes Multitalent, sieht zugleich sehr gut aus und trägt sich problemlos in allen Lebenslagen. Das Motto „wer alles kann, kann nichts richtig“ gilt für die fenix 3 HR zwar nicht wirklich, allerdings gibt es speziell für Läufer bequemere und leichtere Laufuhren von Garmin oder anderen Herstellern. Auch für die Outdoor-Navigation mit Kartendarstellung ist z.B. die Garmin epix die bessere Wahl. Wer vor allem Wert auf das Fitnesstracking legt, wählt ein leichtes Fitnessarmband. Wer jedoch einen Allrounder sucht, findet mit der Garmin fenix 3 HR eine Lösung, die in der jeweiligen Disziplin bereits sehr nahe an den jeweiligen Spezialisten herankommt.

Die Vorteile einer optischen Herzfrequenzmessung liegen auf der Hand (bzw. auf dem Handgelenk) und ermöglichen erst eine 24-Stunden-Überwachung der Herzfrequenz und damit eine besonders präzise Berechnung des Kalorienverbrauchs sowie eine fortlaufende Berechnung des Ruhepulses. Die aktuellen technischen Grenzen der optischen Messung kann allerdings auch die Garmin fenix 3 HR nicht umgehen. Anders wäre es auch nicht zu erklären, dass Garmin die fenix 3 HR ebenfalls mit einem HR-Brustgurt im Performer Bundle anbietet.

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Die fenix 3 HR ist ein hochkomplexes Produkt mit unglaublich vielen Möglichkeiten, deren Nutzung eine intensive Auseinandersetzung erfordert. Dennoch ist es Garmin durchaus gelungen, das Bedienkonzept einfach und einsteigerfreundlich zu gestalten. So sind viele Funktionen erst durch nachträgliche Installation über Connect IQ verfügbar, was den einen vielleicht stört, aber den Einsteiger nicht unnötig von den Basisfunktionen ablenkt. Auch wenn bei der fenix 3 HR noch viel Verbesserungspotenzial vor allem in Richtung Outdoor-Navigation (Karte, Routing u. Paperless GeoCaching) besteht, ist die Uhr mit Sicherheit eine der besten GPS-Uhren der Welt und kann von uns besonders empfohlen werden.


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Preis und Bezugsquelle

Die Garmin fenix 3 Saphir HR kostet EUR 489,59 € bei Amazon , das fenix 3 Saphir HR Performer Bundle ist für erhältlich. Neu oder gebraucht ist die Garmin fenix 3 HR auch bei ebay erhältlich.

Weiterführende Links

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