Garmin nüvi 2599 LMT-D im Test

Karten, Performance Bedienung

Karten

Das nüvi 2599 LMT-D lotst den Nutzer durch 45 Länder in Europa. Garmin bezieht die Karten von Nokia HERE (ehemals NAVTEQ) und liefert eine Garantie auf lebenslang aktuelle Straßenkarten gleich mit. Lebenslang bezieht sich allerdings auf die Nutzungsdauer des Gerätes und bei der geht Garmin von maximal 30 Jahren aus. Eine Übertragung des Services auf ein anderes Gerät ist nicht möglich. Die Kartengarantie berechtigt den Nutzer, regelmäßig aktualisiertes Kartenmaterial ohne weitere Kosten auf sein Navi zu laden.

Sind neue Karten verfügbar, werden diese über die Garmin-Express-Software zum Download angeboten. Ist die Software auf dem PC oder Mac installiert, erhält der Nutzer einen Hinweis, sobald eine neue Karte für das Gerät verfügbar ist. Aufgrund der großen Abdeckung fällt der Download mit rund 6 GB nicht gerade klein aus. Samt Installation sollten für den Vorgang, je nach Geschwindigkeit des Internets, etwa 2 – 3,5 Stunden eingeplant werden.

Garmin-Update

Weiteres Kartenmaterial, das in der Abdeckung nicht enthalten ist, kann auf der Garmin-Webseite erworben werden. Beispielsweise stehen dort Karten für Reisen in die USA, nach Australien, Mexiko oder Kanada zum Kauf bereit. Sollte der interne Speicher mit 7,54 einmal nicht mehr ausreichen, kann er mit Micro-SD-Karten um bis zu 32 GB erweitert werden.

Fazit Karten

Eine Abdeckung von 45 Ländern Europas, lebenslange Kartenupdates und die einfach zu bedienende Garmin-Express-Software lassen keine Wünsche an ein Navigationsgerät in puncto Karten offen.

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Performance

Laut Garmin soll beim nüvi 2599 LMT-D einiges an der Hard- und Software optimiert worden sein, damit Menüwechsel, Kartenaufbau und Routenberechnung noch schneller erfolgen. Wird das Navi neu gestartet, ist es in flotten 14 Sekunden einsatzbereit. Wird das Gerät nicht komplett ausgeschaltet, sondern nur in den Standby-Modus versetzt, steht die Navigation sofort bereit. Beim Wechsel durch die Menüs oder beim Verschieben der Karte sind uns keine Unterschiede z.B. zum nüvi 65 LMT aufgefallen, denn auch hier lief bereits alles sehr flüssig. Ein anderes Bild zeigt sich, wenn auf der Karte Verkehrsmeldungen dargestellt werden. In diesem Fall dauert es deutlich länger, bis die Karte verschoben oder gezoomt wird. Beim Aufrufen von Details zu einer auf der Karte eingezeichneten Verkehrsstörung dauert es häufig sogar bis zu 10 Sekunden, bis weitere Informationen wie Grund oder Länge angezeigt werden.

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Einer der wichtigsten Punkte, bei denen ein Navigationsgerät schnell arbeiten sollte, ist die Berechnung von Routen. Vor Fahrtantritt möchte niemand lange warten, bis das Navi endlich eine passende Strecke gefunden hat. Wie in unseren Tests üblich, musste sich auch das Garmin nüvi 2599 LMT-D unserer für alle nachvollziehbaren Standardroute stellen, die quer durch Deutschland führt. Bisheriger Spitzenreiter bei dieser Route sind die Modelle der neuen TomTom-GO-Serie, mit denen eine Berechnung innerhalb von nur 9,5 Sekunden erfolgte. Aber wie schlägt sich unser aktueller Testkandidat?

Unsere standardisierte Testroute führt über mehrere Zwischenziele durch ganz Deutschland und umfasst die folgenden Stopps: München – Stuttgart – Düsseldorf – Hannover – Hamburg – Berlin – Dresden. Um diese 1523 km lange Strecke zu berechnen, benötigt das nüvi 2599 LMT-D 30 Sekunden. Aufgrund der verbesserten Hardware hätten wir uns hier mehr erwartet, denn dieselbe Zeit haben wir auch im Test des nüvi 65 LMT gemessen. Trotzdem ist das Ergebnis für eine derart lange Route äußerst akzeptabel. Das Verlassen einer geplanten Route merkt das Navi sofort und zeigt innerhalb von 5 Sekunden an wie es weitergeht.

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Von der Leistung des verbauten Akkus sollte niemand zu viel erwarten. Für längere Ausflüge zu Fuß sind mobile Navis ohnehin nicht geeignet. So konnten wir auch beim nüvi 2599 LMT-D bei dauerhaftem GPS-Empfang und hellster Displaybeleuchtung nur eine Akkulaufzeit von 50 Minuten messen. Bei Bluetooth-Nutzung verringert sich dieser Wert auf nur 35 Minuten.

Fazit Performance

Nichts zu meckern gibt es an der Leistung, die das Garmin nüvi 2599 LMT-D hinlegt. Zwar kommt das Ergebnis bei der Berechnung unser Standardroute nicht an die Bestzeit heran, trotzdem legt das Navi einen sehr guten Wert hin, der noch immer ausreichend schnell ist. Schade, dass die Performance des Gerätes nicht ausreicht, um auch die Karte mit Verkehrsstörungen ohne Verzögerungen darstellen zu können.

Da das Navi die meiste Zeit im Fahrzeug mit Strom versorgt wird, ist die recht kurze Akkulaufzeit zu verkraften. Für die Eingabe einer Urlaubsroute auf dem heimischen Sofa reicht sie in den meisten Fällen sicher aus.

Bedienung

An der Menüführung hat Garmin bei seinen neuesten Modellen nichts geändert. So ist das nüvi 2599 LMT-D unterschiedslos und sehr gut mit den Fingern zu bedienen. Das kapazitive Display reagiert dabei exakt auf jede Berührung und ebenfalls auf Fingergesten, um beispielsweise die Karten durch das Auseinander- bzw. Zusammenschieben von zwei Fingern vergrößern oder verkleinern zu können.

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Andererseits ist die Nutzung der Finger kaum noch nötig, denn Garmin hat erstmals auch in der Mittelklasse seine Sprachsteuerung, die wir bereits im Testbericht des nüvi 3597 / 3598 für sehr gut befunden haben, integriert. Auch beim aktuellen Testgerät verrichtet diese Funktion gute Arbeit. Die Sprachsteuerung lässt sich jederzeit durch Sprechen des Wortes „Sprachbefehl“ aktivieren. Daraufhin stehen dem Nutzer die verschiedensten Optionen zur Auswahl. Beispielsweise lässt sich nach einer Adresse suchen oder die Lautstärke sowie die Helligkeit per Sprachbefehl regeln. Das Ganze funktioniert sehr intuitiv und hat eine sehr hohe Trefferquote. Nur auf laute Musik oder Unterhaltungen der Mitfahrer während der Eingabe sollte verzichtet werden. Damit der Fahrer an die Spracheingabefunktion erinnert wird, weist eine Meldung nach dem Start des Navis auf das Aktivierungswort hin.

Die Zieleingabe ist mit der Spracheingabe oder, wer es doch lieber klassisch mag, auch über den Touchscreen schnell zu erreichen. Mit den Fingern dauert das Ganze etwas länger, ist aber gerade bei schwer auszusprechenden Straßennamen oder Sonderzielen vorteilhafter. Als Tastatur während der Eingabe von Zielen steht nach wie vor lediglich eine QWERTZ-Version bereit. Wer die ABC-Klaviatur bevorzugt, muss sich mit dem Garmin wohl oder übel umgewöhnen.

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Der zweite große Punkt im Hauptmenü führt auf die Karte. Aus dieser können Orte direkt als Ziel ausgewählt werden oder man nutzt den Freifahrtmodus für eine bessere Orientierung. Auch hier sind alle Elemente groß genug gestaltet, um sie mit den Fingern bedienen zu können. Praktisch: Um eine aktive Route zu beenden, muss nicht erst von der Karte ins Hauptmenü oder in das Schnellzugriffsmenü gewechselt werden, denn das funktioniert problemlos per Sprachbefehl.

Weiterhin lassen sich Ziele von einem Smartphone aus an das nüvi 2599 senden. Dafür muss auf dem Android- oder iOS-Gerät Garmins App Smartphone Link installiert sein. Hierüber ist die Suche nach Adressen aus den eigenen Kontakten, der HERE-POI-Datenbank oder aus Foursquare möglich. Eine in der App gefundene Adresse lässt sich mit einem Klick auf das Navigationsgerät senden und kann dort direkt als Navigationsziel übernommen werden.

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Fazit Bedienung

Die sehr gute Sprachbedienung ist fast schon ein Kaufkriterium für sich. Mit ihr lässt es sich bequem vom Hof oder Parkplatz rollen, während man dem Gerät diktiert, wohin es gehen soll. Dank der Aktivierung durch ein Codewort sind kaum noch Berührungen des Displays notwendig. Ungeachtet dessen, ob man sich für die manuelle Bedienung entscheidet, es sind alle Menüs durchdacht angeordnet und durchgängig hervorragend mit den Fingern bedienbar. Beim Punkt Bedienung sahnt das nüvi 2599 LMT-D komplett ab.

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