The PowerPot V – Strom aus Feuer

Leistungstest und Fazit

Inhaltsverzeichnis

The PowerPot V im Leistungstest

Wir haben den PowerPot mit zwei Hitzequellen getestet. Einem Standard Camping-Gaskocher und dem holzbefeuerten BioLite Campstove. Dabei haben wir unter Outdoor- und nicht unter Laborbedingungen getestet. Das bedeutet, die Leistung der Hitzequellen wird in der Regel unter den im Diagramm genannten Werten liegen, vor allem beim BioLite Campstove werden sicher keine 5500 Watt an den PowerPot abgegeben. Wir haben die Leistungsaufnahme mit einer elektronischen Last gemessen, aber sowohl bei Leistungs- als auch bei der Temperaturmessung sind Toleranzen zu berechnen. Die Leistung von 5 Watt wird unter Laborbedingungen sicherlich möglich sein, es benötigt aber einer sehr heißen Wärmequelle und das Wasser muss dem Gefrierpunkt nahe sein.

Die Leistung ist sehr ordentlich und es konnten sämtliche Smartphones, Navis und sogar Tablets (iPad) geladen werden. Durch ständiges Rühren kann die Leistungsausbeute etwas erhöht werden, da durch das Rühren die Wärmeschichtung im Topf reduziert wird.
Nimmt man eine durchschnittliche Ladeleistung von 3,5 Watt an, so kann man z.B. in 10 min (Tee kochen) immerhin 0,58 Wattstunden Energie entnehmen. Das sind immerhin 10% der Akkukapazität eines iPhone 5 Akkus, was wiederum bis zu 22 Stunden Standby entspricht. Man kann also sagen: ein Tee am Tag reicht für einen dauerhaften Standbybetrieb!

Links: PowerPot auf Standard Gaskocher      Rechts: PowerPot auf BioLite Campstove

Wirkungsgrad der Thermogenerators

Thermogeneratoren haben einen schlechten Wirkungsgrad und kommen daher normalerweise nur in speziellen Gebieten zum Einsatz (z.B. der interplanetaren Raumfahrt). Wir haben versucht den Wirkungsgrad des PowerPot grob zu errechnen. Dazu haben wir 100 g Holzpellets im BioLite verfeuert und die Leistung gemessen, die der PowerPot V dabei erzeugt hat:

Energiegehalt 100 g Holzpellets: 450 Wh
Energie aus PowerPot: 220 mAh bei 4,6 Volt sind 1 Wattstunde
Wirkungsgrad PowerPot: 0,22 %

Im Vergleich dazu erzeugt das BioLite Campstove: 0,45 Wattstunden (parallel gemessen) und erreicht damit nur einen Wirkungsgrad von: 0,10 %

Um so erstaunlicher ist der hohe Wirkungsgrad des kleinen und nur luftgekühlten Thermogenerators der Firma Thermalforces, er kommt auf: 0,75 %

Kann man im PowerPot V auch kochen?

Nachdem die elektrische Leistung überaus positiv zu bewerten ist, beginnen die Probleme bei der praxistauglichkeit als Kochtopf. Der Hersteller rät dazu, nur Wasser im Topf zu erhitzen. Der Grund ist leicht zu erklären: nur bei Wasser ist ein Anbrennen und damit eine Überhitzung ausgeschlossen! Kocht man z.B. Nudeln, so kann die Hitze vom Topfboden nicht mehr so gut abgeführt werden, die Leistung sinkt. Nudeln mögen noch möglich sein, aber bei dickflüssiger Dosennahrung oder vergleichbaren Produkten, reduziert sich die Leistungsausbeute gegen null und es kann zur Überhitzung kommen!

Auch zum Kochen von Wasser, z.B. für einen Tee, hat der PowerPot einen entscheidenden Nachteil gegenüber einen normalen Topf: die dicke Aluplatte unter dem Topf, welche für eine gleichmäßige Verteilung der Hitze im Thermogenerator nötig ist, reduziert die Hitzeabgabe an den Topfinhalt deutlich. Die Zeit, bis man einen Liter Wasser zum Kochen gebracht hat verlängert sich ca. um 50 Prozent! Aber man soll nicht alles negativ sehen, will man wirklich ernsthaft etwas laden, wäre es auch nicht gut wenn das Kochen bereits nach 5 min wieder zu Ende wäre.

Davon abgesehen ist der Topf vom Volumen her selber für eine Zwei-Personen-Tour sehr knapp!

 

Fazit

Für einen Thermogenerator mit bis zu 5 Watt Leistung ist der PowerPot V klein, leicht und hat keine beweglichen Teile. Er lädt alle USB-Geräte problemlos und mit hoher Leistung und kann daher zum mobilen Laden unter Outdoorbedingungen als absolut praxistauglich angesehen werden.

Allerdings kann der PowerPot V keinen normalen Camping-Kochtopf ersetzen und muss sicher daher im Vergleich zu anderen Lösungen der mobilen Spannungsversorgung eher hinten anstellen. Ein externer Akku mit 500 Gramm Gewicht wird locker 70-80 Wattstunden speichern können, man müsste also gut 20 Stunden kochen und hat noch immer keinen Gewichtsvorteil erreicht. Die Faszination aus Wärme direkt und lautlos elektrische Energie zu erzeugen und damit autark zu sein, kann dem PowerPot V niemand nehmen!

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