Testbericht Magellan eXplorist 510

Mit der eXplorist Serie bietet Magellan verschiedene Outdoor Navis an. Wir haben uns den mittleren Vertreter, den eXplorist 510 genauer angeschaut …

Einleitung und Beschreibung

Einleitung

Die Firma Magellan ist für langgediente GPS-Veteranen keine Unbekannte. Wer in den 1990er-Jahren als Privatanwender die satellitengestützte Navigation für sich entdeckte, tat dies nicht selten mit Equipment des US-Herstellers. Viele der ersten PDA mit ihren teilweise rudimentären Navigationsprogrammen erhielten die benötigten GPS-Signale über extern angeschlossene Magellan-Empfänger. Doch insbesondere in Europa drängten nach der Jahrtausendwende andere Hersteller Magellan hinsichtlich des Verkaufsvolumens zunehmend in den Hintergrund. Inzwischen dürften viele jüngere europäische GPS-Nutzer mit dem Begriff Magellan vieles verbinden, aber kaum noch das Unternehmen aus San Dimas in Kalifornien.

Wohl auch um diesseits des Atlantiks wieder Marktanteile zurückzugewinnen, die in den USA nie verloren waren, dürfte Magellan 2011 seine neue eXplorist-Reihe in den Handel gebracht haben. Auf der deutschen Magellan-Website werden aktuell fünf eXplorist-Modelle angeboten, vom preisgünstigen eXplorist GC für Geocacher bis zum multimedial ausgestatteten eXplorist 710 mit Fähigkeiten zur Outdoor- und Straßen-Navigation.

Aus diesem Spektrum testen wir den mittleren Vertreter mit der Versionsnummer 510. Dieser verfügt bereits über Fähigkeiten zur Bild- und Tonaufnahme wie seine großen Brüder, besitzt aber weder Kompass noch Barometer. Interessenten, die beides benötigen, sollten sich für den teureren 610 entscheiden. Doch wer die (allgemein eher ungenaue) Höhenmessung nicht wirklich nutzt und beim Kompass ohnehin lieber zum präziseren Wanderkompass greift, scheint mit dem 510 gut beraten.

Das Gerät wurde im Hinblick auf die üblichen Einsatzszenarien von Wanderern und Radtouristen sowie das populäre Thema Geocaching getestet.


Beschreibung

Mobile Navigationsgeräte braucht man heute kaum noch jemandem zu erklären: Einschalten, auf das GPS-Signal warten, Ziel eingeben und los geht’s. Manche Geräte sind eher für Autos geeignet, andere mehr für die freie Natur und manche können beides. Die Mehrheit der Deutschen dürfte so ein Gerät inzwischen zumindest einmal in der Hand gehalten haben. So weit, so gut.

Doch der eXplorist 510 möchte mehr sein: Fotoapparat, Filmkamera und Tonaufnahmegerät, eben ein multimedialer Begleiter. Ob zur Vor- oder Nachbereitung einer Reise, für die eigene Website oder andere denkbare Einsatzzwecke, der eXplorist soll seinen Nutzer nicht bloß ans Ziel führen. Ein interessantes Konzept von Magellan, der Test wird zeigen, was davon realisierbar ist. Denn Ähnliches versuchen auch Smartphones zu leisten, doch fehlt diesen zumeist die benötigte Standfestigkeit.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7

6 Kommentare zu “Testbericht Magellan eXplorist 510

  1. Zum Thema Karten sollte man mal unter http://www.maps4me.net schauen.
    Die arbeiten offiziell mit Magellan zusammen. Die Topo Deutschland (1:25.000) gibt es bei einem Deutschen Gerät sogar kostenfrei dazu (registriereung mit SN Nummer).
    Ansonsten kann man sich einen Jahresaccount für um die 10€ zulegen. Da hat man dann kostenfreien Zugriff auf Karten aus aller Herren Länder.

    VG Mr. GPS

  2. Ein paar Anmerkungen:

    Entladung der Batterien wenn das Gerät aus ist:

    Da muss man zwischen 2 Problemen unterscheiden. In einigen Geräten würden Sensoren verbaut (Barometer/Kompass) die vom zu Grunde liegenden WinCE nicht richtig ausgeschalten wurden. Die Batterien werden in diesem Fall in wenigen Tagen entladen. Das betrifft das 510 Modell natürlich nicht, sondern nur die 610/710er Modelle.

    Das 2. Problem ist der generell zu hohe Strom im ausgeschaltetem Zustand. Mir liegen keine Messungen für das 510er vor, sondern nur welche für das 610er und 710er. Der Verdacht liegt aber nahe, dass es beim 510er genauso ist. Wo liegt das Problem? Wenn man frische Akkus einlegt und den Ruhestrom misst, muss man feststellen, dass dieser 1-2 mA beträgt. Das ist einfach zu messen, indem man ein Stück Papier in einen der Batteriekontakte schiebt und mit dem Messgerät überbrückt. Dieser Strom nimmt mit fallender Spannung zu. Bei 1.6V sind es 8-10mA. Danach macht das Gerät endlich dicht. Akkus sind dann aber schon gequält worden. Es ist folglich anzunehmen, dass 2500mAh Akkus nach 4-6 Wochen im Gerät tiefentladen werden. Es wäre schön wenn ihr das mit dem 510er verifiziert.

    Zu den Karten:

    Das Gerät kann auch Rasterkarten. Entweder habe ich das überlesen oder es fehlt komplett in eurem Bericht. Eigenen Rasterkarten lassen sich mit Mobac oder QLandkarte erstellen. Es gibt auch noch 2 Tools aus Russland. Mit denen habe ich aber noch keine Karte konvertieren können.

    Zur Tracknavigation:

    Die ist aus meiner Sicht unbrauchbar. Für jeden Trackpunkt wird ein Fähnchen gesetzt. Der Abstand zum nächsten Ziel ist das nächste Fähnchen. Ein Wegpunkt oder ähnliches kann nicht als nächstes Ziel angegeben werden. Die einzig sinnvolle Möglichkeit ist, den Track nur anzeigen zu lassen und sich danach zu orientieren. Ein Alarm, sollte man sich zu weit entfernen, kommt dann natürlich nicht.

    Zum Barometer vom 610/710:

    Gut, war zwar nicht Inhalt das Testberichtes, aber es wurde darauf verwiesen. Grundsätzlich funktioniert der Barometer. Die Glättung des Tracks ist mit Sensor signifikant. Damit aber der Sensor überhaupt verwendet wird, muss er kalibriert werden. Sonst wird ohne weitere Rückmeldung die GPS Höhe verwendet. Sollte man das Gerät in den Suspend Modus versetzen, dann wird die GPS Höhe verwendet. Wieder im normalen Modus, der Barometer. Das daraus resultierende Profil ist komplett unbrauchbar. Angaben zu den Höhenmetern im Auf- und Abstieg fehlen im Tripcomputer ganz. In der Trackzusammenfassung werden nur die Deltas addiert, was, wie wir alle wissen, zu hohe Werte liefert.

    Kundenservice:

    Man sollte ja nicht meinen, dass man darüber reden muss. Bei Magellan ist das die Crux überhaupt. Der Kundenservice sitzt in England. Repariert wird in Tschechien. Die einzige Qualifikation der Damen am Telefon, ist ihr Vermögen irgendwie Deutsch zu sprechen. Technisch sind die eine glatte Nulllinie. Oft muss ein Rückruf versprochen werden, weil niemand eine Antwort weiß. Auf den Rückruf kann man lange warten. Meistens habe ich nach einer Woche erneut zum Höhrer gegriffen. Mein defektes Gerät wurde dann irgendwann eingeschickt und kam defekt zurück. Man hatte nur erneut die Firmware aufgespielt. Der weilen pfiffen es die Spatzen in Amerika es schon von den Dächern: Das Gerät muss unbedingt ausgetauscht werden. Man verwies mich letzt endlich an das Marketing in München. Dort war man hilfreich und zuvorkommend. Lange gedauert hat es trotzdem. 3 Monate nach Kauf, hatte ich endlich ein Gerät, was mit den oben beschriebenen Macken funktioniert und wohl dem Stand der Technik bei Magellan entspricht.

    Evolution:

    Dass GPS Geräte halbbacken auf den Markt kommen, wissen wir alle. Interessant ist, wie die fehlenden Features und Bugs gefixed werden. Bei Magellan tropft ungefähr 1-2 Mal im Jahr ein Update heraus. Meistens bleibt es unter den Erwartungen. Sprich zahlreiche Bugreports wurden nicht berücksichtigt. Überhaupt pflegt Magellan seine schon zu Tritonzeiten fast legendär gewordenen Autismus. Ein Feedback seitens Magellan gibt es nicht. Fehlerbericht verschwinden ohne erkennbare Reaktion in San Dimas. Es gibt ein paar Idealisten, die Kontakt zu der Firma haben und als Advokat auftreten. Denen wird einiges erzählt, aber natürlich muss die bei ihrem Barte schwören, nichts zu sagen. Und so wird orakelt, gemutmaßt, in Aussicht gestellt und gehofft. Wer meint Garmin oder Compe ist in dieser Hinsicht doch genauso, der hat die Dimensionen von Magellans “Leck mich am Arsch, Kunde” Mentalität nicht begriffen.

    Zeugs:
    Eine Halteschiene aus Metall ist toll. Bringt nur nichts ohne das Zubehör. In Amerika gibt es den üblichen, brüchigen Halteklipp zu kaufen. In DE muss man sich für den Rucksack was eigenes frickeln. Geocaching und Täterätä ist an sich wirklich schön implementiert. Nur leider scheint mit der Zeit die Datenbank den Speicher zu fressen. Was das Gerät langsam macht, bzw einen Neustart erzwingt.

    1. Erst Mal Danke für die zahlreichen Informationen. Die Geschichte mit dem Stromverbrauch im Ruhezustand kann ich leider nicht mehr ausprobieren, habe das Testgerät bereits wieder zurückgeschickt. Von den Rasterkarten hatte ich tatsächlich keine Ahnung, wird von Magellan offenbar auch nirgends dokumentiert. Ich vermute aber, es wird dazu einiges an Frickelarbeit nötig sein, oder?
      Der sehr negativen Bewertung des eXplorist möchte ich aber schon widersprechen: Klar hat das Gerät auch Schwächen und die Kartenversorgung ist insbesondere im Hinblick auf das Routing wie beschrieben recht unbefriedigend. Doch die von mir getesteten Funktionalitäten (Geocaching, Routing per Track) haben insgesamt ordentlich funktioniert.

      1. Magellan hat natürlich kein Interesse, dass die Kunden eigene Rasterkarten herstellen. Die Frickelarbeit ist die gleiche, wie bei allen anderen Herstellern. Der Knackpunkt ist das Umwandeln vorhandener Karten in ein offenes Format wie z.B. GeoTiff, das der jeweilige Konverter frisst.

        Ich halte die negative Bewertung für gerechtfertigt. Wenn ich ein GPS in die Hand nehme, dann teste ich zuerst, ob die grundlegenden Funktionen das halten, was versprochen wird. Und dazu gehört:

        * Laufzeit und Powermanagement
        * Sauberer GPS Empfang auch in etwas problematischerem Gelände
        * Wenn Barometer/Kompass, dann müssen die einwandfrei funktionieren
        * Zuverlässige Aufzeichnung

        Wenn das schon nicht richtig funktioniert, dann ist das Gerät einfach nur ein teures Spielzeug, das man zum Cachen im Stadtpark benutzen mag. Ein Outdoor GPS für richtige Touren, und als das wird es beworben, ist es nicht. Ich halte das Gerät auf solchen Touren wegen der Batterieentladung sogar für ein Sicherheitsrisiko. Man weiß nie, wie weit die Akkus schon geschwächt sind, zumal der Füllstandsanzeiger eher ein Witz ist. Der verkorkste Barometer beim 610/710er gibt dem Ganzen den Rest.

        Das Einzige was funktionell recht gelungen ist, ist das GUI. Das gefällt mir auch nach längerem Gebrauch. Funktional gibt sich Magellan beim Geocachen Mühe. ” Routing per Track” ist bei weitem die schlechteste Implementierung verglichen zu Garmin oder TwoNav.

        Es tut mir leid, aber die Touch Geräte halten nicht was sie versprechen. Und mit dem was sie können sind sie im Vergleich mit ähnlichen Geräten zu teuer. Dann noch der Kundenservice und die schwache Kartenauswahl oben drauf. Ich würde mich nie trauen ein Touch Gerät einem Freund zu empfehlen. Das würde übel zurückkommen. Und genau das sollte man sich meiner Meinung nach immer fragen, bevor man eine generelle Empfehlung für ein Gerät ausspricht.

  3. Hallo Kiozen,
    danke für Deine klare Stellungnahme!
    Insbesondere in Punkto Kundendienst und Service kann ich Dir nur beipflichten. Ich nutze seit 5 Jahren den TRITON 500, leider inzwischen schon das 2. Gerät, nachdem der Ein-/Ausschalter auf der Platine seinen Geist aufgegeben hat und sich keine angemessene Reparatur für diesen Pfennigsartikel finden ließ, weder beim Hersteller noch im elektronischen Reparaturhandel.
    Was ich immer geschätzt habe (und noch schätze), ist einmal die Bedienung per Tastendruck, wichtiger noch die Erstellung/Kalibrierung eigener Karten, u. a. mit MOBAC. Selbst das kostenlose Überspielen von Seekarten zum Fjordangeln in Norwegen sind kein Problem!
    Da ich mit dem Gedanken spiele, mir als TRITON-Ersatz einen Explorist zuzulegen oder das Navi eines anderen Herstellers zu wählen, wäre ich für einen Tipp dankbar.
    Sind Deines Wissens die von mir geschilderten Nutzungsmöglichkeiten (kostenfreie Überspielung/Weiternutzung von OSM-Karten im *.imi oder *.rmp Format) auch mit den Navis anderer Hersteller möglich?
    Wolf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.