Motorola RAZR: Rasiermesser mit BILD-Zeitung

Multimedia

FM-Radio

Fehlanzeige. Bitte zum Webradio greifen, das im Ausland mit Roaming-Gebühren verbunden ist.

 

Kamera

Die 8-Megapixel-Fotokamera mit LED-Fotolicht und Gesichtserkennung ist auf dem Papier ein Spitzenprodukt. Ein digitales Achtfachzoom rückt Motive näher heran. Fokussiert wird automatisch oder per Fingertipp. Die RAZR-Kamera besitzt zahlreiche manuelle Einstellmöglichkeiten wie Foto-Geotagging, Bildstabilisator sowie diverse Vorab-Filter, vordefinierte Motivprogramme, Effekte und Modi.

Die Bildergalerie ermöglicht vielfältige Nachbearbeitung mit Zuschnitt, Drehen, Effektverbesserung, Helligkeit und Farbmischung. Fotos lassen sich inner- oder außerhalb sozialer Netzwerke sharen oder mit persönlichen Tags (Name und/oder persönliches Bild) versehen. Darüber hinaus können Bilder per DLNA auf Medienserver kopiert oder auf DLNA-Geräte ausgegeben werden, letzteres auch per HDMI. Die 1,3-Megapixel auflösende Frontkamera bietet mehr als die beim iPhone 4S zu findende VGA-Kamera, jedoch weniger als die 2 Megapixel des Samsung Galaxy SII.

Leider hat die 8MP-Kamera Probleme beim Fokussieren, nimmt sich reichlich Zeit, und das Ergebnis ist selbst dann nicht immer befriedigend. Lichtschwächere Aufnahmen, insbesondere bei Kunstlicht, weisen deutliche Grobkörnigkeiten sowie Kontrast- und Farbschwächen auf (s. auch Vergleich zur Kamera des Samsung Galaxy SII unter denselben Bedingungen). Hier besteht Verbesserungspotenzial.

    von links nach rechts: Tageslichtfoto innen RAZR, Kunstlichtfoto innen RAZR, Kunstlichtfoto innen Samsung Galaxy SII

 

Camcorder

Der rückwärtige Camcorder schießt Full-HD-Videos in 1080p, HD-Videos in 720p und niedrigeren Auflösungen. Die Einstell- und Nachbearbeitungsmöglichkeiten sind fast so umfangreich wie bei der Fotokamera. Natürlich können auch Videos geshared oder per DLNA oder HDMI auf ein TV/HD-Gerät ausgegeben werden. Bei schwachen Lichtverhältnissen lässt sich der LED-Blitz als Videoleuchte zuschalten.

Die Güte der Video-Aufnahmen (Demovideos bitte auf Full HD 1080p schalten) lässt zu wünschen übrig. Schon leichte Schwenks überfordern die Fokussierung sowie die spürbar kämpfende Helligkeitsregulierung und bringen ein kräftigen Farbstich, der sich erst allmählich – manchmal gar nicht – abbaut. Auch der Camcorder könnte ein Firmwareupdate gebrauchen, falls damit die Fehler zu beseitigen sind.

 

 

Media-Player

Das große, scharfe und kontrastreiche Display drängt sich geradezu auf, zur mobilen Videobetrachtung genutzt zu werden.

Das RAZR verarbeitet Audio in den Formaten AAC, MP3, WAV, eAAC+, AMR NB, AAC+ und MIDI, Videos in H.263, H.264, MPEG-4, WMA9 und WMA10. Eine DivX-Zertifizierung wie bei LG oder Samsung fehlt.

Bei eventuellen Format-Unverträglichkeiten muss der Nutzer selbst für eine Konvertierung sorgen; Motorola hält kein entsprechendes Tool bereit.

Der proprietäre Video-Player gibt zwar (Full-)HD-Videos im .mkv Container-Format mit Hardwareunterstützung wieder, bleibt aber dabei tonlos. Somit bleibt es dabei, dass von unseren bisherigen Testgeräten nur das Samsung Galaxy SII und das LG Optimus 3D dieses wichtige Format vorbehaltlos akzeptieren. Insgesamt liegt der Videoplayer einen Hauch hinter denen von LG oder Samsung.

Der Audio-Player (App Musik) besitzt einige Equalizer-Settings mit Bass-Verstärkung für den Telefon-/Medienlautsprecher, und bei angeschlossenen „kabelgebundenen Stereogeräten“ (z.B. Kopfhörer) lassen sich weitere Audio-Effektprofile nutzen oder Surround zuschalten.

Natürlich ist das RAZR fähig, Internet-Flash-Inhalte mit dem Adobe Flash Player wiederzugeben. Weitere Multimedia-(Hilfs-)Programme wie z.B. Musik-Erkennungssoftware sucht man vergebens. Das meiste kann aber kostenlos aus dem Android Market nachgeladen werden.

 

Externe Medien-Ausgabe

Mediendateien gibt das Galaxy SII über verschiedene Wege auf Remote-Geräte aus. Einer davon ist das DLNA-Protokoll (Digital Living Network Alliance), ein drahtloser Weg, Mediencontent über WLAN auf externe (HD-)Geräte zu streamen, vorausgesetzt, diese sind ebenfalls DLNA-fähig.

Dabei müssen manchmal Abstriche in der Qualität gemacht werden, denn insbesondere Full HD Videos (1080p) haben Stocker und Zwischenpufferungen zur Folge, die die Videobetrachtung auf externen Geräten zum Geduldsspiel machen. Das ist aber keine Eigenheit des RAZR, sondern es ergeht anderen Smartphones genauso.

Ein ähnliches Prinzip – Remote-Streaming über WLAN (oder 3G/4G) – verfolgt das bereits zuvor erwähnte MotoCast, mit dem Unterschied, dass hier zwischen Smartphone und Basis-PC hin- und hergestreamt oder ausgetauscht wird.

Doch selbst unseren WLAN-fähigen Fernseher sprach MotoCast an, wenn auch Format-Inkompatibilitäten auftraten.

Wer sein RAZR als eine Art hoch qualitative Videokonsole einsetzen möchte, sollte das Gerät über den Micro-HDMI-Port mit seinem Flachbildschirm verbinden. Jeglicher Inhalt, auch (Full-)HD Videos, lässt sich so störungsfrei darstellen. Prinzipiell ließe sich so auch das Internet des RAZR auf dem Großbild-TV in Verbindung mit einer Bluetooth-Tastatur nutzen, nur wird die Darstellung der Webseiten nicht an die Bildschirmgröße angepasst. Dazu bedarf es des vorerwähnten HD Docks (Zubehör) in Verbindung mit dem WebTop-Extender, an das auch eine günstigere USB- statt Bluetooth-Tastatur anzuschließen ist. Wie auch immer, vom RAZR über HDMI abgespielte Videos sind ein Hochgenuss.

   

   

 

Medien-Fazit

Das RAZR ist auch im Bereich Multimedia ein verbindungsfreudiger Tausendsassa und braucht sich hinter der Konkurrenz nicht zu verstecken. Das große, scharfe Display hat einen nicht unmaßgeblichen Anteil am multimedialen Genuss. Kamera und Camcorder sind jedoch eines Spitzengerätes nicht würdig und bedürfen dringend der Verbesserung.


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