Apple Karten App: Medien berichten über falsche Fehler

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Fehler in der neuen Karten App in Apples iOS 6 sind weniger problematisch als von vielen Medien berichtet …

Vergangene Woche hat Apple die 6. Version seines mobilen Betriebssystems iOS inklusive einer neuen Karten App zur Verfügung gestellt. Im Netz häufen sich seitdem Beschwerden von Nutzern über das verwendete Kartenmaterial, sowie die teilweise sehr schlechte Qualität der 3D-Karten. Allerdings wird der Karten App dabei, in einigen Fällen sogar von Online-Ausgaben renommierter Zeitschriften, unrecht getan, die Vorwürfe, scheinbar ohne weitere Kontrolle, aus der Netzwelt zusammen sammeln und veröffentlichen.

Flughafen Teneriffa

Spiegel-Online wirft der Karten App vor, auf Teneriffa die Zufahrtsstraße zum Insel eigenen Flughafen nicht zu kennen. Der Fehler wurde allerdings beim Aufnehmen des dort gezeigten Screenshots gemacht, denn wer näher in die Karte hereinzoomt, erkennt, dass die Straße sehr wohl vorhanden ist. Auch eine Routenberechnung vom Ausgang des Terminals zu einer beliebigen Adresse ist problemlos möglich.

Hier ist die Straße zum Flughafen nicht zu erkennen …

… eine Routenberechnung ist jedoch ohne Problem möglich.

Bromsgrove England

Die Webseite des Focus zeigt einen verpixelten Kartenausschnitt von Bromsgrove in England. Wer näher hineinzoomt, bekommt dann jedoch besser aufgelöste Satellitenbilder zu sehen. Solche unscharfen Bilder gibt es jedoch auch in den Google Karten und wer schauen möchte, wie die Gegend um den Zielort aussieht, vergrößert die Satelliten Bilder sowieso auf das Maximum.

Die stark verpixelte Karte von Bromsgrove, …

… allerding nur in einem weiten Zoomlevel.

Göttingen historisches Stadtzentrum

Im historischen Stadtzentrum von Göttingen soll es laut Spiegel-Online für Fußgänger nichts zu entdecken geben. Dem ist nicht so, denn wie in der Karten App üblich, muss näher herangezoomt werden, damit Fußgängerwege sichtbar sind. Diese Verfahrensweise macht auch durchaus mehr Sinn, als dauerhaft alle Straßen und Wege anzuzeigen.

Fußgängerwege werden auch im Stadzentrum von Göttingen …

… erst angezeigt, wenn näher in die Karte hereingezoomt wird.

Flughafen Kopenhagen

Auch beim Flughafen von Kopenhagen wird dem Apple Kartenmaterial ein Fehler angedichtet. Angeblich soll einen die App auf dem Weg ins Stadtzentrum direkt über das Rollfeld leiten. Wer etwas genauer hinschaut, erkennt jedoch, dass der Englandsvej auf der einen Seite des Rollfeldes in einem Tunnel weiterläuft und auf der anderen Seite (wer hätte das gedacht) wieder hinausführt.

Unter dem Kopenhagener Flughafen führt sowohl auf der Google Karte …

… als auch mit der Karten App ein Tunnel ins Stadtzentrum

Kölner Dom

Ein weiteres Beispiel aus der Kategorie “Wer zoom gewinnt”: Das Kölner Wahrzeichen soll laut dem Focus in der Apple Karte nicht existieren. Tatsächlich wird der Kölner Dom aber nicht nur über die Suche gefunden, sondern wird sogar in der Karte angezeigt.

Der Kölner Dom …

… existiert auch in Apples Karten App.

Ein Großteil der tatsächlichen Fehler betrifft Beschreibungen, Ortsangaben von Sonderzielen und die Darstellung in der 3D-Ansicht. Für die Navigation relevante Fehler konnten wir nicht feststellen. Fast alle Meldungen von Routingfehlern oder fehlenden Wegen der letzten Tage lassen sich auf ein Irrtum oder eine Fehlbedienung des Nutzers zurückführen.

Es sei jedoch angemerkt, dass wir mit diesem Bericht nicht bestreiten möchten, dass Apple bei der neun Karten App die sonst angepriesene Qualitätskontrolle wohl etwas schleifen lassen hat. Allerdings lässt sich dieser Umstand mit einem Update beheben und ist darum sicherlich weniger problematisch als von vielen beschrieben. Der viel größere Skandal an der Geschichte (wenn man überhaupt von einem sprechen kann) ist allerdings, dass renommierte Medien einen Hype mit ungeprüften Informationen füttern. Hoffen wir, dass so etwas nicht auch bei wirklich wichtigen Themen passiert …

Weitere Informationen:

Kommentare zu “Apple Karten App: Medien berichten über falsche Fehler”

  1. Da hätte ich auch noch ein Beispiel:
    Ich bin heute im Taxi in Hanoi unterwegs gewesen.
    Links Google Maps, rechts von mir IOS 6 Maps.

    Egal wie weit man bei IOS6 reinzoomt, es sind nur Hauptverkehrsstrassen zu sehen. Keine Parks, keine Gebäudeumrisse, keine Cafes, keine Restaurants,
    keine Haltestellen. Das ist so Stand 2004, wenn überhaupt.
    Ich muss nicht erwähnen, das Google Maps all diese Dinge incl. der vielen vielen Nebenstrassen sauber anzeigt.

    Jetzt kann man sagen, was interessiert mich Hanoi.
    Aber genau das ist die Stärke von einem guten Kartendienst wie Google Maps,
    das er eben auch in entlegenen Gegenden super zu gebrauchen ist.

    Stephan
    • Kann ich genau so bestätigen. Ähnliche Situation, anderes Land. Meine Freundin mit IOS, ich mit Google-Maps. Das ist wirklich erstaunlich. Ich kann schon verstehen, dass Apple nicht Google-Maps nutzen will. Aber dann sollten Sie schon eine vernünftige Alternative anbieten.

  2. > Hoffen wir, dass so etwas nicht auch bei wirklich wichtigen Themen passiert …
    Die Hoffnung ist vergeblich.
    Das passiert andauernd, auch bei ganz wichtigen Themen, und bei allen als “Qualitätsmedien” firmierenden Zeitungen und Sendern.
    Die journalistische Qualität ist in Deutschland generell ziemlich schlecht.

    R.A.
  3. [...] Die Qualitätskontrolle hatte bei iOS Karten deutliche Lücken, was nicht zu dem Image passt, welches sich Apple gerne in der Öffentlichkeit gibt. Dass Apple nicht zaubern kann ist wohl keine Überraschung, das sieht man an Fehlern bei neuen Geräten, bei Bugs im System oder eben jetzt bei Lücken in der Karten-App. Dennoch lohnt es sich abseits von vom alltäglichen Fanboy-Clash genauer hinzuschauen, denn nur so kann man Dinge sachlich beurteilen. via pocketnavigation reuters ifun [...]

  4. [...] musste das sonst mit Lob überhäufte kalifornische Unternehmen dafür viel, teils berechtigte, teils unberechtigte, Kritik dafür [...]

  5. Da ich die Göttingen-Karte bei SPON eingereicht habe zwei Kommentare:

    1) ja, es betrifft nur gewisse Zoomstufen. Dies wird aber bei SPON völlig korrekt selbst erwähnt.

    2) die Karte eines Innenstadtgebietes, die – in welcher Zoomstufe auch immer – zu 3/4 leere Fläche anzeigt, macht in keinem mir bekannen Nutzungszusammenhang Sinn.

    rstockm
    • In einer höheren Zoomstufe macht es meiner Meinung nach schon Sinn. Allerdings könnte man streiten, ob die von Apple gewählte Zoomstufe so optimal ist, denn scheinbar werden Wege schon in einer Zoomstufe ausgeblendet, in der viele Nutzer das nicht erwarten. Hier besteht sicherlich noch Anpassungsbedarf.

      Gruß,

      Benni
  6. http://www.spiegel.de/fotostrecke/apple-maps-in-ios6-voller-fehler-fotostrecke-87690-9.html

    dort steht so erst mal nichts von Zoomstufen und es wird ein falscher Eindruck vermittel!

    Gruß
    Tobias

    Tobias
    • Zitat aus dem zugehörigen SPON Artikel: “Fairerweise muss man sagen, dass viele der zahlreichen Fehler nur in bestimmten Zoomstufen auftreten. Kommt man einem unsichtbaren Stadtgebiet näher, lichtet sich oft auch die Wolkendecke.”

      rstockm
      • Das muss dann aber nachträglich hinzugefügt worden sein. Zum Zeitpunkt als wir diesen Artikel verfasst haben war davon noch nichts zu lesen. Auch in der Galerie, die in fast jedem iPhone Thema auf SPON mit verlinkt ist davon nichts zu lesen …

        Gruß,

        Benni
  7. [...] Apple Karten App: Medien berichten über falsche Fehler [...]

  8. Wer hier dumm rum Quatscht, sollte sich erst mal richtig erkundigen. Denn Google hat in Europa kaum eigenes Kartenmaterial und nutz die gleichen Karten wie Apple. Das einzige was sich geändert hat, ist das Apple die Karten nicht mehr über einen Umweg und somit teurer von Google kauft.

    Meier
    • Hallo,

      das stimmt nicht ganz, es kommt drauf an welchen Karten Du meinst. Google kauft definitiv keine Karten mehr von TomTom. Satelliten-Bilder sollen aber teilweise aus der gleichen Quelle kommen.

      Gruß,

      Benni
  9. Hi,

    ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Die von anderen Navigationssystemen verwendeten Karten sind z.T. auch erheblich mit Fehlern belastet. So werden bei NAVIGON Kartenfehler von Update zu Update unverfroren weitergeschleppt. So werden Geschwindigkeitsbeschränkungen auf deutschen Straßen und Autobahnen, obwohl sie seit z.T. Jahren aufgehoben sind, weiter angezeigt. Seit Jahren fertiggestellte Kreisverkehre und Tunnels werden in anderen europäischen Ländern, z.B. Österreich, Italien u.a. einfach unterschlagen und man wird hilflos in´s Abseits geschickt. Man überlässt es offenbar den Kunden entsprechende Kartenkorrekturen zu melden. Hinzu kommt, dass viele Navigationssysteme die gleichen Ursprungskarten verwenden. Es empfiehlt sich also immer, eine eine aktuelle Straßenkarte mitzuführen ;-) .

    Gruß Gerd

    Gerd Miersch

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