Kospet Prime mit Android OS: Mini Computer am Handgelenk

Die neue Kospet Prime Smartwatch läuft mit Android OS und ist vollgepackt mit allerlei Features. Sie verfügt über zwei Kameras die auch Face ID und Videotelefonie Funktionen ermöglichen. Mit all der Hardware könnte sie sogar zeitweilig das Smartphone ersetzen…

Das chinesische Unternehmen Kospet hat mit der “Prime” eine weitere Smartwatch angekündigt, deren Vorverkauf ab morgen (14. Oktober) starten soll. Mit dem 1260 mAh internen LiPo-Akku soll die Uhr bis zu 3 Tage im aktiven Modus durchhalten und einen 40 % größeren Akku bieten, als alle anderen Android Smartwatches derzeit auf dem Markt. Zudem wird sie mit Android OS statt Wear OS betrieben und soll daher als Miniatur-Smartphone am Handgelenk dienen können.

Smartwatch statt Smartphone? Die Entwicklung geht weiter.

Die Auswahl an Uhren-Wearables sowie deren Betriebssysteme und Benutzeroberflächen wird immer vielfältiger. Gleichzeitig werden diese Uhren immer spezialisierter. Es gibt Fitness-Tracker, Laufuhren, Sportuhren, Multisportuhren, GPS-Outdoor-Uhren, Smartwatches und noch viele “Produktnischen” dazwischen.

Die Kospet Prime, die ab morgen in den Verkauf geht, gehört aber definitiv zur Rubrik Smartwatches. Smartwatches sind eher kleine Computer am Handgelenk als echte Sportuhren. Daher machen es sich Entwickler dieser Uhren auch zur Mission, Nutzer vom alltäglichen Smartphone-“Gepäck” zu befreien. Beim Erfüllen dieser Mission ist Apple mit der derzeitig neusten Apple Watch Series 5 und WatchOS definitiv Vorreiter. Android Nutzer haben hier das Nachsehen, denn Wear OS bietet einfach noch nicht den Funktionsumfang, den man von seinem Smartphone kennt. Damit kommen wir wieder zurück zur Kospet Prime, denn die könnte eine echte Android Alternative werden wodurch das eigene Smartphone zumindest zeitweise auch mal zu Hause bleiben kann.

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Android OS statt Wear OS: Mehr Nutzen am Handgelenk.

Die Kospet Prime versucht das Ziel der Smartphone-Unabhängigkeit auf einem anderen Weg zu erreichen. Statt Wear OS nutzt die Uhr das Android Betriebssystem 7.1.1 (Nougat), welches ihr auch von Smartphones und Tablets kennt. Damit ist das Benutzeroberflächen-Design der Uhr nicht immer perfekt für einen runden Display ausgelegt* wie man es bspw. von den beiden Samsung Galaxy Watch Active Uhren gewohnt ist.

*In den Einstellungen kann man die Displayanzeige aber auch auf rechteckig stellen.

Neben diesen Abstrichen sollt ihr dafür aber den vollen Android-OS-Funktionsumfang erhalten, den ihr auch an eurem Handy gewohnt seid. Dazu gehört das Herunterladen und Installieren von Google Play Store Apps, Surfen im Internet, Telefonieren und sogar Dual-Kameras oder eine Gesichtserkennung nutzen.

Quad Core Prozessor, 3 GB RAM und 32 GB ROM

Das installierte Android-Betriebssystem mit seinen Funktionen wird durch einen MTK6739 Quad Core Prozessor mit 1.25 GHz ermöglicht. Unterstützt von 3 GB RAM und 32 GB ROM (interner Speicher) verfügt die Uhr über Hardware, die noch manches Smartphone alt aussehen lässt.

Die Energie liefert ein 1260 mAh großen Lithium-Polymer-Akku, welcher im Vergleich zur Apple Watch Series 5 (296 mAh) oder zur Samsung Galaxy Watch Active 2 mit 44 mm (340 mAh) riesig ausfällt. Im Aktiven-Modus soll die Kospet Prime damit 3 Tage durchhalten und im Uhren-Modus bis zu 7 Tage. Wie sich die Uhr tatsächlich in der Praxis bewährt, bleibt noch abzuwarten. Schließlich besitzt sie auch einige Features, die eine Menge Strom verbrauchen.

Dual-Kameras ermöglichen Fotos und Face ID

Als erstes wäre hier der GPS-Chip zu nennen. Er unterstützt den Empfang von GPS und GLONASS sowie A-GPS. Auch der 1,6 Zoll TFT-IPS-Touch-Farbdisplay mit seinen 400 x 400 Pixeln benötigt ausreichend Strom. Selbst Telefonie und Internetnutzung über Dual 4G FDD & TDD LTE ist mit der Prime Smartwatch möglich, für welche eine optionale Nano-SIM-Karte auf der Rückseite eingesteckt werden muss. Zudem gibt es einen optischen Herzfrequenzsensor, der alle paar Sekunden messen kann, Bluetooth zur Kopplung mit dem Smartphone oder Kopfhörern und natürlich eine WiFi-Unterstützung. Zum Musikhören könnt ihr neben den Kopfhörern auch den eingebauten Lautsprecher verwenden.

Neben all diesen Features bietet die Kospet Prime auch noch zwei Kameras. Eine 8 Megapixel Kamera zeigt zur Seite hin und ermöglicht Fotos von der Umgebung und eine weitere 2 Megapixel Kamera zeigt nach oben. Mit letzterer könnt ihr nicht nur die Videotelefonie (via Google Duo bspw.) sondern auch eine Face-ID-Funktion nutzen. Mit Face ID könnt ihr ein Foto von eurem Gesicht als Schlüssel für die Uhr einrichten. Ist die Display-Sperre aktiv, müsst ihr nur in die Kamera schauen und schon wird die Uhr entsperrt.

Fitness- und Sportfunktionen

Die Kospet Prime bietet auch für die eigene Fitness einige Features. Damit könnt ihr zum einen die täglichen Schritte, Distanzen, verbrauchten Kalorien und euren Puls tracken und zum anderen neun unterschiedliche Aktivitäten starten. Dazu gehören neben Outdoor-Laufen, Indoor-Laufen und Radfahren auch Basketball, Tischtennis, Badminton, Fußball, Seilhüpfen und Spazierengehen. Daneben könnt ihr noch allerlei weitere Funktionen nutzen. Ihr könnt Dateien senden, Kameras fernbedienen, euer Smartphone finden, Musik steuern, einen Kalender verwalten, Kontakte pflegen, Nachrichten verfassen, Karten nutzen, das Wetter verfolgen und eine Sprachbedienung verwenden.

Weitere Specs

Das Gehäuse der Kospet Prime ist aus Keramik gefertigt. Es ist 50.8 mm im Durchmesser und 17.5 mm dick, die Garmin Fenix 6X Pro Solar ist im Vergleich dazu 51 mm im Durchmesser und “nur” 14,90 mm dick. Mit 86 Gramm ist die Kospet Smartwatch aber nur 4 Gramm schwerer als die Garmin Pro Solar Multisportuhr.

Die Uhr ist nach der IP67 Klassifikation gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen bis in 1 Meter tiefes Wasser geschützt. Damit kann die Uhr zumindest beim Duschen am Handgelenk bleiben. Das Uhrenarmband ist sportlich schlicht, besteht aus Silikon und kann jederzeit ausgetauscht werden.

Preis und Verfügbarkeit

Die Kospet Prime Smartwatch ist ab morgen (14. Oktober 2019) im Presale auf Gearbest erhältlich. Dort erhaltet ihr sie derzeit für 149,99 US-Dollar statt 229,99 US-Dollar (-35 %). Wir sind gespannt auf die Uhr und werden in einem Test darüber berichten, ob die Kospet Prime Smartwatch hält, was sie verspricht.

14 Kommentare zu “Kospet Prime mit Android OS: Mini Computer am Handgelenk

  1. Mir schon klar, mehr Akku heisst auch mehr Volumenbedarf.
    Leider liegt die Schmerzgrenze für meine Hemden-, Pullover-, und Jackenärmel so bei 12mm Dicke, ne Fenix 5 hat da schon zu hoch gebaut und der Apparat hier ist wie Pebble 2 und Versa 2 übereinander.

    Die andere Seite ist Software, mal sehen was euer Test ergibt und das Gerät nicht während des Versandes im Brexit steckenbleibt.

    1. Ich hatte die Kospet Prime vorgestern erhalten und korrigiere mich und Gearbest: Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich ein CE-Zeichen.

  2. Dank Pocketnavigation-Newsletter bin ich auf diese Smartwatch aufmerksam geworden. Eine Samsung Galaxy Watch Active 2 LTE und eine Huawei Watch 2 4G hatte ich ausprobiert. Beide waren mir von den Apps und OS her zu eingeschränkt und hatten zudem keine Kamera. Ich suche eine SmartWatch, mit der ich ohne das Smartphone “mitschleppen” zu müssen, telefonieren, SMS senden und empfangen, Sprachnotizen aufzeichen und mal ein Foto machen kann. Das Foto muss keine Abzugsqualität, sondern nur “informnativen Charakter” haben. So hoffe ich, mit der Kospet Prime 4G nun endlich fündig geworden zu sein und habe mir die Uhr gerade bestellt. Im Vergleich zu anderen telefoniefähigen Smartwatches ist der Kaufpreis ja sehr, sehr gering.

  3. GT. Viel Spaß damit. Es ist eine Erleichterung, im Restaurant zu sitzen ohne Smartphone und trotzdem mitzubekommen, wenn etwas Wichtiges passiert. Ich lebe seit 4 Jahren mit den StandAloneUhren und war auch mit meiner alten D5 zufrieden. Heute benutze ich eine Zeblaze Thor Pro, die ArmeLeuteVersion der Kospet…Grins

    1. Danke für Deinen Kommentar. Da freue ich mich doch auf meine Kospet und bin auch sehr gespannt auf den Testbericht von Pocketnavigation. Falls gewünscht, so kann ich hier dann auch gerne meine Erfahrungen mit der Kospet Prime posten.

  4. Ich habe nun ein wenig meine Kospet Prime “erforscht” und ausprobiert und leider ein großes Problem mit der Uhr festgestellt. Die vorinstallierten Apps sind teilweise für mich nicht zu gebrauchen. So fehlt mir z. B. eine Notizen-App und ein Sprachrekorder, der im mp3-Format aufzeichnet. Aus dem Play Store installierte Apps sind leider überhaupt nicht für das Display der Prime geeignet und auch die Anpassungsoption der Prime verschlimmbessert das Ganze nur. Die Darstellung der Apps wird teilweise abgeschnitten, Menüpunkte sind dann nicht erreichbar und die App nicht zu verwenden. Auch ist die Schrift dermaßen klein, dass ich eine zusätzliche Lupe verwenden muss. Sollte jemand Apps (wie Notizen, Sprachrekorder, Mail) kennen, die für derartige Displays angepasst sind und sich auf der Prime installieren lassen, so wäre ich für einen Hinweis dankbar.

    1. @Bernd Matzkowski “leider ein großes Problem mit der Uhr festgestellt”

      Und zwar, dass Lobhudeleien auf Uhrentelefone überwiegend Werbesprüche von Verkäufern und Hersteller sind.
      Spätestens wenn man liest, dass der Kommentarschreiber sogar mit einer D5 und den Dingern von Zeblaze angeblich zufrieden ist. Ich hab diesen und ähnlichen Dreck gleich zurückgegeben, bzw. ist das andere Teil nach erstem Feuchtigkeitskontakt kaputt gewesen trotz “wasserdicht”.

      Android ist nun mal nicht für diese winzigen Bildschirme gebaut (weshalb es extra WearOS gibt, neicht wahr?), die Android Apps skalieren schlicht nicht dafür.

      Dazu muss man permanent eine BT-FSE tragen, oder wer holt schon unterwegs (zu Fuß, Fahrrad, PKW) erst mühselig die Uhr unter Jacke und Hemd hervor, zum telefonieren? Die brauche ich unterwegs für die Erreichbarkeit ja sowieso, und wenn man jetzt selber jemanden anrufen will und dafür parkt, spreche ich ganz bestimmt nicht die gesamte Zeit mit erhobenem Handgelenk.

      Meine Smartuhren zeigen mir nur Sachen, die für mich wichtig sein könnten, ich entscheide ob das Smartphone herausgeholt werden muss, und so muss das auch sein.

      Zumindest danke für das Spielen vom Versuchskaninchen, es geht halt nichts über eigene Erfahrungen.

    2. GM aus Kapstadt. Ich habe alle Apps, die ich brauche auf die Apps von Google ausgerichtet. Das geht problemlos zumindest bei der Thor Pro.

      Wegen der Schriftgröße und der Lesbarkeit braucht man einen Mindestvisus von 1 0 für die Nähe.

      Meine Zeblaze ist mit meinem Navi verbunden und ich kann mit Hand am Lenkrad bestens telefonieren…in fantastischen Audio übrigens.

      Gruß Hermann Schulze

  5. GM aus Kapstadt. Ich habe alle Apps, die ich brauche auf die Apps von Google ausgerichtet. Das geht problemlos zumindest bei der Thor Pro.

    Wegen der Schriftgröße und der Lesbarkeit braucht man einen Mindestvisus von 1 0 für die Nähe.

    Meine Zeblaze ist mit meinem Navi verbunden und ich kann mit Hand am Lenkrad bestens telefonieren…in fantastischen Audio übrigens.

    Gruß Hermann Schulze

  6. GM. MEINE Handhabungstechniken für Standalone Android Smartwatches.

    Grundsätzlich mache ich die Installation mit einer BT-Tastatur und melde die Smartwatch bei Google und dem Playstore an, um danach sofort einen Virenschutz und einen Speichercleaner zu installieren.

    Danach schaue ich die vorinstallierten Apps an und deaktiviere die Sachen, die ich nicht brauche.

    Für Email installiere ich Gmail oder Aqua; Kontakte und Kalender mit den Google-Derivaten. WhatsApp ist bekanntlich Philosophie, aber als Notfall-Kommunikation ideal. Maps und Chrome habe ich deaktiviert.

    Mit der Screenumschaltung komme ich bei den GoogleApps recht gut klar. Lediglich bei den Installationen muss man auf RUND umschalten, wenn ein Eingabefeld abgedeckt ist.

    Der Vorteil der GoogleMimik ist eben auch, dass die zentralen Eingaben mit der Smartwatch synchronisiert werden.

    Zusätzlich lässt sich die Smartwatch via USB als legales Telefon im KFZ mit Navi-Tel-Mimik nutzen.

    Aber “chaqueun à son goût” und es ist ja kein soziales Muss, eine Smartwatch zu benutzen.

    Gruß aus Kapstadt
    Hermann Schulze

    P. S.:
    Die neuen Displays haben bei Sonnenschein eine klare Lesbarkeit, da haben Smartphones noch Nachholbedarf!

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