Nokia Here vor Übernahme durch deutsche Autobauer

Nokia trennt sich von seinem letzten Geschäftsbereich, mit dem sich das Unternehmen an Endkunden richtet. Für 2,5 Milliarden Euro sollen BMW, Daimler und Audi gemeinsam den Kartendienst Here übernehmen …

Nokia wird seinen Kartendienst Here laut aktueller Medienberichte an ein Konsortium aus deutschen Autobauern verkaufen. BMW, Daimler und Audi sollen bereit sein eine Summe von 2,5 Milliarden Euro an das finnische Unternehmen zu überweisen.

Das große Interesse der Autohersteller an Nokia Here liegt auf der Hand, sie benötigen hochpräzise Straßenkarten um ihre Fahrzeuge in Zukunft autonom durch den Verkehr lenke zu können. Zudem wäre man mit der Übernahme nicht mehr von anderen Kartenherstellern wie beispielsweise Google oder TomTom abhängig.

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Verkauf unter Wert

Als bekannt wurde, dass Nokia plane, seinen Kartendienst zu verkaufen, wurde Here von Analysten auf einen Wert von bis zu vier Milliarden Euro geschätzt. Damit würde das Konsortium die Karten deutlich günstiger übernehmen als erwartet. Neben den Autobauern sollen auch Microsoft und der umstrittene Taxi-Vermittler Uber an einem Kauf interessiert gewesen sein.

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Nokia will wichtige Patente nicht abgeben

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, sollen mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen angegeben haben, dass es noch bis Ende der Woche zu einem Vertragsabschluss kommen soll. Derzeit werde noch über das Eigentum an diversen Patenten verhandelt, die Nokia in eigener Hand behalten möchte, um weiterhin eine führende Rolle im Geschäft mit Schlüsseltechnologien zum autonomen Fahren spielen zu können.

Nokia fokussiert das Netzwerkgeschäft

Nokia wird damit nun komplett aus dem Endkundenbereich verschwinden, auch wenn der Name weiterhin auf den Smartphones von Microsoft zu lesen sein wird. Der Softwareriese hatte die Handy- und Smartphone-Sparte von Nokia 2013 übernommen und wird den Namen weiterhin verwenden. Die Finnen werden zukünftig nur noch als Netzwerkausrüster auftreten und wollen ihr Geschäft in diesem Bereich durch die Übernahme des Konkurrenten Alcatel-Lucent forcieren. Um den Kauf allerdings finanzieren zu können, benötigt Nokia die Milliarden aus dem Verkauf der Here-Karten.

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