Moskau überwacht mit Kamera und GPS Parkplätze in der Innenstadt

In der Moskauer Innenstadt gehen nicht mehr Politessen auf die Jagd nach Parksündern. Fahrzeuge mit GPS und Kamera übermitteln Daten an ein Überwachungszentrum wo kontrolliert wird, ob für einen Parkplatz gezahlt wurde …
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Moskau steht im TomTom Stau-Index ganz oben auf der Liste der Städte mit der höchsten Verkehrsbelastung. Aber nicht nur im Stau gelangen Autofahrer in der größten Stadt Europas häufig an ihre Grenzen, die Suche nach einem Parkplatz gestaltet sich hier ebenso schwierig. In der Innenstadt sollen somit täglich mehr als 46000 Autos im Halteverbot stehen und weitere 89000 parken auf Bürgersteigen oder Straßen. Für die Überwachung der Parkplätze und schnelle Ermittlung von Parksündern setzen die örtliche Behörden daher auf ein neues besonders ausgereiftes System.

Durch die Innenstadt sollen mittlerweile über hundert Fahrzeug patrouillieren, die mit Weitwinkel- und Teleobjektivkameras, sowie mit einem LED-Scheinwerfer ausgestattet sind. Die Fahrwege der Kontrolleure sind dabei so gelegt, das jeder Parkplatz im Abstand von 15 bis 20 Minuten zweimal fotografiert. Zu jedem Parkplatz und jedem Parkverbot sind die GPS-Koordinaten erfasst, so können die Standorte einfach zugeordnet werden.

Die Parkplätze können am Automaten, mit einer speziellen Smartphone-App oder per kostenpflichtiger SMS bezahlt werden. Für letzteres sendet der Parkende eine SMS mit dem vierstelligen Code seines Parkplatzes, seinem Kennzeichen und der gewünschten Parkdauer an eine vorgegebene Nummer. Fünfzehn Minuten vor Ablauf der Parkdauer wird er ebenfalls per SMS daran erinnert, den Parkplatz zu räumen oder mit einer neuen SMS die Parkzeit zu verlängern.

Erfasst das System keine Buchung eines Parkplatzes und ist dieser trotzdem belegt oder wird die angegebene Zeit überschritten und nicht verlängert, schlagen die Überwachungsfahrzeuge zu. Die dazu benötigte Zusammenführung der Daten geschieht allerdings erst im Datenzentrum der Verkehrskontrolle, wo gut hundert Mitarbeiter die Fotos und die Informationen zu gezahlten Parkgebühren miteinander abgleichen und gegebenenfalls Strafzettel versenden.

Das ausgefallene System soll bereits erste Erfolge zeigen. Seit dem Start der Pilotphase im Juni 2013 wurden bereit 570.000 Euro eingenommen. Die Gebühren Pro Stunde betragen 1,25 EUR und für Schwarzparker wird eine Gebühr von 75 EUR fällig. Außerdem soll sich in den so überwachten Straßen die Anzahl der Fahrzeuge um 20 bis 25 Prozent reduziert haben wodurch sich der Verkehrsfluss um neun Prozent verbessern konnte.

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