Locus Map 4: Komplett neue Version der Premium-Outdoor-App

Die neue Version der Outdoor-App Locus Map 4 bietet eine verbesserte Bedienoberfläche, integrierte Offline-Navigation über BRouter und ein neues Karten-Abomodell mit kostenloser Basisversion und LoMaps. Zudem gibt es den Routenplaner für Wanderer und Radfahrer jetzt auch auf der Webseite.
Neue Version Locus Map 4

 

Locus Maps gilt als die Photoshop-Klasse unter den Outdoor-Apps: es gibt kaum etwas, was die Android-App nicht kann. Nun haben die tschechischen Anbieter eine neue Version vorgestellt, nicht etwa als Folgeversion der bisherigen Locus Map-App, sondern als eigenständige Entwicklung, die auch komplett neu installiert werden muss. Die bisherige Ausführung (mit der Versionsnummer 3.5) wird aber ebenfalls noch weiter gepflegt – Bestandskunden können damit also auch weiterhin agieren.

Neue Benutzeroberfläche Locus Map 4

Auf den ersten Blick ähnelt die neue Version durchaus der alten, und erfahrene Locus-Nutzer werden sich schnell zurechtfinden. Die Anordnung hat sich allerdings geändert und wurde vor allen Dingen für einhändige Bedienung optimiert. So ist die obere Infoleiste nach unten gewandert und ist nun mit dem Daumen erreichbar. Für Linkshänder gibt es einen Spiegelmodus, und zur Akkuschonung ist ein abgedunkelter „Dark Mode“ verfügbar.

Typisch für Locus ist die individuelle Konfigurierbarkeit von Bedienelementen, die allerdings eine entsprechende Einarbeitungs- und Übungszeit mit sich bringt. Bei der neuen Version kann beispielsweise der Knopf für die Trackaufzeichnung durch doppeltes Tippen auf der Startseite eingeblendet werden. Wie die Locus-Entwickler selbst schreiben, liegt „die Vielseitigkeit von Locus in der riesigen Anzahl von Funktionen und Einstellungen der Anwendung“. Zur Erleichterung wurden bereits in den bisherigen Versionen Benutzerprofile eingeführt.

Locus Map Kartenquellen

 

Neues Kartenmodell

Locus war schon immer bekannt dafür, die unterschiedlichsten Arten von Karten darstellen zu können – eine breite Palette von Online- und Offline-Karten. Die eigenen „LoMaps“ mussten früher bezahlt werden, nun sind sie in einer Standardversion (hike & bike) bereits in der kostenlosen Version verfügbar.

Sehr praktisch für Radfahrer und Wanderer: In dieser Standardversion werden die ausgeschilderten Rad- und insbesondere die Wanderrouten farbig hervorgehoben; die Ortsnamen sind sehr übersichtlich angeordnet, auch in verschiedenen Zoombereichen. Sogar Höhenlinien sind dabei, ergänzt durch eine Geländeschattierung.
Offline-Karten sind aus einigen Bereichen der OpenStreetMap-Kartographie kostenlos ladbar, ansonsten kostenpflichtig (z.B. Outdooractive, KOMPASS oder Freytag & Berndt).

Routing: BRouter integriert

Locus Maps 4 bringt gleich mehrere Routingsysteme mit. Für das Online-Routing wurde der eigene „LoRouter“ entwickelt, mit drei Fahrrad- und zwei Fußgängerprofilen. Optional gibt es die Dienste von YOURS oder Graphhopper. Das zusätzliche Installieren von BRouter für die Offline-Navigation entfällt, denn BRouter ist nun standardmäßig integriert.

Locus Map Webseite

Neues Webtool

Zur Planung am PC stellt Locus nun auch ein eigenes Webtool zur Verfügung. Hier können auch Einsteiger schnell, einfach, kostenlos und ohne Voranmeldung Rad-, Wander- und KFZ-Routen berechnen und als gpx-Datei exportieren lassen. Die Funktionen sind allerdings im Vergleich zu BRouter-Web, komoot oder Outdooractive derzeit noch sehr rudimentär. Dennoch sind bereits einige pfiffige Funktionen enthalten: So ist es zum Beispiel möglich, bei einer Streckenplanung die Routing-Arten zwischenzeitlich zu wechseln, ohne dass dies die vorherige Planung verändert. Wenn also beispielsweise bestimmte Wege nicht vom gewünschten Routing akzeptiert werden oder einfach in der Karte fehlen, kann man diese Strecken manuell mit der Maus klicken (Luftlinien-Routing) und dann wieder auf das automatische Routing umschalten.

Vieles schon gratis, zwei Abomodelle

Für die Gratisversion von Locus Maps 4 muss man den Locus-Machern durchaus dankbar sein: Es ist kein Lockangebot, sondern reicht schon für viele Navigationszwecke aus. Zur Erweiterung der Dienste gibt es nun ein Abomodell in zwei Stufen, als Silber– und als Gold-Version. Die Preise dafür sind – verglichen mit den Premium-Versionen von komoot oder Outdooractive – durchaus moderat. So kostet die Silberversion 10 Euro jährlich und die Goldversion 24 Euro pro Jahr.

Die Silberversion entfernt das Werbebanner, ermöglicht eine Fahrrad-Computer-Darstellung, die Anbindung von externen Bluetooth- oder ANT+ Sensoren und erweitert die Kartenwerkzeuge. Die Gold-Version bringt kostenfreie LoMaps, ermöglicht die Speicherung von eigenen Streckendaten in der Locus-Cloud, synchronisiert Locus Maps auf mehreren Geräten und gestattet das Live-Tracking.
Eine Nutzergruppe bleibt allerdings weiterhin unbedient – denn auch die neue Locus-Version gibt es nur für Android und nicht für die iOS-Welt.

Hier gibt es eine informative Darstellung der Neuentwicklung von Locus selbst.

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