Fitbit-Smartwatches: Fitbit Sense hat EKG-Zulassung

Fitbit hat für seine neue Fitbit Sense die FDA-Zulassung der EKG-App in den USA und die CE-Kennzeichnung in der EU bekanntgegeben. Bedeutet die CE-Kennzeichnung auch die Zulassung der EKG-App für Deutschland?

Zu den besonders spannenden IFA-Neuheiten 2020 seitens Fitbit gehört die Smartwatch Fitbit Sense, welche, wie der Name schon ankündigt (wörtlich: Sinn (Wahrnehmung), Gespür (etwas spüren), Empfindungsvermögen), den Fokus auf Sensoren legt. So wird die Sense mit einer EKG-Funktion, einem Sensor zur Stresslevelmessung und einem Hauttemperatursensor ausgestattet.

Fitbit Sense in zwei Farben mit EKG, Herzfrequenzmessung und Hauttemperatursensor (Bild: Fitbit)

Fitbit Sense erfasst Stresslevel per Handberührung

Der Sensor für elektrodermale Aktivität (EDA) misst den Stresslevel durch Auflegen der Hand auf das Uhren-Display, wodurch die Hautreaktion ermittelt wird. Denn bei Stressaufkommen verändert sich der elektrische Leitungswiderstand der Haut, etwa durch Schwitzen und eine damit verbundene zunehmende Hautleitfähigkeit. Stellt die Fitbit Sense demnach einen erhöhten Stresspegel fest, informiert sie den Smartwatch-Träger darüber mit Tipps zur Stressreduktion.

Stressmessung mit Berührung des Displays (links), EKG-Messung mit Anfassen des Stahlgehäuses (Bild: Fitbit)
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EKG-Messung bald auch in der EU zugelassen?

Für das Freischalten des EKG-Features per Software-Update hat Fitbit einen konkreten Termin im Oktober 2020 bekanntgegeben. Die EKG-Funktion wird noch nicht Dass Fitbit diesen Termin auch einhalten kann, dafür spricht die brandaktuelle Neuigkeit über die behördliche Zulassung der US-amerikanischen FDA (Food & Drug Administration) und die CE-Kennzeichnung in der EU. Mit der CE-Kennzeichnung erklärt zunächst einmal nur der Hersteller selbst, dass sein Produkt, hier die EKG-App zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen bei Vorhofflimmern (AFib), den geltenden Anforderungen der EU genügt, was aber noch durch eine benannte Prüfstelle zu beweisen ist. Fitbit jedenfalls kündigte in seiner Pressemitteilung die EKG-App für diesen Oktober in 17 EU-Ländern, darunter Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, aber auch den USA und Großbritannien an.

Bei einigen Nutzern von Samsung ist das nachträgliche Freischalten der EKG-Funktion ein Thema zum Augenrollen. Schließlich haben Besitzer der Samsung Galaxy Watch 2 (bereits 2019 erschienen) immer noch kein Software-Update mit der Blutdruck-App erhalten, obwohl Samsung diese schon seit langem versprochen hatte und auch mit dem Rollout angefangen haben soll, wie in unserer News Blutdruck-App Samsung Health für Galaxy Watch 2 zu lesen ist. Grund sind Schwierigkeiten bei der Freigabe durch Gesundheitsbehörden in Deutschland.

Fitbit Sense ist mit vielen Sensoren ausgestattet und trackt Schritte, den Schlaf und die Herzfrequenz (Bild: Fitbit)

Über den elektrischen Herzfrequenzsensor erkennt die Fitbit Sense ähnlich wie auch die Apple Watch den Herzrhythmus bei Berührung der gegenüberliegenden Seiten des Stahlgehäuses der Smartwatch. Über den optischen Herzfrequenzsensor ermittelt Samsungs Sense Watch die Herzfrequenzvariabilität (HRV), mit der sich auch die Atemfrequenz (Atemzüge pro Minute) sowie Ruheherzfrequenz ablesen lassen. Natürlich ist die Sense im Schlaftracking bewandert. Damit man das heiß ersehnte EKG-Feature mit der Sense Watch verwenden kann, ist die Installation der App Samsung Health Monitor auf dem Smartphone notwendig.

Hauttemperaturbestimmung nicht für Empfängnisverhütung gedacht

Die Fitbit Sense liefert zwar Temperaturmesswerte der Haut, allerdings sind diese nicht akkurat genug, um Menstruationszyklen genau zu bestimmen und somit per Temperaturmethode zu verhüten. Die Sense-Smartwatch ist dafür gedacht, den eigenen Hauttemperatur-Normalbereich auszuloten und Abweichungen davon zu erkennen. Das Aufzeichnen der Temperatur findet nachts statt.

Zu der umfangreichen Sensorausstattung gesellen sich auch ein SpO2-Sensor zum Tracken der Sauerstoffsättigung im Blut und ein GPS-Empfänger, mit dem man seine Outdoor-Aktivitäten und Standortdaten wie gewohnt verfolgen und dabei sein Smartphone zu Hause lassen kann.

Fitbit Pay via NFC und längere Akkulaufzeit als die Apple Watch

Kontaktloses Bezahlen ist spätestens seit Covid-19 in aller Munde. Mit Fitbit Pay erlaubt ebenfalls die Sense das bargeldlose Bezahlen. Außerdem beherrscht die Uhr, die mit einem AMOLED-Display und Corning Gorilla Glass 3 ausgerüstet ist, den Always-On-Modus, Smart Notifications sowie das Steuern der Uhr mit Sprachbefehlen per Sprachassistenten und integriertem Mikrofon, womit sich Wetterdaten abrufen, Schlafenszeit-Alarme einstellen oder Smart-Home-Geräte steuern lassen.

Bei all den Features könnte man meinen, dass es mit der Akkulaufzeit der Sense nicht weit her ist, doch Fitbit attestiert für die Sense eine Batterielaufzeit von 6 Tagen im Smartwatch-Modus und bis zu 12 Stunden im GPS-Modus.

Verfügbarkeit und Preise

Die Fitbit Sense gibt es in zwei Ausführungen, zum einen in Grafit-Grau und zum anderen in Mondweiß-Softgold. Beide Modelle sind sowohl direkt auf der Fitbit-Webseite als auch für EUR 329,95 € bei Amazon vorbestellbar. Die Auslieferung beginnt im Oktober und die EKG-Funktion soll via Software-Update noch im selben Monat nachkommen.

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