Neues Strava Abo-Modell reduziert kostenfreien Funktionsumfang

Das aktuelle Strava-Update führt ein neues kostenpflichtiges Abo-Modell ein, das neue Trainings- und Routingfunktionen sowie ein aufgefrischtes Design bietet, aber auch ehemals kostenfreie Funktionen entfernt …

Das neueste Strava-Update sorgt mit einem neuen kostenpflichtigen Abo-Modell für Wirbel unter den Nutzern. Strava ist ein soziales Netzwerk für Sportler, die ihre Trainings und Aktivitäten aufzeichnen, analysieren und ihre Erfolge teilen möchten. Millionen Nutzer, insbesondere Radfahrer, verwenden die App und Online-Plattform von Strava zum Tracken und Planen von Routen oder zum sportlichen Vergleich mit anderen. Dazu gehört auch der beliebte Vergleich mittels Segment-Bestenlisten.

Das aktuelle Strava-Update bringt nun einige gute neue Funktionen, aber entfernt gleichzeitig bisher kostenfreie Funktionen, um sie in einem kostenpflichtigen Abo-Paket anzubieten.

Quelle: Strava, Streckenrekorde sind kostenpflichtig

 

Einige kostenfreie Strava-Funktionen fallen weg

Nicht zahlende Benutzer sehen ab sofort nur noch die Top 10 der Segment-Rangliste (Alle Top 10 und Frauen Top 10). Das bedeutet, dass man in Zukunft seine Freunde, denen man folgt, nicht mehr sehen oder sich mit ihnen vergleichen kann, sofern diese nicht unter den 10 Besten in der Liste rangieren. Ebenso werden Clubs, denen man beigetreten ist, wie Rennteams, Markenhersteller, befreundete Gruppen und Freizeitvereine nicht mehr angezeigt. Das Vergleichen, Filtern und Analysieren von Segmentleistungen entfällt damit.

Quelle: Strava, Segment-Bestenliste ist kostenpflichtig

 

Das Ganze gilt natürlich auch für alle mit Strava kooperierenden Drittanbieter-Apps, aus denen die Strava-Segment-Bestenlisten ebenfalls entfernt werden. Betroffen sind nach Aussagen im Blog DC Rainmaker Tausende von Drittanbietern, die das Strava-Ranking integriert hatten, um verschiedene Segment-Analysen zu ermöglichen. Gemäß den Informationen des Blogs gewähre Strava seinen App-Partnern 30 Tage zum Nachjustieren ihrer App. Eine Ausnahme bilden die Geräte von Garmin, welche selbst Live-Segmente unterstützen. Aber auch hier werden die Strava Live-Segmente nur zahlenden Mitgliedern mit einem Strava Premium-Konto angezeigt. Letztendlich betrifft die reduzierte Segment-Bestenliste aber alle zahlenden Strava-Mitglieder, wenn sie parallel eine andere Drittanbieter-App als Garmin Connect nutzen.

Des weiteren gibt es keinen freien Zugang mehr zum Trainingstagebuch sowie dem Strava Route Builder. Die beiden Features waren bislang als Web-Tool auf strava.com verfügbar und wurden erst kürzlich in der Strava App zugänglich gemacht. Insbesondere die Webversion des Route Builders hat mittlerweile nützliche neue Optionen und Filter dazubekommen, die gewiss ihren Platz im neuen Bezahlmodell verdienen.

Kostenfrei kann man noch eigene Routen und Routen von anderen in die Karte hineinkopieren, wobei auch die globale Heatmap mit den beliebtesten Strecken anderer Nutzer eingeblendet wird, ein Anpassen der Strecke durch Setzen neuer Wegpunkte ist jedoch nicht mehr möglich.

Bild: Strava, Strava Routes mit Geländefilter, Sportartenfilter

 

Schlussendlich sind die vergleichbaren Aktivitäten, die sogenannten Matched Activities, ebenso nicht länger kostenfrei. Damit werden Läufe und jetzt auch neu Radfahrten auf der gleichen Strecke in Bezug auf Tempo und Geschwindigkeit mit eigenen früheren Leistungen verglichen.

Werbung

Welche kostenfreien Strava-Funktionen bleiben?

Nach wie vor können Nutzer der kostenfreien Version, neue Segmente erstellen, Segment-Details ansehen, unrealistische Segmente melden sowie den Segment-Explorer verwenden, um nach Segmenten zu suchen. Aktivitätsleistungen und Auszeichnungen wie King of Mountain (KOM), Streckenrekord CR), Persönlicher Rekord (PR) werden für eine Fahrt weiterhin angezeigt

Auch für Nicht-Mitglieder gibt es ein paar neue Funktionen:

  • Zuschneiden von Aktivitäten in der App möglich
  • Anzeige von verstrichener Zeit und Bewegungszeit für alle Aktivitäten
  • Chronologische Sortierung im Feed
  • Verbesserte Erkennung von falschen KOMs oder CRs
  • Verbesserte Apple Watch und Apple Health Synchronisation
Quelle: Strava, Bewegungszeit und verstrichene Zeit als kostenfreies Feature

 

Warum ändert Strava sein kostenfreies Angebot?

Laut eigenen Aussagen möchte Strava profitabler werden, um ihren zahlenden Nutzern durch bessere Funktionen einen Mehrwert anbieten zu können. Natürlich ist es klug und richtig, die neuen und selbst die erst jüngst aktualisierten Funktionen nur Abonnenten zugänglich zu machen. Weshalb Strava aber schon länger kostenfreie Funktionen monetarisiert, wird unter den Nutzern dynamisch diskutiert.

Mit dem neuen Strava-Update können zahlende Strava-Mitglieder auf den neuen Online-Routenplaner zugreifen. Der Routenplaner integriert jetzt sowohl Strava-Segmente, einen Sportartfilter als auch einen Geländefilter zur Beschaffenheit der Straßen wie z.B. Asphalt oder Schotter sowie neue Kartenstile und Höhenoptionen.

Darüber hinaus hat Strava das Design der Benutzeroberfläche aufgeräumt, so dass jetzt alle Aktivitäten übersichtlich zusammengefasst werden, um den Fortschritt besser zu erkennen oder Zusammenhänge zwischen Trainings und Leistungen zu finden.

Bild: Strava, Vergleichen von Leistungen auf Segmenten

 

Weitere neue Funktionen für Mitglieder:

  • Routenplanungen & Empfehlungen
  • Trainingstagebuch für iOS
  • Trainingsanalyse für alle Sportarten (vorher nur Radfahren, Laufen und Schwimmen)
  • auf Steigung angepasstes Tempo (SAT) für iOS und Android
Bild: Strava, Trainingstagebuch mit allen Sportarten im Überblick

 

Neues Bezahlmodell von Strava

Die neuen und auch altbekannten Optionen des Strava-Portals kann man in einer 60tägigen Probezeit ausgiebig testen. Möchte man doch kein Mitglied sein, ist es wichtig, die Probezeit noch vor Ablauf der 60 Tage zu kündigen. Danach zahlen Mitglieder entweder 60 Euro im Jahr oder 7,99 Euro pro Monat.

Quelle: Strava, Kostenlose Features & Funktionen für Mitglieder

2 Kommentare zu “Neues Strava Abo-Modell reduziert kostenfreien Funktionsumfang

  1. Strava hat die User jahrelang mit den kostenlosen Funktionen angefüttert und gehofft, dass viele auf die kostenpflichtigen Varianten wechseln. Das hat leider nicht geklappt (aus Stravasicht), weil vielen die kostenlosen Funktionen ausgereicht haben. Nun ziehen sie die Reißleine. Sind halt ein Wirtschaftsunternehmen und auf Einnahmen/Gewinne angewiesen.

  2. Nachdem ich meistens innerhalb der ersten zehn in den segmentlisten bin, ist der Rest so nötig wie ein Kropf.
    Den ganzen Analysen-Kram hab ich detto kostenlos auf GarminConnect, auch auf meiner kostenlosen Polarapp, auf meiner WKO4 (Hunter Allen), die ohnehin einzige ProfiSoftware die einem sagt, was man beim nächsten Trainings genau tun sollte, und zwar auf die Stunde… ob Strava, Garmin, Polar, sie alle archivieren bestenfalls, brauchbare Angaben was man die nächsten wochen machen sollte, kann definitiv keine von diesen.. Sie suggerieren nur das sie es könnten. Sie übersetzen nur die Garmin- Polar- Wahoo-daten, so wie es Garmin selbst umsetzt. Es ist nur eine wiedergebene Kopie.
    Warum soll ich für so einen Schmäh zahlen ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.