Test Handpresso Auto ESE

Handpresso Auto ESE ist eine mobile Espressomaschine für den Anschluss an ein 12-Volt-Bordnetz. Guter Espresso, aber Schwächen in der Handhabung …

Guter Espresso für unterwegs? Die Firma Handpresso hat sich auf die Entwicklung mobiler Espressomaschinen spezialisiert. Die klassische Handpresso-Maschine ist für den Outdoor-Einsatz konzipiert und benötigt heißes Wasser und von Hand über eine Pumpe erzeugten Druck.
Im Gegensatz dazu richtet sich die Handpresso Auto ESE vor allem an motorisierte Kunden, denn das Gerät wird über 12 Volt betrieben. Das Wasser wird mit einer Leistung von 140 Watt erhitzt und mit einem Druck von 16 Bar durch einen ESE-Pad getrieben. Das Ergebnis ist ein Espresso, dessen Qualität sich nicht hinter stationären Geräten verstecken braucht.

Wir haben die Handpresso Auto ESE ausführlich getestet und zeigen in diesem Testbericht zusätzlich, wie man die Handpresso Auto mit einem kleinen Akku auch außerhalb eines Fahrzeuges betreiben kann.

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Lieferumfang und Preis

handpresso_premium_setHandpresso Auto gibt es in zwei Versionen, als Einzelgerät für EUR 149,70 bei Amazon und als Premium-Set für EUR 196,69 bei Amazon zu kaufen.

Im Premium-Set befindet sich:

  • Handpresse Auto ESE 12 Volt inkl. Anschlusskabel
  • 2 x Espresso Tassen aus Kunststoff
  • Mircofasertuch
  • Transportkoffer mit reichlich Platz für Pads

Der praktische Transportkoffer wiegt inkl. Zubehör ca. 1,3 Kilogramm.

Technische Daten

Die Handpresso Auto hat eine Leistungsaufnahme von 140 Watt, was bei 12 Volt knapp 12 Ampere entspricht. Für einen Kfz-Zigarettenanzünder ist das ein sehr hoher Strom, der nicht von allen Fahrzeugen problemlos geliefert wird. Oft liegen 12 Ampere weit über den offiziellen Spezifikationen der Fahrzeughersteller. Der Zigarettenanzünder ist bei einigen Fahrzeugen nur mit 10 Ampere abgesichert, in diesem Fall kann die Handpresso Auto nicht benutzt werden. Die meisten größeren Fahrzeuge haben jedoch eine 15-Ampere-Absicherung und können die Handpresso Auto problemlos betreiben.

Das 12-Volt Stecker-System ist jedoch für derart hohe Ströme eigentlich nicht geeignet und kann aufgrund der hohen Übergangswiderstände sehr heiß werden. Beim Abziehen des Steckers ist daher Vorsicht geboten. Besonders wenn die Autobatterie schon alt ist und mehr als ein Espresso zubereitet werden soll, ist es zu empfehlen den Motor laufen zu lassen. Ansonsten kann die Spannung unter Last zu weit absinken. Die Handpresso Auto schaltet sich dann automatisch ab. Im Worst Case ist nicht auszuschließen, dass die Batterie dann so entladen ist, dass das Fahrzeug nicht mehr gestartet werden kann. Immerhin hat man dann aber leckeren Espresso und das Warten auf den Pannendienst wird zum kleinen Genuss.

Mit 880 Gramm ist das Gerät nicht gerade ein Leichtgewicht, da es normal aber im Fahrzeug eingesetzt wird, spielt das Gewicht weniger eine Rolle. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig.

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Pads und Zubereitung

Die Handpresso Auto benötigt sog. ESE Pads. Diese Pads sind etwas kleiner als übliche im Supermarkt erhältliche Standard-Pads. Leider gibt es ESE Pads nicht in den gängigen Supermärkten zu kaufen, die Auswahl im Internet ist jedoch reichlich. Die Qualität und der Geschmack eines Espressos hängen neben Druck und richtiger Temperatur maßgeblich von der verwendeten Bohne bzw. dem entsprechenden Pad ab. Dank der großen Auswahl an Pads wird jeder seine Lieblingssorte finden. Uns schmeckt bisher der Caffè Molinari (25 Pads EUR 10,99 bei Amazon) am besten.

Zunächst wird der Siebträger abgeschraubt und Wasser eingefüllt. Das Einfüllen benötigt eine ruhige Hand. Die Benutzung während der Fahrt ist selbst durch den Beifahrer nur schwer möglich. Die richtige Wassermenge lässt sich dank einer optischen Füllstandsanzeige gut ablesen. Das Einlegen des Pads erfordert etwas Geschick und Übung, sitzt es nicht korrekt oder ist durch Wasserreste bereits leicht aufgequollen, ist es schwer die Handpresso Auto vollständig zu schließen. Sobald die Handpresso Auto verschlossen ist, kann die 12-Volt-Spannung angelegt und der Brühvorgang gestartet werden.
Der Kompressor macht für knapp eine Minute ein recht lautes Geräusch. Ist der Druck aufgebaut, wird noch ca. 1-2 Minuten weiter geheizt, bis der Vorgang mit einem Signalton abgeschlossen ist. Nun kann die Handpresso Auto umgedreht werden und ein seitlicher Knopf gibt den Druck frei, der das Wasser durch den Pad treibt. Dank des hohen Drucks bildet sich ein schönes Crema und der Espresso hat eine ausreichend hohe Temperatur, so dass er sofort genossen werden kann.

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Die Stärke des Espressos kann über die Wassermenge reguliert werden, indem man entweder weniger Wasser einfüllt oder aber den Vorgang vorzeitig stoppt. Leider spritzt besonders im letzten Fall viel heißes Wasser seitlich aus dem Siebträger. Doch auch wenn man den Brühvorgang bis zum Ende durchlaufen lässt, spritzt noch reichlich Wasser und Dampf aus der Düse. Das Ganze kann im Auto zu einer Sauerei führen, wenn man nicht direkt ein Tuch (das mitgelieferte Mircofasertuch ist perfekt) um den seitlichen Auslass des Siebträgers wickelt. Das Tuch sollte ganz stramm anliegen, damit nichts an der Seite herunterläuft. Diese Art der Nutzung erfordert etwas Fingerspitzengefühl, nach ein paar Brühvorgängen kann man auf diese Art jedoch einen Espresso zubereiten, ohne sich zu verbrühen bzw. die Umgebung einzusauen.

Insgesamt ist das Handling des Handpresso Auto schwieriger als gedacht und technisch noch nicht ganz ausgereift. Doch die Maschine belohnt einen mit wirklich gutem Espresso, der keinen Vergleich zu ausgewachsenen Espressomaschinen scheuen muss.

Video

 

Autopresso Auto im Akkubetrieb

Hat man erst einmal den köstlichen Espresso im Fahrzeug genossen, möchte man das Gerät unter Umständen auch stationär oder mobil nutzen. Für den stationären Betrieb muss man einen Spannungswandler suchen, der 220 Volt Wechselspannung auf 12 Volt Gleichspannung bringt und dabei eine entsprechend hohe Leistung bietet. Solche Wandler sind schwer zu bekommen und entsprechend teuer. Handpresso selbst bietet einen solchen Spannungswandler an, allerdings zu einem sehr hohen Preis: EUR 113,03 bei Amazon

Für Bastler gibt es eine bessere Alternative: Ein kleiner Hochstrom-Akku stellt die notwendige Energie zur Verfügung!

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Wir haben testweise 4 LiFePO4 Akkus (pro Stück - bei Amazon) zu einem kleinen Akkupack in Reihe geschaltet. Der kleine Akkupack (ca. 300 Gramm) leistet die 12 Ampere mit Leichtigkeit und wird dabei nicht mal handwarm. Die Kapazität reicht für ca. 6-8 Durchläufe.

Der Akku passt noch gut in den Transportkoffer und gibt die Möglichkeit, die Handpresso Auto überall einzusetzen. Das Gesamtgewicht des Koffers liegt dann allerdings bei gut 1,5 Kilogramm, was für einen sonntäglichen Spaziergang in Ordnung ist – für längere Trekkingtouren jedoch Unsinn. Hier ist dann eine manuelle Handpresso die wesentlich bessere Alternative.

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Fazit

Die Handpresso Auto hat unsere Erwartungen an einen guten Espresso für unterwegs übertroffen. Temperatur und Crema stimmen, qualitativ hochwertige Pads sind im Internet reichlich verfügbar und machen zusammen mit der Handpresso Auto einen erstaunlich guten Espresso.

Das Handling der Handpresso Auto konnte uns hingegen nicht wirklich überzeugen! Ob beim Einfüllen des Wassers oder am Ende des Brühvorgangs, immer besteht das Risiko einer kleinen Sauerei und nur mit viel Geschick und Übung lässt sich diese zuverlässig vermeiden.

Die 12-Volt-Spannungsversorgung kann je nach Fahrzeug zu einem Problem werden, daher sollte vor Kauf geprüft werden, ob das entsprechende Bordnetz den Anforderungen genügt.

Betrachtet man den hohen Preis, ist die Handpresso Auto nur für echte Espressoliebhaber eine klare Empfehlung wert. Nur ein echter Liebhaber wird auf Dauer die lange Wartezeit und das recht komplizierte Handling in Kauf nehmen. Für Gelegenheitsnutzer ist ein kurzer Stopp an einer Tankstelle unter Umständen die bessere, vor allem günstigere Alternative.

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Preis und Bezugsquelle

19 Kommentare zu “Test Handpresso Auto ESE

  1. Habe das Modell vor 1 1/2 Jahren direkt beim Hersteller aus Frankreich gekauft. Ich habe die Handpresso rel. selten, nur beim campen benutzt.
    Das Prinzip finde ich sehr gut, Die Handhabung fand ich nie kompliziert und der Espresso war lecker. Leider ging die erste Maschine nach ca. 30 Tassen kaputt (wohl überhitzt und startet nicht mehr). Daraufhin wurde die Handpresso ausgetauscht. Leider ist die Austauschmaschine nach 15 Tassen auch kaputt gegangen (gleicher Defekt). Nun habe ich keine Garantie mehr, Handpresso war auch wenig überrascht und meinte nur, daß ich da halt Pech gehabt habe.
    Fazit: Ziemlich viel Geld für ein qualitativ sehr schlechtes Produkt und ein sehr enttäuschender Kundenservice.

    1. vielen Dank für die Erfahrung! Ich habe es oft in der Verwendung und schätze 100 Tassen gemacht und bisher läuft es noch wie es soll…
      Ich werde hier über die Langzeiterfahrung mit unserem Gerät berichten. Hast Du das defekte Gerät mal geöffnet und geschaut wie es drinen aussieht und ob man da vielleicht selber etwas machen kann? Ich würde Dir das defekte Gerät gegen Erstattung der Versandkosten gerne abnehmen.

  2. Danke für den Test. Für mich sehr hilfreich. Ich würde mir die Handpresso gerne fürs Regatta-Boot kaufen (ja, es gibt durchaus Regatten, da hat man viel Zeit über Espresso nachzudenken – kein Wind – als erste im Ziel – …). Und weiss jetzt schon, dass Batteriebetrieb tödlich wäre. Deshalb finde ich die Akkuidee total genial. Ich bin zwar technisch nicht ganz von gestern, das habe ich aber noch nie gemacht. Gibt es da eine Bastelanleitung? Damit ich weiss, was ich sonst noch alles brauche? Keine Bange, ich suche mir dann jemanden, der sich damit auskennt. Das Zubehör sollte halt schon parat sein.

      1. Hallo Benni,
        Danke für den Tipp, das wird aber nicht klappen. Wenn man den ganzen Tag auf dem Wasser ist, ist selbst in der stärksten Thermoskanne das Wasser nur noch lauwarm. Und Kaffeepulver… Die Sauerei sehe ich schon jetzt lebhaft vor meinem inneren Auge. Nicht mit den ganzen Jungs jeden Alters an Bord.

  3. Hallo Tina,
    die benutzten Akkus habe ich im Test ja verlinkt, was genau ist die Frage? Welche Informationen brauchst Du noch um das nachzubauen?
    Gruß

    1. Hallo Tobias,
      Ja, die Akkus habe ich gesehen. Aber was brauche ich denn noch an Kabeln, Verbindungen, Steckern, wie genau heisst denn die Ladeanzeige, … Habe das potentielle Opfer auch schon eingespannt, nur will ich halt nicht, dass er dann lostöpfern muss und sich die Sachen besorgen muss an die ich nicht gedacht habe.

  4. die Spannungsanzeige kannst Du bei ELV bestellen http://www.elv.de/elv-lam-5-lithium-akku-monitor.html aber notwendig ist die nicht unbedingt. Die Handpresso schaltet ab, wenn die Spannung zu sehr sinkt und zwar weit bevor die Akkus überhaupt leer sind. Somit wird automatisch verhindert, dass die Akkus zu tief entladen werden und damit schaden nehmen. LiFEPO Akkus können problemlos bis 2,5 Volt entladen werden, das sind dann bei vier Akkus 10 Volt. Die Handpresso schaltet aber schon bei ca. 11 Volt ab. Man könnte auch probieren 5 Zellen zu nehmen, dann wäre die Sache schon anders. Du brauchst noch eine 12 Volt-Buchse und das wars dann eigentlich. Kennst Du Dich denn etwas mit Akkus aus? Die LiFEPO Akkus müssen ja auch speziell geladen werden etc.

  5. ach noch was: wenn Du das auf einem Boot einsetzen willst, wo es nicht so auf das Gewicht ankommt, dann solltest Du Akkus mit mehr Kapazität einsetzen!! So etwas in die Richtung: http://www.amazon.de/gp/product/B00BAXK1UA/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=B00BAXK1UA&linkCode=as2&tag=pocketnavigat-21&linkId=IMJ7P3NTLNKJPUNE
    Da musst Du mal etwas suchen, gerade diese Akkus gibt es auch mit Schraubanschlüssen, da muss dann nicht mal gelötet werden!

  6. hello, all of you. Now in 2016 nothing changed. I have used my 3rd handpresso auto. A Ford Galaxy with a 12v and ca 50 ampere battery. No problem? After < 20 cups of good expresso the machine failed. Not the contact-box in the cigarette lighter (there is a signal that gives a small light) but the machine itself. What has burnt down there and why? Maybe there is a possibility to change a safety fuse (if the machine has one).
    Afterall an expensive system for the problems it causes. Interested to hear comments or any help. reg.

  7. Hallo pocketnavigation-Team,
    habe gerade eben die Berichte zur handpresso-auto-maschine gelesen. Vor allem die Möglichkeit das Ganze mit Akkus zu betreiben, finde ich hochinteressant. Leider führen die Links nur noch zu nicht mehr lieferbaren LiPo-Akkus. Gibt es einen Tipp für heutige Verhältnisse – welche Akkus sollte man nehmen (interessant wären die schraubbaren) und vielleicht noch eine kleine technische Anleitung für Nicht-Elektroniker? Ansonsten danke für die interessante Rezension.

      1. Hallo Tobias,
        danke für die schnelle Reaktion und den guten Tipp. Wenn ich das richtig interpretiere, brauche ich noch eine 12V-Buchse, die ich mit den Akkus verbinden muss sowie einen Anschluss zum Aufladen der Akku bzw. ein Ladegerät mit Klemmen.
        Vielleicht solltet Ihr ein komplettes Set anbieten, würde sich wahrscheinlich lohnen! 🙂

        Nochmals herzlichen Dank!

  8. Hallo,
    könntest Du ggf. doch noch einmal beschreiben, wie man diesen Akku baut? Ich interessiere mich sehr dafür, bin aber unerfahren mit Elektronik.
    Wie verbinde ich die Akkus, wie verbinde ich die Spannungsanzeige und wie die 12 Volt Buchse? möglichst ohne zu löten. Und womit und wie lade ich das ganze Paket?

    1. Ohne löten und gewisse Grundkentnisse im Umgang mit Akkus wird das vermutlich nichts. Man muss Lithium Akkus ohne Schutzschaltung verwenden und das sollte nur mit entsprechender Erfahrung gemacht werden, sonst kann einem das ganze beim Laden leicht in Brand geraten usw.
      Ich rate Dir von dem Vorhaben daher eher ab…

  9. Liebe Conmunity,
    ich habe über ein Crowdfunding Projekt eine ähnliche Maschine wie die Handpresso entdeckt, die allerdings mit Nespresso-Kapseln arbeitet und einen (austauschbaren) Akku (für 2-3) Espressos hat. Zwar wird der Espresso nicht ganz so heiß wie bei der Handpresso aber er schmeckt durchaus gut. Ich habe mir das Gerät für mein Segelboot geholt, da ich da keine Steckdose habe.
    https://www.indiegogo.com/projects/nowpresso-first-automated-travel-espresso-machine-camping-coffee/x/6285564#/

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