TomTom IndiGO vorgestellt | Cockpit-Software für Autohersteller

Der Kartenspezialist TomTom hat heute IndiGO, die erste offene Softwareplattform für digitale Cockpits in Fahrzeugen, präsentiert. Mit diesem Thema adressiert TomTom insbesondere die Automobilindustrie. Über eine gemeinsame Bedienoberfläche sollen sich verschiedene Fahrzeugfunktionen wie Klimaanlage, Soundfunktionen und Apps auf allen Displays im Auto sowohl vom Fahrer als auch vom Beifahrer besonders einfach steuern lassen. Automobilhersteller sollen mit IndiGO bei der Entwicklung eigener Lösungen unterstützt werden.

IndiGO kann alle Displays in einem Fahrzeug ansteuern und bespielen, auch auf den Rücksitzen

IndiGO: flexibel und offen für Weiterentwicklung

IndiGO, so beschreibt es TomToms CEO Harold Goddijn, verfüge über eine Online-Anbindung und sei eine flexible Entwicklungsumgebung für Automobilhersteller, welche nicht nur dem ständigen Weiterentwickeln, Anpassen und Verbessern offenstehe und damit immer weiter wachsen könne, sondern zusätzlich auch nur einen „Bruchteil der normalerweise benötigten Zeit“ in Anspruch nehme. So können im Falle von IndiGO, das Rapid Prototyping unterstützt, alle Software-Module bereits vorab auf standardisierter Hardware getestet werden – oft schon bevor die erste Hardware des neuen Fahrzeugs überhaupt parat steht.

IndiGO in der Mittelkonsole

Was kann IndiGO?

Anhand des eigenen Smartphones erkennt TomToms neue Cockpit-Plattform das Profil des Fahrenden und passt das Fahrzeugmenü automatisch daran an. Geladen werden häufig genutzte Einstellungen je nach Vorliebe oder Apps wie beispielsweise der Kalender mit den persönlichen Terminen. TomTom bietet momentan nur Apps seiner Partner für die Nutzung auf seiner digitalen Plattform an, jedoch in sehr naher Zukunft, wie uns mitgeteilt wurde, auch Apps der jeweiligen Automobilpartner. Inwieweit die neue IndiGO-Plattform eventuell auch nützliche POI-Apps wie die beliebte POIbase-App laden kann, steht noch offen. Mehrere App-Store-Anbieter sind zumindest an Bord.

Es hängt allerdings von Autoherstellern ab, wie sie TomToms Software-Plattform modifizieren und Erweiterungen zulassen möchten, denn OEMS erhalten Zugang zum Quellcode von IndiGo. Zumindest soll IndiGO laut TomTom über ein flexibles Software Development Kit (SDK) und anwenderfreundliche Application Programming Interfaces (APIs) bereitgestellt werden. Das könnte tatsächlich auch unseren POIbase-App-Entwicklern von Nutzen sein.

IndiGO versteht sich selbst als eine offene Alternative zu Google Automotive Services und basiert auf dem Android Automotive Operating System (AAOS), das durchaus in der Lage ist, neue Apps sowie Dienste für die Plattform zu integrieren. Über die Online-Anbindung lassen sich Funktionen des vernetzten Autos wie Autostandheizung oder Ladestatus des Fahrzeugs auch aus der Ferne bedienen. Außerdem gelingen damit Over-the-air-Updates, womit wiederum ein kontinuierliches Arbeiten an der Software und häufigere Kartenupdates möglich sind.

IndiGO auf dem Cockpit hinter dem Lenkrad

TomTom-Navigation für die Automobilindustrie

Dass TomTom eine attraktive Navigationslösung ist, das steht außer Frage. Auch die Sparte der Navigation für Elektroautos hat TomTom immer weiter ausgebaut. So unterstützt TomTom mittlerweile z. B. die fahrzeugeigenen Assistenzsysteme samt Sensoren, um eine noch genauere Berechnung der Reichweite und Routeninformationen zu ermöglichen oder auch die Batterie des Elektroautos für ein schnelleres Aufladen vorzubereiten.

In der Entwicklung der neuen IndiGO-Fahrzeugsoftware wird TomTom bereits von einigen namhaften Partnern begleitet, darunter:

  • Amazon Alexa,
  • Bosch,
  • Microsoft
  • Harmann (mit dem Ignite App Store)
  • Digital Charging Solutions GmbH (Tochtergesellschaft von BMW Group und Daimler Mobility, bekannt durch die Marke CHARGE NOW)
  • und iHeartRadio (eine Broadcast-, Podcast- und Streaming-Radio-Plattform).

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