Runtastic Moment im Test

Schrittzähler, Kalorien, Entfernung, App Auswertung und Fazit

Inhaltsverzeichnis

Test Runtastic Moment: Genauigkeit der Schrittzählung

manueller_schrittzaehlerWir haben die Schrittzählung intensiv getestet und dabei eine durchschnittliche Abweichung für die Bewegungsarten Laufen sowie Gehen ermittelt. Bei diesen Abweichungen handelt es sich um die Mittelwerte von vielen Testkilometern! Sicher hat die Art und Weise, wie man geht und läuft, einen Einfluss auf die Ergebnisse, dennoch zeigt sich ein klarer Trend.

  • Abweichung beim gleichmäßigen
    Gehen: + 8,8 Prozent
  • Abweichung beim gleichmäßigen
    Laufen: + 3,2 Prozent

Die parallel getestete Garmin Vivosmart HR zeigte in keinem Test eine Abweichung über 2 Prozent und Mittelwerte um ein Prozent an. Die Schritte wurden mit einem manuellen Schrittzähler gezählt.

Die Schrittzählung der Runtastic Moment unterliegt einem Filter, welcher erst ab ca. 10 zusammenhängenden Schritten mit der Schrittzählung beginnt. Damit ist der Filter z.B. stärker als bei Garmin, wo eine Schrittzählung bereits ab 6-7 Schritten beginnt. Während die Runtastic Moment also bei bewussten Bewegungen zu viele Schritte zählt, werden im Alltag zwischen Haushalt und Büro deutlich weniger Schritte aufsummiert als bei vielen uns bekannten Fitnesstrackern einschließlich der Garmin-Produkte.

Der Filter der Runtastic Moment wirkt bei Fahrten mit einem Kfz deutlich zuverlässiger als bei allen bisher von uns getesteten Fitness-Armbändern. Bei den allermeisten Fahrten konnten wir (getragen vom Fahrer am linken Arm) keine aufsummierten Schritte feststellen. Die parallel getestete Garmin Vivosmart HR neigt zwar auch generell zu wenig falsch erkannten Schritten während der Fahrt, muss sich aber in dieser Disziplin deutlich geschlagen geben!

Der starke Filter sorgt in der Praxis dafür, dass an einem gemischten Tag mit vielen Alltagsbewegungen und z.B. einer Laufsession die Summe wieder einigermaßen passt, da sich die Fehler gegenseitig aufheben, sehr praktisch!

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Test Runtastic Moment: Kalorienberechnung

Für viele ist die Berechnung der verbrauchten Kalorien ein wesentlicher Grund für die Nutzung eines Fitnesstrackers. Wer eine Diät nach dem Prinzip des Kalorienzählens machen möchte, benötigt eine möglichst genaue Berechnung der am Tag durch den Grundumsatz sowie durch Bewegung verbrauchten Kalorien.

Die App Runtastic Me App bietet bedauerlicherweise keine Unterteilung in Aktiv- bzw. Grundumsatzkalorien und sie stellt die verbrauchten Kalorien nur als Gesamtkalorien in der Statistik dar. Damit der Kalorienverbrauch richtig berechnet werden kann, ist die Eingabe von Geschlecht, Größe und Gewicht notwendig. Einige Hersteller machen es sich bei der Berechnung der Kalorien sehr einfach und rechnen mit einem festen Verhältnis von Schritt und Kalorien. Diese Konstellation führt bei einigen Fitnessprodukten zu dem Umstand, dass für einen zurückgelegten Kilometer im Gehen mehr Kalorien verbraucht werden als beim Laufen, einfach weil die Schritte beim Gehen kleiner und die Anzahl pro Kilometer daher höher ist.

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Die Runtastic Moment Elite macht es besser und erkennt, ob die Schritte im Gehen oder Laufen zurückgelegt wurden und passt die Kalorienberechnung entsprechend an. Insgesamt ist die Berechnung der Kalorien jedoch recht zurückhaltend. So wurden für eine halbe Stunde schnelles Lauftraining z.B. 302 Kalorien berechnet (Gesamtkalorien) während z.B. die Garmin Vivosmart HR mit Pulsfrequenzmessung (Puls Ø 152) 421 Kalorien kalkuliert. Welcher Wert näher an der Realität liegt, ist insgesamt schwer zu ermitteln. Grundsätzlich aber bringt die Messung der Herzfrequenz den besten Indikator für die Leistung des Körpers und damit auch den Kalorienverbrauch. Doch auch ohne Herzfrequenzmessung sind die Kalorienberechnungen der Runtastic Moment Elite für uns plausibel und differenzieren anhand der Bewegungsart.

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Test Runtastic Moment: Entfernungsberechnung

Screenshot_2015-12-10-12-13-35Durch das Zählen von Schritten kann die App Runtastic Me auch die zurückgelegte Entfernung berechnen. Auch bei der Entfernungsberechnung ist es wichtig, dass eine Unterscheidung zwischen den Gangarten getroffen wird. Schritte im Laufschritt sind länger als Schritte im Gehen, entsprechend kann eine korrekte Entfernungsermittlung nur funktionieren, wenn die Gangart erkannt wird. Die Runtastic-Me-App unterscheidet die Schrittlänge intern nach Gangart. Zur Entfernungsermittlung werden die gezählten Schritte mit einer Schrittlänge multipliziert.

Leider gibt es keine Möglichkeit, eine individuelle Schrittlänge für die unterschiedlichen Laufarten einzugeben.

So berechnet die App die Entfernung anhand der durchschnittlichen Schrittlänge für die entsprechende Körpergröße, was für den individuellen Nutzer höchstens zu groben Schätzwerten führen kann. Zu unterschiedlich sind die Laufstile und der Trainingsstand (gute Läufer machen viele kleine Schritte mit hoher Schrittfrequenz). In unserem Test lag die mittlere Abweichung bei der Entfernungsmessung wie folgt:

  • Abweichung beim Laufen: – 7 Prozent
  • Abweichung beim Gehen: – 3 Prozent

Im Vergleich zu anderen Fitnesstrackern sind diese Werte nicht schlecht, allerdings unterlagen die Ergebnisse der einzelnen Tests erheblichen Schwankungen.

Hinweis

Die Testergebnisse der Entfernungsermittlung unterliegen starken individuellen Schwankungen von Testperson zu Testperson, je nachdem ob die von Runtastic angenommene mittlere Schrittdistanz zur Testperson passt oder eben nicht!

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Test Runtastic Moment: Aktive Minuten

Runtastic bietet in seiner App Runtastic Me eine zusätzliche Anzeige der aktiven Minuten. Bewegt man sich länger als eine Minute am Stück, wird diese Zeit als aktive Minuten gutgeschrieben. Unserer Meinung nach sind die aktiven Minuten eine sehr gelungene Einheit, um das tägliche Bewegungslevel auf eine einfache und gut verständliche Zahl zu reduzieren.

Test Runtastic Moment: Schlafauswertung

Über den seitlichen Button wird die Uhr in den Schlafaufzeichnungsmodus versetzt. Anhand der Bewegungen wird der Schlaf in die Kategorien Wach, Leichtschlaf und Tiefschlaf unterteilt und in der Runtastic-Me-App graphisch dargestellt. Zusätzlich werden die Anteile der Schlafphasen prozentual berechnet und die Schlafdauer angezeigt. Am Morgen wird die Schlafphase durch erneutes Drücken des seitlichen Knopfes beendet.

nachleuchtende Zeiger
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Die Auswertung macht einen übersichtlichen und plausiblen Eindruck und gibt einen guten Überblick über die Bewegungen und Ruhe des Schlafes. Zu schade, dass die Uhr im Schlaf wesentlich weniger bequem zu tragen ist als ein kleines und leichtes Fitness-Armband. Es ist daher fraglich, ob viele Nutzer die Uhr wirklich jede Nacht tragen werden, nachdem der erste Spieltrieb befriedigt wurde.

Davon abgesehen kann die Schlafauswertung durchaus als sehr gelungen angesehen werden. Natürlich wäre eine automatische Schlaferkennung wünschenswert, allerdings steigt damit auch die Fehleranfälligkeit, was sich negativ auf die Qualität der langfristigen Schlaftrends auswirken würde.

Schlafauswertung Runtastic Me
Schlafauswertung Runtastic Me
Schlafauswertung Garmin Connect
Schlafauswertung Garmin Connect

Test Runtastic Moment: Weitere Funktionen und Einstellungen

Runtastic Moment Elite besitzt über eine Vibrationsfunktion, welche den Nutzer daran erinnern kann, sich mehr zu bewegen oder aber auch über eingehende Nachrichten informiert. Darüber hinaus kann die Vibrationsfunktion auch als Wecker verwendet werden. Parallel zur Vibration signalisiert eine rote LED zusätzlich visuell dem Nutzer diese Ereignisse.

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Leider ist die Vibration derart schwach, dass man diese im Alltag oft nicht spürt. Auch als Wecker ist die schwache und nahezu lautlose Vibration mit einer Dauer von nur 10 Sekunden kaum zuverlässig zu gebrauchen. Wird der Wecker nicht über den Taster deaktiviert, erfolgt nach 5 Minuten eine erneute Signalisierung.

Die Weckzeiten (verschiedene Wochenwecker möglich) können in der Runtastic-Me-App bequem verwaltet werden. Ebenso kann in der App die Zeitspanne, ab welcher Bewegungsmangel signalisiert werden soll, eingestellt werden. Der Nutzer kann selber festlegen, welche Apps Benachrichtigungen an der Uhr auslösen können.

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Test Runtastic Moment: Fazit

Runtastic_Moment_Testurteil_kompaktDie Runtastic Moment Elite ist eine schicke und dennoch sportliche analoge Armbanduhr aus hochwertigen Materialien und mit eingebautem Bewegungssensor, Vibrationsalarm, Signal-LED, Bluetooth, langlebiger Lithium-Einwegbatterie sowie einer zusätzlichen analogen Anzeige des erreichten Tagesziels. Abgesehen von einem etwas harten Armband ist die Uhr ausgesprochen alltagstauglich und kann zu jedem Anlass getragen werden.

Die Armbanduhr und die dazugehörige Runtastic-Me-App harmonieren gut und waren in unserem Test ausgesprochen zuverlässig, was von nicht allen Herstellern immer behauptet werden kann (siehe Garmin Connect Probleme).

Leider sind einige der Funktionen zur langfristigen Auswertung sowie einige wichtige Einstellungen nur mit zusätzlichen und wiederkehrenden Kosten verbunden, was bei einem Produkt dieser Preisklasse unserer Meinung nach unangebracht ist.


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Die Fitnessfunktionen wie Schritterkennung, Kalorienberechnung, Schlaferkennung und aktive Minuten sind grundsätzlich gut umgesetzt, reichen aber in Bezug auf ihre Genauigkeit nicht an die besten reinrassigen Fitnessarmbänder wie z.B. das Garmin Vivosmart HR heran. Enttäuschend ist die fehlende Möglichkeit, Aktivitäten gezielt an der Uhr starten zu können. Die Anbindung an die Runtastic-App (nicht zu verwechseln mit der Runtastic-Me-App) konnte uns nicht überzeugen.

Nicht jeder, der Wert auf eine Aufzeichnung seiner täglichen Aktivität legt, möchte mit einem reinrassigen Fitnessarmband durch die Gegend laufen, welches so aussieht, als könnte E.T. damit auch nach Hause telefonieren. Für alle, die also weitgehend diskret, mit einer hübschen und analogen Armbanduhr ihre Bewegungen überwachen wollen, ist die Runtastic Moment Elite eine Empfehlung wert!

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Preis und Bezugsquelle

Die vier Versionen der Runtastic Moment unterscheiden sich im Preis folgendermaßen:

Gute Armbanduhren sind wie Schmuck und haben daher ihren individuellen Preis. Wir verzichten daher an dieser Stelle auf eine Beurteilung des Preis-Leistungs-Verhältnisses und überlassen diese Wertung dem potenziellen Träger dieser schönen Uhr.

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