AA-Akkuvergleich um IKEA LADDA erweitert

Der NiMH-Akku von IKEA im Format AA / Mignon wird an jeder IKEA-Kasse zum kleinen Preis angeboten. Wir haben den Akku im Rahmen unseres großen AA-Akkuvergleichstests ausführlich getestet und Kapazität, Leistung, Zyklen, Selbstentladung und andere Parameter getestet …

ikea_laddaMan wollte gezielt ein Möbelstück kaufen und am Ende ist die gelbe IKEA-Tasche doch voll mit Kleinkram …
Nicht selten landen auch die IKEA-Akkus LADDA im Format AA bzw. Mignon in der Auswahl, werden diese doch an den Kasse als Mitnahmeartikel preiswert für 4,99 EUR im 4er-Pack (Stand Juli 2015) angeboten.

Im Rahmen unseres großen NiMH-AA-Akkuvergleichstests hatten wir bereits die IKEA-Einwegbatterien ALKALISK getestet. Auch wenn die IKEA ALKALISK nicht ganz an die Kapazität der Markenzellen von Duracell herankamen, der Unterschied war minimal. Außerdem überwiegt in der Praxis der Preisvorteil der IKEA-Batterien. Doch wie sieht es mit den NiMH-Akkus LADDA aus?

Kapazität

Die entnehmbare Kapazität eines NiMH-Akkus ist von Temperatur und Entladestrom abhängig. Wir haben daher mit unterschiedlichen Strömen und Temperaturen getestet:

  • 20 °C und 50 mA Entladestrom: 2134 mAh (2,701 Wh)
  • 20 °C und 500 mA Entladestrom: 2023 mAh (2,511 Wh)
  • 20 °C und 2500 mA Entladestrom: 1854 mAh (2,141 Wh)
  • – 20 °C und 500 mA Entladestrom: 1664 mAh (1,896 Wh)

Die Kapazität liegt damit eher im unteren Mittelfeld, erreicht aber die Herstellerangabe! Um die Kapazität im Vergleich zu anderen Akkus besser einschätzen zu können, empfehlen wir unseren großen NiMH-AA-Akkuvergleichstest.

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Leistung

Für einige Anwendungen z.B. Blitzgeräte und starke Taschenlampe ist es wichtig, dass ein Akku seine Energie mit hohen Strömen abgeben kann, ohne dass die Spannung durch den Innenwiderstand zu stark einbricht. Aus diesem Grund haben wir die mittlere Entladespannung gemessen und den Innenwiderstand der Akkus ermittelt. Der IKEA Ladda zeigt gute Leistungen und ist daher für Anwendungen mit höheren Strömen durchaus nicht ungeeignet.  Die genauen Messerwerte unter: NiMH-AA-Akkuvergleichstest.

Selbstentladung

Alle NiMH-Akkus entladen sich mit der Zeit selber! Akkus mit hohen Kapazitäten entladen sich in der Regel schneller als sogenannte Low-Self-Discharge-Akkus, welche weniger Kapazität, aber eine geringere Selbstentladung aufweisen. Auch wenn die etwas geringere Kapazität des IKEA LADDA zunächst auf Low-Self-Discharge-Eigenschaften schließen lassen könnte, in unseren Tests hat der IKEA LADDA im Bereich der Selbstentladung nur das Mittelfeld erreicht. Allerdings sind die Tests diesbezüglich noch nicht abgeschlossen. Mehr Details in unserem großen NiMH-AA-Akkuvergleichstest.

Lebenserwartung

Ein Akku verliert durch Lade-/Entladevorgänge an Kapazität und der Innenwiderstand steigt. IKEA nennt für seinen LADDA-Akku eine Lebenserwartung von 500 Ladevorgängen. Wir haben folgendes Ergebnis erzielt:

kapazitaet_zyklen

IKEA hält somit sein Versprechen! Allerdings wird die hohe Anzahl an Zyklen nur erreichbar sein, wenn ein gutes Ladegerät verwendet und jede Fehlbehandlung des Akkus vermieden wird. Worauf zu achten ist, haben wir in unserem großen NiMH-AA-Akkuvergleichstest zusammengefasst.

Fazit

Der IKEA LADDA AA ist ein ausgewogener NiMH-Akku von mittlerer Kapazität. Die Leistung bei Raumtemperaturen und sehr kalten Bedingungen ist gut. Die Selbstentladung scheint (Test noch nicht abgeschlossen) zwischen klassischen Self-Discharge-Akkus (z.B. eneloop) und Hochkapazitätsakkus zu liegen.
Besonders positiv hervorzuheben ist der IKEA LADDA für seine hohe Zyklenfestigkeit und damit lange Lebenserwartung. Nicht zuletzt damit hat der IKEA LADDA ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis. Der Preis liegt in der Filiale bei 4,99 EUR im 4er-Pack (Stand Juli 2015).

Der IKEA Akku kann von uns für die Nutzung in Navis empfohlen werden. Weitere Infos zum IKEA LADDA unter: NiMH AA-Akkuvergleichstest.

NiMH AA-Akkus Test

5 Kommentare zu “AA-Akkuvergleich um IKEA LADDA erweitert

  1. Euer Test ist ausgezeichnet. Ein weiterer interessanter Punkt neben der Kapazität ist jedoch bis zu welch niedriger Temperatur im Winter diese Fabrikate im Winter noch brauchbar sind.  Meine eneloops warer jedenfalls brauchbarer als Aldis.

    1. der Begriff „brauchbar“ ist ja schwammig, es kommt immer drauf an für was brauchbar. In einer Fernbedienung mit extrem geringen Stromanforderungen werden die Akkus vermutlich selbst bei -30 Grad noch nutzbar sein, in einem Fotoblitz vermutlich aber bereits bei -10 Grad Probleme machen. Daher ist es eher sinnvoll sich eben den Test bei -20 Grad anzusehen, ein Akku der dort gut abgeschnitten hat bzw. generell einen geringen Innenwiderstand hat ist eben für Kälte einfach besser geeignet. Die eneloops haben in unserem Test ja einen geringen Innenwiderstand gezeigt und es ist daher nicht verwunderlich, dass Sie bei Dir besser abgeschnitten haben als Aldi Akkus (welche wir nicht getestet haben bisher, daher kann ich da nur vermuten!).

  2. Frage: Sind die IKEA Akkus schnellladefähig, beziehungsweise mit welchem maximalen Ladestrom können diese geladen werden? Gruss!

    1. Also mir sind keine AA-Akkus bekannt, welche nicht auch schnell geladen werden können. Klar einige vertragen es besser als andere aber es gibt nicht mehr diese klassichen Unterschiede wie früher. Also ich hätte kein Problem einen (neuen) IKEA Akku mit 1C also 2000 mA zu laden. Wir haben ja im Zyklentest mit 1000 mA geladen und die Akkus haben das alles gut überstanden und das über viele Zyklen. Wenn der Akku schon älter ist und der Innenwiderstand steigt, ist es natürlich ratsam nicht mehr ganz so agressiv zu laden, der Akku wird sonst sehr heiß bzw. es kommt zumindest bei Delta Minus sofort zur Abschaltung. Überhaupt spielt das Ladeverfahren natürlich eine wichtige Rolle bei der Frage, mit welchem Strom geladen wird. Je höher der Strom, um so wichtiger ist eine zuverlässige Abschaltung, sonst steigt die Gefahr das der Akku extrem heiß wird und natürlich auch schaden nimmt. Wenn er mit 2000 mA überladen wird ist er ganz sicher leicht zu zerstören. Teste es am besten mal aus und schau wir warm der Akku kurz vor der Abschaltung wird, ich halte eine Temperatur bis 45 °C noch gerade so für aktzeptabel. Aber es muss insgesamt klar sein, die schnelle Ladung kostet Zyklen und das vermutlich erheblich. Weiteres Problem, der Akku wird bei den hohen Strömen und einer Delta Minus Abschaltung sicher nicht ganz voll. Für einen ganz vollen Akku sollten noch 1-2 Stunden eine Top-off Ladung mit 1/10 C angeschlossen werden. Berichte doch mal über Deine Erfahrungen mit hohen Strömen und diesem Akku…

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