Von Stau zu Stau: Navis leiten häufig direkt in den nächsten Stau

Navis mit herkömmlichen TMC Verkehrsmeldungen leiten Autofahrer häufig direkt in den nächsten Stau. Abhilfe schaffen Apps und Geräte mit RTTI Live-Diensten …
Quelle: Wikipedia by Hgrobe under cc-by-3.0

Besonders in den Sommermonaten, wenn die einzelnen Bundesländer Sommerferien haben, staut es sich auf den deutschen Autobahnen. In guter Hoffnung, dass das Navigationsgerät die Fahrer um jeden Stau herum leitet, vertrauen viele Menschen ihrem Navi und stecken dann auf Landstraßen fest. Der ADAC warnt daher, dass man nicht immer bedingungsloses Vertrauen in diese Geräte setzen sollte.

Dem Navi nicht vertrauen

Was macht man, wenn die Autobahn so langsam voller wird, im Radio innerhalb der nächsten Kilometer ein Stau angekündigt wird und das Navi bei der nächsten Abfahrt eine Ausweichstrecke vorschlägt?

Richtig, die meisten Menschen werden dem Navigationsgerät folgen. Allerdings ist man damit nicht alleine. Viele weitere Autofahrer, ob mit oder ohne Navi, haben die gleiche Idee und bilden dann auf engen Straßen den nächsten Stau. Selbst wenn hier bisher kein Stau zu erwarten war, bildet er sich gerade jetzt relativ schnell. Ampeln, Kurven, Tempobegrenzungen, Motorroller und Fahrräder sind auf Landstraßen normal – ein erhöhtes Verkehrsaufkommen ist quasi ein Garant für einen Stau.

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Datenübertragung ist zu langsam

Nach Angaben des ADAC verbrachten im Jahr 2011 Autofahrer auf dem Weg in den Urlaub insgesamt 185.000 Stunden im Stau. Auch wenn es scheinbar erst einmal der falsche Weg ist, lohnt es sich, im Stau stehen zu bleiben, anstatt die vorgeschlagene Ausweichroute des Navigationsgerätes zu nutzen. Ein weiterer Grund, warum man den meisten Navis nicht vertrauen sollte, ist, dass die Informationen, die das Gerät sendet, schlichtweg veraltet sind, wenn sie beim Autofahrer ankommen. Unter Umständen hat sich der zäh fließende Verkehr bereits wieder aufgelöst – da das Navi aber einen Stau anzeigt, nutzt man trotzdem die viel befahrene Ausweichstrecke und ist bedeutend länger unterwegs. Die Daten, die an das Navi gesendet werden, werden über TMC, dem Traffic Message Channel, übertragen. Dieser Kanal wird von Staumeldern, der Polizei und anderen Institutionen mit Infos gespeist, die dann weitergeleitet werden. Die Nutzung von TMC ist zwar kostenlos, dafür müssen die Autofahrer die Verzögerungen in Kauf nehmen.

RTTI übermittelt in Echtzeit

Zu diesem Ergebnis kam auch die Zeitschrift „auto motor und sport“, die Geräte mit TMC und solche mit RTTI im Vergleich testete. RTTI (Real Time Traffic Information) ist ein neues System, das Navigation im Echtzeitmodus liefert. „auto motor und sport“ bekräftigt die Meinung des ADAC, dass TMC nur mit Verzögerungen Staumeldungen liefert. Im schnellen Stadtverkehr können die Geräte Staus kaum erfassen, so schnell, wie sie sich wieder aufgelöst haben. Sehr gut im Test schnitten daher Geräte ab, die mit RTTI ihre Daten über eine Onlineanbindung erhalten.

Dieses System ist in hochwertigen Navigationsgeräten bereits installiert. Unter anderem BMW oder TomTom sind zwei Anbieter, die RTTI beziehungsweise HD-Traffic bereits den Kunden anbieten und im Test überzeugten, da sie das Verkehrsaufkommen in Echtzeit melden. Allerdings ist es kostenpflichtig, diese Systeme zu nutzen. Einige Anbieter bieten ihren Kunden eine kostenlose Gratisfrist, andere addieren den Preis für die Navinutzung zum Kaufpreis. Auch wer ein Smartphone inklusive Internetflatrate besitzt, kann über Anbieter von Navi-Apps die RTTI-Dienste kostenpflichtig hinzubuchen. Auf stau.info findet man zudem online im Minutentakt alle gemeldeten Staus und hat so eine weitere Informationsquelle. Allerdings ist auch das beste und schnellste Navigationsgerät keine Garantie dafür, dass man nie in einen Stau gerät.

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