TravelPilot E2 – Test

GEO24 hat das E2 von einem absoluten Navigationsneuling auf Herz und Nieren testen lassen. Seine Erfahrungen findet Ihr in diesem Testbericht…

Testbericht über das Blaupunkt E2 von einem Navigations-Neuling

Vorwort

TravelPilot E2 - Test - Vorwort - 1Im ersten Bericht bei GEO24 wurden bereits Vor- und Nachteile des E2 aufgezeigt, die sich beim Einbau ergeben haben. In diesem Folgebericht geht GEO24 einen neuen Weg. Wir haben das Gerät bewusst einem „Radionavigations-Neuling“ zum Test angeboten. Hier sollen seine aktuellen Erfahrungen mit der Handhabung der Radionavigation von Blaupunkt im Alltagsbetrieb folgen. Die Bewertung des Gerätes ist dann gemeinsam auch unter Mithilfe einer sehr guten 1DIN Navi-Testseite erfolgt. Dazu aber später mehr…


Eingabe der Route

Zu Anfangs musste ich mich an die Menüführung gewöhnen, da alles mittels des Drehknopfes und den OK und ESC Buttons bedient wird. Zuerst legt man natürlich die mitgelieferte Navigations-CD ein. Diese hatte das Straßennetz 2004 gespeichert (die aktuelle 2005 Version hat man uns leider nicht zur Verfügung gestellt) und war somit leider nicht mehr ganz auf den aktuellsten Stand. Nach dem der Download der Sprache beendet war, konnte ich mein erstes Ziel eingeben.

Man hat hier verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Neben der Anzeige von wichtigen Stationen in der näheren Umgebung (Tankstelle, Bahnhof, Krankenhaus, Einkaufszentrum, Bosch-Service ;-), etc.) kann man natürlich auch gleich mit Hilfe des Drehknopfes das individuelle Ziel eingeben. Die Eingabe wurde hier sehr praktisch gelöst, indem man mit dem Drehknopf das angezeigte Alphabet durchläuft und die gesuchten Buchstaben bestätigt. Sobald die Stadt gefunden ist, kann man eine Straße auswählen, die „wichtigen“ Stationen der Stadt anzeigen lassen oder zum Zentrum fahren.

Ich entscheide mich natürlich für den Straßennamen. Die Eingabe erfolgt ebenfalls durch den Durchlauf des Alphabets, und wie schon bei der Stadteingabe werden nur die Buchstaben angezeigt, die zu den Straßen der Stadt passen. So kann es sein, dass man nur ein logische Auswahl von 2 oder 3 Buchstaben hat, da das Gerät die individuelle Schreibweise der Straßen berücksichtigt. Gott sei Dank ist diese Variante heute zum Standard geworden. Mit Grauen erinnere ich mich da noch an meine erste Navikonfrontation mit einem Blaupunkt Navi (1998-non DX) im Passat.

In größeren Dörfern und Städten hat man jetzt noch die Möglichkeit die Hausnummer anzugeben. Hier interpoliert das Gerät die Hausnummern mit der Länge der Straße. Die Ergebnisse sind in der Regel akzeptabel und die Angabe, ob das Ziel links oder rechts ist, wird immer korrekt wiedergegeben.

Nachdem alles bestätigt wurde, errechnet das Gerät die Stecke nach den vorher festgelegten Parametern (Schnellste Route, Kürzeste Route, Optimale Route in %, ohne/mit Maut, ohne/mit Autobahn, maximale Länge der Staus). Die Berechnung dauert nicht mehr als 5 Sekunden, was für mich ein immer noch sehr guter Wert ist.

Die Streckenführung erfolgt in bekannter Weise durch eine weibliche Stimme, Pfeilsymbolen und den Straßennamen. Als Zusatz wird die errechnete Ankunftszeit und die Länge der Strecke angezeigt.

Jetzt allerdings spielt das E2 erst seine erste große Stärke aus. Durch das Laden der Gesamtroute in den internen Speicher des Navis kann die Navigations-CD aus dem Gerät entfernt werden. Außerdem berücksichtigt das Gerät einen Korridor neben der Hauptstrecke für eventuell auftretende Routenänderungen. Die Navigations-CD wird erst bei großen Umwegen und beim Verlassen des Korridors vom Gerät verlangt.

Somit rein mit der Musik-CD (auch in MP3 Format) und ein zusätzlicher CD-Wechsler ist unnötig geworden.


Praktischer Test

In meiner Testphase von jetzt fast zwei Monaten wurde ich, mit einer Ausnahme, immer korrekt und zielsicher an meinen Bestimmungsort geführt.

Die Ausnahme war ein kleines Dorf mit vielen kleinen Gasen und engen Straßen. Hier wurde die langsame Ansage der Gerätes zum Nachteil. Bei der Information „Jetzt links abbiegen“ waren 2 Straßen auf der linken Seite vorhanden. Ein kurzer Tastendruck auf den „Informationsknopf“ zeigte mir den Straßennamen an, so dass ich die korrekte Straße finden konnte. Durch die enge Gasse wurde das Satellitensignal gestört, also führte das Gerät mich nur mit Hilfe des Tachosignals durch die Gassen. Das Ergebnis war beeindruckend, die Ansage, „Das Ziel befindet sich auf der rechten Seite“, war auf den Meter genau. Also reicht das Tachosignal aus um das Fahrzeug trotzdem an das richtige Ziel zu führen – ein unschlagbarer Vorteil gegenüber PDA-Navigationssystemen.

Auch auf einer Testfahrt über die Autobahn, als mich das Gerät vor einem Stau warnte, enttäuschte mich das E2 nicht. Ich entschloss mich sofort von der Autobahn abzufahren um das TMC-Verhalten näher kennen zu lernen. Das E2 erkannte sofort meine geänderte Route und berechnete innerhalb weniger Sekunden eine neue Route, die mich um den Stau herum führte. Bedauerlich war nur, dass mich das Gerät trotz der Staulange nicht aufforderte den Stau zu umfahren. Ich handelte aus eigenem Antrieb. Der Korridor im Speicher reichte aber völlig für die Neuberechnung aus.

Im Rückblick auf die letzen Wochen kann ich nur sagen, dass ich mich seit dem Einbau nicht mehr mit Straßenkarten und Stadtplänen herumschlagen musste. Meine alltägliche Routenplanung ist dadurch natürlich wesentlich bequemer und schneller verlaufen, was ich als großen Plus-Punkt bewerte.


Fehlerquellen

An kalten Dezembertagen haben sich für mich allerdings auch zwei negative Aspekte gezeigt. Zum einen wurde das Display durch die Minustemperaturen deutlich langsamer. Anscheinend sind die Kristalle der Anzeige offenbar sehr kälteempfindlich. Das dürfte eigentlich nicht passieren, da ich schon diverse Autoradios in meinem Wagen hatte, die dieses Problem nicht hatten.
Der andere Punkt war die Navigations-CD, die ebenfalls bei den kalten Temperaturen Lesefehler und sogar Aussetzer hatte. Die Lesefehler waren erst wieder beseitigt, als die Heizung, den Wagen soweit erwärmt hatte, dass die CD keinen Beschlag mehr hatte. Schnellere Abhilfe erreicht man natürlich durch Entnahme der CD und das vorsichtige Entfernen des Belags mittels eines weichen Tuches. Eine solche Empfindlichkeit kannte ich zumindestens von meinen vorhergehenden CD/MP3-Radios nicht.

Einen weiteren Schwachpunkt im Test zeigt das abnehmbare Bedienteil auf. In den letzten Tagen ist bei meinem Gerät ein Wackler am Display aufgetreten.
Nachdem ich das Display ca. 60 mal abgenommen und wieder eingesetzt hatte, traten die ersten Aussetzer auf. Wenn ich auf die oberen Knöpfe gedrückt habe, schaltete sich das Geräte für eine Sekunde aus und wieder an. Diese Störung wurde auch durch die Reinigung der Kontakte und die Überprüfung der Halterung nicht besser. Ich denke hier sollte sich Blaupunkt noch einmal Gedanken über die Konstruktion machen. Vielleicht ist mein Gerät auch ein sog. „Montagsgerät“, aber solche Fehler sollten vermieden werden.


Empfehlung

Eine Empfehlung von mir ist die Benutzung einer Lenkradfernbedienung, da die Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr durch die Bedienung des Radios eingeschränkt wird. Nicht jeder fährt bei einer auftretenden Routenänderung oder Neuberechnung an den Straßenrand oder auf einen Parkplatz. Blaupunkt bietet dafür eine sehr gute Lösung an.


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