AT&T zieht Kaufantrag für T-Mobile USA zurück

Geplanter Verkauf des US-Tochterunternehmens T-Mobile USA wird zunächst auf Eis gelegt…

Der seit März 2011 geplante Verkauf der Telekom US-Tochter T-Mobile USA (wir berichteten) steht vor einigen behördlichen Hindernissen. Sowohl das US-Justizministerium als auch die US-Regulierungsbehörde für Kommunikation Federal Communications Commission scheinen nicht die erwartete Zustimmung zur Übernahme zu geben.

Einwände der Behörden

Durch den Aufkauf der Telekom Tochter würde AT T zum größten Mobilfunkanbieter in den USA avancieren. Doch das für Kartellfragen zuständige US-Justizministerium befürchtet, dass der Wettbewerb in den USA unter diesem großen Deal leiden werde und klagte deshalb am 31. August 2011 gegen den Vertrag der beiden Mobilfunk-Giganten.

Nach Ansicht des US-Justizministeriums würden Nutzer in Zukunft durch die geplante Fusion möglicherweise höhere Mobilfunk-Gebühren zahlen müssen, da auch die Wahl des Mobilfunkanbieters eingeschränkt werde. Konkret bedeutet dies, dass es mit dem Wegfall von T-Mobile USA nur noch drei anstatt vier Mobilfunk Versorger gäbe. Die FCC bezweifelt demgegenüber die Richtigkeit der Angaben von AT T, laut welcher eine Übernahme von T-Mobile USA Arbeitsplätze schaffen und die mobile Datennutzungsinfrastruktur in den USA verbessern würde. Um diese Zweifel aus dem Wege zu räumen, hatte die FCC am Dienstag, den 22.11.2011, eine Anhörung und strengere Prüfung der Gegebenheiten angeordnet.

Taktisches Vorgehen der Handelspartner

Mittels eines taktischen Rückzugs wollen die Unternehmen Telekom und AT T deshalb den kritisch beäugten 39 Milliarden USD schweren Deal retten. Da sich durch die strengere Prüfung seitens der FCC der Abschluss des Vertrages ohnehin verschoben hätte, zog AT T im Einvernehmen mit der Telekom seinen Antrag auf Übernahme bei der US-Telekommunikationskommission zurück. Mit diesem Vorgehen möchten die beiden Unternehmen womöglich signalisieren, dass sie sich auf den am 13. Februar stattfindenden Prozess der US-Justizbehörde konzentrieren und diese Entscheidung nicht übergehen wollen.

Konsequenzen

Ohne eine Zustimmung des US-Justizministeriums und der FCC ist der Verkauf von T-Mobile USA nicht möglich. Und sollte der Deal scheitern, so müsste AT T eine Rückstellung als Vertragsaufhebungsgebühr zur Entschädigung an Telekom zahlen. Laut einem Artikel von Bloomberg beträgt die Rückstellung 4 Milliarden USD.

Die FTD kommentierte, dass die derzeitige Situation den Telekom-Aktienkurs negativ beeinflusse (Mai diesen Jahres: 10,60 Euro, am 24.11.2011: 8,82 Euro). Außerdem benötige die Telekom die Milliarden aus dem Verkauf, um Schulden abzubauen und den strategisch wichtigen Ausbau von Glasfasernetzen voranzutreiben.

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