NAVTEQ – Die vermessene Welt

Datenerfassung gestern und heute

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NAVTEQ - Die vermessene Welt - Datenerfassung gestern und heute (1962) - 1Vor zehn Jahren – im September 1994 – führte BMW in seiner 7er Reihe u.a. in Zusammenarbeit mit  NAVTEQ als Entwicklungspartner (damals noch European Geographic Technologies, kurz EGT) das erste Fahrzeug mit integriertem Navigationssystem auf dem europäischen Markt ein.


Am Anfang war der Plot

NAVTEQ - Die vermessene Welt - Am Anfang war der Plot - 1Das amerikanische Unternehmen  NAVTEQ mit europäischem Hauptsitz im niederländischen Best, hatte sich zum Ziel gesetzt, die Straßen dieser Welt zu digitalisieren und Autofahrern so die Navigation und Orientierung zu erleichtern. Zunächst beschafften sich die Mitarbeiter des Unternehmens Straßenkarten bei den nieder- ländischen Vermessungsämtern und Behörden. Anschließend digitalisierten sie das erhaltene Material in mühevoller Kleinarbeit. Diese Informationen dienten als Papierkarten, sogenannten Plots, in den Fahrzeugen für die weitere Erfassung der Straßen.

Im November 1992 sammelte  NAVTEQ die ersten Straßeninformationen bei den Behörden in Deutschland und begann Anfang 1993 in München mit der Erhebung der Straßendaten. Die sogenannten Geo-Researcher erfassten und digitalisierten die eingegangenen Unterlagen. Die Kollegen in Best druckten die Plots und verschickten diese an die Feldbüros von  NAVTEQ in Deutschland. Die Geo-Researcher gingen mit diesen Plots auf Tour und sammelten die relevanten Verkehrsinformationen wie beispielsweise Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Abbiegegebote. Das Team in Holland übertrug die jeweiligen Änderungen in die Datenbank.

Die ersten großen Städte, die  NAVTEQ erfasste, waren Frankfurt und München. Nach und nach folgten auch weitere Städte. Aufgrund der Datendichte dauerte es bis zum Jahr 2000, bis das gesamte Straßennetz Deutschlands in der Datenbank erfasst war.


Ein weiterer Meilenstein: POI

NAVTEQ - Die vermessene Welt - Ein weiterer Meilenstein: POI - 1Um das Zukunftspotenzial digitaler, navigierbarer Geodatenbanken weiter auszuschöpfen, sollten diese aber nicht nur verkehrsrelevante Daten umfassen. Informationen zu so genannten Points of Interest (POIs) waren von Anfang an in der Datenbank von  NAVTEQ integriert. Diese erschließt Kunden heute wertvolles Zusatzwissen – etwa mit Hinweisen auf die präzise Lage und die Charakteristika von ausgewählten Tankstellen, Hotels, Krankenhäusern, Sehenswürdigkeiten, Theatern oder Autohändlern.

So kommen Anwender nicht nur komfortabel ans Ziel, sondern finden auch attraktive und maßgeschneiderte Informationen zu speziellen Unternehmen oder Standorten, zu denen sie reisen. Je detaillierter diese Angaben im Navigations- System hinterlegt sind, umso größer ist der Nutzen für den Fahrer. Inzwischen enthält die NAVTEQ-Datenbank mehr als 40 POI-Kategorien.


Datenerfassung heute

NAVTEQ - Die vermessene Welt - Datenerfassung heute - 1Ab dem Jahr 2000 verwendete  NAVTEQ seine selbst entwickelte Software, ein hocheffizientes, digitales Tool zur Datenerfassung vor Ort. Damit kann jeder Mitarbeiter Informationen und Änderungen des Straßennetzes direkt in die Datenbank einarbeiten. Heute ist jedes der eingesetzten Feldteams mit dem mobilen System ausgestattet. So lässt sich der digitale Kartendatensatz des jeweiligen Gebietes einfach und komfortabel mittels eines Laptops vom Fahrzeug aus aktualisieren.

Die Antenne des Autos ortet über Differential-GPS den exakten Standort und leitet diesen auf den Laptop des Beifahrers weiter. Die Feldanalysten nutzen leistungsstarke Pen Tablets, um Informationen auf dem Bildschirm ihrer Laptops hinzuzufügen oder zu ändern. Erreicht das Fahrzeug einen relevanten Punkt, setzt der mit einem speziellen Headset ausgerüstete Beifahrer auf dem Computer einen Markierungspunkt und spricht entweder die dazugehörige Information über das Mikrofon auf, oder zeichnet sie mittels eines Pen Tablets in die Kopie der Datenbank auf dem Laptop.

Zurück im Büro verbinden die Geo- Researcher den Laptop mit der zentralen Hauptdatenbank von  NAVTEQ, um die neu gewonnenen Informationen und Korrekturen in das System zu laden. Das eingesetzte DGPS (Differential Global Positioning System) umfasst eine gezielte Aufbereitung der per Satellit erhaltenen Informationen mit bestimmten Korrekturdaten, um die Genauigkeit der Positionsbestimmung mit GPS zu erhöhen. Das Ergebnis ist eine exakte, umfassende und aktuelle Karten-Datenbasis von NAVTEQ. Im Anschluss codieren die Feldanalysten die korrigierten Informationen und übertragen sie an den Datenbank-Hauptrechner.


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