Garmin GPSMAP 66i mit Iridium-Satellitenkommunikation Test

Karten, Performance & GPS-Empfang

 

Karten

In Sachen Karten zeigt sich Garmin wenig spendabel. Es gibt zwar die routingfähigen TopoActive Europa-Karten  (SW & NO) basierend auf  OSM-Kartenmaterial, aber die TOPO Deutschland V8 PRO sucht man vergebens im Lieferumfang, eine Erfahrung, die wir auch beim Oregon 750t  schon machen mussten. Erfreulicherweise werden die OSM-Karten basierend auf der Mapping-Community immer besser und sind partiell sogar aktueller als Garmin es in seinen TOPO-Deutschland-Karten vermag umzusetzen. Dennoch würden wir uns wenigstens Ausschnitte von Garmin’s TOPO-Karten wünschen, weil man dadurch Zugriff auf Kartenmaterial hätte, welches bezüglich der Aspekte Ästhetik und Informationsgehalt (bspw. Höhenlinien) echten topographischen Karten entsprechen würde und damit die Lesbarkeit beim Wandern erheblich erleichtert. Außerdem würden die OSM- und TOPO-Karten im Zusammenspiel eine gewisse Absicherung bieten: Sollte eine Karte die gewünschten Informationen nicht aufweisen, sind diese möglicherweise Teil der anderen Karte. Im Vergleich dazu stellt TwoNav bei seinen aktuellen Modellen die Deutschland Topo 1:100.000 (Raster), die Topo 1:500.000 (Raster) und die Topo 1:25.000 (für eine vom Nutzer ausgewählte Region, Raster) bereit, wenngleich diese nicht routingfähig sind und das Aktivieren der ebenfalls mitgelieferten OSM-Karte im Hintergrund erfordern. Das Allheilmittel für den Nutzer ist das Konzept von TwoNav somit auch nicht.

     

Nichtsdestotrotz kamen wir in unserem Test mit den OSM-Karten des GPSMAP 66i zurecht und konnten uns auf unseren Touren mit deren Hilfe ausreichend orientieren. Wer allerdings das Abenteuer über den Hausberg hinaus sucht, der sollte sich vor Antritt seiner Tour das passende Kartenmaterial dazu kaufen oder mit Hilfe von Google Earth und einer Bilddatei (z.B. eingescannte Papierkarte oder digitale Topo-Kacheln der Landesvermessungsämter) diese als Custom Maps auf dem 66i installieren.

Seit der 66er-Serie legt Garmin seinen GPSMAP-Geräten die BirdsEye-Satellitenbilder kostenlos bei. Über den Menüpunkt BirdsEye Direct können somit auch beim 66i die Fotos mit Hilfe des integrierten WiFis direkt auf dem Gerät installiert werden. Ein vom Nutzer gewählter Ausgangspunkt und Radius entscheiden dabei über den herunterzuladenden Weltausschnitt. Die Download-Datei darf nicht zu groß sein, wodurch ein Download bspw. niemals ganz Deutschland abdecken kann. Dennoch konnten wir Dateien mit über 1,3 GB und etwas Geduld mühelos herunterladen. Durch die Möglichkeit, topographische Karten zeitgleich mit Satellitenbildern zu aktivieren, konnten wir in unserem Test an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Orientierung gewinnen. Wer auch auf längeren Touren einen Nutzen aus Geofernerkundungen ziehen kann, für den ist das BirdsEye-Feature ebenfalls sehr praktisch.

     

Auswertung Karten

 Garmin
GPSMAP 66i

Amazon
EUR 620,00
TwoNav
Aventura

Amazon
EUR 499,00
TwoNav
Horizon

Amazon
-
Garmin
GPSMAP 64st

Amazon
EUR 340,57
Garmin
Oregon 750t

Amazon
EUR 406,00
Teasi
One 3 Extend

Amazon
EUR 209,99
Summe
1,75

1,3

1,8

2,7

2,0

2,7
Im Lieferumfang
- Topo Active Europe OSM Basis North East (Routingfähig)
- Topo Active Europe OSM Basis South West
(Routingfähig)
- BirdsEye-Satellitenbilder
(Direkt Download auch ohne Abo)
- DEM Weltweit
(Digitales Höhenmodell)

- D Topo 1:100.000 (Raster)
- D Topo 1:500.000 (Raster)
- D Topo 1:25.000 (1 Region, Raster)
- OSM Welt (Routingfähig)
- TomTom Straßenkarte DACH (Vektor, Routingfähig)

- D Topo 1:100.000 (Raster)
- D Topo 1:500.000 (Raster)
- D Topo 1:25.000 (1 Region, Raster)
- OSM Welt (Routingfähig)

- Freizeitkarte EU (nicht Routingfähig)
- BirdsEye-Satellitenbilder (1 Jahr)

- Topo Active EU OSM Basis (Routingfähig)
- BirdsEye-Satellitenbilder (1 Jahr)

- OSM EU
Optional
- Topo PRO (Vektor)
- BirdsEye Select (Raster)
- BirdsEye Select Imagery (Satellit)
- OSM div. Anbieter weltweit
- CityNavigator (Straßenkarten)
- Marinekarten
- Luftfahrtkarten
- Kompass-Karten (Raster)
- u.v.m.

- Topo-Karten (Raster)
- Straßenkarten (TomTom)
- Marinekarten
- Luftfahrt
- Satellitenbilder
- WMS-Server
- OSM div. Anbieter

- Topo-Karten (Raster)
- Straßenkarten (TomTom)
- Marinekarten
- Luftfahrt
- Satellitenbilder
- WMS-Server
- OSM div. Anbieter

- Topo PRO (Vektor)
- BirdsEye Select (Raster)
- BirdsEye Select Imagery (Satellit)
- OSM div. Anbieter weltweit
- Marinekarten
- Luftfahrtkarten
- Kompass-Karten (Raster)
- u.v.m.

- Topo PRO (Vektor)
- BirdsEye Select (Raster)
- BirdsEye Select Imagery (Satellit)
- OSM div. Anbieter weltweit
- CityNavigator (Straßenkarten)
- Marinekarten
- Luftfahrtkarten
- Kompass-Karten (Raster)
- u.v.m.

- OSM Nord A
- OSM Süd A
- Kompass-Karten (Raster)
- MBTiles (eigene Rasterkarten)
Werbung

Performance & GPS-Empfang

Performance

Im Kapitel Performance interessiert uns die Geschwindigkeit bei der Arbeit mit dem Kartenmaterial sowie im Menü. Ebenso ist die Dauer, die das GPSMAP 66i für den Start benötigt, von Relevanz. Hierbei müssen wir aber noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich in unserem Test um die Beta-Version des GPSMAP 66i handelte. Garmin kann die Ergebnisse unseres Tests also positiv (selten negativ) verändern.

Bei der Arbeit mit den Karten hat sich in unserem Test gezeigt, dass es beim 66i erheblich darauf ankommt, welche Karte bzw. wie viele Karten und welcher darzustellende Detailgrad aktiviert sind. Wird der Detailgrad im Menü auf ein Minimum reduziert, kann die Karte beinahe in derselben Geschwindigkeit aufgebaut werden, mit der die Karte gezoomt oder auch diagonal verschoben wird. Allerdings fehlen bei dieser Einstellung wirklich viele Kartenelemente, weshalb es ziemlich schwer ist, sich mittels dieses minimalen Detailgrades noch sicher im Gelände orientieren zu können. Ist dagegen der maximale Detailgrad aktiviert, kann es zu Kartenladeverzögerungen von bis zu 1 bis 2 Sekunden kommen. Das macht die ganze Angelegenheit schon recht ruckelig. Immerhin hat das zusätzlich aktivierte BirdsEye-Satellitenmaterial die Ladegeschwindigkeit mit dieser Einstellung erfreulicherweise nicht verlängert. Als wir jedoch noch das DEM bzw. Digitale Geländemodell aktiviert hatten (sehr versteckt unter: OptionenKarteneinstellungenErweiterte EinstellungenPlastische KarteAnzeigen) hat sich der Aufbau des Kartenausschnitts auf bis zu 23 Sekunden verzögert.

Gedrückte Tastenbefehle wurden beim Umgang mit dem Menü zügig umgesetzt. Lediglich beim Schreiben von Nachrichten über das inReach-Feature mussten wir kleinere Verzögerungen feststellen. Werden viele Buchstaben/Zeichen in kurzer Zeit ausgewählt und gedrückt, hinkt das 66i in der Umsetzung etwas hinterher. Die Aktionen werden aber “nach und nach abgearbeitet”, wodurch kein Tastendruck verloren geht. Beim Start hat das GPSMAP 66i eine solide Leistung gezeigt und konnte in 22 Sekunden das komplette System hochfahren.

GPS-Empfang

Beim Test des GPS-Empfangs haben wir das GPSMAP 66i auf unseren üblichen Teststrecken antreten lassen. Als Kontrahent diente neben anderen Geräten immer das Garmin eTrex 10. Das kleine erschwingliche Navigationsgerät erzielt in unseren Tests seit Jahren die genausten Ergebnisse, weshalb es auch in diesem Test wieder als Messlatte dient.

Test Kurz (Ehlscheid)

Garmin eTrex 10Garmin GPSMAP 66iGarmin fenix 5+

Wir waren nach unserer standardisierten Testrunde extrem von der GPS-Genauigkeit des GPSMAP 66i angetan. Ein Blick auf die Karte verdeutlicht, wie bravourös das 66i auch die eingebauten Herausforderungen meistert:

  • abrupter Straßenseitenwechsel
  • kurzer Abstecher auf die andere Feldwegseite und zurück
  • Abschreiten einer Wellenlinie
  • vor und zurück Laufen auf ein und derselben Linie

Selbst die Stelle vor dem Wald, an dem sich die jeweils aufgezeichneten Tracks eigentlich an einem Punkt berühren müssten, wurde vom GPSMAP 66i gut gelöst. Während die fenix 5+ bei diesem Ergebnis nur noch schwer mithalten kann, ist das eTrex 10 immer noch erstaunlich nah an der GPS-Track-Qualität vom 66i dran.

 

Test Lang (Ehlscheid)

Garmin eTrex 10Garmin GPSMAP 66iGarmin fenix 5+Garmin GPSMAP 66i LiveTrack via Iridium-Satellitennetzwerk

Bei unserer langen Teststrecke zeigt das Garmin eTrex gewohnte Top-Ergebnisse. 98 % aller Trackpunkte haben eine Genauigkeit von unter 10 Metern. Doch auch das GPSMAP 66i kann mit 96 % gut mitmischen. Mit Blick auf die in der Karte eingezeichneten Tracks liefert das 66i auch hier teils bessere Ergebnisse ab als das eTrex 10.

 

Test im Auto (Frontscheibe & Fußraum)

Frontscheibe: Garmin eTrex 10 Garmin GPSMAP 66i / Fußraum: Garmin eTrex 10 – Garmin GPSMAP 66i

Besonders dieser Test der beiden Geräte im Fußraum deutet auf die extrem gute Empfangsleistung des GPSMAP 66i hin. Von den beiden Geräten im Fußraum der Führerkabine kann das 66i präzisere Tracks abliefern.

 

Test mit Fahrrad (Gotha)

Garmin eTrex 10 – Garmin GPSMAP 66i – TwoNav AventuraFossil Q Venture mit Ghostracer App

Auch auf unserer langen Fahrrad-Teststrecke konnte das GPSMAP 66i erstaunlich gute Ergebnisse abliefern. Streckenweise ist die Tracklinie präziser als die des eTrex 10. Zudem schneidet das 66i in puncto “Trackwolken vermeiden” deutlich besser ab. Das sieht man in obiger Karte besonders gut, da wir bei der Fahrradtour häufig Pausen am Wegesrand eingelegt hatten. Demnach hat das eTrex 10 mit dem 66i endlich einen neuen würdigen und teilweise sogar besseren Kontrahenten gefunden.

     

Akkulaufzeit

Laut Garmin schafft das GPSMAP 66i eine Laufzeit von bis zu 35 Stunden mit 10-minütigem Tracking und bis zu 200 Stunden mit 30-minütigem Tracking im Energiesparmodus. Wir haben die Akkulaufzeit zwar noch nicht so systematisch getestet, wie bei Geräten, die bereits auf dem Markt sind, doch konnten wir in unserem Test ebenfalls extrem lange Akkulaufzeiten feststellen. Für einen ersten Eindruck haben wir den DHL Express Versand des GPSMAP 66i von unserem Firmenstandort in Ehlscheid zu einer Außenstelle nach Gotha tracken lassen. Dabei war nicht nur das GPS-Tracking im Expeditionsmodus aktiv, sondern auch das Live-Tracking via Iridium-Satellitennetzwerk. Insgesamt war das 66i bei diesem Versuch 72 Stunden aktiviert und hätte immer noch weiter tracken können. Die untere Karte zeigt die beiden Tracks, die bei diesem Versuch entstanden sind. Fairerweise folgt der gewohnte Test zur Akkulaufzeit, wenn wir das Gerät nach seiner Veröffentlichung erneut testen können.

Test GPS und Iridium Tracking (Ehlscheid – Gotha)

Garmin GPSMAP 66i GPS Tracking im Expeditionsmodus Garmin GPSMAP 66i LiveTrack via Iridium-Satellitennetzwerk

Auswertung Performance und GPS-Empfang

 Garmin
GPSMAP 66i

Amazon
EUR 620,00
TwoNav
Aventura

Amazon
EUR 499,00
TwoNav
Horizon

Amazon
-
Garmin
GPSMAP 64st

Amazon
EUR 340,57
Garmin
Oregon 750t

Amazon
EUR 406,00
Teasi
One 3 Extend

Amazon
EUR 209,99
Summe
2,0

1,75

2,25

1,5

1,9

2,7
Akkulaufzeit




Positionsbestimmung
Geschwindigkeit
Start 22 Sec.
Menü: schnell
Karte: mittelschnell (langsam in der Übersicht)
Routen: sehr langsam

Start 34 Sec.
Menü: schnell
Karte: sehr schnell
Route: schnell

Start 33 Sec.
Menü: schnell
Karte: sehr schnell
Routen: schnell

Start 26 Sec.
Menü: sehr schnell
Karte: sehr schnell
Routen: sehr langsam

Start 14 Sec.
Menü: schnell
Karte: mittelschnell (langsam in der Übersicht)
Routen: langsam

Start 45 Sec.
Menü: sehr schnell
Karte: mittelschnell
Routen: sehr schnell
Stabilität
--> Beta-Version!
Wird mit marktreifem Gerät erneut geprüft.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.