Garmin GPSMAP 66i mit Iridium-Satellitenkommunikation Test

Kommunikation & Connected Features

Kommunikation & Connected Features

Auf Grund zuwachsender Kommunikationsmöglichkeiten und Connected Features wollen wir diese in unserem neuen Bewertungsabschnitt getrennt betrachten. Schließlich wird der Funktionsumfang nicht nur bei Smartphones immer größer, sondern auch, obwohl eher im Zeitlupentempo, bei Outdoor-Navigationsgeräten. Das Garmin GPSMAP 66i eignet sich durch seine inReach-Technologie bestens, sich als erstes Gerät dieser Benotung zu stellen.

Kommunikationssystem

Das prominenteste Kommunikationssystem des 66i ist ganz klar das Satellitennetzwerk. Weitere Möglichkeiten sind Funk (Walki-Talkie) oder ein Funknetzwerk (Mobiltelefon SIM-Karte). Letzteres hatten beispielsweise die TwoNav-Geräte unseres letzten Outdoor-Navi Tests über 2G GSM.

Da wir den inReach Explorer+ von Garmin bereits testen konnten, ziehen wir diesen ebenfalls als Referenz hier heran. Dieser hatte bereits die Funktionalität von DeLorme integriert und konnte dadurch über das Iridium-Satellitennetzwerk allerlei Kommunikationsoptionen nutzen. Allerdings fühlte sich der inReach Explorer+ noch mehr wie ein DeLorme-Gerät im Mantel eines Garmin-Navis an, weil die Menüstruktur und Symbolik noch wenig Ähnlichkeiten mit Garmin’s üblichen Outdoor-Navis erkennen ließ.

Auch die Karte und Navigationsfunktionen waren nur sehr rudimentär vorhanden. Das hat sich jedoch gewaltig geändert, so dass es Garmin geschafft hat, die inReach-Technologie nahtlos in das Ökosystem des Unternehmens einzufügen. Nun können alle inReach-Funktionen auf dem Gerät im Menü unter dem Punkt “iR Nachrichten” gefunden werden. Das “SOS” hat ebenso einen weiteren Menüpunkt bekommen, ist natürlich aber wie bisher über den SOS-Button auslösbar.

Unserer Meinung nach ist die Kommunikation via Iridium-Satellitennetzwerk mit Abstand die zuverlässigste Möglichkeit, um bei langen, entfernten und wilden Touren mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben. Iridium ist derzeit der einzige Anbieter eines weltumspannenden Satellitennetzwerks, wodurch bei freier Sicht zum Himmel und einem Höhenwinkel von mindestens 8,2° immer ein Satellit verfügbar ist. Befindet man sich jedoch gerade in einer Schlucht (wie bspw. dem Zion Canyon in den USA,kann sich die Wartezeit um über eine Stunde verzögern, eben bis ein Satellit tatsächlich “in Sichtkontakt” senkrecht über der Schlucht vorbei fliegt.

 

Für die Nutzung des inReach-Features ist ein aktives Satellitenabonnement zwingend erforderlich! Es gibt ganz unterschiedliche Abos, welche sich kostentechnisch zunächst in der Zielgruppe unterscheiden (Privat/Unternehmen). Ein weiterer Punkt, der die Kosten differenziert, ist die Frage nach der Flexibilität (Jahresabo/Monatsabo). Zum Schluss ist der Funktionsumfang für den Endpreis ausschlaggebend.

Wer ein Live-Tracking mit 2 Minuten Intervallen betreiben will, muss tiefer in die Tasche greifen als jemand, der sich mit 10 Minuten Intervallen und 10 inklusiven SMS-Nachrichten zufrieden gibt. Mehr Details zeigt die untere Tabelle von Garmin.

Durchaus erwägenswert ist Protegear, ein weiterer Anbieter von Satellitenabonnements neben Garmin. Dort gibt es wirklich interessante Abos, zum Beispiel für Nutzer, die eigentlich nur tracken wollen und andere, die ihr 66i gänzlich zum Office umfunktionieren wollen. Mehr Informationen dazu hier.

 

Gerade Einzelgänger oder Gruppen, deren Leiter eine extrem hohe Verantwortung für ihre Schützlinge haben, können von folgenden Kommunikationsfunktionen unglaublich profitieren:

  • Nachrichten: Als Notruf-SMS lassen sich Nachrichten an die GEOS Leitzentrale senden und gleichzeitig über die Zwei-Wege-Kommunikation von dort empfangen. Gleiches gilt für “normale” SMS an Freunde, Familie oder seine Firma. Egal wo man steckt, SMS werden gesendet und Antworten darauf empfangen. E-Mails können auf die gleiche Art versendet werden. Hier muss allerdings der GPSMAP-66i-Besitzer den ersten Schritt machen und eine E-Mail an den Betreffenden versenden. Erst dadurch erhält der Empfänger die Adresse, an die er antworten kann. Auch Wetterdaten lassen sich über eine SMS-Anfrage empfangen. Nutzt man Garmin’s Mapshare-Plattform zur Kommunikation, kann man auch darüber Nachrichten direkt an den 66i-Nutzer senden sowie Antworten über Mapshare empfangen.
  • Live-Tracking: Parallel dienst die Mapshare-Plattform dem Teilen eines Live-Tracks. Damit können ausgewählte Personen den Track des GPSMAP-66i-Benutzers live mitverfolgen. Lediglich die Sendezeiten werden hier auf 2 Minuten begrenzt, wodurch der Track ein wenig kantig aussehen kann. Eine solche Funktion ist natürlich auch für Rettungsteams von unschätzbarem Wert, da sie besser rekonstruieren können, wie sich der Verunglückte fortbewegt hat und wo sein Aufenthaltsort zum Zeitpunkt der Rettung sein könnte.
  • Social Media: Wem die restlichen Optionen zu wenig vernetzt erscheinen, der kann auch direkt über das 66i seine Social Media Kanäle von Twitter und Facebook mit Nachrichten füttern.

     

Notrufzentrale

Wirklich klasse an dem Gerät ist der (mögliche) Kontakt zur GEOS Notfallüberwachungszentrale. Die Zentrale ist 24 Stunden besetzt und realisiert dadurch einen interaktiven Kontakt über SMS-Nachrichten. Also auch wenn Freunde und Familie noch schlafen und Hilfe-Nachrichten nicht mitbekommen sollten, würde GEOS dem Nutzer zur Seite stehen und die zuständigen Rettungskräfte mobilisieren. An dieser Stelle, basierend auf einer Nutzernachfrage, noch ein paar Worte zu den Kosten, die im Falle eines Notfalls zustandekämen:

  • Die Kosten, die für die Verbindung via Satelliten-Netzwerk und die Nutzung der GEOS-Rettungszentrale entstehen, sind durch die Iridium gedeckt. Die Kosten, die nach der Absprache mit GEOS entstehen, werden unterschiedlich getragen.
  • Sollte es in Deutschland zu einem Rettungseinsatz kommen, übernimmt das die gesetzliche oder private Krankenversicherung des Verunglückten. Aber nur, wenn es sich um eine “Rettung” handelt, das heißt der Einsatz “medizinisch notwendig” war, weil es bspw. einen Snowboard-Unfall mit Knochenbrüchen gab. Hat man sich hingegen im tiefen Wald verirrt und schafft es nicht mehr alleine heraus oder sitzt irgendwo fest, so dass der Helikopter kommen muss, handelt es sich um eine “Bergung”. Dann übernehmen die Krankenkassen nur einen Teil oder im ungünstigen Fall gar nichts.
  • Im Ausland ist es wieder anders. Dort benötigt man eine Auslandsreisekrankenversicherung. Diese ist meist günstiger als die angebotenen Unfallversicherungen im Heimatland, deckt allerdings dann meist nur Beträge von bis zu 10.000 Euro ab. Daher gibt es Zusatzversicherungen von GEOS, die bis zu 100.000 US-Dollar an Rettungskosten übernehmen.
  • Sollte man eine Unfallversicherung haben, werden die Kosten sicherlich gedeckt. Auch der DAV übernimmt für seine Mitglieder einiges an Kosten. Trotzdem sollte man vor einem Trip unbedingt die Details mit seinem Versicherer klären.

Drahtlose Verbindungen

Das GPSMAp 66i besitzt natürlich noch weitere Connected Features, welche über WiFi, Bluetooth (BL) oder ANT+ verfügbar sind. Einige davon haben wir schon an anderen Stellen im Testbericht beschrieben, andere erwähnen wir hier zum ersten mal. Noch nicht genannt wurden die Wetterkarten. Sie sind extrem detailliert und geben einen sehr anschaulichen Eindruck über die Wolkenbedeckung, Windrichtungen, Temperaturen und Niederschlag.

Mit dem ebenfalls über WiFi und BL nutzbaren Connect IQ Store können grundsätzlich weitere Funktionen auf dem GPSMAP 66i installiert werden. Zum Zeitpunkt unseres Tests konnten allerdings neben der bereits erwähnten WikiLoc App noch keine weiteren Apps auf der Beta-Version integriert werden.

Über BL ist außerdem das Empfangen von Smart Notifications auf dem GPSMAP 66i möglich. Die Smart Notifications haben in unserem Test gut funktioniert. Wir wurden diverse Male auf eingehende Anrufe oder Nachrichten hingewiesen, die wir über das im Rucksack befindliche Smartphone sonst nicht mitbekommen hätten.

     

Über ANT+ lassen sich wiederum allerhand Sensoren mit dem GPSMAP 66i koppeln, wie z.B. ein Herzfrequenzbrustgurt, den wir bei unserer Fahrradteststrecke mit dem Navi koppeln konnten. Dadurch sahen wir unseren Puls direkt in der Kartenansicht als Datenfeld und später über die GPX-Datei als Graphen. Auch Trittfrequenzsensoren lassen sich auf diese Weise koppeln. Selbst Garmin’s XERO Bogenvisier kann gekoppelt werden, um den abgeschossenen Pfeil später über das GPS wiederfinden zu können. Die folgende Tabelle gibt einen übersichtlichen Einblick in den Umfang der drahtlosen Verbindungen und ihrer angeknüpften Features.

Auswertung Kommunikation & Connected Features

 Garmin
GPSMAP 66i

Amazon
EUR 620,00
TwoNav
Aventura

Amazon
EUR 499,00
TwoNav
Horizon

Amazon
-
Garmin
GPSMAP 64st

Amazon
EUR 340,57
Garmin
Oregon 750t

Amazon
EUR 406,00
Teasi
One 3 Extend

Amazon
EUR 209,99
Summe
1,67

3,33

3,33

4,5

4,0

5,0
Kommunikationssystem
(Funk/Funknetzwerk/Satellit)


Satelliten-Kommunikation:

Iridium-Netzwerk
(66 Satelliten)
Abdeckung weltweit durchgängig bei freier Sicht zum Himmel ab Höhenwinkel von 8,2°
- kostenpflichtiges Abo erforderlich

Nachrichten:
- Notruf SMS (senden & empfangen)
- SMS (senden & empfangen)
- eMail (senden & empfangen)
- MapShare-Plattform (senden & empfangen)
- Wetterdaten (empfangen)

Live-Tracking:
- MapShare-Platform

Social Media:
- Twitter
- Facebook



Funknetzwerk-Kommunikation (SIM-Karte):

2G GSM Mobilfunk-Netz mit GPRS
Abdeckung in Europa und Nordamerika weitflächig ausgebaut
- kostenpflichtiges Abo erforderlich

Nachrichten:
- Notruf SMS (senden)
- Notruf eMail (senden)
- Live-Tracking eMail (senden)

Live-Tracking:
- SeeMe Service


Funknetzwerk-Kommunikation (SIM-Karte):

2G GSM Mobilfunk-Netz mit GPRS
Abdeckung in Europa und Nordamerika weitflächig ausgebaut
- kostenpflichtiges Abo erforderlich

Nachrichten:
- Notruf SMS (senden)
- Notruf eMail (senden)
- Live-Tracking eMail (senden)

Live-Tracking:
- SeeMe Service

Notrufzentrale

Notfallüberwachungszentrale:
GEOS
- 24 Stunden
- Interaktiver Kontakt über SMS-Nachrichten





Drahtlose
Verbindungen

(WiFi/BL/ANT+)


WiFi:
- Birds Eye Direct
- Wetterkarten
- Live-Geocaching.com
- IQ-Connect App Download
(Wikiloc - zur Zeit der Beta-Version!)
- Drahtlose Übertragung
(senden & empfangen)

Bluetooth:
- Smart Notifications
- IQ-Connect App Download
- VIRB-Fernbedienung
Positionsbestimmung
+ Garmin Explore App
+ Garmin Connect App

ANT+ Sensoren:
- Herzfrequenz
- Geschwindigkeit
- Trittfrequenz
- Geschw.+Trittfrequ.
- Temperatur
- XERO


WiFi:
- GO Cloud Speicher
- Online-Routen
(GPSies.de, TraceGPS.com, La-Trace.com, IGNrando.fr, utagawaVTT.com)

ANT+ Sensoren:
- Herzfrequenz
- Geschwindigkeit
- Trittfrequenz
- Geschw.+Trittfrequ.
- Powermeter



WiFi:
- GO Cloud Speicher
- Online-Routen
(GPSies.de, TraceGPS.com, La-Trace.com, IGNrando.fr, utagawaVTT.com)

ANT+ Sensoren:
- Herzfrequenz
- Geschwindigkeit
- Trittfrequenz
- Geschw.+Trittfrequ.
- Powermeter


WiFi:
- Garmin Adventures

Bluetooth:
- Smart Notifications
- VIRB-Fernbedienung

ANT+ Sensoren:
- Herzfrequenz
- Temperatur
NOCH MEHR?


WiFi:
- Garmin Adventures
- Live-Geocaching.com
- IQ-Connect App Download
(Wikiloc, Komoot, Ebike Field uva.)

Bluetooth:
- Smart Notifications
- VIRB-Fernbedienung
- IQ-Connect App Download

ANT+ Sensoren:
- Herzfrequenz
- Temperatur
NOCH MEHR?
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