Test: TwoNav Cross, Trail 2 (Bike), Aventura 2, Garmin GPSMap 65s

Leistung: Höhenmesser, Standort, Akku, System

Leistung: Höhenmesser, Standort, Akku, System

In dieser Kategorie bewerten wir die Genauigkeit und Zuverlässigkeit des Höhenmessers sowie der Standortbestimmung. Darüber hinaus bewerten wir die Akkulaufzeit und die Arbeitsgeschwindigkeit des Gesamtsystems.

 Garmin
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Cross Extend

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Aventura 2

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Trail 2 (Bike)

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Höhenmesser
Standort
Akkulaufzeit
Geschwindigkeit
schneller Start, schneller Empfang

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten
Summe
1,9

2,0

1,7

1,9

Barometer / Höhenmesser

Alle Testkandidaten besitzen einen barometrischen Höhenmesser. Damit der Höhenmesser korrekte Werte liefert, muss dieser kalibriert werden. Der Höhenmesser kann manuell durch Eingabe der bekannten Höhe kalibriert werden oder per GPS. Bei den TwoNav kann die Höhe auch von der Karte übernommen werden. Die automatische bzw. fortlaufende Kalibrierung ist beim GPSMap 65s nur über GPS möglich, kann aber auch deaktiviert werden. Bei den TwoNav-Geräten bieten sich viele Möglichkeiten zur automatischen Kalibrierung. Die Höhe kann nur über GPS, nur über die Karte oder nur über das Barometer ermittelt werden. Zusätzlich gibt es noch den Modus der automatischen Kalibrierung per GPS (Standard) sowie der automatischen Kalibrierung über das 3D-Modell der Karte.

Die Geräte wurden zum Start der Tests manuell kalibriert und die automatische Kalibrierung deaktiviert. Die Höhe wurde also nur über den barometrischen Höhenmesser ermittelt. Vorteil dieser Art von Tests ist, dass Fehler, welche durch die automatische Kalibrierung über GPS entstehen, ausgeschlossen sind und wirklich nur die barometrische Leistung erfasst wird.

An dieser Stelle wird es etwas kompliziert. Jeder Sensor hat ein Grundrauschen. Der Messwert ändert sich also, obwohl der reale zu messende Parameter, in dem Fall die Höhe, sich nicht ändert. Wir haben daher zunächst mal das Grundrauschen getestet und die Geräte 10 Minuten lang die Höhe 1x pro Sekunden aufzeichnen lassen.

Grundrauschen 10 Minuten

ohne Filter
1m Filter
Garmin GPSMap 65s 17m 0m
Garmin Instinct Solar 2m 0m
Garmin fenix 5 Plus 2m 0m
TwoNav Trail 2 24,5m 1m
TwoNav Aventura 2 19,5m 0m
Two Cross 17,5m 1m
Garmin etrex 10 6m 0m

 

Das Grundrauschen alleine ist noch nicht unbedingt ein guter Indikator für die erreichbare Genauigkeit. Allerdings kann am Grundrauschen schon mal gezeigt werden, welcher minimale Filter sinnvoll ist, um bei einer realen Tour nicht überhöhte Summen alleine durch das Grundrauschen zu erhalten. Doch vorab sei an dieser Stelle gesagt: Nur die TwoNav-Geräte können einen individuellen Filter für die kumulierte Höhe anwenden. Der Nutzer kann in der TwoNav-Software unter > Einstellungen > Profil > Aufzeichnung Aktivität > Kumul. Min. Höhe die Werte 1, 3, 5, 10 und mehr Meter einstellen. Im Standard sind 5 Meter eingestellt, für viele Aktivitäten ein schlechter Wert wie sich noch zeigen wird.

Die Einstellung ohne Filter kann am Gerät (aus gutem Grund, siehe Test Grundrauschen) nicht aktiviert werden. Allerdings kann die kumulierte Höhe in der Auswertungssoftware CompeGPS Land ganz ohne Filter berechnet werden. Die Einstellung im Gerät dient deshalb nur zur Anzeige im Gerät und reduziert nicht die Trackaufzeichnung, so dass später in der Auswertungssoftware erneut festgelegt werden kann, welche kumulierte Min. Höhe gelten soll. Zur Erklärung: Liegt die Einstellung für die kumul. Min. Höhe z.B. bei 5 Metern, so wird nur dann die Höhe summiert, wenn am Stück 5 Höhenmeter gemessen werden. Geht es aber nur 4 Meter hoch, dann wieder 1 Meter runter und dann wieder 4 Meter hoch, würde keine Höhe summiert werden.

 

Bei Garmin hat man leider all diese Möglichkeiten nicht. Im Garmin GPSMAP 65s ist für die Anzeige im Gerät ein fester Filter (Wert und Berechnungsmethode unbekannt) hinterlegt. Auch in der Auswertungsplattform Garmin Connect kann kein Wert für die kumulierte Min. Höhe festgelegt werden. Wir haben daher in den folgenden Tests die Tracks auch in Garmin Connect hochgeladen und die dort ermittelte summierte Höhe in unserem Testergebnis angegeben.

Treppentest

Wir haben eine Treppe mit der Höhe von 2,3 Meter x 20 ohne wesentliche Pause bestiegen, was einen Sollwert von 46 Metern ergibt. Die Anzeige auf den Geräten mit Standardeinstellung war ernüchternd. Nur die Garmin-Geräte haben überhaupt Höhe summiert und nur das GPSMap 65s immerhin 13 Meter, was aber auch eine sehr hohe Abweichung von mehr als 50 Prozent bedeutet.

In Garmin Connect ausgewertet, ist das Ergebnis kaum besser, für das GPSMap 65s wird nun gar keine Höhe summiert, für die anderen Geräte nur minimale Summen. Der interne Filter von Garmin Connect scheint daher deutlich höher als 1 Meter zu sein, was eigentlich keinen Sinn macht, denn das Rauschen der Garmin-Geräte wurde mit einem 1 m Filter bereits vollständig eleminiert wie wir vorangehend gezeigt haben.

Stellt man die TwoNav Geräte auf einen Filter von 1 Meter (statt wie im Standard 5 Meter) sieht die Welt der Höhenmessung schon viel besser aus. Das Aventura 2 erreicht mit 38 Metern immerhin über 80 Prozent der Höhensumme ein guter Wert für den geringen Höhenunterschied von nur 2,3 Metern. Das TwoNav Cross fällt etwas ab und liegt sogar hinter dem Garmin etrex10, welches nur mit der GPS-Höhe immerhin knapp 50 Prozent der Höhe summieren konnte.

Sollwert für diesen Test: 46 Meter

Anzeige im Gerät
(bei TwoNav mit Standardeinstellung 5 m Filter)
Garmin Connect
(Filtermethode unbekannt und nicht änderbar)
Filter 1m
(Anzeige in Land bzw. bei TwoNav auch am Gerät)
Ohne Filter
(Anzeige in Land)
Garmin GPSMap 65s 13m 0m 32m 49m
Garmin Instinct Solar 6m 6m 23m 39m
Garmin fenix 5 Plus 3m 3m 22m 37m
TwoNav Trail 2 0m 6m 34m 53m
TwoNav Aventura 2 0m 2m 38m 52m
Two Cross 0m 1m 15m 33m
Garmin etrex 10 NA 3m 22m 46m

 

Turmtest

Uns war klar, dass die minimalen Höhenunterschiede einer kleinen Treppe eine extreme Herausforderung sind, daher haben wir die Schwierigkeit reduziert und 10 x einen 20,19 Meter hohen Turm bestiegen. Der Sollwert für diesen Test beträgt also 201,90 Meter.

 

Das Diagramm zeigt bereits: Das etrex10 berechnet deutlich zu wenig Höhenmeter. GPS ist leider in Bezug auf die Höhe nicht sehr genau, weshalb ein barometrischer Höhenmesser für eine nutzbare Summe der Höhenmeter unerlässlich ist.

Im Diagramm ist gut sichtbar: Das TwoNav Cross macht die Spitzen und Tiefen nicht ganz mit und es war daher eine zu geringe Summe der Höhenmeter zu erwarten. Die absolute Höhe nimmt im Verlauf ab. Diese Abnahme über alle Geräte hinweg lässt darauf schließen, dass der Luftdruck selbst in der recht kurzen Zeit (ca. 20 Minuten) zugenommen hat. Diese Abnahme erklärt die grundsätzliche Notwendigkeit, einen barometrischen Höhenmesser regelmäßig manuell oder automatisch zu kalibrieren. Unklar ist, warum auch das etrex 10 eine vergleichbare Abnahme der Höhe zeigt, obwohl hier nur mit GPS gemessen wurde. Einzig sinnvolle Erklärung: Zufall.

Sollwert für diesen Test: 201,90 Meter

Anzeige im Gerät
(bei TwoNav mit Standardeinstellung
5m Filter)
Garmin Connect
(Filtermethode unbekannt und nicht änderbar)
Filter 1m
(Anzeige in Land bzw. bei TwoNav auch am Gerät)
Ohne Filter
(Anzeige in Land)
Garmin GPSMap 65s 193m 188m 200m 214m
Garmin Instinct Solar 183m 183m 194m 201m
Garmin fenix 5 Plus 170m 170m 191m 199m
TwoNav Trail 2 191m 191m 201m 214m
TwoNav Aventura 2 178m 178m 200m 211m
Two Cross 168m 168m 182m 192m
Garmin etrex 10 NA 103m 123m 135m

 

Das Ergebnis ist erstaunlich! Mit den Standardeinstellungen zeigt das Garmin GPSMAP 65s mit über 95 Prozent die genauste Summe an. Schon im Treppentest ist aufgefallen: Der interne Filter des GPSMap 65s ist etwas geringer als in Garmin Connect. Das ist insofern verwunderlich, als dass für die beiden Garmin-Uhren die Anzeige am Gerät mit der Anzeige in Garmin Connect 1:1 übereinstimmt und daher der gleiche Filter zum Einsatz kommt.

Denkt man nun zunächst, die TwoNav-Geräte wären nicht ganz in der Lage, die Höhe korrekt zu summieren, liegt man falsch. Ändert man die Standardeinstellung der TwoNav-Geräte von 5 Meter auf 1 Meter, sind die Ergebnisse hervorragend genau, sieht man vom TwoNav Cross ab, welches bereits beim Treppentest negativ aufgefallen ist. Natürlich verbessert sich auch das Garmin GPSMap 65s mit einem 1-Meter-Filter (in der Auswertung über CompeGPS Land) deutlich und liefert nahezu eine Punktlandung. Schade, dass Garmin hier weder am Gerät noch in Garmin Connect eine entsprechende Einstellung hat. Der Nutzer kann daher nur in der Garmin-Welt nicht die besten Ergebnisse aus der sehr guten Hardware erhalten.

Das TwoNav Aventura2, das Trail2 sowie das Garmin GPSMap 65s nehmen sich in Bezug die Genauigkeit des Höhenmessers nicht viel und sind extrem gut. Es zeigt sich, dass ein hohes Grundrauschen kein Nachteil sein muss und mit den richtigen Filtern eher zu einer hohen Genauigkeit führt. Die Uhren fallen etwas, das TwoNav Cross leider deutlich, ab. Das etrex10 hat ohne barometrischen Höhenmesser keine Chance. Dank der Filtermöglichkeiten direkt am Gerät sind die beiden TwoNav-Geräte Aventura 2 sowie Trail 2 die bisherigen Sieger!

Tourtest

Der bisherige Test hat eine gute Aussagekraft für die reine barometrische Höhenmessung und Summierung. Das Ganze verliert jedoch an Aussagekraft, wenn sich der Luftdruck im Laufe einer Tour ändert und keine ständige (mind. jede Stunde) exakte manuelle Kalibrierung möglich ist. Denn in aller Regel verwendet man eine automatische Kalibrierung über GPS und diese kann viele Tücken mit sich bringen. Schlechter GPS-Empfang über einen längeren Zeitraum kann z.B. eine falsche Kalibrierung nach sich ziehen und Sprünge verursachen. Daher haben wir uns einen entsprechenden Test ausgedacht und hoffen damit, realen Bedingungen nahe zu kommen und dennoch reproduzierbare Ergebnisse zu messen und vor allem eine verlässliche Referenz nutzen zu können. Wir haben eine Strecke verwendet, welche nur bergauf bzw. bergab geht und wo Starthöhe und Zielhöhe bekannt sind.

Referenz:  Start-/Zielhöhe 391,5 Meter, Summe Auf/Ab 859,5 Meter

Starthöhe Zielhöhe Anzeige im Gerät
(bei TwoNav mit Standardeinstellung
5 m Filter)
Garmin Connect
(Filtermethode unbekannt und nicht änderbar)
Filter 1 m
(Anzeige in Land bzw. bei TwoNav auch am Gerät)
Ohne Filter
(Anzeige in Land)
Garmin GPSMap 65s 387m 396m +891m / -886m +888m / -880m +895m / -886m +901m / -892m
Garmin Instinct Solar 381m 383m +887m / -887m +887m / -887m +889m / -888m +899m / -898m
Garmin fenix 5 Plus 387m 379m +895m / -892m +895m / -892m +895m / -904m +907m / -915m
TwoNav Trail 2 390m 398m +887m / -880m
+895m / -888m +903m / -895m +924m / -915m
TwoNav Aventura 2 385m 386m +888m / -889m +889m / -888m +892m / -892m +908m / -908m
Two Cross 392m 392m +886m / -886m +890m / -890m +891m / -891m +901m / -901m
Garmin etrex 10 389m 395m NA +891 / -887m +895m / -891m +907m / -903m

Das Testergebnis zeigt vor allem eines: Gibt es nur stetige An- bzw. Abstiege, bringt ein Barometer keine wesentlichen Vorteile. Das Garmin etrex10 erreicht auch ohne Barometer eine vergleichbare Genauigkeit. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind insgesamt minimal und nicht signifikant. Echte Probleme mit der automatischen Kalibrierung zeigt der Test nicht. Vermutlich war der Test insgesamt zu kurz und nicht anspruchsvoll genug. Bei einem komplexeren Höhenverlauf würde man aber an der Erstellung einer genauen Referenz scheitern. Um die Genauigkeit der Höhenmessung zu bewerten, ist daher der Turm- und Treppentest besser geeignet.

Insgesamt sind die Unterschiede gering. Dank der Möglichkeit, direkt am Gerät über die minimale Höhensumme Einfluss zu nehmen, haben wir die TwoNav-Geräte besser bewertet. Das Cross allerdings zeigte Schwächen im Turm- und Treppentest.

Standortbestimmung

Alle vier Geräte empfangen Signale der amerikanischen GPS-, der russischen Glonass- sowie der europäischen Galileo-Satelliten. Bei Garmin kann der Nutzer zwischen GPS-only sowie Multi-GNSS wählen, wobei zusätzlich auch noch QZSS (Japan) und IRNSS (Indien) empfangen wird. TwoNav lässt den Nutzer zwischen GPS, GPS + Galileo, GPS + Glonass oder GPS + Glonass + Galileo wählen. Da die Möglichkeit in Europa von drei Satellitensystemen im Consumerbereich relativ neu ist, waren wir sehr gespannt, wie sich die Geräte im Vergleich zu Systemen schlagen, die „nur“ GPS oder „GPS+Glonass“ verwenden.

Anders als bisher haben wir die Testkandidaten nicht nur mit unserem langjährigen Referenz-GPS, dem Garmin etrex 10, verglichen, sondern auch mit den GPS-Uhren Garmin venu Sq sowie Garmin Instinct Solar. Das Garmin etrex 10 nutzt GPS+Glonass und die beiden GPS-Uhren nutzen GPS+Galileo.

Zunächst haben wir die venu Sq auf unserer Standard-Teststrecke antreten lassen. Alle Geräte waren so eingestellt, dass die maximale Anzahl von Trackpunkten gesetzt wird. Alle Geräte im Vergleich erreichten mit der passenden Einstellung eine Standortbestimmung pro Sekunde.

Google Maps

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Wir haben mit unserem Garmin etrex 10 in den letzte Jahren so ziemlich alles „geschlagen“ was es zu testen gab: Smartphones, GPS-Uhren, GPS-Tracker aber auch andere Outdoor-Navis von Garmin selbst und von vielen anderen Herstellern. Ausnahmslos war das etrex10 der Gewinner, auch wenn es in letzter Zeit immer mal wieder Outdoor-Navis gab, die dem etrex10 zumindest annähernd ebenbürtig waren.

 

Doch es war immer klar: Es würde der Tag kommen… und nun ist er da. Die neue Empfängergeneration zeigt ganz klar, es ist Verbesserung erreicht worden. Die Genauigkeit erreicht nun mit einer mittleren Abweichung von unter 2 Metern einen Bereich, in dem es schwer wird, noch Aussagen über die Genauigkeit zu machen, da schlicht eine derart genaue Referenz schwer zu erreichen ist. Auch Kartendaten sind nicht unendlich genau, was man beim Vergleich unterschiedlicher Karten schnell merkt. Guten Empfang vorausgesetzt, erreichen die neuen Geräte eine Genauigkeit, welche nur noch mit den Möglichkeiten der Vermessungstechnik genauer untersucht werden könnten.

Das Garmin GPSMAP 65s sowie die drei TwoNav-Geräte sind derart genau, dass jeder Wechsel der Straßenseite und jeder kleine Abstecher aufgezeichnet wird. Beim Gang ums Haus wird eine derart hohe Genauigkeit erreicht, dass man wirklich erstaunt ist. Als die Geräte dann allerdings unter dem Carport in eine schwierige Empfangsposition gebracht wurden, zeigten sich erste Unterschiede, welche im nachfolgenden Test genauer betrachtet werden.

Links nach rechts: Garmin Instinct Solar, GPSMAP 65s, etrex10, TwoNav Cross, Trail 2, Aventura 2, Venu SQ
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Bei dieser Runde lagen die Geräte im Heck eines VW-Busses angeordnet. Die recht anspruchsvolle Strecke verläuft durch ziemlich enge Täler und einen Tunnel. Die Anforderungen an den Empfang sind durch die Abschirmung im Fahrzeug und die eingeschränkte Sicht zum Himmel (Tal) deutlich höher. Die kleinen Antennen in den GPS-Uhren kommen in diesem Test bereits deutlich an die Grenze. Die große Helix-Antenne des GPSMap 65s kann nun ihren Vorteil voll ausspielen und zeigt einen erheblich besseren Empfang. Die Helix-Antenne ist gegenüber den Patch-Antennen der TwoNav-Geräte weniger auf eine gute Ausrichtung zum Himmel angewiesen, was in diesem Test ein Vorteil ist. Doch auch das gute alte etrex10 zeigt gegenüber den TwoNav-Geräten geringere mittlere Abweichungen. Wie schwer der Empfang im Fahrzeug ist, zeigen die GPS-Uhren. Unter dem Gesichtspunkt sind auch die Tracks der TwoNav-Geräte auf jeden Fall noch als gut zu bewerten.
Insgesamt sind die neuen Multi-Empfänger aus unserer Sicht ein echter Vorteil und bringen ein Plus an Genauigkeit, vor allem bei guten Empfangsbedingungen. Besonders beim Geocaching bringt diese Art der Genauigkeit einen Nutzen. Unter schwierigen und sehr schwierigen Bedingungen können auch Multi-Empfänger keine Wunder vollbringen. Klarer Gewinner ist das Garmin GPSMAP 65s, welches wohl in Zukunft neben dem etrex10 die neue Referenz sein wird.

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Höhenmesser
Standort
Akkulaufzeit
Geschwindigkeit
schneller Start, schneller Empfang

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten
Summe
1,9

2,0

1,7

1,9

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit zu vergleichen, ist immer schwierig und nahezu unmöglich. So ergeben sich z.B. alleine durch die unterschiedlichen Displaytypen große Unterschiede. Das Display des GPSMAP 65s benötigt in der Regel keine Hintergrundbeleuchtung und spart damit bereits viel Energie. Viele Funktionen wie WLAN, GPRS, Bluetooth, Sensoren und nicht zuletzt die Temperatur haben großen Einfluss auf die Laufzeit.

Die Hersteller selbst geben folgende Akkulaufzeiten an, allerdings ohne genauer zu beschreiben, unter welchen Bedingungen:

  • TwoNav Cross: 20 Stunden
  • TwoNav Trail2: 20 Stunden
  • TwoNav Aventura2: 36 Stunden
  • Garmin GPSMAP 65s: 16 Stunden

Der Laufzeitunterschied zwischen dem TwoNav Trail2 sowie Aventura2 kommt vor allem durch den größeren Akku 4000 mAh vs. 6000 mAh zustande. Das Garmin GPSMAP 65s haben wir mit Kentli 1,5 Volt Lithium-Ionen-Akkus betrieben. Dieser neue Akkutyp bietet eine hohe Kapazität, gute Leistung (sogar bei Kälte) und kann weit mehr als 2000mal wieder geladen werden. Der Kentli 3000 mWh AA-Akku erreicht ca. 3000 mWh und hat damit eine Kapazität, welche deutlich über dem Garmin AA-Akkupack mit 2400 mWh liegt. Noch etwas mehr Kapazität hätten Lithium-Einwegbatterien. Wer mehr zum Thema AA-Akkus, AA-Batterien, Kapazität, Vor- und Nachteile erfahren möchte, sollte unbedingt unseren AA-Akku Vergleichstest lesen.

Wir haben folgende Akkulaufzeiten gemessen:

Test Cross Trail2 Aventura2 GPSMAP 65s
Display dauerhaft ein, Beleuchtung 100 %, Trackaufzeichnung

17:50 h

18:45 h

27:05 h

12:10 h

Display dauerhaft ein, Beleuchtung 100 %, Livetrack GPRS/BT

17:15 h

17:40 h

26:15 h

na

Display dauerhaft ein, Beleuchtung 20 %, Trackaufzeichnung

20:20 h

29:50 h

40:05 h

na

Display aus, Trackaufzeichnung

26:45 h

36:05 h

48:30 h

na

Displaybeleuchtung aus, Trackaufzeichnung

na

 na

na

17:45 h

Die Akkulaufzeit der TwoNav-Geräte könnte weiter erhöht werden, wenn man in der Software die dauerhafte Standortbestimmung deaktiviert und ein Intervall von z. B. einer oder 10 Minuten aktiviert. Das Intervall kann in der Software frei gesetzt werden und die Laufzeit noch mal deutlich verlängern. Das Garmin GPSMAP 65s verfügt leider über keinen Ultra-Track-Modus, wie viele andere Garmin-Produkte.

Akkuladezeit

Es ist immer das gleiche: Eine spontane Tour soll starten und der Akku des Navis ist leer. Das GPSMAP 65s hat einen Trumpf, man kann einfach schnell die AA-Batterien/Akkus wechseln und schon kann’s losgehen. Für das Aventura2 könnte man theoretisch einen zweiten Akkupack oder den optionalen AA-Batterieadapter verwenden, um sofort einsatzbereit zu sein. Wir haben folgende Ladezeiten für die TwoNav-Geräte gemessen:

Das Cross hat eine höhere Ladeleistung, den kleinsten Akku und ist daher bereits in knapp 4 Stunden geladen. Der USB-C-Anschluss unterstützt leider kein Powerdelivery und muss demnach über ein USB-C zu USB-Kabel an einem normalen USB-Anschluss/-Netzteil geladen werden. Die Ladezeiten vom Trail2 (Mirco-USB) mit knapp 6,5 Stunden bzw. Aventura2 (Mirco-USB) mit 8 Stunden sind schon extrem lang. Hier wären höhere Ladeleistungen, wie bei den meisten Smartphones längst Standard, wünschenswert.

Leistung System

Bei Smartphones kann man über Benchmark Tools leicht die Performance messen, bei Outdoor-Navis muss man sich mehr auf das Gefühl verlassen. Gut messen lässt sich immerhin noch die Startzeit:

  • TwoNav Cross: 35 Sekunden
  • TwoNav Trail2:  36 Sekunden
  • TwoNav Aventura2: 36 Sekunden
  • Garmin GPSMAP 65s: 15 Sekunden

Größere Unterschiede zwischen dem Garmin GPSMap 65s und den TwoNav-Geräten gibt es auch bei der Zeit, welche nach dem Start benötigt wird, um die erste Position zu berechnen. Die TwoNav-Geräte benötigen selbst bei besten Empfangsbedingungen immer zwischen 45-90 Sekunden, sogar wenn sie nach dem Ausschalten direkt wieder eingeschaltet werden. Das GPSMap hat nach dem direkten Aus-/Einschalten sofort Empfang und benötigt auch nach einer längeren Auszeit nur zwischen 15-30 Sekunden. Summiert man die Startzeit sowie die Zeit bis zum GPS-Empfang, müssen sich die Nutzer der TwoNav-Geräte also deutlich länger gedulden, bis es losgehen kann…

Links nach rechts: Garmin GPSMAP 65s, TwoNav Cross, TwoNav Aventura2, TwoNav Trail2

 

Beim Wechsel der Menüs zeigen die TwoNavs immer mal wieder kurz eine kleine Sanduhr, allerdings in der Regel eindeutig kürzer als eine Sekunde. Viele Seitenwechsel erfolgen direkt und ohne spürbare Verzögerung. Gegenüber älteren TwoNav-Geräten wurde hier eine merkliche Verbesserung erzielt. Insgesamt ist die Systemgeschwindigkeit als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Auch das Garmin GPSMAP 65s zeigt im Menü praktisch keine Verzögerungen, auf der Karte kann es gerade beim Rauszoomen zu minimalen Wartezeiten kommen, wenn man den Detailgrad der Karte maximiert (einstellbar). Die Karte der TwoNav-Geräte ist sehr schnell und lässt sich ohne Wartezeit verschieben und zoomen, selbst wenn mehr als eine Karte geladen ist.

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Akkulaufzeit
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schneller Start, schneller Empfang

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten

benötigt lange für erste Positionsbestimmung, teilw. lange Ladezeiten für Aktivitäten
Summe
1,9

2,0

1,7

1,9
Seiten: 1 2 3 4 5 6

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