Test: TwoNav Cross, Trail 2 (Bike), Aventura 2, Garmin GPSMap 65s

Bedienung, Menü und Einstellungen

Bedienung, Menü und Einstellungen

Physische Bedienung

Das TwoNav-Bedienkonzept unterscheidet sich ganz wesentlich vom Garmin GPSMAP 65s. Der größte Unterschied ist die ausschließliche Tastenbedienung des Garmin GPSMAP 65s, wohingegen die TwoNav Geräte hauptsächlich über den Touchscreen bedient werden. Die zusätzlichen TwoNav-Hardwaretasten bieten aber eine sehr praktische Unterstützung und erlauben auch mit Handschuhen und bei schlechtem Wetter eine Bedienung grundlegender Funktionen wie z.B. Kartenzoom, Seitenwechsel usw.
Das TwoNav Aventura2 hat neben den vier großen Tasten, welche auch das Trail2 besitzt, noch einen kleinen Joystick. Damit kann man das Aventura2 auch komplett ohne Touchscreen bedienen. Das Cross nutzt eine Kombination aus Touchscreen, Touchtasten sowie Hardwaretasten. Unserer Meinung nach macht die Nutzung von drei unterschiedlichen Eingabemethoden beim Cross die Bedienung unnötig kompliziert.

TwoNav Cross mit Softtasten
TwoNav Trails Bike, Tasten auch auf dem Rad gut zu bedienen

 

Die Tasten des Trail2 sowie Aventura2 haben einen tollen Druckpunkt und eine gute Größe und sind damit hervorragend zu bedienen. Leider sind die Tasten nicht beleuchtet. Die gegenüberliegenden Tasten des Cross sind etwas weniger komfortabel zu bedienen, da man immer etwas aufpassen muss, nicht aus Versehen, die falsche Taste auf der gegenüberliegenden Seite mit zu drücken.

TwoNav Cross seitliche Tasten
TwoNav Cross seitliche Tasten

 

Die TwoNav-Touchscreens reagieren sehr sensibel, in einigen Fällen kann das durchaus ein Nachteil sein. So ist es z.B. unglaublich schwer, Buchstaben oder Zahlen auf der extrem kleinen Bildschirmtastatur einzugeben. Der Touchscreen ist multitouchfähig, die Karte kann also z.B. mit zwei Fingern gezoomt werden.
Wir haben leider keine Möglichkeit gefunden, nur den Tochscreen zu sperren. Wird der Touchscreen durch die seitliche LOCK-Taste gesperrt, sind auch die Hardwaretasten gesperrt. Sehr schade, denn bei starkem Regen usw. reagiert das Touchscreen unkontrolliert und man würde sich wünschen, den Touchscreen zu sperren und nur noch mit den Hardwaretasten zu arbeiten.

Das Garmin GPSMap 65 hat insgesamt 8 Tasten plus die Ein-/Aus-Taste und die 4-Wege-Taste. Die Tasten sind leicht hintergrundbeleuchtet und in der Nacht gut zu finden. Die Tasten sind allerdings nicht sehr groß und der Druckpunkt ist unserer Meinung nach zu „wabbelig“ und es gibt zu wenig haptisches Feedback. Eine Bedienung mit groben Handschuhen ist nicht so einfach, wie man es sich für ein Gerät dieser Bauart wünschen würde. Die TwoNav-Tasten der Geräte Aventura2/Trail2 sind hier deutlich im Vorteil.

TwoNav Aventura2 Tasten mit Joystick
Garmin GPSMAP 65s Tasten
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Bedienung physisch ohne Handschuhe
teilweise sehr kleine aber beleuchtete Tasten, kein klarer Druckpunkt

Touchscreen, Softtouchtasten, seitliche Hardwaretasten weniger ergonomisch, keine Tastenbeleuchtung

Touchscreen, vollständige Bedienung durch große Tasten mit gutem Druckpunkt möglich, keine Tastenbeleuchtung

Touchscreen, teilweise Bedienung durch große Tasten mit gutem Druckpunkt möglich, keine Tastenbeleuchtung
Bedienung physisch mit Handschuhen
möglich, aber durch kleine Tasten und schlechten Druckpunkt schwierig

nur stark eingeschränkt möglich

vollständig möglich, Joystick etwas schwierig bei dicken Handschuhen

nur eingeschränkt möglich
Intuitive Bedienung
Klassisches Garmin Bedienkonzept, nach erlernen schnell und effizient

Bedienkonzept wie App, intuitiv, mitunter etwas sperrig

Bedienkonzept wie App, intuitiv, mitunter etwas sperrig

Bedienkonzept wie App, intuitiv, mitunter etwas sperrig
Individualisierbarkeit und Einstellungen
eingeschränkt, nur eine Datenseite möglich

viele individuelle Einstellungen, individuelle Datenseiten

viele individuelle Einstellungen, individuelle Datenseiten

viele individuelle Einstellungen, individuelle Datenseiten
Summe
3,1

2,6

1,7

2,1

Bedienkonzept und Individualisierung

Das Bedienkonzept der Software unterscheidet sich ebenso grundlegend. Das Garmin GPSMAP 65s nutzt im Wesentlichen das Bedienkonzept der klassischen Garmin Outdoor-Navis, welches seit vielen vielen Jahren nahezu unverändert in Garmin Outdoor-Klassikern zu finden ist. Garmin hat bei vielen Serien wie dem Oregon oder Montana bereits auf eine moderne, Smartphone-typische Menüstruktur umgestellt, doch beim GPAMAP 65s ist alles beim Alten geblieben. Für eine ganze Generation, welche mit dieser Struktur vertraut ist, mag das eine gute und bewährte Sache sein, für Neueinsteiger stellt das Menükonzept auf jeden Fall eine Herausforderung dar. Kennt man jedoch die Zusammenhänge zwischen Tasten und Menüoptionen, lässt sich GPSMAP 65s schnell und effizient bedienen.

Die TwoNav-Geräte hingegen sind eher, Touchscreen sei dank, wie eine Smartphone-App zu bedienen. Letztendlich gibt es von TwoNav ja auch eine Smartphone-App, welche das gleiche Bedienkonzept verwendet. Das Menü an sich ist bei TwoNav über die Jahre immer intuitiver und übersichtlicher geworden. Vor einigen Jahren war es wirklich schwierig, mittlerweile aber wirkt das Menü aufgeräumt. Tatsächlich sollte man sich davon nicht unbedingt täuschen lassen. Geht man etwas tiefer in die Menüs, sind die vielen Einstellungen noch immer vorhanden. Die Stärke der TwoNav-Software, dem Nutzer viele Anpassungsoptionen zu geben, ist durch das übersichtliche Menü nicht verlorengegangen.

 

Das Konzept des GPSMAP 65s sieht kein „Starten von Aktivitäten“ vor wie das mittlerweile eigentlich bei jeder GPS-Uhr, den meisten Apps und auch den TwoNav-Geräten der Fall ist. Die Trackaufzeichnung beginnt automatisch sobald das Gerät eingeschaltet wird. Das Fehlen eines klaren Start- und Endzeitpunktes kann durchaus verwirren, hat aber auch Vorteile. So kann es nicht passieren, aus Versehen die Aktion nicht richtig gestartet oder unfreiwillig beendet zu haben. Der Reisecomputer zeigt viele Werte an und kann getrennt von der Trackaufzeichnung zurückgesetzt werden. Vom Verständnis her ist er eher wie ein Bordcomputer im Fahrzeug zu sehen. Das GPSMAP 65s hat feste Hauptseiten wie Kompass, Reisecomputer, Höhe, Hauptmenü und Karte.

Garmin GPSMAP 65s Reisecomputer

 

Die Hauptseiten an sich können nicht geändert werden, wohl aber die Darstellung einiger Seiten. So können Datenfelder auf der Karte angezeigt, die Anzahl und Art der Datenfelder im Reisecomputer geändert und auch die Reihenfolge des Menüs kann angepasst werden. Darüber hinaus können unterschiedliche Profile wie Freizeit, Auto, GeoCaching, Classic etc. aktiviert werden.

 

Garmin GPSMAP65s Screenshots

 

Das Aussehen und die Anordnung des Menüs kann sich dadurch wesentlich ändern und für zusätzliche Orientierungsschwierigkeiten sorgen. Statt eines ständigen Wechsels je nach Aktivität wird man sich daher in der Praxis eher für nur ein Profil entscheiden und dann damit alle Aktivitäten bestreiten.

Die TwoNav-Geräte hingehen arbeiten mit Aktivitäten. Pro Aktivität sind unterschiedliche Ansichten und Einstellungen verwendbar. Aktionen können automatisch oder manuell gestartet werden. Sehr viele Einstellungen lassen sich pro Aktivitätsprofil getrennt setzen. Datenseiten können beliebig hinzugefügt und konfiguriert werden. Die Bedienung ist recht intuitiv und es stehen sehr viele Datenfelder zur Auswahl. Die Datenfelder können auch während der Aktion schnell geändert werden.

Man könnte nun beliebig viel über die vielen Funktionen und Möglichkeiten der TwoNav-Software bzw. der Software des Garmin GPSMAP 65s schreiben, aber an dieser Stelle ist ein Blick in die Handbücher zu empfehlen:

Zusammenfassung: TwoNav bietet insgesamt mehr Einstellungen und deutlich mehr Anpassungen. Allerdings nimmt die Komplexität der Einstellungen recht schnell zu und es ist auch problemlos möglich, das Gerät vollständig zu verkonfigurieren. Garmin enthält weniger Einstellungen und macht es dem Nutzer damit in gewisser Hinsicht einfacher, wäre da nicht die wenig intuitive und etwas aus der Zeit gefallene Menüstruktur.

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