Outdoor Navis im Test

Handling und Bedienung

Handling & Bedienung

Die Beurteilung der Bedienbarkeit haben wir in drei Unterpunkte unterteilt:

  • Software: wie einfach ist die Software aufgebaut, wie einfach ist das Erlernen des Bedienkonzeptes, wie praktisch sind Funktionen und Features innerhalb der Software angeordnet usw.
  • Hardware: wie gut lässt sich das Gerät bedienen, reicht eine Hand zur Bedienung aus, wie gut liegt das Gerät in der Hand.
  • Handschuhbedienung: wie groß sind die Tasten bzw. die Elemente des Touchscreens, lässt sich der Touchscreen überhaupt mit Handschuhen bedienen usw.
Turm unserer Outdoor Navi Testkandidaten. Von Oben nach Unten: GPSMAP 64st, Oregon 750t, TwoNav Anima+, Teasi One 3 exTend, Falk Tiger Blu

Falk Tiger Blu

Das Falk Tiger Blu ist besonders einfach und intuitiv zu bedienen und orientiert sich mit seinem Bedienkonzept an Smartphone-Apps (z.B. Seitenwechsel durch Wischbewegung). Das Menü ist klar und übersichtlich gegliedert und die Symbole und Funktionen sind leicht zu verstehen. Leider ist das strukturell sehr einfache und moderne Bedienkonzept in der Praxis durch den schlechten Touchscreen nur sehr mühsam zu benutzen. Die für das Menükonzept zentrale Wischgeste wird vom Touchscreen nur sehr widerwillig erkannt, was dazu führt, dass man immer weniger Lust bekommt das Outdoor Navi überhaupt zu bedienen. Die meisten Menüs und Untermenüs bestehen aus einer Mehrzahl von Seiten, welche durch seitliche Wischgesten gewechselt werden. Leider wird nur für wenige Sekunden angezeigt, wieviele Seiten es gibt und auf welcher man sich befindet. Die Reihenfolge der Menüpunkte kann jedoch angepasst werden, so dass für den Nutzer wichtige Punkte nach vorn gestellt werden können und somit leichter erreichbar sind.

Die drei seitlichen Hardwaretasten sind gut bedienbar, die Funktionen können allerdings nicht vom Nutzer zugeordnet werden. Im nassen Zustand ist der Touchscreen nicht mehr nutzbar. Er kann über eine Hardwaretaste gesperrt werden, was bei stärkerem Regen unbedingt nötig ist um ungewollte Auslösungen des Touchscreens zu verhindern. Der kapazitive Touchscreen lässt sich mit normalen Handschuhen nicht bedienen. Sehr positiv ist aber, dass alle Bedienelemente ausreichend groß sind, um diese mit Smartphone-Handschuhen problemlos zu treffen.

Falk Tiger Blu Seitenansicht
Falk Tiger Blu Hauptmenü

Menükonzept und Hardware (in diesem Fall der Touchscreen) passen beim Falk Tiger Blu leider nicht zusammen und verhindern somit unserer Meinung nach einen positiven Gesamteindruck im Bereich Bedienung. Dennoch ist die Einarbeitung in die Menüstruktur und Bedienung bei Falk deutlich einfacher als z.B. bei Garmin oder TwoNav.

    

Garmin GPSMAP 64st

Das Garmin GPSMAP 64st ist ein Klassiker und verzichtet auf einen Touchscreen. Damit geht das Gerät einigen grundsätzlichen Problemen aus dem Weg und kann mühelos auch bei starkem Regen und mit Handschuhen aller Art bedient werden. Das GPSMAP 64st liegt hervorragend in der Hand, alle Tasten werden mit dem Daumen problemlos erreicht. Mit der seitlichen Ein-/Aus-Taste stehen insgesamt 13 Hardwaretasten zur Verfügung. Alle haben feste Funktionen, welche nicht geändert werden können. Das gibt Sicherheit und jederzeit einen schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen.

Das Menü des Garmin GPSMAP 64st ist ebenfalls klassisch und seit Jahren von diversen ähnlichen Geräten bei vielen Nutzern bekannt. Wer allerdings neu in diese typische Garmin Outdoor-Navi Menüstruktur vorzudringen versucht, wird einiges an Zeit und Mühe aufwenden müssen um alle Möglichkeiten finden und nutzen zu können. Unserer Meinung nach ist das Menükonzept nicht mehr zeitgemäß und wird der gewachsenen Anzahl an Funktionen nur noch schwer gerecht. Wer sich allerdings die Zeit genommen hat, sich mit den Eigenheiten der Menüstruktur ausgiebig vertraut zu machen, erreicht auch ohne Touchscreen für die meisten Funktionen eine erstaunliche Schnelligkeit und Effizienz. Die Tasten haben eine leichte Hintergrundbeleuchtung, welche jedoch erst bei völliger Dunkelheit sichtbar wird. Die Aktivierung der Beleuchtung hat einen Fehler: sie wird nur dann aktiviert, wenn man das Gerät bereits mit Displaybeleuchtung einschaltet. Deaktiviert man die Displaybeleuchtung und aktiviert diese danach wieder, bleiben die Tasten dennoch dunkel.

Das Verschieben der Karte klappt mit den zentralen Cursertasten recht gut, so dass man diesbezüglich einen Touchscreen noch nicht sonderlich vermisst. Spätestens jedoch bei der Eingabe von Namen oder Koordinaten ist die Bedienung über die Hardwaretasten extrem mühsam.

Insgesamt ist das GPSMAP 64st ohne Touchscreen und mit seinen vielen Hardwaretasten deutlich besser für extreme Bedingungen (Regen, Nässe, Schnee, Handschuhe, einhändige Bedienung) gerüstet als alle anderen Outdoor-Navis im Test. Das haptische Feedback einer analogen Taste ist in grenzwertigen Situationen durch nichts zu ersetzen. Leider ist die Menülogik insgesamt so gestaltet, dass eine ausgiebige Einarbeitung zwingend erforderlich ist.

Garmin Oregon 750t

Das Garmin Oregon 750t wird über das kapazitive Touchscreen-Display sowie zwei an der rechten Seite angeordneten Hardware-Tasten bedient. Eine Bedienung mit Handschuhen ist daher grundsätzlich nur mit speziellen Smartphone-Handschuhen möglich. Da das Display bei Regen ungewollte Funktionen auslöst, kann es über die Hardwaretasten leicht gesperrt werden. Das Display ist multitouchfähig, so kann z.B. die Karte mit zwei Fingern gezoomt oder gedreht werden. Das Display reagiert schnell und präzise, alle Schaltflächen inkl. der Bildschirmtastatur sind ausreichend groß um problemlos mit den Fingern getroffen zu werden. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand, der gummierte Rand hilft bei Nässe, das Gerät sicher zu halten.

In der Standard-Einstellung verwendet Garmin das neue, auf die schnelle Auswahl von Aktivitäten optimierte Hauptmenü. Über die Einstellungen System Modus kann aber die vielen bekannte klassische Garmin-Ansicht wieder aktiviert werden. Wer schon immer oder lange mit Garmin Navis arbeitet, wird auch mit dem Oregon 750t keine Probleme haben. Für Einsteiger hingegen ist die Menüstruktur des Oregon 750t schwerer zu verstehen, ist sehr verschachtelt und erfordert insgesamt eine längere Einarbeitungszeit als z.B. bei einem Falk oder Teasi Outdoor-Navi. Überall können beim Garmin Oregon 750t zusätzliche Menüoptionen angeklickt, aufgezogen oder per Tasten gesteuert werden.

Teasi One 3 eXtend

Das Teasi One 3 eXtend verwendet einen resistiven Touchscreen und lässt sich daher grundsätzlich auch mit normalen Handschuhen bedienen. Gegen Regen ist es weitestgehend unempfindlich. Der Nachteil resistiver Touchscreens ist, dass die Bedienung etwas mehr Druck erfordert und keine Multitouch-Funktionen möglich sind. Die Bedienelemente auf dem Display sind gerade noch ausreichend groß um diese mit dem Finger und notfalls auch mit einem Handschuh zu treffen.

Neben dem Touchscreen verfügt das Teasi One 3 eXtend noch über zwei rechts angeordnete Hardwaretasten, welche leider keinen guten Druckpunkt haben und insgesamt zu klein und schwer zu bedienen sind. Ärgerlich in diesem Zusammenhang ist, dass Hardwaretasten für die Menünavigation ständig und zwingend erforderlich sind, da eine der beiden Tasten als “zurück”-Funktion verwendet wird. Eine “zurück”-Funktion auf dem Touchscreen, welche man alternativ zur Hardwaretaste verwenden könnte, gibt es nicht. Durch diese erzwungene Kombination aus Touchscreen- und Hardwaretastenbedienung leidet der Bedienkomfort unserer Meinung nach wesentlich. Die z.B. gegenüber den Garmin-Geräten flachere Bauform wirkt sich eher negativ auf die Handhabung aus.

Die Menüstruktur hingegen ist modern, übersichtlich und leicht zu verstehen. Da es gegenüber den Mitbewerbern auch deutlich weniger Optionen und Einstellungen gibt, fällt die Einarbeitung und Bedienung von Beginn an leicht.

 

 

TwoNav Anima+

Das TwoNav Anima+ verwendet wie das Teasi One 3 eXtend einen resistiven Touchscreen mit den genannten Vor- und Nachteilen. Um auf der Karte schneller zoomen zu können, sind auf der Front zwei zusätzliche Hardwaretasten angebracht, mit denen schnell durch die Datenansichten geblättert werden kann. Links und rechts befinden sich zwei weitere Hardwaretasten, welche gut mit Daumen und Zeigefinger bedient werden können. Auch wenn das Display grundsätzlich mit normalen Handschuhen verwendet werden kann, sind doch viele der Bedienelemente, vor allem in den Einstellungen, derart klein, dass Nutzer mit kräftigen Fingern an einigen Stellen schon ohne Handschuhe ihre Mühe haben werden.

   

TwoNav bei seinem Outdoor Navi die mit Abstand meisten Einstellungen und Möglichkeiten der Individualisierung. Entsprechend kompliziert ist das Gerät zu bedienen. Besonders die Tatsache, dass ein Langklick auf das Display neue Optionen und Einstellungen zu der entsprechenden Seite hervorbringt, macht es dem Einsteiger nicht leicht den Funktionsumfang überhaupt zu realisieren.

Die vielen Optionen und die teilweise sehr kleinen Bedienfelder in PopUps lassen die Bedienung des TwoNav Anima+ insgesamt etwas fummelig wirken und man benötigt gute Nerven. Dafür belohnt einen das Gerät mit einem hohen Grad an individueller Anpassbarkeit.

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Summe
2,8

2

2,5

2,3

2,8
Software







Hardware



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