Test Garmin Overlander All-Terrain-Navigation

Garmin hat mit dem Overlander das erste portable Navigationgsgerät speziell für Dauerreisende mit Offroad-Fahrzeugen auf den Markt gebracht. Rugged mit jeder Menge Camping POIs, GPS-GLONAS-Galileo-Empfang und der Explore App für die Benutzung unterschiedlichen Kartenmaterials soll das Navi die Overland Community zum Kauf überzeugen… Wir haben es getestet!

Einleitung, Hardware, Display, Performance & Karten

Inhaltsverzeichnis

Garmin hat vor kurzem ein neues mobiles Navigationsgerät vorgestellt, welches schlicht und einfach auf den Namen “Overlander” hört. Hat sich Garmin den Namen selber ausgedacht? Nein. Das Wort “Overlander” beschreibt Menschen die gerne unterwegs sind um die entlegensten und atemberaubendsten Winkel unserer schönen Welt zu entdecken. Das Motto ist dabei aber eher: “Der Weg ist das Ziel.” Daher gibt es viele Overlander die ihre gewohnten Häuser verlassen um permanent auf Achse zu sein. In Ländern wie den USA muss man nicht einmal die Landesgrenzen verlassen um für mehrere Jahre herumzureisen. So viel gibt es dort zu erkunden. Das Fieber hat Menschen aller Coleur gepackt und so reisen sogar Familien mit Kindern dauerhaft umher. Von alten Jeep Defendern mit Autodachzelt, über massige Toyota 4Runners mit Offroad-Anhänger bis hin zu luxuriös ausgebauten Unimog’s ist alles möglich. Hauptsache die 4×4 Gefährte können es auch mit extrem schlecht gewarteten Offroad-Pisten aufnehmen und kommen sicher am nächsten “wilden” Schlafplatz an.

Und was kann Garmin diesen Menschen mit dem Overlander bieten?  Die Ansprüche an Offroad-Abenteuer sind hoch, denn ausgebaute Straßen sind nicht überall vorhanden und so ist es wichtig zu wissen welche Pisten zur Verfügung stehen, in welcher Verfassung sie sind und ob es überhaupt legal ist auf diesen entlang zu fahren. Wir haben mit unserer Weltreise-Erfahrung bei diesem Test versucht herauszufinden was euch Overlandern der Overlander bieten kann.

Schonmal vorweg: Wir sind auf einige wirklich interessante und praktische Neuerungen gestoßen. Wo sich das Garmin Drivesmart 55 noch davor gescheut hat die Android Betriebssystem-Basis offen darzulegen, zeigt sich der Garmin Overlander diesbezüglich schon viel selbstbewusster. Bereits durch den veränderten Startbildschirm und das Einstellungsmenü ist es augenfällig aber auch die neue Browser Funktion macht die Android Software deutlich. Allerdings beschränkt Garmin seinen Overlander im Vergleich zu dem Funktionsumfang eines normalen Android Tablets (noch?) sehr stark. Doch mehr Details dazu lest ihr jetzt am besten in unserem neuen Testbericht. Viel Spaß dabei.

Hardware

Beim Auspacken fällt auf: Das Garmin Overlander ist ein echter Brocken und hat mit seiner Größe nichts in herkömmlichen Pkws zu suchen. Mit Maßen von 19,9 x 12,2 x 2,4 Zentimetern macht es erst bei SUV’s oder noch größeren Offroad- und Overlander-Fahrzeugen wie Jeeps, Toyota 4WD’s, Mercedes Trucks, Unimog’s und Co. wirklich Sinn. Durch die Größe wird ein erheblicher Teil der Frontscheibe durch das Navi verdeckt, was gerade bei tieferliegenden, kleineren Pkw’s zu einem ungünstigem toten Fleck in der Sicht auf den Straßenverkehr führt.

Insgesamt ist das Gehäuse des Overlander Navis annähernd identisch zum Garmin Dezl 780 LMT-D und dem neuen Garmin Camper 785 MT-D. Allerdings  sind beim Overlander der Gehäuserand und die Anschlüsse (Micro-USB, miniSD-Karten Slot und Audio-Out) durch eine dicke Gummierung geschützt. Das erinnert an Garmins Outdoor-GPS-Handgeräte. Dazu passend wurde dem Overlander der MIL-STD-810G und die IPX5 Schutzklasse attestiert. “IPX5″ bedeutet, dass der Overlander gegen Strahlwasser (Düse) aus einem beliebigen Winkel geschützt ist. MIL-STD-810G” ist eine technische Norm des US-Militärs. Der Overlander wurde darauf bezogen auf Temperatur-, Stoß- und Wasserdichtigkeit überprüft und hat auch diesen Test bestanden. Ob das Rugged Navi auch (starken) Einwirkungen von Staub standhält, wird durch diese Spezifikationen nicht eindeutig deklariert. Aber wenn ihr nicht gerade in einen Sandsturm geratet, solltet ihr den Overlander problemlos außerhalb eures Offroad-Gefährts nutzen können.

Der interne Speicher des Overlanders fällt mit 64GB für ein Garmin Navi erfreulich groß aus! Zudem hat Garmin mit dem Overlander erstmalig ein Navi mit Kapazität für GPS + GLONASS + Galileo Empfang ausgestattet. Gerade in tiefen Wäldern oder schmalen Gebirgsschluchten kann die Trackgenauigkeit durch zusätzlich zur Verfügung stehende Satelliten etwas verbessert werden. Verkehrsdaten werden wie gehabt über DAB+ mit Hilfe der recht mächtigen Kfz-Ladekabelantenne empfangen.

Passend zum Einsatzzweck in unwegsamen Geländen wird das Navi mit einer massiven aktiven Magnethalterung ausgeliefert, welche mit dem RAM Mount zusammen einen absolut ruckelfreien Einsatz ermöglicht hat. RAM Mounts sind universelle Befestigungssysteme der gleichnamigen US-amerikanischen Firma. Mit diesen Systemen können unterschiedlichste Geräte an verschiedensten Stellen befestigt werden. Das RAM Mounts System besteht immer aus individuell kombinierbaren Einzelkomponenten, wodurch sich für jedes “Halterungsproblem” eine Lösung finden lässt.

Dem Overlander lag ein RAM-Kugeladapter mit AMPS-Platte bei, welcher auf der Rückseite des Magnetkopfes angeschraubt werden kann. Damit die RAM Halterung vollständig ist und seinen Zweck erfüllen kann, benötigt man aber noch einen RAM Verbindungsarm (unterschiedliche Längen erhältlich), in dem die RAM-Kugel nach Belieben justiert werden kann. Außerdem braucht es eine RAM Basis (Klammer, Basisplatte, Saugfuß oder Klemmschelle) mit der die gesamte Halterung im Cockpit installiert wird.

Wer von euch hingegen plant auf die Garmin eigene Saugnapfhalterung zu setzen, sollte sich mit deutlichen Rucklern abfinden. In unserem Test kam es selbst auf nur leicht beschädigten Asphaltstraßen zu ordentlichen Vibrationen, was auf Dauer anstrengend war für die Augen und unsere Konzentration. Das hohe Gewicht des Overlanders (437 Gramm!) und die relativ kleine Halterungskugel sind wahrscheinlich der Grund für dieses Manko.

Was wir uns beim Overlander noch gewünscht hätten ist eine Kaufoption mit integrierter Dashcam, wie es das  Garmin Dezl 780 LMT-D und der Garmin Camper 785 MT-D vormachen. Wer Kameras nutzen möchte muss daher die optional erhältliche BC 35 Rückfahrkamera von Garmin erwerben.

Auswertung Hardware

 Garmin
Overlander (TMC)
Garmin
DRIVE 52'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 55'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 65'' (TMC)
TomTom
GO BASIC 5'' (TMC)
TomTom
GO ESSENTIAL 5'' (TMC)
Summe
2,17

3,05

2,77

2,83

2,8

2,5
Gehäuse
199 x 122 x 24
437 g

140 x 84 x 19
170 g

118 x 76 x 17
150 g

173 x 99 x 17
240 g

135 x 91 x 19
178 g

142 x 91 x 19
213 g
Speicher
Intern: 64 GB
Slot: MicroSD

Intern: 16 GB
Slot: MicroSD

Intern: 16 GB
Slot: MicroSD

Intern: 16 GB
Slot: MicroSD

Intern: 16 GB
Slot: MicroSD

Intern: 16 GB
Slot: MicroSD
Verbindungen
MiniUSB
Bluetooth (Live-Verkehrsmeldungen, inReach Satellitenkommunikation, Rückfahrkamera, Smart Notifications, Foursquare)
Wifi (Browser, Karten- & Software-Updates)

MiniUSB
Bluetooth (Live-Verkehrsmeldungen, Smart Notifications, Foursquare)

MiniUSB
Bluetooth (Freisprechen, Live-Verkehrsmeldungen, Smart Notifications, Foursquare)
Wifi (Karten- & Software-Updates)

MiniUSB
Bluetooth (Freisprechen, Live-Verkehrsmeldungen, Smart Notifications, Foursquare)
Wifi (Karten- & Software-Updates)

MircoUSB
Bluetooth (Freisprechen, TomTom MyDrive, Online-Dienste, Nachrichten)
Wifi (Updates,Traffic)

MircoUSB
Bluetooth (Freisprechen, TomTom MyDrive, Online-Dienste, Nachrichten, Sprachassistent)
Wifi (Updates,Traffic)
GPS
GPS
GLONASS
Galileo

GPS

GPS

GPS

GPS
Quick-GPS

GPS
Quick-GPS
Verkehr
(nur Hardware)

DAB+
(Antenne im Ladekabel)
RDS-TMC
(wenn kein DAB verfügbar)
Here Traffic
(Garmin-Drive App)

TMC Pro
(Antenne im Ladekabel)
Here Traffic
(Smartphone-Link)

DAB
(Antenne im Ladekabel)
RDS-TMC
(wenn kein DAB verfügbar)
Here Traffic
(Garmin-Drive App)

DAB
(Antenne im Ladekabel)
RDS-TMC
(wenn kein DAB verfügbar)
Here Traffic
(Garmin-Drive App)

TomTom Traffic
TMC (Antenne im Ladek.)

TomTom Traffic
TMC (Antenne im Ladek.)
Audio/Video
(z.B. Rückfahrkamera, Audio Out etc.)

Lautsprecher
Micro
Audio Out

Lautsprecher

Lautsprecher
Micro

Lautsprecher
Micro

Lautsprecher
Micro

Lautsprecher
Micro
Kamera
Halterung
aktiv m. Magnet
ohne Vibration mit RAM Mount
sichtbare Vibrationen am Saugnapf

passiv ohne Magnet
keine Vibration

passiv ohne Magnet
keine Vibration

passiv ohne Magnet
keine Vibration
Halter im Verhältnis zum Gehäuse klein

passiv
keine Vibration
Halter unflexibel

aktiv m. Magnet
keine Vibration
Lieferumfang
Kfz-Ladek. inkl. DAB+
Kfz-Halter
RAM Mount Holder
USB-Kabel
Anleitung (kurz)

Kfz-Ladek. inkl. TMC Pro
Kfz-Halter
USB-Kabel
Anleitung (kurz)

Kfz-Ladek. inkl. DAB
Kfz-Halter
USB-Kabel
Anleitung (kurz)

Kfz-Ladek. inkl. DAB
Kfz-Halter
USB-Kabel
Anleitung (kurz)

Kfz-Ladek. inkl. TMC
Kfz-Halter
USB-Kabel
Anleitung (kurz)

Kfz-Ladek. inkl. TMC
Kfz-Halter
USB-Kabel
Anleitung (kurz)

Video

Unser Video zeigt Details zur Menüstruktur sowie der Bedienung des Garmin Overlander:

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Display

Kommen wir nun zum Display des Overlanders. Dank des Multitouch-Glasdisplays mit WSVGA-TFT-Farb Technologie und weißer Hintergrundbeleuchtung erinnert er auf jeden Fall an hochwertige Tablets. Allerdings ist die Auflösung von 1024 x 600 Pixeln bei dem Preis vom Overlander schon echt eine Zumutung. Amazons Fire HD10 Tablet als Gegenbeispiel kostet mit 64 GB und einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln dagegen nur 124,99 Euro. Schließlich nutzen viele Overlander Fahrer einfach “ganz normale” Tablets mit installierter GAIA App. Die Konkurrenz ist dementsprechend groß zu Garmins Overlander Navi.

Mit den gegebenen 1024 x 600 Pixeln kann man alle Symbole und Straßennamen trotzdem ohne Probleme im Drive-Modus ablesen. Doch für die Arbeit mit dem Explore-Modus (Satellitenfotos, kleinere Schrift, u.ä.) sowie für die Nutzung des Internet Browsers wäre eine höhere Auflösung ohne sichtbare Pixel extrem wünschenswert.

Nichtsdestotrotz bietet der Overlander jetzt dank des Android Betriebssystems eine über 20 Stufen regelbare Hintergrundbeleuchtung. Durch den integrierten Helligkeitssensor könnt ihr die Regelung sogar völlig automatisch steuern lassen. In unserem Test hat das sehr gut funktioniert. So seht ihr im Cockpit ohne viel Zutun immer genug und spart dabei auch noch Strom. Ob sich der Overlander auch außerhalb eures mobilen Zuhauses gut ablesen lässt, ist allerdings eine andere Frage. Die Garmin Outdoor-Handheld Geräte sind ja bekannt für ihre extrem gute Ablesbarkeit bei direktem Sonnenlicht und das ganz ohne Hintergrundbeleuchtung. Der Overlander verfügt aber nicht über die transflektive Displaytechnologie die dafür notwendig ist.

Das Resultat sind eine schwache Ablesbarkeit selbst bei voller Displayhelligkeit, extreme Reflektionen auf dem Glasdisplay bei direkter Sonneneinstrahlung und das Sichtbarwerden störender Display-Strukturen wie wir es bereits beim Garmin DriveSmart 65 beobachtet haben. Wollt ihr eure Touren unter freiem Himmel weiter planen, sollte es also bewölkt sein oder ihr sucht dafür ein schattiges Plätzchen auf.

Auswertung Display

 Garmin
Overlander (TMC)
Garmin
DRIVE 52'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 55'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 65'' (TMC)
TomTom
GO BASIC 5''
TomTom
GO ESSENTIAL 5''
Summe
1,83

2,66

1,33

1,5

2,67

2,16
Abmessung
6,95 Zoll (1024 x 600)
171 ppi
(Die schlechtere Note im Vergleich zum Drivesmart 65 ergibt sich aus den erweiterten Einsatzzwecken des Overlanders (Foto, Video, etc.)

5,0 Zoll (480 x 272)
110 ppi

5,5 Zoll (1200 x 720)
254 ppi

6,95 Zoll (1024 x 600)
171 ppi

5,0 Zoll (480 x 272)
110 ppi

5,0 Zoll (480 x 272)
110 ppi
Art u. Funktion
kapazitiver Touchscreen, Echtglas, Multitouch

resistiver Touchscreen
matt

kapazitiver Touchscreen, Echtglas, Multitouch

kapazitiver Touchscreen, Echtglas, Multitouch

resistiver Touchscreen
matt

kapazitiver Touchscreen, Echtglas, Multitouch
Ablesbarkeit
bei Tag




Performance

Ist der Garmin Overlander ausgeschaltet, benötigt er satte 31 Sekunden um hochzufahren. Das ist im Vergleich zu den 19 Sekunden des Garmin DriveSmart 65 oder den fixen 12 Sekunden des Garmin Drive 52  recht langsam. Belässt man es hingegen im Standby-Modus, funktioniert das Aufwecken per Knopfdruck rasend schnell.

Unter dem Aspekt der Performance haben wir bisher auch immer die Berechnungsdauer von vorab erstellten Routen gemessen, wobei wir auch Vermeidungen und Routen mit mehreren Zwischenzielen einbezogen haben. Die Messwerte haben wir dann anderen Navigationsgeräten gegenübergestellt. Allerdings ist uns beim Test des Overlanders schnell aufgefallen, dass Garmin das Routenplanungs-Tool nicht implementiert hat. Dadurch können wir Routen im “klassischen” PNA-Sinne nun auch nicht mehr auf dem Overlander planen und berechnen lassen. Mit “klassisch” meinen wir die Eingabe von einer Start- und Ziel-Adresse sowie mehreren Zwischenzielen. Alles was zwischen diesen Punkten liegt, haben Garmins Navis bisher automatisch anhand der routingfähigen Straßenkarte berechnet und als Route vorgeschlagen. Mit dem Overlander ist das durch den fehlenden Routenplaner auf diesem Weg nicht mehr so einfach möglich. Was das ganze für euch als potentielle Benutzer bedeutet, das erklären wir noch unter “Routing”.

Für den Test des Overlanders bedeutet das, dass wir seine Performance nur an diesen Umstand angepasst einschätzen können. Als Maßstab nehmen wir die Ergebnisse aus unserem Drivesmart Testbericht. Das schnellste Gerät in diesem Test war das Garmin Drivesmart 55. Da Routenberechnungen durch den fehlenden Routenplaner nur noch von eurem derzeitigen GPS-Standort aus berechnet werden können, haben wir versucht für den Overlander passende “Äquivalenzrouten” zu finden. Diese Routen haben ungefähr die gleiche Distanz von unserem Standort in Gotha aus zur  Zieladresse, im Vergleich zu den bisherigen Testrouten. Ein Beispiel dafür wäre die Route von Gotha nach Genf statt von Hamburg nach München. Beide Strecken sind ca. 800 Kilometer lang. – Auch die Messung der Berechnungszeit unserer standardisierten Route über mehrere Hauptbahnhöfe festgelegter Metropolen in Deutschland mussten wir an die Möglichkeiten des Overlanders anpassen. Beim Overlander startet die Testroute in Gotha und geht dann weiter über München Stuttgart Düsseldorf Hannover Hamburg. Den Streckenabschnitt von Hamburg nach Berlin haben wir zugunsten der veränderten Startadresse weggelassen. Eins sei vor dem Kapitel “Routing” hier aber schon vorab gesagt: Die Erstellung dieser alternativen Testroute war sehr mühsam, da jedes Ziel nacheinander eingegeben und nach Bestätigung der Taste “Der Route hinzufügen” jedesmal neu berechnet werden muss.

  

  

Strecke
ProfilGarmin
Overlander (TMC)
Garmin
DRIVE 52'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 55'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 65'' (TMC)
Garmin
DriveLuxe 51 LMT-D
TomTom
GO BASIC 5'' (TMC)
TomTom
GO ESSENTIAL 5'' (TMC)
München Dresden*Schnellca. 5 Min.
(Zeitmessung umfasst auch die Zieleingabe, da die Route nicht gespeichert werden kann)
71 Sek.37 Sek.40 Sek.71 Sek.16 Sek.13 Sek.
Berlin LissabonSchnell25 Sek.
(Äquivalenzroute von Gotha nach São Teotónio)
1 Min. 15 Sek.29 Sek.49 Sek.N/A32 Sek.31 Sek.
Berlin LissabonSchnell, Maut vermeiden2 Min. 13 Sek.
(Äquivalenzroute von Gotha nach São Teotónio)
5 Min. 29 Sek.1 Min. 41 Sek.3 Min. 37 Sek.> 25 Min. - Abbruch1 Min. 38 Sek.1 Min. 27 Sek.
Köln DortmundSchnell5 Sek.
(Äquivalenzroute von Gotha nach Jena)
19 Sek.6 Sek.6 Sek.11 Sek.6 Sek.6 Sek.
Hamburg  MünchenAutobahn vermeiden27 Sek.
(Äquivalenzroute von Gotha nach Genf)
1 Min. 44 Sek.17 Sek.45 Sek.> 37 Min, - Abbruch27 Sek.24 Sek.

* über: Stuttgart  Düsseldorf  Hannover  Hamburg  Berlin

Durch die Tabelle wird deutlich, dass der Overlander annähernd mit dem Garmin Drivesmart 55 mithalten kann. In einigen Fällen war der Overlander sogar schneller bei der Berechnung, soweit man jedenfalls die bisherigen Testrouten mit den Overlander “Äquivalenzrouten” miteinader vergleichen kann. Die größte Schwachstelle ist natürlich die Berechnung von Routen mit mehreren Zwischenstopps. Da es beim Overlander durch den fehlenden Routenplaner keine Möglichkeit die wirklich umständlich erstellten Routen abzuspeichern, haben wir die zeit die es für die Eingabe der Ziele braucht auch mit in die Berechnungszeit einfließen lassen. Dadurch schneidet der Overlander bei dieser Form der Routenberechnung deutlich schlechter ab als das Garmin Drivesmart 55.

In puncto Kartenarbeit, Rendern, Laden neuer Kartenausschnitte und Menübedienung ist der Overlander sehr flott und vergleichbar mit dem Garmin Drivesmart 55. Allerdings hängt das Gerät ab und an, wodurch ein schwarzer “Garmin-Bitte-warten…-Bildschirm” eingeblendet wird. Vor allem beim zügigen Adressen eingeben und Test-bedingtem Rumprobieren hatte das Betriebssystem seine Schwierigkeiten. Der Bildschirm sollte wohl vermitteln sich in Geduld zu üben. Zumindest ist der Overlander in unserem Test nie völlig abgestürzt.

Neu beim Overlander ist die Möglichkeit mit dem vorinstalliertem Internet Browser und dem integrierten WiFi im Internet surfen zu können. Sowohl die Geschwindigkeit beim Surfen als auch die Downloadgeschwindigkeit haben wir im Test als gut empfunden.

Auswertung Performance

 Garmin
Overlander (TMC)
Garmin
DRIVE 52'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 55'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 65'' (TMC)
TomTom
GO BASIC 5'' (TMC)
TomTom
GO ESSENTIAL 5'' (TMC)
Summe
1,9

2,6

1,9

2,0

1,9

1,9
Akkulaufzeit
volle Helligkeit

165 min

90 min

90 min

105 min

113 min

127 min
Startzeit
31 Sek.

12 Sek.

20 Sek.

19 Sek.

41 Sek.

37 Sek.
Routenberechnung
(Umständlicher Routeneingabe, ohne freie Wahl des Startpunktes & ohne Möglichkeit des Abspeicherns der Route)
Kartenaufbau
minimale Nachlade- und Renderzeiten
schnelle Reaktionen

deutlich spürbare Nachladezeiten
deutlich verzögerte Reaktionen auf Eingaben

minimale Nachlade- und Renderzeiten
schnelle Reaktionen

leichte Nachlade- und Renderzeiten
gute Reaktionen
Menüwechsel & Zieleingabe

 

Karten + Updates

Der Garmin Overlander wird von Haus aus mit Straßenkarten von Europa (46 Länder), dem Nahen Osten und Afrika ausgeliefert. Für alle Weltenbummler unter euch bedeutet das weniger Stress beim heraussuchen von geeignetem Kartenmaterial. Allerdings unterscheidet sich der Detailgehalt von den Straßenkarten der jeweiligen Länder deutlich voneinander. So ist bspw. das Straßennetz von Beirut und anderer Städte des Libanon, bis in die kleinsten Nebenstraßen verzeichnet, während das Straßennetz der israelischen Stadt Tel Aviv nur sehr spärlich abgedeckt ist. Dagegen sind die Straßen in einer Kleinstadt namens Letlhakeng in Botswana, Afrika, wieder eingezeichnet. Letzteres liegt sicherlich an dem auf Afrika spezialisierten Kartenmaterial von Tracks4Afrcia*.

Bevor ihr zur Reise antretet solltet ihr trotzdem unbedingt kontrollieren, ob der Overlander für eure Länderauswahl auch wirklich das nötige navigierbare Kartenmaterial bereithält. *Diese Karte kostet im Tracks4Africa Shop alleine bereits 82,00 Euro.

  

Wenn euch das konventionelle Routing und die Navigationsführung mit Abbiege-hinweisen nicht so wichtig ist, habt ihr mit dem Overlander erstmalig die Chance auf einem portablen Garmin Navigationsgerät alternativ auch auf vorinstalliertes Open Street Map (OSM) Kartenmaterial zurückzugreifen. Der Detailgehalt und die Genauigkeit von diesen Karten ist entscheidend von den Bemühungen der OSM-Community abhängig. Doch durch die stetig steigende Anzahl an OSMlern hat auch die Nutzbarkeit der OSM Karten in entlegenen Teilen der Erde rapide zugenommen.

Dank der Explore App und euren manuell erstellten Routen könnt ihr euch auf diesen Karten zumindest im Stil einer Tracknavigation führen lassen. In unserem Test ist durch diese Karten auch aufgefallen, dass große botswanische Hauptstraßen auf dem Weg nach Letlhakeng (Afrika) in Garmins eigenen Karten fehlerhaft und stark generalisiert eingezeichnet sind. Seid ihr als Overlander-Enthusiasten unterwegs, solltet ihr also immer noch weitere Möglichkeiten in Petto haben, falls einmal eine Möglichkeit der Navigation versagt.

Den letzten Punkt unterstützend bietet der Overlander nicht nur die Möglichkeit neues OSM-Kartenmaterial direkt auf dem Gerät herunterladen zu können sondern auch Kartenmaterial von weiteren Quellen zu nutzen. Auch dieses kann direkt über das Gerät heruntergeladen werden. Im Test ist aber aufgefallen, dass dieses zusätzliche Kartenmaterial ausschließlich für die USA zur Verfügung steht (dazu gehören hochauflösende Luftaufnahmen, USGS-Quad Blätter und die TOPO North America). Diese Beobachtung hat bei uns Unverständnis bezüglich der Ausgereiftheit hervorgerufen, denn der Overlander besitzt im Kontrast dazu keinerlei Routing-fähiges Kartenmaterial für die USA. Da bekommt man das Gefühl der Overlander wurde einfach mal eben auf den Deutschen Markt “gehauen”, anstatt das Gesamtpaket noch etwas auszuklügeln.

  

Für kommende Overlander Modelle würden wir uns für Nutzer in Deutschland bzw. Mitteleuropa daher unbedingt noch weiteres Kartenmaterial wünschen. Auch hier gibt es, wie bspw. in den Westalpen, einige 4×4 taugliche Wege, auf welchen mit topographischen Karten und Satellitenfotos wesentlich moderner und aussagekräftiger navigiert werden könnte. Zudem wäre es wünschenswert die Transparenz der aktivierten Karten auch verändern zu können. Bisher lassen sich Karten lediglich aktivieren oder deaktivieren. Die Einbeziehung der Transparenz um Multilayer-Karten nutzen zu können, wäre für viele Overlander Fahrer aber ein echter Mehrwert.

Zudem ist die Methode des Herunterladens von neuem Kartenmaterial sehr umständlich. Will man neue Karten downloaden, muss jedes mal der gewünschte Ausschnitt auf der Karte gesucht und herangezoomt werden. Wesentlich einfacher wäre es, wenn man Kartenmaterial anhand von Regionen oder anhand eines Rastergitter-Overlays auswählen könnte. Alle drei Apsekte würden den Preis des Overlanders wesentlich eher rechtfertigen, als es bei der jetzigen Ausführung der Fall ist. Was wir dagegen noch als wirklich lobenswert empfunden haben, war die Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten zu den Karten-Ebenen. Dadurch lässt sich steuern welche zusätzlichen Infos innerhalb der Kartenansicht dargestellt werden. Damit lassen sich auch zusätzlich installierte POIs, wie die von POIbase, prima anzeigen. Folgende Einstellungen gehören dazu:

  • Garmin Explore-Tracks, -Wegpunkte, -Aktivitäten
  • POIs entlang Route
  • Verkehr
  • Reiseaufzeichnung
  • 3D-Gelände
  • Parken
  • HISTORY
  • Nationalparks
  • Campingplätze

  

  

Auswertung Karten + Updates

 Garmin
Overlander (TMC)
Garmin
DRIVE 52'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 55'' (TMC)
Garmin
DRIVESMART 65'' (TMC)
TomTom
GO BASIC 5'' (TMC)
TomTom
GO ESSENTIAL 5'' (TMC)
Summe
1,3

1,8

1,5

1,5

1,7

1,7
Abdeckung
im Lieferumfang

Garmin Straßenkarten:
46 Länder Europa
(inkl. Weißrussland, Ukraine)
Naher Osten
(bis Irak - Oman)

Tracks4Africa Karte:
Afrika (gesamt)


OSM Karten:
weltweit
(nach Download Offline-Nutzung)

Zusätzlich für die USA:
TOPO North America
Luftaufnahmen in Farbe
USGS-Quad-Blätter

46 Länder Europa

46 Länder Europa

46 Länder Europa

45 Länder Europa

45 Länder Europa
optionale Straßenkarten
ca. 116 weltweit

ca. 116 weltweit

ca. 116 weltweit

ca. 116 weltweit

ca. 152 weltweit

ca. 152 weltweit
Kartenupdate
im Lieferumfang

Lifetime
(max. 30 Jahre)

Lifetime
(max. 30 Jahre)

Lifetime
(max. 30 Jahre)

Lifetime
(max. 30 Jahre)

Lifetime (mind. 4 / Jahr)

Lifetime (mind. 4 / Jahr)
Kartenarten
z.B. Straßen, Topos, Luftbilder, ...

Straßenkarte
Garmin Topos
Openstreetmaps
Höhenmodell
Satellitenbilder (nur USA)

Straßenkarte
Garmin Topos
Openstreetmaps
Höhenmodell

Straßenkarte
Garmin Topos
Openstreetmaps
Höhenmodell

Straßenkarte
Garmin Topos
Openstreetmaps
Höhenmodell

Straßenkarte

Straßenkarte
Anbieter & Stand
(Herstellerangaben)
HERE
2018
HERE
2018
HERE
2018
HERE
2018
TomTom
07 2018
TomTom
07 2018
Updateverfahren
Karten & Software über PC oder WiFi

Karten & Software über PC

Karten & Software über PC oder WiFi

Karten & Software über PC oder WiFi

Karten & Software über PC oder WiFi

Karten & Software über PC oder WiFi
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5 Kommentare zu “Test Garmin Overlander All-Terrain-Navigation

    1. Hey Wastl,

      Haha danke schön. Ist im Unterbewusstsein wohl schon verkehrt buchstabiert “abgespeichert”.
      Wird korrigiert.

      Liebe Grüße
      Adrian

  1. Gbt es schon irgendwleche Lösungen, um ‘externe’ Navi-Ziele an die Garmin Navigation zu übergeben?
    zB von ner auf dem Gerät geöffneten Webseite, das ein Google-Maps-Link statt dessen an Garmin geht? Oder halt, das man einen passenden eigenen Link anbietet? Muss ja irgendwie gehen. Für die LKW-Version gibts ja auch Logistik-Anwendungen (zumindest für Feuerwehr schon gesehen), da wird ja wohl auch Zielübergabe drin sein.

    Das Gerät hat zwar keinen Play-Store, aber eigene Apps kann man installieren. Da die Play-Dienste auch fehlen, gehen nur entsprechende Apps nicht. zB geht die ofizielle Geocaching-App daher nicht, es kommt dann keine Karten-Ansicht.

    Was geht, ist Dropsync (um POIs automatisch auf das Gerät zu bekommen, was man aber dann neu starten muss). Firefox geht auch (weil Dropbox-Anmeldung mit dem Stock-Browser nicht geht).
    Mehr Apps habe ich noch nicht probiert.

  2. Hallo zusammen,
    mich würde mal interessieren, ob man auch selbst manuell Karten installieren kann? Interessant wäre das komplette Programm: Wie sieht es aus mit img, kmz (ggf. wieviele Kacheln?) und jnx?
    Hat das Gerät ein Birdseye Abo? Wenn ja wie lange?

    Danke für den Kommentar von M7880 das man wenigstens eigene apks installieren kann – ich finde das bei einem Android Gerät sehr wichtig und fände es toll, wenn die Redaktion hier das noch ein wenig näher untersuchen würde: wie sieht es mit TwoNav, Osm, Locus oder der angesprochen Tablet App?

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